Was der Bachelor Professional in IT ist
Der Bachelor Professional in IT ist die zweite Fortbildungsstufe der höherqualifizierenden Berufsbildung (§ 53a BBiG). Geregelt ist er in der Bachelor-Professional-IT-Fortbildungsprüfungsverordnung (BAProITFPrV) vom 24. September 2024, die zum 1. November 2024 die frühere IT-Fortbildungsverordnung ersetzt hat. Die Prüfung nimmt die IHK ab. Der Abschluss ist dem DQR-Niveau 6 zugeordnet.
Laut § 1 der Verordnung soll die Prüfung zeigen, dass jemand Fach- und Führungsfunktionen übernehmen kann: IT-Projekte leiten, Geschäftsprozesse mit IT-Bezug analysieren und optimieren, die Informationssicherheit gewährleisten und Mitarbeitende führen. Den Lernumfang setzt die Verordnung in der Regel bei mindestens 1.200 Stunden an. Wer die Prüfung besteht, ist außerdem vom schriftlichen Teil der Ausbildereignungsprüfung befreit (§ 33).
Fünf Wege zur Zulassung
§ 2 Abs. 1 BAProITFPrV nennt fünf Zulassungswege:
Bei den Wegen mit Berufspraxis muss die Praxis wesentliche inhaltliche Bezüge zu den Tätigkeiten der Verordnung haben. Daneben gibt es die Glaubhaftmachung einer vergleichbaren beruflichen Handlungsfähigkeit (§ 2 Abs. 3). Über die Zulassung entscheidet die IHK.
Vier Prüfungsteile
Die Prüfung ist deutlich größer als die der ersten Stufe. Sie besteht aus vier Prüfungsteilen (§ 3) und ist innerhalb von drei Jahren ab der ersten Prüfungsleistung abzuschließen (§ 19).
Am Anfang steht die fachliche Spezialisierung. Aus fünf Prüfungsbereichen wählen Sie einen: IT-Infrastrukturen und Systemintegration, Informationssicherheit, Softwarelösungen, Datenanalysen oder Beratung zu IT-Kundenlösungen. Geprüft wird schriftlich mit zwei Aufgaben von je mindestens 90 Minuten und mündlich mit Präsentation und Fachgespräch (§§ 20 und 21). Erst wenn in diesem Teil mindestens 50 Punkte erreicht sind, beginnen die übrigen Teile.
Es folgen die IT-spezifischen Handlungsfelder mit den Bereichen Management von IT-Projekten, Management von Prozessen mit IT-Bezug sowie Einführung und Betrieb von IT-Lösungen. Hier gibt es zwei schriftliche Aufgaben von je mindestens 120 Minuten, eine davon soll in englischer Sprache vorliegen (§ 22). Der Teil Mitarbeitendenführung und Personalmanagement wird mit zwei schriftlichen Aufgaben und einer Gesprächssimulation geprüft (§§ 23 und 24). Zum Schluss kommt das IT-Projekt: ein betriebliches Projekt oder eine Machbarkeitsstudie mit Dokumentation, danach Präsentation und Fachgespräch von zusammen höchstens 90 Minuten (§§ 25 und 26).
Warum der Berufsspezialist der Einstieg sein kann
Der erste Prüfungsteil des Bachelor Professional ist im Aufbau der Berufsspezialisten-Prüfung sehr ähnlich. Zwei der fünf wählbaren Prüfungsbereiche tragen denselben Titel wie die Prüfungsbereiche der Verordnungen zum Geprüften Berufsspezialisten: „Informationssicherheit gewährleisten“ (§ 9 BAProITFPrV, § 4 InSiFPrV) und „Datenanalysen zur Optimierung von betriebs- und produktionswirtschaftlichen Prozessen planen, durchführen und evaluieren“ (§ 11 BAProITFPrV, § 4 DAFPrV). Auch die Form stimmt überein: zwei schriftliche Aufgaben zu einer betrieblichen Situation, danach Präsentation und Fachgespräch.
Die IHK Region Stuttgart schreibt dazu auf ihrer Prüfungsseite, eine bestandene Berufsspezialisten-Prüfung sei keine Zulassungsvoraussetzung für den Bachelor Professional in IT, werde jedoch angerechnet; wer sie nicht mitbringt, müsse die entsprechenden Kompetenzen im ersten Prüfungsteil gesondert nachweisen. Wie Ihre IHK das im Einzelfall handhabt, fragen Sie dort vor der Anmeldung.
Der Zwischenschritt hat noch einen zweiten Vorteil, und der steht direkt in den Zulassungsregeln. Für die erste Stufe reichen vier Jahre Berufspraxis ohne Abschluss oder 60 ECTS aus einem beliebigen Studium plus zwei Jahre Praxis. Für den Bachelor Professional verlangt die Verordnung fünf Jahre Praxis oder 90 ECTS aus einem fachverwandten Studium. Wer also ohne Berufsabschluss oder mit einem abgebrochenen, fachfremden Studium kommt, ist über den Berufsspezialisten oft ein Jahr früher am Ziel der ersten Stufe und hat danach mit Nr. 2 einen eigenen Zulassungsweg zur zweiten.
Unsere Haltung dazu ist pragmatisch. Wer eine IT-Ausbildung hat und Führungsaufgaben anstrebt, kann direkt auf den Bachelor Professional gehen. Wer aus einem anderen Beruf kommt oder erst einmal einen anerkannten IT-Abschluss in der Tasche haben will, macht mit dem Berufsspezialisten einen überschaubaren ersten Schritt mit gut sechs Monaten Lehrgang und entscheidet danach.
Unsere Lehrgänge zur ersten Stufe
Wir bereiten derzeit auf zwei der fünf IT-Berufsspezialisten vor: Geprüfter Berufsspezialist für Informationssicherheit und Geprüfter Berufsspezialist für Datenanalyse. Beide starten am 8. Februar 2027, laufen live online an drei Abenden pro Woche bis 16. August 2027 und zielen auf den bundeseinheitlichen schriftlichen Termin am 13. September 2027. Was einen Berufsspezialisten allgemein ausmacht, erklärt unsere Übersicht Geprüfter Berufsspezialist.
Welcher Weg zu Ihnen passt, klären wir in einem kostenlosen Gespräch: Beratungstermin vereinbaren oder anrufen unter 0160 1215470 (Mo bis Fr, 8:30 bis 12:30 Uhr).
