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Wer in Baden-Württemberg eine Weiterbildung fördern lassen will, hat meist genug Programme zur Auswahl. Was häufiger schiefgeht, ist die Reihenfolge. Ein Antrag zu spät, beim falschen Amt oder von der falschen Person gestellt, und das Geld ist weg. Dieser Beitrag geht deshalb nicht Programm für Programm vor, sondern nach deiner Lage: angestellt ohne Unterstützung des Arbeitgebers, angestellt mit Arbeitgeber im Boot, auf dem Weg zum Fachwirt oder Meister, oder arbeitsuchend.

Eine vollständige Liste aller Programme im Land, auch der Töpfe für Unternehmen und Digitalisierungsprojekte, findest du in unserem Überblick Förderprogramme für Weiterbildung in Baden-Württemberg.

Erst kostenlos reinschnuppern, dann entscheiden

Bevor du dich für eine Weiterbildung entscheidest, sieh dir kostenlos an, wie sie läuft, fünf Lektionen plus Live-Demo, ohne Verpflichtung. Passt es, ist der Digitalisierungsmanager bei bewilligtem Bildungsgutschein für dich kostenlos.

Kostenlos reinschnuppern

Der Schnupperkurs ist gratis. Ob die Weiterbildung über den Bildungsgutschein gefördert wird, entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall.

Du bist angestellt und zahlst selbst

Das ist die häufigste Lage. Du willst einen Kurs machen, der Arbeitgeber gibt dir frei oder zumindest keine Steine in den Weg, zahlen musst du aber selbst. Zwei Landesregelungen helfen dir dabei.

ESF-Fachkursförderung

Das Förderprogramm Fachkurse bezuschusst überbetriebliche Lehrgänge zur beruflichen Anpassungsfortbildung mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Für Kurse mit Beginn ab dem 1. September 2026 gilt laut ESF Baden-Württemberg ein einheitlicher Fördersatz von 45 Prozent der Teilnahmegebühr. Gefördert werden Lehrgänge mit 8 bis 160 Unterrichtseinheiten, die innerhalb von sechs Monaten abgeschlossen sind, bis zu einer Kursgebühr von 6.000 Euro ohne Mehrwertsteuer je Teilnehmer.

Der Kursveranstalter beantragt die Förderung für dich und fragt vor der Anmeldung ab, ob du zur Zielgruppe gehörst. Dazu zählen Erwerbstätige mit Beschäftigungsort in Baden-Württemberg sowie Erwerbstätige und Erwerbsfähige mit Wohnort dort. Ausgeschlossen sind unter anderem Ausbildungen, Studiengänge und Fernlehrgänge.

Frag also vor der Buchung, ob der Kurs im Programm ist. Hinterher lässt sich nichts mehr nachholen. Mehr dazu im Glossar zur Fachkursförderung in Baden-Württemberg.

Bildungszeit

Das Bildungszeitgesetz Baden-Württemberg gibt Beschäftigten, deren Arbeitsverhältnis seit mindestens zwölf Monaten besteht, Anspruch auf bis zu fünf Arbeitstage bezahlte Freistellung im Kalenderjahr. Bei weniger Arbeitstagen pro Woche sind es entsprechend weniger, und Betriebe mit weniger als zehn Beschäftigten sind von der Pflicht ausgenommen. Den Anspruch machst du spätestens neun Wochen vor Beginn schriftlich oder elektronisch geltend. Der Arbeitgeber muss innerhalb von vier Wochen entscheiden, sonst gilt die Bildungszeit als bewilligt.

Die Bildungszeit verschafft dir Zeit für den Kurs, und die ist bei Kursen mit Präsenztagen oft der eigentliche Engpass. Die Kursgebühr trägst du selbst. Wie die Regeln in anderen Ländern aussehen, zeigt das Glossar zum Bildungsurlaub.

Dein Arbeitgeber zieht mit

Längere Weiterbildungen mit mehr als 120 Stunden kann die Agentur für Arbeit nach § 82 SGB III fördern, dem sogenannten Qualifizierungschancengesetz. Das Besondere daran: Der Antrag kommt vom Arbeitgeber, bei mehreren Beschäftigten auch als Sammelantrag. Bescheid und Rechnung gehen an den Betrieb.

Betriebsgröße Lehrgangskosten Zuschuss zum Arbeitsentgelt
unter 50 Beschäftigte 100 Prozent bis 75 Prozent
50 bis 499 Beschäftigte 50 Prozent bis 50 Prozent
ab 500 Beschäftigte 25 Prozent bis 25 Prozent

Weitere Bedingungen: Dein Berufsabschluss liegt in der Regel mindestens zwei Jahre zurück, du wurdest in den letzten zwei Jahren nicht schon nach dieser Vorschrift gefördert, und Träger wie Maßnahme sind nach AZAV zugelassen. Mit Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung zur Weiterbildung steigen die Sätze um fünf Prozentpunkte.

Für dich als Beschäftigten heißt das: Sprich zuerst mit der Personalabteilung. Den Antrag muss der Betrieb stellen, und zwar bevor der Kurs beginnt. Die Einzelheiten stehen im Glossar zum Qualifizierungschancengesetz.

Erst kostenlos reinschnuppern, dann entscheiden

Bevor du dich für eine Weiterbildung entscheidest, sieh dir kostenlos an, wie sie läuft, fünf Lektionen plus Live-Demo, ohne Verpflichtung. Passt es, ist der Digitalisierungsmanager bei bewilligtem Bildungsgutschein für dich kostenlos.

Kostenlos reinschnuppern

Der Schnupperkurs ist gratis. Ob die Weiterbildung über den Bildungsgutschein gefördert wird, entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall.

Du willst Fachwirt oder Meister werden

Für Aufstiegsfortbildungen gibt es das Aufstiegs-BAföG nach dem AFBG. Es fördert die Lehrgangskosten zur Hälfte als Zuschuss, den Rest als Darlehen der KfW, von dem bei bestandener Prüfung die Hälfte erlassen wird. Das Darlehen ist während der Maßnahme und einer anschließenden Karenzzeit zins- und tilgungsfrei.

Den Antrag stellst du selbst, und zwar beim Amt für Ausbildungsförderung in deinem Stadt- oder Landkreis. In Baden-Württemberg gibt es 38 solcher Ämter, das Landesamt für Ausbildungsförderung beim Regierungspräsidium Stuttgart führt die Aufsicht. Die Bearbeitung dauert erfahrungsgemäß 2 bis 4 Monate.

Beantragen kannst du bis zum Ende der Maßnahme. Wer in Vollzeit lernt und einen Unterhaltsbeitrag bekommt, sollte trotzdem nicht warten, denn dieser fließt erst ab dem Monat der Antragstellung.

Ein Beispiel aus unserem Angebot: Der Wirtschaftsfachwirt (IHK) dauert 12 Monate, läuft dienstags und donnerstags von 18 bis 21 Uhr online und kostet 3.997 Euro. Mit Aufstiegs-BAföG liegt der Eigenanteil bei rund 1.000 Euro. Über die Zulassung zur Prüfung entscheidet die IHK.

Du bist arbeitsuchend

Dann ist der Bildungsgutschein nach § 81 SGB III der Weg. Ihn stellt die Agentur für Arbeit aus, auch wenn du Grundsicherungsgeld vom Jobcenter beziehst. Voraussetzung ist ein Beratungsgespräch vor Kursbeginn, und die Weiterbildung muss notwendig sein, um dich wieder in Arbeit zu bringen.

Bei bewilligtem Gutschein übernimmt die Agentur die Lehrgangskosten vollständig. Ein Beispiel ist der Digitalisierungsmanager: vier Monate in Vollzeit, komplett online, bei bewilligtem Bildungsgutschein 0 Euro für dich.

Was wir in der Praxis immer wieder sehen

Die meisten Förderlücken entstehen, weil jemand das Programm kennt, aber nicht weiß, wer handeln muss. Beschäftigte rufen bei der Agentur an und wundern sich, dass dort niemand ihren QCG-Antrag annimmt. Teilnehmer buchen einen Fachkurs und fragen erst bei der Rechnung nach der ESF-Förderung. Und angehende Fachwirte warten mit dem AFBG-Antrag auf die Zulassung durch die IHK, obwohl das eine mit dem anderen nichts zu tun hat. Unser Rat ist deshalb schlicht: Kläre vor jeder Buchung, wer den Antrag stellt, und lass dir das schriftlich bestätigen. Das kostet eine Mail und spart im Zweifel mehrere hundert Euro.

Häufige Fragen

Kann ich die ESF-Fachkursförderung selbst beantragen?

Nein. Die Förderung läuft über den Kursveranstalter, der vor der Anmeldung prüft, ob du zur Zielgruppe gehörst. Du zahlst dann direkt die ermäßigte Gebühr.

Gilt die Bildungszeit auch für Online-Kurse?

Die Bildungszeit ist an Veranstaltungen anerkannter Bildungseinrichtungen gebunden. Ob ein bestimmter Online-Kurs dazu zählt, klärst du vorab mit dem Anbieter und reichst den Antrag mindestens neun Wochen vor Beginn beim Arbeitgeber ein.

Wo beantrage ich in Baden-Württemberg Aufstiegs-BAföG?

Beim Amt für Ausbildungsförderung des Stadt- oder Landkreises, in dem du wohnst. Online geht es über das Bundesportal, zuständig bleibt trotzdem das Amt an deinem Wohnsitz.

Kann ich QCG-Förderung ohne meinen Arbeitgeber bekommen?

Nein. Die Förderung nach § 82 SGB III setzt voraus, dass du beschäftigt bist und der Arbeitgeber mitwirkt. Er stellt den Antrag vor Kursbeginn, an ihn gehen Bescheid und Zuschüsse.

Bereit für deinen nächsten Karriereschritt?

Lass dich kostenlos beraten. Wir finden die passende Weiterbildung und Förderung für dich.

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