Sachsen hat ein Problem. Das Bundesland verliert jedes Jahr Fachkräfte an den Westen, der Strukturwandel in der Automobilindustrie trifft Zulieferer in Chemnitz und Zwickau hart, und gleichzeitig liegen Millionen an Fördergeld auf dem Tisch, die kaum ein Betrieb abruft. Laut dem Zentrum für Fachkräftesicherung Sachsen (ZEFAS) kennen viele sächsische Arbeitgeber die verfügbaren Fördertöpfe nicht oder scheuen den Aufwand.
Dabei ist die Förderlandschaft in Sachsen besonders vielfältig. Neben den bundesweiten Programmen gibt es landesspezifische Instrumente wie den Weiterbildungsscheck, den Digitalisierungszuschuss EFRE und den Meisterbonus. Zusammen ergeben sie ein Paket, mit dem du die Weiterbildung deiner Mitarbeiter zu einem großen Teil oder komplett finanzieren lassen kannst.
Dieser Artikel gibt dir den kompletten Überblick: Welche Programme gibt es, wie hoch ist die Förderung, wo stellst du den Antrag, und wie kombinierst du die Töpfe sinnvoll?
Das Wichtigste in Kürze
- Qualifizierungschancengesetz (QCG): Bis 100 Prozent der Kurskosten plus Lohnkostenzuschuss. Wichtigstes Programm für Weiterbildung von Beschäftigten. Bundesweit, also auch in Sachsen verfügbar.
- Bildungsgutschein: 100 Prozent der Kosten für Arbeitssuchende und von Arbeitslosigkeit Bedrohte.
- Weiterbildungsscheck Sachsen: Landesprogramm mit bis zu 70 Prozent Zuschuss (betrieblich) bzw. 80 Prozent (individuell). Aktuell wegen Haushaltslage ausgesetzt, Wiederaufnahme erwartet.
- Digitalisierungszuschuss EFRE: Bis zu 60 Prozent Zuschuss (max. 60.000 Euro) für Digitalisierungsprojekte in KMU. Läuft bis 2027.
- Meisterbonus Sachsen: Ab 2026 auf 3.000 Euro erhöht (vorher 2.000 Euro). Gilt für Meister, Fachwirte und vergleichbare Abschlüsse.
- Antragsstelle für Landesprogramme: Sächsische Aufbaubank (SAB). Für QCG und Bildungsgutschein: Agentur für Arbeit.
- Programme sind teilweise kombinierbar: z.B. QCG für Weiterbildungskosten plus Digitalisierungszuschuss für die dazugehörige Software.
Alle Programme im Überblick
| Programm | Förderhöhe | Was wird gefördert | Antragsstelle | Status 2026 |
|---|---|---|---|---|
| QCG | Bis 100 % Kurskosten + 75 % Lohn | Weiterbildung Beschäftigter | Agentur für Arbeit | Aktiv |
| Bildungsgutschein | 100 % Kurskosten | Weiterbildung Arbeitssuchender | Agentur für Arbeit | Aktiv |
| Qualifizierungsgeld | 60-67 % Nettolohn | Weiterbildung bei Strukturwandel | Agentur für Arbeit | Aktiv |
| Weiterbildungsscheck betrieblich | Bis 70 % (max. 4.500 EUR) | Betriebliche Weiterbildung | SAB | Ausgesetzt |
| Weiterbildungsscheck individuell | Bis 80 % (max. 4.500 EUR) | Individuelle Weiterbildung | SAB | Ausgesetzt |
| Digitalisierungszuschuss EFRE | Bis 60 % (max. 60.000 EUR) | Digitalisierungsprojekte KMU | SAB | Aktiv |
| Meisterbonus | 3.000 EUR Festbetrag | Aufstiegsfortbildung (Meister, Fachwirt) | SAB | Aktiv |
| BAFA Unternehmensberatung | Bis 80 % (max. 2.800 EUR) | Beratung Digitalisierung | BAFA | Aktiv |
Bundesprogramme: Dein stärkster Hebel
Qualifizierungschancengesetz (QCG)
Das QCG ist das wichtigste Förderprogramm für sächsische Unternehmen, die ihre Mitarbeiter im Bereich Digitalisierung und KI schulen wollen. Die Agentur für Arbeit übernimmt die Kurskosten und zahlt zusätzlich einen Lohnkostenzuschuss. Damit kannst du deine Leute während der Weiterbildung weiterbezahlen, ohne die vollen Kosten selbst zu tragen.
Förderstaffel nach Betriebsgrösse:
| Betriebsgrösse | Lehrgangskosten | Lohnkostenzuschuss | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Unter 10 Mitarbeiter | Bis 100 % | Bis 75 % | Höchste Förderquote |
| 10 bis 249 Mitarbeiter | 50 bis 100 % | Bis 50 % | Über 45-Jährige: bis 100 % Kurskosten |
| 250 bis 2.499 Mitarbeiter | Bis 50 % | Bis 25 % | Einzelfallprüfung |
| Ab 2.500 Mitarbeiter | Bis 25 % | Bis 25 % | Betriebsvereinbarung erforderlich |
Voraussetzungen: - AZAV-zertifizierter Bildungsträger (Pflicht, ohne Ausnahme) - Mindestens 120 Unterrichtsstunden - Berufsabschluss liegt mindestens vier Jahre zurück - Antrag VOR Beginn der Weiterbildung stellen
Für sächsische Unternehmen ist das QCG besonders relevant, weil der Strukturwandel in der Automobilbranche und im Braunkohlegebiet genau die Begründung liefert, die der Sachbearbeiter bei der Agentur für Arbeit hören will: Arbeitsplätze verändern sich durch Digitalisierung, Mitarbeiter brauchen neue Kompetenzen.
Mehr dazu: QCG beantragen: Schritt-für-Schritt-Anleitung für Arbeitgeber
Bildungsgutschein: 100 Prozent für Arbeitssuchende
Der Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit übernimmt sämtliche Kosten einer Weiterbildung. In Sachsen ist das besonders relevant, weil die Arbeitslosenquote in einigen Regionen über dem Bundesdurchschnitt liegt und die Agenturen aktiv nach passenden Weiterbildungsangeboten suchen.
Wer bekommt einen Bildungsgutschein? - Arbeitssuchende (mit oder ohne Leistungsbezug) - Von Arbeitslosigkeit Bedrohte (z.B. bei Kündigung, Werksschliessung) - Beschäftigte ohne Berufsabschluss, die einen nachholen wollen
Was wird übernommen? - 100 Prozent der Kursgebühren - Fahrtkosten und Kinderbetreuung - Weiterbildungsprämie bei bestandener Prüfung (seit 2025 nur noch über Agentur für Arbeit, auch für Jobcenter-Kunden)
Qualifizierungsgeld: Für ganze Abteilungen
Wenn der Strukturwandel nicht einzelne Mitarbeiter betrifft, sondern ganze Teams oder Abteilungen, kommt das Qualifizierungsgeld ins Spiel. Es zahlt 60 bis 67 Prozent des Nettolohns während der Weiterbildung und richtet sich an Betriebe mit mindestens 20 Prozent betroffenen Beschäftigten.
In Sachsen ist das Qualifizierungsgeld vor allem für Automobilzulieferer in der Region Chemnitz-Zwickau interessant, wo der Umstieg auf E-Mobilität ganze Produktionslinien verändert.
Sachsen-spezifische Programme
Weiterbildungsscheck Sachsen
Der Weiterbildungsscheck ist das bekannteste Landesprogramm und existiert in zwei Varianten.
Betrieblicher Weiterbildungsscheck: - Fördersatz: bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten - Für Geringqualifizierte, Beschäftigte ab 50 Jahren und Azubis: bis zu 70 Prozent - Maximalbetrag: 4.500 Euro pro Teilnehmer - Mindestkosten der Weiterbildung: 700 Euro (430 Euro bei Azubis) - Zielgruppe: Unternehmen mit Sitz in Sachsen und maximal 500 Beschäftigten
Individueller Weiterbildungsscheck: - Fördersatz: bis zu 50 Prozent (geringfügig Beschäftigte: bis zu 80 Prozent) - Maximalbetrag: 4.500 Euro - Zielgruppe: Beschäftigte, Selbständige und Berufsrückkehrer mit Wohnsitz in Sachsen
Wichtiger Hinweis: Aufgrund der schwierigen Haushaltslage des Freistaats Sachsen konnten im Doppelhaushalt 2025/2026 keine weiteren Mittel bereitgestellt werden. Die Förderung ist aktuell ausgesetzt, und die SAB nimmt derzeit keine Anträge entgegen. Die Wiederaufnahme wird erwartet, sobald neue Haushaltsmittel freigegeben werden. Prüfe den aktuellen Status direkt bei der SAB.
Meisterbonus Sachsen: 3.000 Euro ab 2026
Sachsen hat den Meisterbonus zum Jahr 2026 von 2.000 auf 3.000 Euro erhöht. Die Erhöhung ist Teil des sächsischen Zukunftspakets, das Wirtschaftsminister Dirk Panter Ende März 2026 vorgestellt hat.
Wer bekommt den Meisterbonus? - Absolventen einer Meisterprüfung (Handwerk, Industrie) - Absolventen vergleichbarer Fortbildungsprüfungen auf DQR-Niveau 6 (z.B. Fachwirt IHK, Techniker, Betriebswirt) - Prüfung muss in Sachsen abgelegt worden sein - Hauptwohnsitz oder Arbeitsstätte in Sachsen
Konditionen: - Festbetrag: 3.000 Euro (für Prüfungen ab 2026) - Antragsfrist: innerhalb eines Jahres nach Feststellung des Prüfungsergebnisses - Antragsstelle: Sächsische Aufbaubank (SAB) - Auszahlung als einmaliger Zuschuss, kein Darlehen
Das bedeutet: Wenn du als Unternehmen deinem Mitarbeiter den Wirtschaftsfachwirt (IHK) bezahlst und er die Prüfung in Sachsen ablegt, bekommt er 3.000 Euro Meisterbonus von der SAB. Dazu kommt das Aufstiegs-BAföG, das bis zu 75 Prozent der Kursgebühren als Zuschuss übernimmt. Aus 3.997 Euro Kurskosten werden so rechnerisch unter null Euro Eigenanteil.
Digitalisierungszuschuss EFRE: Für Technik und Software
Die Förderrichtlinie Digitalisierung Zuschuss EFRE 2021 bis 2027 ist das zentrale Instrument für sächsische KMU, die in digitale Infrastruktur investieren wollen. Das Programm wird aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert und läuft bis 2027.
Zwei Projekttypen:
| Heranführungsprojekte | Transformationsprojekte | |
|---|---|---|
| Zielgruppe | Kleinstunternehmen (unter 10 MA) | KMU (unter 250 MA) |
| Förderquote | Bis 60 % | Bis 50 % (Kleinst/Klein), bis 35 % (Mittel) |
| Maximalbetrag | 10.000 EUR | 60.000 EUR (Klein), 100.000 EUR (Mittel) |
| Mindestausgaben | 5.000 EUR | 5.000 EUR |
| Beispiele | Erste ERP-Software, Cloud-Migration | KI-Integration, Automatisierung, IoT |
| Tarifbonus | +10 Prozentpunkte bei Tarifbindung | +10 Prozentpunkte bei Tarifbindung |
Was wird gefördert: - Software und Lizenzen für Digitalisierung - Externe Beratungsleistungen - Prototypen und Pilotprojekte - Integration von KI in bestehende Prozesse
Was wird NICHT gefördert: - Hardware (Computer, Server) - Reise- und Übernachtungskosten - Laufende Betriebskosten
Antragstellung: Vor Projektbeginn über das SAB-Förderportal. Die SAB prüft und bescheidet den Antrag. Rechne mit 6 bis 12 Wochen Bearbeitungszeit.
BAFA-Beratungsförderung
Die Beratungsförderung des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bezuschusst Unternehmensberatungen zu Digitalisierungsthemen. In Sachsen liegt der Fördersatz bei bis zu 80 Prozent (Neue Bundesländer) mit einem Maximalbetrag von 2.800 Euro. Das Programm läuft noch bis 31.12.2026.
Nutzbar zum Beispiel für eine Bestandsaufnahme: Wo stehst du mit der Digitalisierung, welche Weiterbildungen brauchen deine Mitarbeiter, welche Förderprogramme passen? Die Beratung selbst wird gefördert, und das Ergebnis hilft dir, die richtigen Fördertöpfe für die Umsetzung zu identifizieren.
Praxisbeispiel: Metallverarbeitung in Chemnitz
Ein Metallverarbeitungsbetrieb mit 35 Mitarbeitern in Chemnitz will zwei Mitarbeiter in KI und Prozessautomatisierung weiterbilden und gleichzeitig eine neue Planungssoftware einführen.
Schritt 1: Weiterbildung über QCG - Zwei Mitarbeiter absolvieren den Digitalisierungsmanager für Prozessautomatisierung und KI (720 Unterrichtseinheiten, 4 Monate, komplett online, 9.700 Euro pro Teilnehmer) - Bildungsträger: SkillSprinters in Bayreuth, DEKRA-zertifiziert nach AZAV - Förderung: Lehrgangskosten zu 100 Prozent übernommen (Betrieb hat 10-249 MA), Lohnkostenzuschuss 50 Prozent - Ersparnis: 19.400 Euro Kursgebühren plus ca. 8.000 Euro Lohnkostenzuschuss = 27.400 Euro
Schritt 2: Digitalisierungsprojekt über EFRE - Einführung eines KI-gestützten Planungssystems (Investition: 40.000 Euro) - Förderung als Transformationsprojekt: 50 Prozent Zuschuss = 20.000 Euro - Bei Tarifbindung: 60 Prozent Zuschuss = 24.000 Euro
Schritt 3: BAFA-Beratung für die Strategie - Externe Beratung zur digitalen Transformation: 3.500 Euro - Förderung: 80 Prozent = 2.800 Euro
Gesamtrechnung:
| Position | Kosten | Förderung | Eigenanteil |
|---|---|---|---|
| 2x KI-Weiterbildung (QCG) | 19.400 EUR | 19.400 EUR | 0 EUR |
| Lohnkostenzuschuss (4 Monate) | ~16.000 EUR | ~8.000 EUR | ~8.000 EUR |
| Planungssoftware (EFRE) | 40.000 EUR | 20.000 EUR | 20.000 EUR |
| BAFA-Beratung | 3.500 EUR | 2.800 EUR | 700 EUR |
| Gesamt | 78.900 EUR | 50.200 EUR | 28.700 EUR |
Der Betrieb investiert 78.900 Euro in seine digitale Zukunft und zahlt davon 28.700 Euro selbst. Den Rest übernehmen Bund, Land und EU. Und nach der Weiterbildung hat er zwei Mitarbeiter, die KI-Projekte intern umsetzen können, statt teure Berater zu beauftragen.
Antragsstellen in Sachsen
| Programm | Antragsstelle | Kontakt |
|---|---|---|
| QCG, Bildungsgutschein, Qualifizierungsgeld | Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit | 0800 4 5555 20 (kostenlos, Mo-Fr 8-18 Uhr) |
| Weiterbildungsscheck, Meisterbonus, Digitalisierungszuschuss EFRE | Sächsische Aufbaubank (SAB) | sab.sachsen.de, Tel. 0351 4910-0 |
| BAFA-Beratungsförderung | Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle | bafa.de |
| Aufstiegs-BAföG | Amt für Ausbildungsförderung (Landkreis/Stadt) | Zuständig nach Wohnort |
Tipp: In Sachsen gibt es zusätzlich das Zentrum für Fachkräftesicherung und Gute Arbeit (ZEFAS), das Unternehmen kostenlos zu Fördermöglichkeiten berät. Die Beratung ist neutral und unverbindlich. Kontakt über zefas.sachsen.de.
Fünf Fehler, die sächsische Unternehmen bei der Förderung machen
1. Zu spät beantragen. Alle Programme verlangen, dass der Antrag VOR Beginn der Maßnahme gestellt wird. Wer zuerst bucht und dann fördert, geht leer aus. Das gilt für das QCG genauso wie für den Digitalisierungszuschuss EFRE.
2. Den falschen Bildungsträger wählen. Ohne AZAV-Zertifizierung gibt es keine Förderung über QCG oder Bildungsgutschein. Punkt. Prüfe das DEKRA-, TÜV- oder CERTQUA-Siegel, bevor du buchst.
3. Den Weiterbildungsscheck als einzige Option betrachten. Der Weiterbildungsscheck ist aktuell ausgesetzt. Aber das QCG fördert deutlich mehr (bis 100 Prozent der Kurskosten statt maximal 4.500 Euro). Viele Unternehmen kennen nur den Scheck und übersehen den grösseren Topf.
4. Programme nicht kombinieren. QCG für die Weiterbildung, EFRE für die Software, BAFA für die Beratung. Drei verschiedene Töpfe, drei verschiedene Antragsstellen, aber zusammen finanzieren sie ein komplettes Digitalisierungsprojekt.
5. Die Fristen beim Meisterbonus verschlafen. Der Antrag muss innerhalb eines Jahres nach dem Prüfungsergebnis bei der SAB eingehen. Wer das verpasst, verliert 3.000 Euro.
KI-Weiterbildung: Was passt für sächsische Unternehmen?
Der Strukturwandel in Sachsen betrifft nicht nur die Automobilindustrie. Maschinenbauer, Logistiker, Verwaltungen und Dienstleister stehen vor der gleichen Frage: Wie setzen wir KI und Automatisierung ein, ohne externe Berater dauerhaft zu bezahlen?
Die Antwort ist eine AZAV-zertifizierte Weiterbildung, die über das QCG gefördert wird. So baust du interne Kompetenz auf, statt sie extern einzukaufen.
SkillSprinters in Bayreuth bietet den Digitalisierungsmanager für Prozessautomatisierung und KI als 4-monatige Online-Weiterbildung an. 720 Unterrichtseinheiten, Live-Unterricht, DEKRA-zertifiziert nach AZAV. Die Kursgebühr von 9.700 Euro wird für kleine und mittlere Betriebe über das QCG bis zu 100 Prozent übernommen. Deine Mitarbeiter lernen, KI-Projekte selbst umzusetzen: von der Prozessanalyse über Prompt Engineering bis zur Integration in bestehende Systeme.
Mehr zu den Fördermöglichkeiten für Digitalisierung: Fördermittel Digitalisierung 2026: Alle Programme im Überblick
FAQ: Häufige Fragen zur Weiterbildungsförderung in Sachsen
Kann ich den Weiterbildungsscheck Sachsen 2026 noch beantragen? Stand April 2026 ist der Weiterbildungsscheck (betrieblich und individuell) wegen fehlender Haushaltsmittel ausgesetzt. Die SAB nimmt derzeit keine Anträge entgegen. Prüfe den aktuellen Status auf sab.sachsen.de. Als Alternative steht das QCG der Agentur für Arbeit zur Verfügung, das deutlich höhere Förderbeträge bietet.
Wie hoch ist der Meisterbonus in Sachsen 2026? Ab 2026 beträgt der Meisterbonus 3.000 Euro (vorher 2.000 Euro). Die Erhöhung gilt für alle Prüfungen, die ab dem Jahr 2026 abgelegt werden. Der Antrag läuft über die SAB.
Können Unternehmen in Sachsen mehrere Förderprogramme gleichzeitig nutzen? Ja, solange die Programme unterschiedliche Kosten fördern. Das QCG fördert Kursgebühren und Lohnkosten. Der Digitalisierungszuschuss EFRE fördert Software und Beratung. Die BAFA fördert externe Unternehmensberatung. Eine Doppelförderung derselben Kosten ist ausgeschlossen, aber verschiedene Kosten dürfen aus verschiedenen Töpfen finanziert werden.
Gilt das QCG auch für Online-Weiterbildungen? Ja, vollständig. Die Weiterbildung muss bei einem AZAV-zertifizierten Bildungsträger stattfinden und mindestens 120 Unterrichtsstunden umfassen. Ob der Unterricht online oder vor Ort stattfindet, spielt keine Rolle. Live-Online-Unterricht wird genauso anerkannt wie Präsenz.
Was ist der Unterschied zwischen Weiterbildungsscheck und QCG? Der Weiterbildungsscheck Sachsen ist ein Landesprogramm mit maximal 4.500 Euro Zuschuss. Das QCG ist ein Bundesprogramm, das bis zu 100 Prozent der Kurskosten übernimmt, auch bei Kursen über 10.000 Euro. Das QCG fördert zusätzlich einen Lohnkostenzuschuss. In den meisten Fällen ist das QCG die bessere Wahl.
Wo finde ich AZAV-zertifizierte Bildungsträger für KI-Weiterbildungen? Auf KURSNET (kursnet.arbeitsagentur.de) sind alle zugelassenen Weiterbildungen gelistet. Achte auf das AZAV-Siegel der Zertifizierungsstelle. SkillSprinters in Bayreuth ist DEKRA-zertifiziert und bietet den Digitalisierungsmanager als 4-monatige Online-Weiterbildung an, die über QCG und Bildungsgutschein zu 100 Prozent gefördert werden kann.
Nächste Schritte
- Bedarf klären: Welche Mitarbeiter brauchen welche Kompetenzen? Wo trifft der Strukturwandel deinen Betrieb?
- Arbeitgeber-Service anrufen: 0800 4 5555 20. Schildere deinen Bedarf und frag nach dem QCG.
- AZAV-Bildungsträger auswählen: Prüfe KURSNET oder kontaktiere direkt einen zertifizierten Anbieter.
- Digitalisierungszuschuss prüfen: Brauchst du neben der Weiterbildung auch neue Software? Dann kombiniere QCG und EFRE.
- Antrag stellen: Immer VOR Beginn der Maßnahme. Das gilt für alle Programme.
Du willst wissen, ob dein Betrieb für die Förderung in Frage kommt? Informiere dich über den Digitalisierungsmanager oder ruf direkt den Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit an. Die Beratung ist kostenlos.
Bereit für deinen nächsten Karriereschritt?
Lass dich kostenlos beraten. Wir finden die passende Weiterbildung und Förderung für dich.