Was ein Logistikmeister macht
Planen, steuern und überwachen: So beginnt die Aufgabenliste in § 1 der Logistikmeister-Prüfungsverordnung (LogMstrV). Dazu gehören der bedarfsgerechte Einsatz von Eigen- und Fremdpersonal, die Führung von Mitarbeitern, die Ausbildungsverantwortung, Arbeitssicherheit und Umweltschutz, Projekte, Qualitätsziele und das Controlling des eigenen Bereichs. Die Prüfung soll zeigen, dass du diese Aufgaben in Betrieben unterschiedlicher Größe und Branche übernehmen kannst.
In der Praxis ist das die Stufe zwischen Fachkraft und Lager- oder Logistikleitung. Wer heute als Fachkraft für Lagerlogistik oder Fachlagerist arbeitet und eine Schicht, ein Lager oder einen Umschlagbereich verantworten soll, findet hier den geregelten Abschluss dafür.
Der Abschluss steht auf Niveau 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens, derselben Stufe wie ein Bachelor. Ein Hochschulgrad ist er nicht.
Zulassung
Für den ersten Prüfungsteil, die grundlegenden Qualifikationen, wirst du nach § 3 LogMstrV zugelassen mit:
- einer bestandenen Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf aus dem Bereich der Logistik, oder
- einer bestandenen Abschlussprüfung in einem sonstigen anerkannten Ausbildungsberuf und danach mindestens einem Jahr Berufspraxis, oder
- mindestens vier Jahren Berufspraxis.
Für den zweiten Teil, die handlungsspezifischen Qualifikationen, kommt ein weiteres Jahr Berufspraxis hinzu, und der erste Teil darf nicht länger als fünf Jahre zurückliegen.
Die Praxis soll wesentliche Bezüge zu den Aufgaben eines Logistikmeisters haben. Wer keinen dieser Wege erfüllt, kann seine berufliche Handlungsfähigkeit durch Zeugnisse oder auf andere Weise glaubhaft machen. Über die Zulassung entscheidet die IHK.
Genau an dieser Stelle lohnt sich ein Gespräch vor jedem Antrag.
Wie die Prüfung aufgebaut ist
Der erste Teil wird schriftlich mit anwendungsbezogenen Aufgaben geprüft (§ 4 LogMstrV):
Insgesamt soll das höchstens acht Stunden dauern, mindestens 90 Minuten für jeden der ersten vier Bereiche und mindestens 60 Minuten für den fünften. Sind höchstens zwei Bereiche mangelhaft und keiner ungenügend, wird dort eine mündliche Ergänzungsprüfung von in der Regel höchstens 20 Minuten angeboten.
Der zweite Teil umfasst drei Handlungsbereiche (§ 5 LogMstrV): Logistikprozesse mit Logistikkonzepten, Leistungserstellung und Prozesssteuerung; Betriebliche Organisation und Kostenwesen mit Kostenwesen und Logistikcontrolling, Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie Qualitätsmanagement; Führung und Personal mit Personalführung und Personalentwicklung. Zu jedem Handlungsbereich gibt es eine Situationsaufgabe. Zwei davon löst du schriftlich, jede mindestens drei Stunden, zusammen nicht mehr als acht Stunden.
Die dritte ist Gegenstand des Fachgesprächs: Nach 30 Minuten Vorbereitung präsentierst du deinen Lösungsansatz und erörterst ihn mit dem Prüfungsausschuss, höchstens 45 Minuten, davon höchstens 15 Minuten Präsentation. Ist nur eine der beiden schriftlichen Situationsaufgaben mangelhaft, wird auch hier eine mündliche Ergänzungsprüfung angeboten, bei ungenügender Leistung nicht.
Jeder nicht bestandene Prüfungsteil kann zweimal wiederholt werden (§ 10 LogMstrV).
Ausbildereignung
Ein Automatismus ist sie nicht. Zur Meisterqualifikation gehört nach § 2 LogMstrV auch die berufs- und arbeitspädagogische Eignung. Die ist aber nicht in den beiden Prüfungsteilen enthalten: Du weist sie durch eine bestandene Prüfung nach der Ausbilder-Eignungsverordnung oder eine vergleichbare Prüfung nach, und zwar vor Beginn der letzten Prüfungsleistung.
Wer den Ausbilderschein noch nicht hat, plant ihn deshalb am besten früh ein. Eine typische Falle: Die Situationsaufgaben sind gelernt, und kurz vor dem Fachgespräch fehlt der AEVO-Nachweis.
Kosten und Förderung
Die Kosten setzen sich aus Lehrgangsgebühr und Prüfungsgebühr zusammen. Die Prüfungsgebühr legt jede IHK selbst fest.
Die Vorbereitung auf die Logistikmeister-Prüfung ist über das Aufstiegs-BAföG förderfähig. Lehrgangs- und Prüfungsgebühren werden bis 15.000 Euro gefördert, die Hälfte davon als Zuschuss, den du nicht zurückzahlst (§ 12 AFBG).
Für die andere Hälfte bietet dir die KfW ein Darlehen an. Bestehst du die Prüfung, wird die Hälfte des zu diesem Zeitpunkt noch nicht fälligen Darlehens erlassen (§ 13b AFBG). Rechnerisch trägst du damit rund ein Viertel der Gebühren selbst.
Zinslos ist das Darlehen nur in der Anfangsphase: während des Lehrgangs und zwei Jahre danach, längstens sechs Jahre (§ 13 Abs. 3 AFBG). Danach wird es verzinst und in höchstens zehn Jahren zurückgezahlt.
Den Antrag stellst du selbst beim Amt für Ausbildungsförderung deines Bundeslandes, welche Stelle das ist, unterscheidet sich je Land. Die Bearbeitung dauert erfahrungsgemäß 2 bis 4 Monate. Was bei deinen Zahlen herauskommt, zeigt dir der Aufstiegs-BAföG-Rechner.
Bayern zahlt nach bestandener Meisterprüfung oder vergleichbarer öffentlich-rechtlicher Fortbildungsprüfung zusätzlich einen Meisterbonus von 3.000 Euro, wenn Hauptwohnsitz oder Beschäftigungsort in Bayern liegen und die Prüfung bei einer bayerischen Kammer abgelegt wurde. Andere Länder haben eigene Regeln oder gar keine Prämie.
Online vorbereiten, bei der IHK vor Ort prüfen
Wo und wie du dich vorbereitest, schreibt die Verordnung nicht vor. Geprüft wirst du bei deiner zuständigen IHK, und dort meldest du dich auch an. Wer in Stuttgart, Düsseldorf oder einer anderen Stadt nach einem Logistikmeister sucht, kann sich also online vorbereiten und die Prüfung vor Ort ablegen.
Ob eine Vorbereitung bei SkillSprinters für dich in Frage kommt und wann ein Einstieg möglich wäre, klären wir im kostenlosen Beratungstermin zum Logistikmeister. Dort gehen wir auch deine Zulassung und den Förderantrag durch.
