Ein Betrieb in Bayern, der seine Leute in KI schulen will, fragt meist zuerst nach einem Landesprogramm. Für längere Weiterbildungen von Beschäftigten kommt aber vor allem das Qualifizierungschancengesetz der Agentur für Arbeit in Frage. Das Landesgeld aus dem Digitalbonus hilft dagegen gezielt dort, wo eine neue Software eingeführt wird und das Team sie bedienen lernen muss. Welcher Topf passt, hängt an einer einzigen Frage: Wer lernt, und wofür?

Vom Fachartikel zur eigenen Anwendung

Über Digitalisierung zu lesen ist das eine, sie im Arbeitsalltag umzusetzen das andere. Der KI-Schnupperkurs zeigt in fünf kurzen Lektionen, wie Prozesse mit KI und Automatisierung konkret aussehen. Wer danach tiefer einsteigen will, findet im Digitalisierungsmanager die Weiterbildung dazu, bei bewilligtem Bildungsgutschein ohne Kosten für dich.

Kostenlos reinschnuppern

Der Schnupperkurs ist gratis. Ob die Weiterbildung über den Bildungsgutschein gefördert wird, entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall.

Drei Fälle, drei Förderwege

SituationFörderwegWer beantragt
Beschäftigte lernen KI-Methoden für ihre AufgabenQualifizierungschancengesetz, § 82 SGB IIIArbeitgeber beim Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit
Team lernt eine neu eingeführte digitale LösungDigitalbonus Bayern (Schulungsanteil)Unternehmen über das ELSTER-Unternehmenskonto
Arbeitsuchende steigen in digitale Berufe einBildungsgutschein, § 81 SGB IIIDie Person selbst bei der Agentur für Arbeit oder im Gespräch mit dem Jobcenter

Alle übrigen Programme für bayerische Unternehmen, von Meisterbonus bis Qualifizierungsgeld, stehen in unserem Überblick Förderung für Weiterbildung in Bayern mit allen Programmen. Hier geht es nur um KI und Digitalisierung.

Beschäftigte: KI-Weiterbildung über das QCG

Das Qualifizierungschancengesetz ist für längere Weiterbildungen gemacht. Die Maßnahme muss mehr als 120 Stunden dauern, Träger und Maßnahme müssen für die Förderung zugelassen sein, und der Berufsabschluss der Person liegt in der Regel mindestens zwei Jahre zurück. Ein Tagesseminar zu einem KI-Werkzeug fällt damit heraus. Eine berufsbegleitende Weiterbildung über mehrere Monate passt.

Die Förderung richtet sich nach der Betriebsgröße. Gezählt werden alle Beschäftigten des Unternehmens, bei einem Konzern die des Konzerns, Teilzeitkräfte anteilig:

Beschäftigte im BetriebLehrgangskostenZuschuss zum Arbeitsentgelt
unter 50bis 100 %bis 75 %
50 bis unter 50050 %bis 50 %
ab 50025 %bis 25 %

Eine Regel wird oft übersehen. In Betrieben mit weniger als 500 Beschäftigten soll von einer Kostenbeteiligung des Arbeitgebers abgesehen werden, wenn die Person bei Beginn mindestens 45 Jahre alt oder schwerbehindert ist. Ein Maschinenbauer aus der Oberpfalz mit 120 Beschäftigten, der seine 52-jährige Einkäuferin in KI-gestützter Prozessautomatisierung weiterbildet, zahlt die Lehrgangskosten dann in der Regel nicht anteilig selbst.

Den Antrag stellt der Arbeitgeber beim Arbeitgeber-Service, und zwar vor Beginn der Maßnahme. Sollen mehrere Beschäftigte in dieselbe Weiterbildung, reicht ein Sammelantrag, wenn die Betroffenen oder die Betriebsvertretung einverstanden sind. Für diesen Weg haben wir den KI-Prozessmanager als berufsbegleitende Weiterbildung für Beschäftigte konzipiert. Für Teams mit wenig digitaler Erfahrung gibt es außerdem Digitale Grundkompetenzen im Arbeitsalltag.

Digitalbonus Bayern: Schulung zur neuen Software

Der Digitalbonus Bayern fördert Digitalisierungsprojekte in kleinen Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit weniger als 50 Mitarbeitern, höchstens 10 Millionen Euro Jahresumsatz oder Bilanzsumme und einer Betriebsstätte in Bayern. Der Digitalbonus Standard bringt bis zu 7.500 Euro, der Digitalbonus Plus für Vorhaben mit besonderem Innovationsgehalt bis zu 30.000 Euro, jeweils mit einem Fördersatz von bis zu 50 Prozent. Das Programm läuft bis zum 31. Dezember 2027, beantragt wird seit Mai 2025 nur noch digital über das ELSTER-Unternehmenskonto.

Für das Thema Weiterbildung ist ein Satz aus den Förderbedingungen entscheidend. Beratungsleistungen und Schulungsmaßnahmen für die einzuführende Lösung können mit bis zu 50 Prozent der gesamten zuwendungsfähigen Ausgaben berücksichtigt werden. Führt ein Handwerksbetrieb eine KI-gestützte Angebotssoftware ein, kann die Einweisung des Teams also Teil des Projekts sein. Eigene Personalkosten sind dagegen nicht förderfähig, der Lohn während der Schulung bleibt beim Betrieb.

Wichtig ist die Abgrenzung. Der Digitalbonus bezahlt das Lernen an der eigenen neuen Lösung, das QCG bezahlt eine eigenständige Weiterbildung. Wer beides plant, sollte dieselben Schulungskosten nicht in zwei Anträgen führen.

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Über Digitalisierung zu lesen ist das eine, sie im Arbeitsalltag umzusetzen das andere. Der KI-Schnupperkurs zeigt in fünf kurzen Lektionen, wie Prozesse mit KI und Automatisierung konkret aussehen. Wer danach tiefer einsteigen will, findet im Digitalisierungsmanager die Weiterbildung dazu, bei bewilligtem Bildungsgutschein ohne Kosten für dich.

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Der Schnupperkurs ist gratis. Ob die Weiterbildung über den Bildungsgutschein gefördert wird, entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall.

Arbeitsuchende: Einstieg über den Bildungsgutschein

Wer ohne Stelle ist oder dem der Verlust droht, bekommt keine QCG-Förderung, dafür aber unter Umständen einen Bildungsgutschein. Den stellt die Agentur für Arbeit aus, auch für Menschen in der Grundsicherung, die zuerst mit ihrem Jobcenter sprechen. Bei Bewilligung übernimmt der Gutschein die Lehrgangskosten einer zugelassenen Maßnahme. Unser Digitalisierungsmanager für Prozessautomatisierung und KI dauert 4 Monate in Vollzeit, komplett online, und kostet Teilnehmer bei bewilligtem Bildungsgutschein 0 Euro. Eine Vermittlung in Arbeit kann niemand garantieren.

Was wir in bayerischen Betrieben beobachten

Nach unserer Beobachtung hakt es in vielen Betrieben zuerst an der Person: Viele Inhaber wissen, dass KI ihre Abläufe verändern wird, haben aber niemanden, der die Einführung im Haus trägt. Eine einmalige Softwareschulung löst das nicht. Wer eine Person über mehrere Monate so qualifiziert, dass sie Prozesse selbst analysieren und automatisieren kann, bekommt über das QCG den größeren Hebel und behält das Wissen im Betrieb. Unsere Empfehlung lautet deshalb: erst die Person qualifizieren, dann die Software auswählen und mit dem Digitalbonus einführen.

Wer seine Situation in zehn Minuten durchsprechen möchte, kann einen Termin unter skill-sprinters.de/termin buchen.

Häufige Fragen

Zahlt der Digitalbonus Bayern auch KI-Schulungen?

Nur als Teil eines Digitalisierungsprojekts: Schulungen zur einzuführenden Lösung können mit bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben berücksichtigt werden. Eine allgemeine KI-Weiterbildung ohne eigenes Projekt fördert der Digitalbonus nicht.

Welche Mindestdauer braucht eine KI-Weiterbildung für das QCG?

Die Maßnahme muss mehr als 120 Stunden umfassen, und Träger und Maßnahme müssen zugelassen sein. Kurze Seminare zu einzelnen Werkzeugen erfüllen das nicht.

Muss ein Betrieb mit 80 Beschäftigten die Hälfte der Kurskosten selbst zahlen?

Grundsätzlich ja, die Förderung deckt dann 50 Prozent der Lehrgangskosten. Ist die Person bei Beginn mindestens 45 Jahre alt oder schwerbehindert, soll in Betrieben unter 500 Beschäftigten von der Kostenbeteiligung abgesehen werden.

Können Arbeitsuchende in Bayern eine KI-Weiterbildung gefördert bekommen?

Ja, über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit, wenn die Weiterbildung für die berufliche Eingliederung notwendig ist. Ob ein Gutschein ausgestellt wird, entscheidet die Agentur im Einzelfall.

Bereit für deinen nächsten Karriereschritt?

Lass dich kostenlos beraten. Wir finden die passende Weiterbildung und Förderung für dich.

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