Sachsen hat ein Problem. Der Strukturwandel in der Automobilindustrie trifft Zulieferer in Chemnitz und Zwickau hart, und viele Betriebe müssen ihre Leute für neue Aufgaben qualifizieren. Das Zentrum für Fachkräftesicherung und Gute Arbeit Sachsen (ZEFAS) bündelt dafür Informationen zu bestehenden Angeboten für kleine und mittlere Unternehmen.
Dabei ist die Förderlandschaft in Sachsen besonders vielfältig. Neben den bundesweiten Programmen gibt es landesspezifische Instrumente wie den Weiterbildungsscheck, den Digitalisierungszuschuss EFRE und den Meisterbonus. Zusammen ergeben sie ein Paket, mit dem du die Weiterbildung deiner Mitarbeiter zu einem großen Teil oder komplett finanzieren lassen kannst.
Dieser Artikel gibt dir den kompletten Überblick: Welche Programme gibt es, wie hoch ist die Förderung, wo stellst du den Antrag, und wie kombinierst du die Töpfe sinnvoll?
Das Wichtigste in Kürze
- Qualifizierungschancengesetz (QCG): Bis 100 Prozent der Kurskosten plus Lohnkostenzuschuss. Wichtigstes Programm für Weiterbildung von Beschäftigten. Bundesweit, also auch in Sachsen verfügbar.
- Bildungsgutschein: 100 Prozent der Kosten für Arbeitssuchende und von Arbeitslosigkeit Bedrohte.
- Weiterbildungsscheck Sachsen: Landesprogramm mit in der Regel 50 Prozent Zuschuss, bei geringfügig Beschäftigten 80 Prozent (individuell), höchstens 4.500 Euro. Aktuell wegen der Haushaltslage ausgesetzt, einen Termin für die Wiederaufnahme nennt die SAB nicht.
- Digitalisierungszuschuss EFRE: Bis zu 60 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben für Digitalisierungsprojekte in KMU. Seit dem 17. Juli 2026 gilt ein Antragsstopp, neue Anträge nur noch aus der Stadt Leipzig, dem Landkreis Leipzig und Nordsachsen.
- Meisterbonus Sachsen: Ab 2026 auf 3.000 Euro erhöht (vorher 2.000 Euro). Gilt für Handwerks-, Industrie- und Fachmeister, nicht für Fachwirte, Techniker oder Betriebswirte.
- Antragsstelle für Landesprogramme: Sächsische Aufbaubank (SAB). Für QCG und Bildungsgutschein: Agentur für Arbeit.
- Programme sind teilweise kombinierbar: z.B. QCG für Weiterbildungskosten plus Digitalisierungszuschuss für die dazugehörige Software.
Alle Programme im Überblick
| Programm | Förderhöhe | Was wird gefördert | Antragsstelle | Status 2026 |
|---|---|---|---|---|
| QCG | Bis 100 % Kurskosten + 75 % Lohn | Weiterbildung Beschäftigter | Agentur für Arbeit | Aktiv |
| Bildungsgutschein | 100 % Kurskosten | Weiterbildung Arbeitssuchender | Agentur für Arbeit | Aktiv |
| Qualifizierungsgeld | 60-67 % Nettolohn | Weiterbildung bei Strukturwandel | Agentur für Arbeit | Aktiv |
| Weiterbildungsscheck betrieblich | In der Regel 50 % (max. 4.500 EUR) | Betriebliche Weiterbildung | SAB | Ausgesetzt |
| Weiterbildungsscheck individuell | In der Regel 50 %, geringfügig Beschäftigte 80 % (max. 4.500 EUR) | Individuelle Weiterbildung | SAB | Ausgesetzt |
| Digitalisierungszuschuss EFRE | Bis 60 % der zuwendungsfähigen Ausgaben | Digitalisierungsprojekte KMU | SAB | Antragsstopp seit 17.07.2026, außer Stadt und Landkreis Leipzig sowie Nordsachsen |
| Meisterbonus | 3.000 EUR Festbetrag | Meisterabschluss (Handwerks-, Industrie-, Fachmeister) | Kammer, bei der SAB | Aktiv |
| BAFA Unternehmensberatung | Bis 80 % (max. 2.800 EUR) | Beratung Digitalisierung | BAFA | Aktiv |
Vom Fachartikel zur eigenen Anwendung
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Kostenlos reinschnuppernDer Schnupperkurs ist gratis. Ob die Weiterbildung über den Bildungsgutschein gefördert wird, entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall.
Bundesprogramme: Dein stärkster Hebel
Qualifizierungschancengesetz (QCG)
Das QCG ist das wichtigste Förderprogramm für sächsische Unternehmen, die ihre Mitarbeiter im Bereich Digitalisierung und KI schulen wollen. Die Agentur für Arbeit übernimmt die Kurskosten und zahlt zusätzlich einen Lohnkostenzuschuss. Damit kannst du deine Leute während der Weiterbildung weiterbezahlen, ohne die vollen Kosten selbst zu tragen.
Förderstaffel nach Betriebsgröße:
| Betriebsgröße | Lehrgangskosten | Lohnkostenzuschuss | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Unter 50 Mitarbeiter | Bis 100 % | Bis 75 % | Höchste Förderquote |
| 50 bis 499 Mitarbeiter | Bis 50 % | Bis 50 % | Über 45-Jährige: bis 100 % Kurskosten |
| Ab 500 Mitarbeiter | Bis 25 % | Bis 25 % | Einzelfallprüfung |
Voraussetzungen: - AZAV-zertifizierter Bildungsträger (Pflicht, ohne Ausnahme) - Maßnahme dauert mehr als 120 Stunden - Berufsabschluss liegt in der Regel mindestens zwei Jahre zurück - Antrag VOR Beginn der Weiterbildung stellen
Für sächsische Unternehmen ist das QCG besonders relevant, weil der Strukturwandel in der Automobilbranche und im Braunkohlegebiet genau die Begründung liefert, die der Sachbearbeiter bei der Agentur für Arbeit hören will: Arbeitsplätze verändern sich durch Digitalisierung, Mitarbeiter brauchen neue Kompetenzen.
Mehr dazu: QCG beantragen: Schritt-für-Schritt-Anleitung für Arbeitgeber
Bildungsgutschein: 100 Prozent für Arbeitssuchende
Der Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit übernimmt sämtliche Kosten einer Weiterbildung. In Sachsen ist das besonders relevant, weil die Arbeitslosenquote in einigen Regionen über dem Bundesdurchschnitt liegt und die Agenturen aktiv nach passenden Weiterbildungsangeboten suchen.
Wer bekommt einen Bildungsgutschein? - Arbeitssuchende (mit oder ohne Leistungsbezug) - Von Arbeitslosigkeit Bedrohte (z.B. bei Kündigung, Werksschließung) - Beschäftigte ohne Berufsabschluss, die einen nachholen wollen
Was wird übernommen? - 100 Prozent der Kursgebühren - Fahrtkosten und Kinderbetreuung - Weiterbildungsprämie bei bestandener Prüfung, wenn die Weiterbildung zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf führt (seit 2025 nur noch über Agentur für Arbeit, auch für Jobcenter-Kunden)
Qualifizierungsgeld: Für ganze Abteilungen
Wenn der Strukturwandel nicht einzelne Mitarbeiter betrifft, sondern ganze Teams oder Abteilungen, kommt das Qualifizierungsgeld ins Spiel. Es beträgt 60 Prozent der weiterbildungsbedingt ausfallenden Nettoentgeltdifferenz, beim erhöhten Leistungssatz wie im Arbeitslosengeld 67 Prozent. Voraussetzung ist, dass mindestens 20 Prozent der Beschäftigten strukturwandelbedingten Qualifizierungsbedarf haben, in Betrieben mit weniger als 250 Beschäftigten reichen 10 Prozent.
In Sachsen ist das Qualifizierungsgeld vor allem für Automobilzulieferer in der Region Chemnitz-Zwickau interessant, wo der Umstieg auf E-Mobilität ganze Produktionslinien verändert.
Sachsen-spezifische Programme
Weiterbildungsscheck Sachsen
Der Weiterbildungsscheck ist das bekannteste Landesprogramm und existiert in zwei Varianten.
Betrieblicher Weiterbildungsscheck: - Fördersatz: in der Regel 50 Prozent - Maximalbetrag: 4.500 Euro - Mindestausgaben der Weiterbildung: 700 Euro netto - Zielgruppe: Unternehmen mit Sitz oder Niederlassung in Sachsen und bis zu 500 Mitarbeitern
Individueller Weiterbildungsscheck: - Fördersatz: in der Regel 50 Prozent (geringfügig Beschäftigte: in der Regel 80 Prozent) - Maximalbetrag: 4.500 Euro - Zielgruppe: Erwerbstätige mit bestehendem Arbeitsverhältnis, Hauptwohnsitz in Sachsen und einem Bruttoeinkommen von höchstens 3.700 Euro im Monat
Wichtiger Hinweis: Aufgrund der schwierigen Haushaltslage des Freistaats Sachsen konnten im Doppelhaushalt 2025/2026 keine weiteren Mittel bereitgestellt werden. Die Förderung ist aktuell ausgesetzt, und die SAB nimmt derzeit keine Anträge entgegen. Anfragen zu einer künftigen Antragstellung beantwortet die SAB derzeit nicht, neue Informationen will sie auf ihrer Website veröffentlichen. Prüfe den aktuellen Status direkt bei der SAB. Welche Wege Arbeitnehmer und Arbeitsuchende in Sachsen stattdessen selbst gehen können, zeigt der Beitrag Weiterbildung in Sachsen: Förderung selbst beantragen.
Meisterbonus Sachsen: 3.000 Euro ab 2026
Das sächsische Kabinett hat am 30. Juni 2026 beschlossen, den Meisterbonus von 2.000 auf 3.000 Euro zu erhöhen, rückwirkend zum 1. Januar 2026.
Wer bekommt den Meisterbonus? - Absolventen einer Meisterprüfung als Handwerksmeister, Industriemeister oder Fachmeister - Welche Abschlüsse zählen, legt die Liste der zuwendungsfähigen Fortbildungsabschlüsse der SAB fest. Fachwirte, Techniker und Betriebswirte stehen nicht darauf - Prüfung von der zuständigen Stelle in Sachsen abgenommen - Hauptwohnsitz oder Beschäftigungsort in Sachsen bei Prüfungsanmeldung oder Feststellung des Ergebnisses, ersatzweise Beschäftigung als Meister in Sachsen bei Antragstellung
Konditionen: - Festbetrag: 3.000 Euro, wenn das Prüfungsergebnis ab dem 1. Januar 2026 bekannt gegeben wird - Antragsfrist: bis Ende 2026 darf die Prüfung nicht älter als ein Jahr sein, ab dem 1. Januar 2027 gelten sechs Monate nach Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses - Antrag: stellt die zuständige sächsische Handwerkskammer oder IHK bei der SAB, Absolventen wenden sich an ihre Kammer - Auszahlung als nicht rückzahlbarer Zuschuss, kein Darlehen
Für den Wirtschaftsfachwirt (IHK) gibt es in Sachsen deshalb keinen Meisterbonus, er steht nicht auf der Liste der zuwendungsfähigen Abschlüsse. Gefördert wird er über das Aufstiegs-BAföG, das in Sachsen die SAB bearbeitet: 50 Prozent der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren gibt es als Zuschuss, den Rest als Darlehen der KfW, von dem bei bestandener Prüfung 50 Prozent erlassen werden. Von 3.997 Euro Kurskosten bleibt so rechnerisch rund ein Viertel als Eigenanteil.
Digitalisierungszuschuss EFRE: Für Technik und Software
Die Förderrichtlinie Digitalisierung Zuschuss EFRE 2021 bis 2027 ist das zentrale Instrument für sächsische KMU, die in digitale Infrastruktur investieren wollen. Das Programm wird aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert und läuft bis 2027. Wegen hoher Nachfrage gilt seit dem 17. Juli 2026 ein Antragsstopp in der Übergangsregion, dazu gehören unter anderem Dresden, Chemnitz, der Erzgebirgskreis und der Landkreis Zwickau. Neue Anträge sind nur noch aus der Stadt Leipzig, dem Landkreis Leipzig und dem Landkreis Nordsachsen möglich.
Zwei Projekttypen:
| Heranführungsprojekte | Transformationsprojekte | |
|---|---|---|
| Zielgruppe | Kleinstunternehmen (unter 10 MA) | KMU (unter 250 MA) |
| Förderquote | Bis 60 % | Bis 50 % (Kleinst/Klein), bis 35 % (Mittel) |
| Obergrenze der zuwendungsfähigen Ausgaben | 10.000 EUR | 60.000 EUR (Klein), 100.000 EUR (Mittel) |
| Mindestausgaben | 5.000 EUR | 5.000 EUR |
| Beispiele | Erste ERP-Software, Cloud-Migration | KI-Integration, Automatisierung, IoT |
| Tarifbonus | +10 Prozentpunkte bei Tarifbindung | +10 Prozentpunkte bei Tarifbindung |
Was wird gefördert: - Planung, Konzipierung, Vorbereitung und technische Realisierung - Anschaffung von Software und notwendiger Hardware - Einführung der Lösung einschließlich Schulung
Was wird NICHT gefördert: - Neue technische Grundausstattung wie Notebooks, Drucker oder Smartphones als alleiniger Projektgegenstand - Standard-Software wie herkömmliche Bürosoftware und Betriebssysteme - Reine Beratungskosten ohne Umsetzung
Antragstellung: Über das SAB-Förderportal, und zwar bevor das Vorhaben beginnt. Schon ein Vertragsabschluss oder eine bezahlte Rechnung vor der Eingangsbestätigung der SAB lässt die Förderung entfallen. Wegen des hohen Antragseingangs weist die SAB auf Verzögerungen bei der Bearbeitung hin.
BAFA-Beratungsförderung
Die Beratungsförderung des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bezuschusst Unternehmensberatungen zu Digitalisierungsthemen. In Sachsen liegt der Fördersatz bei 80 Prozent mit einem Maximalbetrag von 2.800 Euro, in der Region Leipzig bei 50 Prozent mit höchstens 1.750 Euro. Das Programm läuft noch bis 31.12.2026.
Nutzbar zum Beispiel für eine Bestandsaufnahme: Wo stehst du mit der Digitalisierung, welche Weiterbildungen brauchen deine Mitarbeiter, welche Förderprogramme passen? Die Beratung selbst wird gefördert, und das Ergebnis hilft dir, die richtigen Fördertöpfe für die Umsetzung zu identifizieren.
Praxisbeispiel: Metallverarbeitung in Chemnitz
Ein Metallverarbeitungsbetrieb mit 35 Mitarbeitern in Chemnitz will zwei Mitarbeiter in KI und Prozessautomatisierung weiterbilden und gleichzeitig eine neue Planungssoftware einführen.
Schritt 1: Weiterbildung über QCG - Zwei Mitarbeiter absolvieren eine Weiterbildung in KI und Prozessautomatisierung (720 Unterrichtseinheiten, 4 Monate, komplett online, 9.662,40 Euro pro Teilnehmer) - Bildungsträger: ein nach AZAV zugelassener Träger - Förderung: Lehrgangskosten zu 100 Prozent übernommen (Betrieb hat unter 50 MA), Lohnkostenzuschuss 75 Prozent - Ersparnis: 19.324,80 Euro Kursgebühren plus ca. 12.000 Euro Lohnkostenzuschuss = 31.324,80 Euro
Schritt 2: Digitalisierungsprojekt über EFRE - Einführung eines KI-gestützten Planungssystems (Investition: 40.000 Euro) - Als Transformationsprojekt wären bis zu 50 Prozent Zuschuss möglich, bei Tarifbindung 10 Prozentpunkte mehr - Für Chemnitz gilt seit dem 17. Juli 2026 aber ein Antragsstopp, die Rechnung unten setzt deshalb keinen EFRE-Zuschuss an
Schritt 3: BAFA-Beratung für die Strategie - Externe Beratung zur digitalen Transformation: 3.500 Euro - Förderung: 80 Prozent = 2.800 Euro
Gesamtrechnung:
| Position | Kosten | Förderung | Eigenanteil |
|---|---|---|---|
| 2x KI-Weiterbildung (QCG) | 19.324,80 EUR | 19.324,80 EUR | 0 EUR |
| Lohnkostenzuschuss (4 Monate) | ~16.000 EUR | ~12.000 EUR | ~4.000 EUR |
| Planungssoftware (EFRE) | 40.000 EUR | 0 EUR (Antragsstopp) | 40.000 EUR |
| BAFA-Beratung | 3.500 EUR | 2.800 EUR | 700 EUR |
| Gesamt | 78.824,80 EUR | 34.124,80 EUR | 44.700 EUR |
Der Betrieb investiert 78.824,80 Euro in seine digitale Zukunft und zahlt davon 44.700 Euro selbst. Den Rest übernehmen die Agentur für Arbeit und das BAFA. Ein Betrieb in Leipzig, im Landkreis Leipzig oder in Nordsachsen könnte für die Software zusätzlich den Digitalisierungszuschuss beantragen, bekäme bei der BAFA-Beratung aber nur 50 Prozent, falls er in der Region Leipzig liegt. Und nach der Weiterbildung hat er zwei Mitarbeiter, die KI-Projekte intern umsetzen können, statt teure Berater zu beauftragen.
Antragsstellen in Sachsen
| Programm | Antragsstelle | Kontakt |
|---|---|---|
| QCG, Bildungsgutschein, Qualifizierungsgeld | Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit | 0800 4 5555 20 (kostenlos, Mo-Fr 8-18 Uhr) |
| Weiterbildungsscheck, Digitalisierungszuschuss EFRE | Sächsische Aufbaubank (SAB) | sab.sachsen.de |
| Meisterbonus | Zuständige sächsische Handwerkskammer oder IHK, sie stellt den Antrag bei der SAB | Eigene Kammer |
| BAFA-Beratungsförderung | Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle | bafa.de |
| Aufstiegs-BAföG | Sächsische Aufbaubank (SAB) bei Wohnsitz in Sachsen | sab.sachsen.de |
Tipp: In Sachsen gibt es zusätzlich das Zentrum für Fachkräftesicherung und Gute Arbeit (ZEFAS). Es schafft Transparenz über bestehende Angebote zur Fachkräftesicherung und bündelt Informationen für kleine und mittlere Unternehmen. Kontakt über zefas.sachsen.de.
Vom Fachartikel zur eigenen Anwendung
Über Digitalisierung zu lesen ist das eine, sie im Arbeitsalltag umzusetzen das andere. Der KI-Schnupperkurs zeigt in fünf kurzen Lektionen, wie Prozesse mit KI und Automatisierung konkret aussehen. Wer danach tiefer einsteigen will, findet im Digitalisierungsmanager die Weiterbildung dazu, bei bewilligtem Bildungsgutschein ohne Kosten für dich.
Kostenlos reinschnuppernDer Schnupperkurs ist gratis. Ob die Weiterbildung über den Bildungsgutschein gefördert wird, entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall.
Fünf Fehler, die sächsische Unternehmen bei der Förderung machen
1. Zu spät beantragen. QCG, Bildungsgutschein und Digitalisierungszuschuss EFRE verlangen, dass der Antrag VOR Beginn der Maßnahme gestellt wird. Wer zuerst bucht und dann fördert, geht leer aus. Das gilt für das QCG genauso wie für den Digitalisierungszuschuss EFRE.
2. Den falschen Bildungsträger wählen. Ohne AZAV-Zertifizierung gibt es keine Förderung über QCG oder Bildungsgutschein. Punkt. Prüfe das DEKRA-, TÜV- oder CERTQUA-Siegel, bevor du buchst.
3. Den Weiterbildungsscheck als einzige Option betrachten. Der Weiterbildungsscheck ist aktuell ausgesetzt. Aber das QCG fördert deutlich mehr (bis 100 Prozent der Kurskosten statt maximal 4.500 Euro). Viele Unternehmen kennen nur den Scheck und übersehen den größeren Topf.
4. Programme nicht kombinieren. QCG für die Weiterbildung, EFRE für die Software, BAFA für die Beratung. Drei verschiedene Töpfe, drei verschiedene Antragsstellen, aber zusammen finanzieren sie ein komplettes Digitalisierungsprojekt.
5. Die Fristen beim Meisterbonus verschlafen. Für Prüfungen aus 2026 muss der Antrag innerhalb eines Jahres gestellt sein, ab dem 1. Januar 2027 gelten sechs Monate nach Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses. Den Antrag stellt die Kammer bei der SAB, deshalb früh bei der eigenen Kammer melden. Wer die Frist verpasst, verliert 3.000 Euro.
KI-Weiterbildung: Was passt für sächsische Unternehmen?
Der Strukturwandel in Sachsen betrifft nicht nur die Automobilindustrie. Maschinenbauer, Logistiker, Verwaltungen und Dienstleister stehen vor der gleichen Frage: Wie setzen wir KI und Automatisierung ein, ohne externe Berater dauerhaft zu bezahlen?
Die Antwort ist eine AZAV-zertifizierte Weiterbildung, die über das QCG gefördert wird. So baust du interne Kompetenz auf, statt sie extern einzukaufen.
SkillSprinters in Bayreuth bietet dafür den KI-Prozessmanager als berufsbegleitende Online-Weiterbildung in Teilzeit an. 702 Unterrichtseinheiten, Live-Unterricht, DEKRA-zertifiziert nach AZAV. Die Lehrgangsgebühr wird über das QCG in Betrieben mit weniger als 50 Beschäftigten bis zu 100 Prozent übernommen, in Betrieben mit 50 bis unter 500 Beschäftigten in der Regel zur Hälfte. Deine Mitarbeiter lernen, KI-Projekte selbst umzusetzen: von der Prozessanalyse über Prompt Engineering bis zur Integration in bestehende Systeme.
Mehr zu den Fördermöglichkeiten für Digitalisierung: Fördermittel Digitalisierung 2026: Alle Programme im Überblick
FAQ: Häufige Fragen zur Weiterbildungsförderung in Sachsen
Kann ich den Weiterbildungsscheck Sachsen 2026 noch beantragen? Stand April 2026 ist der Weiterbildungsscheck (betrieblich und individuell) wegen fehlender Haushaltsmittel ausgesetzt. Die SAB nimmt derzeit keine Anträge entgegen. Prüfe den aktuellen Status auf sab.sachsen.de. Als Alternative steht das QCG der Agentur für Arbeit zur Verfügung, das deutlich höhere Förderbeträge bietet.
Wie hoch ist der Meisterbonus in Sachsen 2026? Seit dem Kabinettsbeschluss vom 30. Juni 2026 beträgt der Meisterbonus 3.000 Euro (vorher 2.000 Euro), rückwirkend für Absolventen, deren Prüfungsergebnis ab dem 1. Januar 2026 bekannt gegeben wird. Gefördert werden Handwerks-, Industrie- und Fachmeister, keine Fachwirte. Den Antrag stellt die zuständige sächsische Kammer bei der SAB.
Können Unternehmen in Sachsen mehrere Förderprogramme gleichzeitig nutzen? Ja, solange die Programme unterschiedliche Kosten fördern. Das QCG fördert Kursgebühren und Lohnkosten. Der Digitalisierungszuschuss EFRE fördert Software, notwendige Hardware und die Einführung der Lösung. Die BAFA fördert externe Unternehmensberatung. Eine Doppelförderung derselben Kosten ist ausgeschlossen, aber verschiedene Kosten dürfen aus verschiedenen Töpfen finanziert werden.
Gilt das QCG auch für Online-Weiterbildungen? Ja, vollständig. Die Weiterbildung muss bei einem AZAV-zertifizierten Bildungsträger stattfinden und mehr als 120 Stunden dauern. Ob der Unterricht online oder vor Ort stattfindet, spielt keine Rolle. Live-Online-Unterricht wird genauso anerkannt wie Präsenz.
Was ist der Unterschied zwischen Weiterbildungsscheck und QCG? Der Weiterbildungsscheck Sachsen ist ein Landesprogramm mit maximal 4.500 Euro Zuschuss. Das QCG ist ein Bundesprogramm, das bis zu 100 Prozent der Kurskosten übernimmt, auch bei Kursen über 10.000 Euro. Das QCG fördert zusätzlich einen Lohnkostenzuschuss. In den meisten Fällen ist das QCG die bessere Wahl.
Wo finde ich AZAV-zertifizierte Bildungsträger für KI-Weiterbildungen? Auf KURSNET (kursnet.arbeitsagentur.de) sind alle zugelassenen Weiterbildungen gelistet. Achte auf das AZAV-Siegel der Zertifizierungsstelle. SkillSprinters in Bayreuth ist DEKRA-zertifiziert und bietet den Digitalisierungsmanager als 4-monatige Online-Weiterbildung an, die über den Bildungsgutschein zu 100 Prozent gefördert werden kann; für Beschäftigte gibt es den KI-Prozessmanager, den das QCG in Betrieben mit weniger als 50 Beschäftigten bis zu 100 Prozent fördert.
Nächste Schritte
- Bedarf klären: Welche Mitarbeiter brauchen welche Kompetenzen? Wo trifft der Strukturwandel deinen Betrieb?
- Arbeitgeber-Service anrufen: 0800 4 5555 20. Schildere deinen Bedarf und frag nach dem QCG.
- AZAV-Bildungsträger auswählen: Prüfe KURSNET oder kontaktiere direkt einen zertifizierten Anbieter.
- Digitalisierungszuschuss prüfen: Brauchst du neben der Weiterbildung auch neue Software? Dann kombiniere QCG und EFRE, sofern dein Betrieb in der Stadt Leipzig, im Landkreis Leipzig oder in Nordsachsen liegt. Im übrigen Sachsen gilt seit dem 17. Juli 2026 ein Antragsstopp.
- Antrag stellen: Beim QCG und beim Digitalisierungszuschuss EFRE immer VOR Beginn der Maßnahme. Den Meisterbonus beantragt die Kammer erst nach der Prüfung.
Du willst wissen, ob dein Betrieb für die Förderung in Frage kommt? Informiere dich über den KI-Prozessmanager oder ruf direkt den Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit an. Die Beratung ist kostenlos.
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