Mit Anfang vierzig rechnen die meisten beim Gedanken an einen Berufswechsel ganz konkret. Wie viele Monate ohne volles Gehalt, wie viele Jahre danach im neuen Beruf, und gibt es einen kürzeren Weg? Dieser Beitrag vergleicht die Formen, die über die Agentur für Arbeit oder die Rentenversicherung gefördert werden können, nach dem, was dich am meisten interessiert: der Dauer.

Welche Berufe sich mit 40 lohnen und welche Hilfen es für den Lebensunterhalt gibt, beschreibt unser Beitrag Umschulung mit 40: Neustart, Berufe und Förderung. Hier geht es um die Zeitfrage.

Erst kostenlos reinschnuppern, dann entscheiden

Bevor du dich für eine Weiterbildung entscheidest, sieh dir kostenlos an, wie sie läuft, fünf Lektionen plus Live-Demo, ohne Verpflichtung. Passt es, ist der Digitalisierungsmanager bei bewilligtem Bildungsgutschein für dich kostenlos.

Kostenlos reinschnuppern

Der Schnupperkurs ist gratis. Ob die Weiterbildung über den Bildungsgutschein gefördert wird, entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall.

Die klassische Umschulung: zwei Jahre

Eine Umschulung führt zu einem Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf, mit Prüfung vor der Kammer. Damit die Agentur für Arbeit sie fördert, muss die Dauer angemessen sein. § 180 Abs. 4 SGB III legt fest, dass eine Vollzeitmaßnahme mit Berufsabschluss angemessen ist, wenn sie gegenüber der entsprechenden Berufsausbildung um mindestens ein Drittel verkürzt ist.

Bei einem dreijährigen Ausbildungsberuf wie dem Fachinformatiker ergibt das zwei Jahre. Bei zweijährigen Berufen entsprechend weniger. Ausnahmen gibt es, wenn eine Verkürzung wegen rechtlicher Vorgaben nicht möglich ist.

Zwei Jahre klingen lang. Sie führen dafür zu einem vollwertigen Berufsabschluss, gleichwertig zur regulären Ausbildung. Denselben Abschluss erreicht sonst nur, wer die Externenprüfung ablegt.

Kürzer zum Abschluss: die Externenprüfung

Wer schon lange im Zielberuf gearbeitet hat, aber ohne Abschluss, kann sich unter Umständen direkt zur Abschlussprüfung melden. § 45 Abs. 2 des Berufsbildungsgesetzes lässt zu, wer mindestens das Eineinhalbfache der vorgeschriebenen Ausbildungszeit in dem Beruf tätig war. Für einen dreijährigen Beruf sind das viereinhalb Jahre Praxis.

Wie lange die Vorbereitung auf eine solche Prüfung dauert, hängt stark von den Vorkenntnissen ab. Über die Zulassung entscheidet die zuständige Kammer, nicht der Bildungsträger.

Weiterbildung statt Umschulung: vier Monate

Wer eine kaufmännische Ausbildung hat und in Richtung Digitalisierung, Prozessautomatisierung oder KI will, braucht vor allem neue Werkzeuge und Methoden. Dafür gibt es Weiterbildungen mit Trägerzertifikat, die ebenfalls mit Bildungsgutschein gefördert werden können.

Unser Digitalisierungsmanager dauert vier Monate in Vollzeit, Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr, und findet komplett online über Zoom statt. Programmierkenntnisse brauchst du nicht. Bei bewilligtem Bildungsgutschein zahlst du 0 Euro, eine Vermittlung in eine Stelle kann niemand garantieren.

Form Typische Dauer in Vollzeit Abschluss Förderung
Umschulung in einen dreijährigen Beruf zwei Jahre Kammerprüfung, Berufsabschluss Bildungsgutschein, bei gesundheitlichen Gründen oft Rentenversicherung
Vorbereitung auf die Externenprüfung einige Monate, Praxis vorausgesetzt Kammerprüfung, Berufsabschluss je nach Maßnahme
Weiterbildung mit Trägerzertifikat zum Beispiel vier Monate Trägerzertifikat Bildungsgutschein

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Was die Dauer mit deinem Geld macht

Während einer geförderten Umschulung oder Weiterbildung läuft das Arbeitslosengeld als Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung weiter. Jeder Kurstag verbraucht dabei nur einen halben Tag deines Anspruchs. Wie das genau funktioniert, steht im Beitrag Arbeitslosengeld bei Weiterbildung.

Für die lange Form gibt es einen Zusatz. Das Weiterbildungsgeld nach § 87a SGB III von 150 Euro im Monat sowie Prämien von 1.000 Euro für die bestandene Zwischenprüfung und 1.500 Euro für die Abschlussprüfung setzen eine Umschulung in einen anerkannten Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer voraus. Für Weiterbildungen mit Trägerzertifikat gibt es sie nicht.

Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht in seinem Beruf bleiben kann, landet oft bei der Deutschen Rentenversicherung. Dort heißt das Ganze Reha-Umschulung, Grundlage sind die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben nach § 49 SGB IX. Erste Anlaufstelle ist das Servicetelefon der Rentenversicherung unter 0800 1000 4800.

Unsere Sicht auf die Zeitfrage

Mit 40 hast du rechnerisch noch mehr als 25 Berufsjahre vor dir. Zwei Jahre Umschulung sind darauf gerechnet weniger als ein Zehntel. Trotzdem raten wir nicht jedem dazu. Wer eine Ausbildung hat und nur die Richtung ändern will, verliert mit einer zweijährigen Umschulung oft Zeit, die er nicht verlieren müsste. Dort reicht häufig die kürzere Weiterbildung, und der vorhandene Abschluss bleibt ja bestehen. Wer dagegen noch nie einen Berufsabschluss hatte, sollte die zwei Jahre ernsthaft erwägen, weil ein Abschluss am Arbeitsmarkt nach wie vor Türen öffnet, die ein Zertifikat nicht öffnet.

Ob dir das Lernen im Online-Unterricht liegt, kannst du vorher kostenlos im KI-Schnupperkurs testen. Für die Förderfrage ist die Agentur für Arbeit unter 0800 4 5555 00 erreichbar, wer Grundsicherungsgeld bezieht, spricht zuerst mit dem Jobcenter.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Umschulung zum Fachinformatiker?

In Vollzeit meist zwei Jahre. Die reguläre Ausbildung dauert drei Jahre, und eine geförderte Umschulung ist nach § 180 Abs. 4 SGB III in der Regel um mindestens ein Drittel kürzer.

Gibt es eine Altersgrenze für eine geförderte Umschulung?

Im Gesetz steht keine. Entscheidend ist, ob die Maßnahme notwendig ist, um dich wieder in Arbeit zu bringen oder drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden, das prüft die Agentur im Beratungsgespräch.

Kann ich eine Umschulung in Teilzeit machen?

Das ist möglich, wenn der Träger eine Teilzeitform anbietet und die Agentur zustimmt. Die Dauer verlängert sich dann entsprechend. Frag vorher, ob die gewünschte Maßnahme in Teilzeit zugelassen ist.

Ist eine viermonatige Weiterbildung eine Umschulung?

Nein. Eine Umschulung endet mit einem Berufsabschluss vor der Kammer. Eine Weiterbildung wie der Digitalisierungsmanager endet mit einem Trägerzertifikat und vermittelt einen neuen fachlichen Schwerpunkt, meist aufbauend auf vorhandener Berufserfahrung.

Alle Kostenträger, Voraussetzungen und kürzeren Alternativen findest du im Überblick: Umschulung 2026: alle Wege in deinen neuen Beruf.

Bereit für deinen nächsten Karriereschritt?

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