Mandantendaten unterliegen dem Berufsgeheimnis. § 203 Abs. 1 StGB stellt das unbefugte Offenbaren fremder Geheimnisse unter Strafe und nennt Steuerberater und Steuerbevollmächtigte ausdrücklich, und § 57 Abs. 1 StBerG verpflichtet Sie zur Verschwiegenheit über alles, was Ihnen in Ausübung des Berufs bekannt geworden ist.
Für Dienstleister, die dabei Zugang zu Mandantengeheimnissen bekommen können, gilt § 62a StBerG: Zugang nur, soweit er erforderlich ist, sorgfältige Auswahl und ein Vertrag in Textform, der zur Verschwiegenheit verpflichtet. Die Bundessteuerberaterkammer schreibt in ihren FAQ zu KI (Stand 27.01.2026), dass in öffentlich zugängliche KI ohne Einwilligung des Mandanten grundsätzlich keine Daten gehören, die Rückschlüsse auf Mandanten zulassen; die Ausnahme ist § 62a StBerG. Mandantendaten dürfen danach nur an KI-Dienste gehen, wenn eine gesetzliche Ausnahme greift oder eine Auftragsverarbeitungsvereinbarung mit ausreichendem Geheimnisschutz besteht. Der KI-Anbieter ist nach § 62a Abs. 3 StBerG vertraglich zur Verschwiegenheit zu verpflichten, bevor er Kenntnis von den Daten erlangt. Ist nicht sichergestellt, dass er der Verschwiegenheit unterliegt, sind die Daten vorher zu anonymisieren oder zu pseudonymisieren.
Die Vorlagen bauen deshalb drei Sicherungen ein.
Pseudonymisieren vor dem KI-Aufruf
Bevor Mandantendaten an die KI gehen, ersetzt ein Baustein Namen und Kennungen wie IBAN, Steuernummer, Telefonnummer und E-Mail-Adresse durch Platzhalter. Die Zuordnung bleibt in Ihrem n8n. Nach der Antwort setzt ein zweiter Baustein die echten Angaben wieder ein.
Testmodus zuerst
Jede Vorlage startet im Testmodus. Dann verlässt nichts den Ablauf, und Sie sehen das Ergebnis, den Text, der an die KI ging, die Prüfergebnisse und den Tokenverbrauch. Im Echtbetrieb erzeugen die Vorlagen Entwürfe und Vorschläge für Ihre interne Prüfadresse; an Mandanten schreibt keine von sich aus.
Rechnen macht der Code
Summen, Abweichungen und Fristen berechnet ein Code-Baustein, nie die KI. Wo die KI Zahlen in einen Text schreibt, prüft danach ein Code-Knoten, ob jede davon in den Eingangsdaten oder Rechenergebnissen steht, und markiert Abweichungen. Berechnete Fristen sind Rechenhilfen; die Fristenkontrolle bleibt in Ihrer Kanzlei.
So sah ein Testlauf des Bausteins aus, mit einer erfundenen Nachricht samt Name, IBAN, Steuernummer, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. An die KI ging nur dieser Text:
Bitte fasse in einem Satz zusammen: Herr [NAME_1] (IBAN [IBAN_1], Steuernummer [STEUERNUMMER_1], Tel. [TELEFON_1], [EMAIL_1]) bittet um Rückruf wegen der Umsatzsteuervoranmeldung September.
Gemessen am 18.10.2026: fünf Angaben ersetzt, 158 Token, 1,8 Sekunden Laufzeit.
Auch mit Platzhaltern bleiben die Daten personenbezogen. Ein Freitext kann weiter auf einen Mandanten schließen lassen, und einen Namen, den der Baustein nicht kennt, ersetzt er nicht. Die Lektion zeigt diese Grenze an einem eigenen Testfall. Welche Texte überhaupt in die KI dürfen, entscheiden Sie mit dem Entscheidungsbaum aus Lektion K2. Der Kurs ordnet den Rechtsrahmen ein und ist keine Rechts- oder Steuerberatung.