Die KmB Technologie in Zerbst hat Insolvenz beantragt, und laut Insolvenzbekanntmachung hat das Amtsgericht Dessau-Roßlau am 5. Oktober 2026 einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt, eröffnet ist das Verfahren noch nicht. Dieser Text sortiert für die Belegschaft, was bis zur Entscheidung des Gerichts gilt und was erst mit einer Eröffnung gelten würde.

Er ersetzt keine arbeitsrechtliche Beratung. Verbindlich beraten dich der Betriebsrat, die IG Metall Halle-Dessau als zuständige Gewerkschaft und ein Fachanwalt für Arbeitsrecht. Eine Vermittlung in eine neue Stelle kann niemand garantieren, auch wir nicht.

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Was das Amtsgericht am 5. Oktober angeordnet hat

Laut Insolvenzbekanntmachung ordnete das Amtsgericht Dessau-Roßlau am 5. Oktober 2026 um 12.30 Uhr im Insolvenzantragsverfahren über das Vermögen der KmB Technologie GmbH die vorläufige Verwaltung an und bestellte Rechtsanwalt Prof. Dr. Lucas F. Flöther aus Magdeburg zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Ein Antragsdatum nennt keine der ausgewerteten Quellen, der MDR meldete den Antrag am 2. Oktober.

Bei der Beschäftigtenzahl gehen die Angaben auseinander. Die IG Metall Halle-Dessau spricht am 6. Oktober von 185 Beschäftigten, am 22. September hatte sie ca. 200 Beschäftigte in einer Kurzarbeitsphase genannt, und der MDR berichtete am 2. Oktober von rund 230 Arbeitsplätzen. Woher die Unterschiede kommen, erklärt keine Quelle, eine Zahl wegfallender Stellen nennt keine.

Am Standort gibt es einen Betriebsrat, sein Vorsitzender René Sanftenberg sagte laut IG Metall: „Das ist für viele ein Schock.“ Die Stadt hofft laut MDR auf einen Investor. Ob die Kurzarbeit im Antragsverfahren weiterläuft, sagt keine Quelle.

Antrag gestellt, Verfahren offen: was für deinen Lohn gilt

Mit dem Insolvenzantrag wird das Gericht gebeten, ein Verfahren zu eröffnen, und bis zu seiner Entscheidung läuft das Antragsverfahren. Für diese Phase hat es laut Insolvenzbekanntmachung einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt und einen Zustimmungsvorbehalt angeordnet (Paragraf 21 Absatz 2 InsO). Verfügungen der Gesellschaft über ihr Vermögen sind also nur wirksam, wenn er zustimmt. Dein Arbeitsverhältnis läuft mit seinen vertraglichen Bedingungen weiter. Für das Insolvenzgeld zählt erst das Insolvenzereignis. Nach Paragraf 165 Absatz 1 SGB III ist das die Eröffnung des Verfahrens oder die Abweisung des Antrags mangels Masse, der Antrag allein gehört nicht dazu. Das Insolvenzgeld deckt dann ausstehendes Arbeitsentgelt aus den letzten drei Monaten des Arbeitsverhältnisses davor, in Höhe des Nettoarbeitsentgelts bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Beantragen musst du es innerhalb von zwei Monaten nach dem Insolvenzereignis (Paragraf 324 Absatz 3 SGB III), und diese Frist hat noch nicht begonnen.

Schuldnerin ist laut Insolvenzbekanntmachung die KmB Technologie GmbH. Ob alle am Standort dort angestellt sind, sagt keine Quelle, maßgeblich ist, welche Gesellschaft in deinem Arbeitsvertrag und auf der Gehaltsabrechnung als Arbeitgeber steht.

Vor dem Insolvenzereignis bleibt nur der Vorschuss nach Paragraf 168 SGB III, und der setzt unter anderem ein tatsächlich und rechtlich beendetes Arbeitsverhältnis voraus, eine Kündigung oder Freistellung allein genügt nicht.

Zur Lohnzahlung bei KmB sagen die verlinkten Quellen nichts Konkretes, die IG Metall nennt „die Sicherung der Einkommen“ als Ziel, das für sie an erster Stelle steht. Allgemein gilt: Eine Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes ist im Antragsverfahren möglich, die Initiative geht üblicherweise vom vorläufigen Insolvenzverwalter aus. Dabei treten die Beschäftigten ihre Lohnansprüche an eine Bank ab, die den Lohn auszahlt und später das Insolvenzgeld bekommt. Die Abtretung braucht die Zustimmung der Agentur für Arbeit (Paragraf 170 Absatz 4 SGB III), und auch dann hängt die Zahlung am Insolvenzereignis, das noch aussteht.

Erst ab der Eröffnung kann der Insolvenzverwalter nach Paragraf 113 InsO mit höchstens drei Monaten zum Monatsende kündigen, wenn nicht eine kürzere Frist maßgeblich ist, den allgemeinen Kündigungsschutz hebt die Vorschrift nicht auf. Bis dahin zählen dein Arbeitsvertrag, gegebenenfalls ein Tarifvertrag und Paragraf 622 BGB mit seinen nach Betriebszugehörigkeit gestaffelten Fristen.

Kurze Fristen, die du vorher kennen solltest

Von Kündigungen berichtet keine der ausgewerteten Quellen. Einige Fristen solltest du trotzdem vorher kennen.

Arbeitsuchend melden musst du dich nach Paragraf 38 Absatz 1 SGB III spätestens drei Monate vor dem Ende des Arbeitsverhältnisses, bei kürzerem Vorlauf binnen drei Tagen ab Kenntnis des Enddatums. Das gilt auch, wenn du gegen eine Kündigung klagst oder dir eine Weiterbeschäftigung in Aussicht gestellt wird. Eine verspätete Meldung kann nach Paragraf 159 Absatz 6 SGB III eine Sperrzeit von einer Woche auslösen, die kostenfreie Servicenummer für Arbeitnehmer lautet 0800 4 5555 00.

Für eine Kündigungsschutzklage bleiben drei Wochen ab Zugang der schriftlichen Kündigung (Paragraf 4 KSchG), danach gilt die Kündigung als von Anfang an wirksam (Paragraf 7 KSchG). Ein Aufhebungsvertrag ohne wichtigen Grund kann eine Sperrzeit von bis zu zwölf Wochen auslösen (Paragraf 159 Absatz 3 SGB III).

Was sich aus der Fertigung beim Zulieferer mitnehmen lässt

Welche Aufgaben die Einzelnen haben, beschreibt keine Quelle, die Einordnung folgt aus der Art des Betriebs. Laut MDR stellt KmB Technologie Bauteile für Lenkungen und Getriebe her. Wer in einer solchen Fertigung Maschinen einrichtet und Abweichungen erkennt, arbeitet schon heute regelbasiert mit Maschinendaten, nah an Prozessdaten, Dashboards und automatischen Auswertungen. Getriebe baut nicht nur die Autoindustrie.

Wer in der Qualitätssicherung Prüfergebnisse lückenlos dokumentiert, bringt die Sorgfalt mit, die digitales Qualitätsmanagement verlangt. Wer Arbeitsgänge zusammenlegt und Stückkosten senkt, betreibt Prozessoptimierung im Wortsinn. In Disposition und Versand eines Zulieferers folgen Abrufe und Lieferpapiere festen Regeln, genau dort übernehmen Workflow-Werkzeuge Belegverarbeitung und Berichte.

Wer in Richtung Prozessautomatisierung wechseln will, kann eine geförderte Weiterbildung prüfen. Der Digitalisierungsmanager für Prozessautomatisierung und Künstliche Intelligenz umfasst 720 Unterrichtseinheiten, läuft komplett online, setzt keine Programmierkenntnisse voraus und ist DEKRA-zertifiziert. Er dauert vier Monate in Vollzeit, alternativ rund 29 Wochen in Teilzeit am Vormittag. Finanzieren lässt er sich über einen Bildungsgutschein nach Paragraf 81 SGB III, den die Agentur für Arbeit ausstellt, bei bewilligtem Bildungsgutschein liegt der Eigenanteil bei 0 Euro. Über die Bewilligung entscheidet die Agentur im Einzelfall, den Ablauf beschreibt unser Ratgeber Bildungsgutschein beantragen.

Nach Paragraf 81 Absatz 1 SGB III kann auch gefördert werden, um eine drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden, Voraussetzung ist eine Beratung durch die Agentur für Arbeit vor Beginn. Die Agentur entscheidet im Einzelfall, und in dieser Beratung klärst du, ob und wie ein Kurs neben deiner Beschäftigung machbar ist; auch die Teilzeitform begründet keinen Anspruch auf Förderung neben dem Job. Arbeitslosengeld, das es erst nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses gibt, kann während einer mit Bildungsgutschein geförderten Weiterbildung weiter bezogen werden (Paragraf 144 SGB III), je zwei Tage dieses Bezugs mindern die Anspruchsdauer um einen Tag (Paragraf 148 Absatz 1 Nummer 7 SGB III). Kinderbetreuungskosten können pauschal mit 160 Euro je Kind und Monat übernommen werden (Paragraf 87 SGB III).

Eine Weiterbildung ist eine Option unter mehreren, für manche ist der direkte Wechsel in einen anderen Fertigungsbetrieb der kürzere Weg. Allgemeine Hinweise sammelt unser Ratgeber für Beschäftigte in der Industrie.

Wie wir die Wochen bis zur Entscheidung angehen würden

Drei Zahlen für ein Werk verunsichern, und doch halten wir die Zahl für das Unwichtigste an diesem Fall. Wichtiger ist der Verfahrensstand laut Insolvenzbekanntmachung: Es gibt einen vorläufigen Insolvenzverwalter, eröffnet ist das Verfahren nicht. Bis dahin gilt dein Arbeitsvertrag mit seinen Fristen. Der erste Handgriff ist deshalb unspektakulär: Arbeitsvertrag, Gehaltsabrechnungen und Kurzarbeitsunterlagen heraussuchen und nachsehen, welche Gesellschaft als Arbeitgeber dort steht.

Wer Bauteile für Lenkungen und Getriebe fertigt und prüft, hat Fähigkeiten, die an kein einzelnes Werk gebunden sind.

Nur abzuwarten halten wir für die schwächere Wahl. Zeugnisse sammeln, mit Betriebsrat und IG Metall sprechen und bei der Agentur für Arbeit klären, was bei drohender Arbeitslosigkeit schon vor einer Kündigung möglich ist, kostet nichts.

Häufige Fragen

Was bedeutet der vorläufige Insolvenzverwalter für meinen Lohn?

Dein Arbeitsverhältnis läuft weiter, Arbeitgeber bleibt die Gesellschaft aus deinem Arbeitsvertrag. Zur Lohnzahlung bei KmB sagen die verlinkten Quellen nichts Konkretes. Insolvenzgeld hängt am Insolvenzereignis, das noch nicht eingetreten ist, und eine Vorfinanzierung über eine Bank braucht die Zustimmung der Agentur für Arbeit.

Ab wann kann ich Insolvenzgeld beantragen?

Ab dem Insolvenzereignis, also der Eröffnung oder der Abweisung des Antrags mangels Masse (Paragraf 165 SGB III). Dann gilt eine Ausschlussfrist von zwei Monaten (Paragraf 324 Absatz 3 SGB III), wer sie unverschuldet versäumt, hat zwei Monate ab Wegfall des Hindernisses. Vorher ist nur ein Vorschuss bei bereits beendetem Arbeitsverhältnis möglich.

Wie viele Beschäftigte arbeiten bei KmB Technologie in Zerbst?

Laut IG Metall Halle-Dessau am 6. Oktober 185 Beschäftigte, am 22. September hatte sie ca. 200 Beschäftigte in einer Kurzarbeitsphase genannt, der MDR berichtete am 2. Oktober von rund 230 Arbeitsplätzen. Woher die Unterschiede kommen, erklärt keine Quelle, eine Zahl wegfallender Stellen nennt keine.

Wo sehe ich, ob das Verfahren eröffnet ist?

Auf insolvenzbekanntmachungen.de unter dem Aktenzeichen 2 IN 173/26 beim Amtsgericht Dessau-Roßlau, eine Eröffnung erscheint dort als neue Veröffentlichung. Bei der Suche nach dem Firmennamen zählt das Aktenzeichen, denn ähnliche Namen tauchen auch bei anderen Firmen auf.

Quellen

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