Beim Stellenabbau, den IMS Gear aus Donaueschingen am 16. September 2026 angekündigt hat, geht es nach Angaben des Unternehmens um bis zu 300 Arbeitsplätze in Deutschland. Zusätzlich will der Zahnrad- und Getriebespezialist sein Werk im Donaueschinger Stadtteil Aasen aufgeben. Dieser Ratgeber ordnet ein, was belegt ist, was offen bleibt und welche Fristen du kennen solltest.

Eine arbeitsrechtliche Beratung ersetzt dieser Text nicht. Für deine Lage sind der Betriebsrat, die zuständige Gewerkschaft und ein Fachanwalt für Arbeitsrecht die richtigen Ansprechpartner. Eine Vermittlung in einen neuen Job kann niemand garantieren.

Erst kostenlos reinschnuppern, dann entscheiden

Bevor du dich für eine Weiterbildung entscheidest, sieh dir kostenlos an, wie sie läuft, fünf Lektionen plus Live-Demo, ohne Verpflichtung. Passt es, ist der Digitalisierungsmanager bei bewilligtem Bildungsgutschein für dich kostenlos.

Kostenlos reinschnuppern

Der Schnupperkurs ist gratis. Ob die Weiterbildung über den Bildungsgutschein gefördert wird, entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall.

Was IMS Gear am 16. September angekündigt hat

Am Mittwoch, dem 16. September 2026, hat IMS Gear ein „umfassendes Anpassungsprogramm“ angekündigt. Der Schwarzwälder Bote und die Schwäbische Zeitung geben dieselbe Unternehmensmitteilung wieder, alle Angaben zum Abbau stammen also vom Unternehmen selbst.

Das Maßnahmenpaket betrifft nach Angaben von IMS Gear alle Standorte weltweit und soll Einsparungen von mindestens 35 Millionen Euro bringen. Rund 20 Millionen Euro davon sollen aus den Personalkosten in Deutschland kommen, was nach Rechnung des Unternehmens dem Abbau von bis zu 300 Arbeitsplätzen entspricht. Die Zahl ist also eine Obergrenze, abgeleitet aus einem Sparziel, und sie gilt für Deutschland insgesamt. Ob es um Vollzeitstellen oder Köpfe geht, sagt keine Quelle. In Deutschland beschäftigt IMS Gear nach Unternehmensangaben etwa 1.500 Menschen, an den Standorten Donaueschingen, Eisenbach, Trossingen und Villingen-Schwenningen. Die Schwäbische Zeitung hält fest: „Wie sich die Stellenstreichungen auf die einzelnen Standorte verteilen, teilte das Unternehmen nicht mit.“

Zum Programm gehört laut Mitteilung die Aufgabe des Werks in Aasen, einem Stadtteil von Donaueschingen im Schwarzwald-Baar-Kreis. Dessen Produktion soll bis Mitte 2027 in die eigenen Werke in Villingen-Schwenningen und Trossingen wandern und bleibt damit im Inland. Ein Schließungsdatum nennt keine Quelle.

Als Gründe nennt IMS Gear laut Schwäbischer Zeitung rückläufige Produktionsmengen, gekürzte Kundenprogramme, wachsenden Preisdruck und eine sinkende Auslastung in der Automobilindustrie. Vorstand Bernd Schilling sagt: „Diese Entscheidungen fallen uns nicht leicht. Sie sind jedoch notwendig, um IMS Gear an die veränderten Marktbedingungen anzupassen und die finanzielle Stabilität sowie die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu sichern.“

Was noch offen ist

Wie viele Menschen im Werk Aasen arbeiten, nennt keine Quelle. Offen ist damit auch, ob die Werksaufgabe dort Stellen kostet oder ob Beschäftigte mit der Produktion wechseln können. Ob der Abbau über Kündigungen, Aufhebungsverträge oder Altersteilzeit laufen soll und ob es einen Sozialplan oder Abfindungen gibt, beschreibt keiner der Berichte.

In derselben Mitteilung äußert sich Betriebsratsvorsitzender Stefan Fehrenbach: „Die Beschäftigten dürfen nicht der alleinige Hebel sein, um die aktuellen Herausforderungen zu bewältigen.“ Als Auftrag des Betriebsrats nennt er, Arbeitsplätze so weit wie möglich zu sichern und „die Zahl betriebsbedingter Kündigungen auf ein Minimum zu reduzieren“.

Die Gespräche mit dem Betriebsrat will IMS Gear bis Ende 2026 abschließen, ab Anfang 2027 sollen die angepassten Strukturen umgesetzt werden. Beides sind Ziele des Unternehmens, vereinbarte Termine nennt keine Quelle.

Wer dein Gehalt zahlt

Dein Gehalt zahlt weiterhin dein Arbeitgeber, aus dem laufenden Geschäft.

Ein Insolvenzverfahren oder ein anderes gerichtliches Verfahren gibt es in diesem Fall nicht, deshalb gelten die normalen arbeitsrechtlichen Regeln und keine Sonderregeln solcher Verfahren. Kommt es zu einer Kündigung, zählt deine vertragliche, tarifliche oder gesetzliche Frist: Nach Paragraf 622 BGB beträgt die Grundfrist vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Monatsende, bei einer Kündigung durch den Arbeitgeber steigt sie mit der Betriebszugehörigkeit von einem Monat ab zwei Jahren bis zu sieben Monaten ab 20 Jahren, jeweils zum Monatsende. Tarifverträge können abweichen. Welche Gesellschaft genau dein Arbeitgeber ist, zeigen Arbeitsvertrag und Gehaltsabrechnung, die Berichte sprechen nur von IMS-Gear-Werken.

Fristen, die du kennen solltest

Arbeitsuchend meldest du dich nach Paragraf 38 Absatz 1 SGB III spätestens drei Monate, bevor dein Arbeitsverhältnis endet. Liegen zwischen dem Tag, an dem du das Ende erfährst, und dem Ende selbst weniger als drei Monate, bleiben dir drei Tage ab Kenntnis. Die Pflicht gilt auch, wenn du gegen eine Kündigung klagst oder dir eine Weiterbeschäftigung in Aussicht gestellt wird. Eine verspätete Meldung kann eine Sperrzeit von einer Woche auslösen (Paragraf 159 Absatz 6 SGB III), die kostenfreie Servicenummer für Arbeitnehmer lautet 0800 4 5555 00.

Für eine Kündigungsschutzklage hast du drei Wochen ab Zugang der schriftlichen Kündigung (Paragraf 4 KSchG). Lässt du die Frist verstreichen, gilt die Kündigung als von Anfang an wirksam (Paragraf 7 KSchG).

Ein Aufhebungsvertrag oder ein anderes Angebot zum Ausscheiden gehört vor der Unterschrift zum Betriebsrat, zur zuständigen Gewerkschaft oder zu einem Fachanwalt für Arbeitsrecht, dazu eine Rückfrage bei der Agentur für Arbeit. Wer ohne wichtigen Grund selbst ausscheidet, auch per Aufhebungsvertrag, riskiert eine Sperrzeit von bis zu zwölf Wochen (Paragraf 159 Absatz 3 SGB III). Das Arbeitslosengeld 1 liegt bei rund 60 Prozent des letzten Nettoentgelts, mit Kind bei 67 Prozent (Paragraf 149 SGB III).

Eine Obergrenze ist der Anfang einer Verhandlung

Aus unserer Sicht ist das Wichtigste an den bis zu 300 Arbeitsplätzen ihre Herkunft: IMS Gear hat nach eigenen Angaben ein Sparziel bei den Personalkosten in eine Obergrenze umgerechnet. Schon 2020 hatte das Unternehmen einen Abbau an den deutschen Standorten mit einer solchen rechnerischen Obergrenze angekündigt, und das Ergebnis der damaligen Verhandlungen mit dem Betriebsrat wich von dieser Obergrenze ab, was für 2026 nichts vorhersagt. Eine solche Zahl markiert den Beginn einer Verhandlung. Die Monate bis zum Jahresende, in denen noch nichts entschieden ist, sind deshalb die wertvollste Zeit für die eigene Planung.

In Aasen kommt eine Frage dazu. Laut Schwarzwälder Bote hatte IMS Gear im November 2024 angekündigt, zwei Produktionseinheiten aus Eisenbach in dieselben Werke Villingen-Schwenningen und Trossingen zu verlagern, und den Eisenbacher Beschäftigten damals Arbeitsplätze an anderen Standorten in der Region in Aussicht gestellt. Ob es für Aasen ein solches Angebot gibt, ist offen, und 2024 ist dafür kein Versprechen. Diese Frage gehört in den Betriebsrat, bevor irgendetwas unterschrieben wird.

Was aus Verzahnung, Prüftechnik und Härterei mitgeht

IMS Gear fertigt nach eigener Darstellung seit 1863 Zahnräder, anfangs für die Uhrenindustrie im Schwarzwald, heute laut Schwäbischer Zeitung „Antriebskomponenten für die Automobilindustrie und weitere Industriebereiche“. Als eigene Kompetenzfelder nennt es Automation und Anlagenbau sowie die Härterei. Die folgende Zuordnung leitet typische Tätigkeiten aus diesen Bereichen ab, über einzelne Beschäftigte oder das Werk Aasen sagt sie nichts.

Ein möglicher Anschluss ist unser Digitalisierungsmanager für Prozessautomatisierung und Künstliche Intelligenz: vier Monate in Vollzeit, montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr, 720 Unterrichtseinheiten, komplett online, ohne Programmierkenntnisse als Voraussetzung, DEKRA-zertifiziert. Die Kosten kann ein Bildungsgutschein nach Paragraf 81 Absatz 4 SGB III übernehmen, ausgestellt von der Agentur für Arbeit. Bei bewilligtem Bildungsgutschein beträgt dein Eigenanteil 0 Euro, darüber entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall.

Solange du noch beschäftigt bist, zählt eine weitere Regel: Nach Paragraf 81 Absatz 1 SGB III kann eine Weiterbildung auch gefördert werden, um eine drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden, wenn dich die Agentur für Arbeit vor Beginn beraten hat. Neben einer laufenden Vollzeitstelle lässt sich der Kurs allerdings nicht belegen, weil er selbst in Vollzeit läuft. Mehr dazu im Beitrag Bildungsgutschein für Beschäftigte.

Arbeitslosengeld kann während einer mit Bildungsgutschein geförderten Weiterbildung weiter bezogen werden (Paragraf 144 SGB III), wobei je zwei Tage Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung die Anspruchsdauer um einen Tag mindern (Paragraf 148 Absatz 1 Nummer 7 SGB III). Kinderbetreuungskosten können pauschal mit 160 Euro je Kind und Monat übernommen werden (Paragraf 87 SGB III).

Ob das für dich passt, entscheidest du selbst, Bewerbungen in der Region oder ein Branchenwechsel sind ebenso Wege. Einen breiteren Blick gibt unsere Übersicht zum Stellenabbau in der Industrie.

Häufige Fragen

Wer zahlt mein Gehalt, solange der Abbau nur angekündigt ist?

Dein Gehalt zahlt weiterhin dein Arbeitgeber, aus dem laufenden Geschäft. Es gelten die normalen arbeitsrechtlichen Regeln mit deiner vertraglichen, tariflichen oder gesetzlichen Kündigungsfrist. Welche Gesellschaft dein Arbeitgeber ist, zeigen Arbeitsvertrag und Gehaltsabrechnung.

Wie verteilen sich die angekündigten bis zu 300 Stellen auf die Standorte?

Das hat IMS Gear laut Schwäbischer Zeitung nicht mitgeteilt. Die bis zu 300 Arbeitsplätze gelten nach Unternehmensangaben für Deutschland insgesamt, also für Donaueschingen, Eisenbach, Trossingen und Villingen-Schwenningen zusammen. Wie viele Menschen im Werk Aasen arbeiten, nennt keine Quelle.

Was unterscheidet die Aufgabe des Werks Aasen von der Verlagerung aus Eisenbach?

Die Ankündigung vom 16. September 2026 betrifft das Werk im Donaueschinger Stadtteil Aasen. Die Verlagerung zweier Produktionseinheiten aus Eisenbach hat IMS Gear laut Schwarzwälder Bote schon im November 2024 angekündigt, damals nach eigener Aussage ohne Stellenabbau. Das sind zwei getrennte Vorgänge, und ob Eisenbach vom Abbau 2026 betroffen ist, hat das Unternehmen nicht mitgeteilt.

Kann ich mich weiterbilden lassen, solange ich noch angestellt bin?

Nach Paragraf 81 Absatz 1 SGB III ist eine Förderung auch möglich, um eine drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden. Voraussetzung ist eine Beratung durch die Agentur für Arbeit vor Beginn, und sie entscheidet im Einzelfall. Der Digitalisierungsmanager läuft in Vollzeit, montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr, und lässt sich nicht neben einer Vollzeitstelle belegen.

Quellen

Bereit für deinen nächsten Karriereschritt?

Lass dich kostenlos beraten. Wir finden die passende Weiterbildung und Förderung für dich.

Weiterbildung ansehen WhatsApp