Für wen ist die Weiterbildung gedacht?
Für Beschäftigte aus den Fachabteilungen, etwa aus Auftragsabwicklung, Vertrieb, Kundendienst, Produktion oder Logistik. Sie kennen die Abläufe, die automatisiert werden sollen, aus der täglichen Arbeit. Nach der Weiterbildung setzen sie diese Abläufe als lauffähige Lösungen um, binden sie an die vorhandenen Systeme des Betriebs an und betreiben sie nach der Einführung.
Das passt besonders zu kleinen und mittleren Betrieben ohne eigene IT-Abteilung, in denen diese Aufgabe sonst niemand übernimmt.
Programmierkenntnisse werden nicht vorausgesetzt.
Welche Zugangsvoraussetzungen gelten?
- ein bestehendes Beschäftigungsverhältnis, denn gefördert wird nach § 82 SGB III
- eine abgeschlossene Berufsausbildung oder mindestens drei Jahre Berufspraxis
- sicherer Umgang mit den IT-Systemen des eigenen Betriebs, mit Internet und Tabellenkalkulation
- Deutschkenntnisse mindestens auf Niveau B2 und ein internetfähiger Laptop oder PC
- die Bereitschaft, ein reales Automatisierungsvorhaben des eigenen Betriebs im Kurs zu bearbeiten
Ob es passt, klären wir vorab in einem Beratungsgespräch mit jedem Teilnehmer.
Sieben Module, ein eigener Anwendungsfall
- K1 Geschäftsprozesse und Use-Case-Diagnose · 17 UE
- K2 KI-Grundlagen, Frontier-Sprachmodelle und Prompt Engineering · 33 UE
- K3 Workflow-Automatisierung und Vision-Dokumentenverarbeitung · 50 UE
- K4 KI-Agenten, RAG, Chatbots und Vibe Coding · 76 UE
- K5 Datenanalyse mit KI-Unterstützung · 16 UE
- K6 EU AI Act, Datenschutz und IT-Sicherheit · 22 UE
- K7 Praxisprojekt mit Change- und Rollout-Begleitung · 86 UE
212 der 300 Unterrichtseinheiten gehören dem Bauen, Anbinden und Einführen lauffähiger Lösungen (K3, K4 und K7). Klassische Methodenlehre gibt es nur so weit, wie die Automatisierung sie braucht. Gearbeitet wird mit der Automatisierungsplattform n8n, mit Claude Code und dem KI-Agenten Hermes sowie mit den führenden Sprachmodellen über unsere Lernplattform; für Auswertungen kommt Metabase dazu. Alle Zugänge stellen wir, die Kosten der KI-Nutzung sind in der Lehrgangsgebühr enthalten.
Wie läuft der Unterricht ab?
Dienstags und donnerstags von 8:00 bis 12:00 Uhr, mit einer Viertelstunde Pause nach den ersten beiden Unterrichtseinheiten. Das sind 5 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten je Tag und 10 je Woche, über 30 Unterrichtswochen, zusammen 60 Unterrichtstage und rund sieben Monate. Alles läuft live online mit Dozent, höchstens 12 Teilnehmer je Gruppe.
Schon im ersten Modul legt jeder Teilnehmer den Anwendungsfall aus seinem Betrieb fest, der ihn durch die ganze Weiterbildung begleitet. Danach folgt jede Woche demselben Takt: kurzer Input mit Live-Demonstration, dann Arbeit am eigenen Fall in Kleingruppenräumen, in denen der Dozent von Gruppe zu Gruppe geht. Rund 75 Prozent der Unterrichtszeit sind so begleitete Arbeitsphasen. Jede Unterrichtswoche endet mit einem vorzeigbaren Ergebnis, etwa einem fertigen Workflow, einem konfigurierten KI-Agenten, einer Auswertung oder einer Compliance-Checkliste. Dazu kommt für jeden Teilnehmer eine feste Einzelsprechstunde pro Woche außerhalb der Unterrichtszeit. Zwei Wochen vor Kursbeginn startet das Onboarding mit Technik-Check und einem ersten Gespräch zum Anwendungsfall, damit der erste Unterrichtstag ohne Reibungsverluste beginnt.
Der häufigste Stolperstein bei Automatisierungsprojekten ist aus unserer Sicht ein zu groß geschnittener Anwendungsfall. Deshalb fließt im ersten Modul bewusst viel betreute Zeit in genau diese Frage. Das wirkt am Anfang langsam. Es entscheidet aber darüber, ob am Ende im Betrieb eine Lösung läuft.
Wie wird die Weiterbildung gefördert?
Diese Maßnahme läuft nicht über den Bildungsgutschein. Der Förderweg für Beschäftigte im bestehenden Arbeitsverhältnis ist § 82 SGB III, das Qualifizierungschancengesetz. Die Agentur für Arbeit übernimmt Lehrgangskosten gestaffelt nach Betriebsgröße und zahlt zusätzlich Zuschüsse zum Arbeitsentgelt für die Unterrichtszeiten:
- Unter 50 Beschäftigte: in der Regel keine Arbeitgeberbeteiligung an den Lehrgangskosten, dazu bis zu 75 Prozent Arbeitsentgeltzuschuss.
- 50 bis unter 500 Beschäftigte: in der Regel 50 Prozent der Lehrgangskosten und bis zu 50 Prozent Arbeitsentgeltzuschuss.
- Ab 500 Beschäftigte: 25 Prozent der Lehrgangskosten und bis zu 25 Prozent Arbeitsentgeltzuschuss.
- Mit einschlägiger Betriebsvereinbarung oder Tarifvertrag verschiebt sich die Beteiligung um weitere 5 Prozentpunkte zugunsten des Betriebs.
- Unter 500 Beschäftigten entfällt die Arbeitgeberbeteiligung auch dann, wenn der Teilnehmer 45 Jahre oder älter oder schwerbehindert ist.
Die Förderung ist eine Ermessensleistung. Über die Bewilligung entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall.
Wann und wo muss der Förderantrag gestellt werden?
Den Förderantrag stellt der Arbeitgeber beim Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit, und zwar vor Beginn der Weiterbildung. Sollen mehrere Beschäftigte in dieselbe Maßnahme, geht das als Sammelantrag nach § 82 Abs. 5 SGB III; dafür ist die Einwilligung der Betroffenen oder der Betriebsvertretung nötig. Bewilligungsbescheid und Rechnung gehen an den Arbeitgeber. Wir bereiten die Unterlagen gemeinsam mit Ihnen vor und begleiten den Weg zur Agentur.
Gibt es eine Alternative zu § 82 SGB III?
Besteht im Betrieb ein strukturwandelbedingter Qualifizierungsbedarf, kommt das Qualifizierungsgeld nach § 82a SGB III in Betracht. Dann trägt der Arbeitgeber die Lehrgangskosten, und die Agentur für Arbeit zahlt für die weiterbildungsbedingt ausfallende Arbeitszeit ein Qualifizierungsgeld als Lohnersatz. Für dieselbe Maßnahme schließen sich § 82 und § 82a aus; welcher Weg für Ihren Betrieb rechnet, klären wir im Gespräch.
Maßnahme und Träger sind nach AZAV zugelassen (DEKRA, Trägerzulassung 31T0922097). Beides ist Fördervoraussetzung, ebenso wie ein Umfang von mehr als 120 Stunden, den die 300 UE deutlich erfüllen.
Mit welchem Abschluss endet die Weiterbildung?
Die Teilnehmer erhalten ein Maßnahmezertifikat des Trägers über 300 Unterrichtseinheiten mit Ausweis der Module. Voraussetzung sind mindestens 80 Prozent Anwesenheit, mindestens 60 Prozent der erreichbaren Bewertungspunkte aus wöchentlichen Arbeitsergebnissen, Modul-Reflexionen und Praxisprojekt sowie ein bestandenes Praxisprojekt. Eine externe Prüfung gibt es nicht. Dazu kommt ein Portfolio aus mindestens zwölf eigenen Arbeitsergebnissen. Wer vorzeitig ausscheidet, erhält eine Teilnahmebescheinigung über die absolvierten Module.
Für Sie als Arbeitgeber hat das einen zweiten Nutzen. Artikel 4 der EU-KI-Verordnung verlangt von Betreibern von KI-Systemen, Maßnahmen zu ergreifen, um die Entwicklung der KI-Kompetenz ihres Personals zu unterstützen. Das Modul K6 arbeitet genau daran, die Inhalte werden in einem dokumentierten Schulungsnachweis des Trägers festgehalten.
Wann startet der nächste Kurs?
Feste Starttermine gibt es derzeit nicht. Eine Gruppe startet ab sechs angemeldeten Teilnehmern, höchstens zwölf nehmen teil. Weil der Förderantrag vor Beginn der Weiterbildung vorliegen muss, lohnt sich ein frühes Gespräch.
Beratung zu Ablauf und Förderung
Wir beraten Sie zu Ablauf, Förderweg und Antragstellung. Am einfachsten bitten Sie über unser Kontaktformular um einen Rückruf, dann melden wir uns. Sie können auch direkt einen Termin vereinbaren oder uns anrufen unter 0160 1215470 (Mo bis Fr, 8:30 bis 12:15 Uhr), per E-Mail erreichen Sie uns unter info@skillsprinters.de. Zu Ihrem gebuchten Termin rufen Sie uns an, die Nummer steht in Ihrer Terminbestätigung.
