Bildungsgutschein
§ 81 SGB IIIFörderung der beruflichen Weiterbildung durch die Agentur für Arbeit. Voraussetzung: Notwendigkeit der Weiterbildung wegen Arbeitslosigkeit, drohender Arbeitslosigkeit oder fehlendem Berufsabschluss.
QuelleZentrales Begriffslexikon mit Paragraphen-Verweisen, autoritativen Quellen und Cross-Links zu vertiefenden Inhalten. 53 Termini in 8 Themenbereichen.
Stand 2026-06-02Begriffe rund um die Förderung der beruflichen Weiterbildung durch die Bundesagentur für Arbeit nach SGB III.
Förderung der beruflichen Weiterbildung durch die Agentur für Arbeit. Voraussetzung: Notwendigkeit der Weiterbildung wegen Arbeitslosigkeit, drohender Arbeitslosigkeit oder fehlendem Berufsabschluss.
QuelleErmessensvoraussetzung der Vermittler: Weiterbildung muss notwendig sein, um Eingliederung zu erreichen, drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden oder fehlenden Berufsabschluss nachzuholen.
QuelleAkkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung. Pflichtzertifizierung von Bildungsträgern und Maßnahmen durch fachkundige Stellen wie DEKRA, TUEV, CertQua.
QuelleSpezifische Zulassung der einzelnen Weiterbildungsmaßnahme (zusätzlich zur Trägerzulassung). Muss auf jedem Bildungsgutschein referenziert sein. SkillSprinters DigiMan-Maßnahmenummer: 723/0097/2026.
QuelleBeruflicher Abschluss oder Qualifikation, der mit der Weiterbildung erreicht werden soll. Wird auf dem Bildungsgutschein eingetragen und schränkt die Auswahl der zulässigen Maßnahmen ein.
QuelleGrundsatz: Vermittlung in Arbeit hat Vorrang vor Leistungen wie Weiterbildung. Daher prüfen Vermittler bei BG-Antrag erst, ob direkte Vermittlung möglich ist.
QuelleMonatlicher Zuschlag von 150 Euro zusätzlich zum Arbeitslosengeld während einer abschlussorientierten Weiterbildung. Plus 1.000 Euro bei Zwischenprüfung, 1.500 Euro bei bestandener Abschlussprüfung.
QuelleArbeitslosengeld 1 wird während einer Weiterbildung mit Bildungsgutschein weitergezahlt. Häufig wird fälschlich § 145 SGB III genannt (regelt Minderung der Leistungsfähigkeit, nicht Weiterbildung).
QuellePauschale von 160 EUR pro Kind pro Monat während Weiterbildung. Seit 01.08.2022. NICHT § 83 SGB III (das ist der allgemeine Weiterbildungskosten-Paragraph).
QuelleFörderung der beruflichen Weiterbildung beschäftigter Mitarbeiter durch die Agentur für Arbeit.
Förderung der beruflichen Weiterbildung Beschäftigter. Anders als der Bildungsgutschein (§ 81 SGB III) richtet es sich an Personen mit bestehendem Arbeitsverhältnis.
QuelleZuschuss zu den Weiterbildungskosten. Drei Staffelungs-Stufen: unter 50 MA bis 100 Prozent (keine Arbeitgeber-Eigenbeteiligung), 50-499 MA bis 50 Prozent (+5 Prozentpunkte bei TV/BV), ab 500 MA bis 25 Prozent (+5 Prozentpunkte bei TV/BV). Früher kursierende Werte mit größeren TV/BV-Boni sind falsch.
QuelleZuschuss zum während der Weiterbildung weitergezahlten Arbeitsentgelt, kann ergänzend zum Lehrgangskostenzuschuss gewährt werden. Drei Staffelungs-Stufen: unter 50 MA bis 75 Prozent, 50-499 MA bis 50 Prozent, ab 500 MA bis 25 Prozent (+5 Prozentpunkte bei TV/BV nach § 82 Abs. 2 Satz 3 SGB III).
QuelleTarifvertragliche oder betriebliche Vereinbarung zur einrichtungsbezogenen beruflichen Weiterbildung. Bei Vorliegen erhöht sich der Lehrgangskosten-Zuschuss um 5 Prozentpunkte.
QuelleBeschäftigte, deren berufliche Tätigkeiten durch Technologien ersetzt werden können oder in anderer Weise vom Strukturwandel betroffen sind. Vorrangige Förderzielgruppe des QCG.
QuelleLohnersatzleistung bei strukturwandelbedingter Weiterbildung. 60 Prozent Nettolohn (ohne Kind) oder 67 Prozent (mit Kind). Antrag über Arbeitgeber. Nicht zu verwechseln mit Weiterbildungsgeld nach § 87a SGB III.
QuelleBerufsabschluss muss mindestens 4 Jahre zurückliegen und die letzte förderfähige Weiterbildung mindestens 4 Jahre. Ausnahmen bei älteren oder schwerbehinderten Beschäftigten.
QuelleFörderung von Aufstiegsfortbildungen nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG).
Förderung nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz. Richtet sich an Personen, die eine Aufstiegsfortbildung wie Wirtschaftsfachwirt, Meister oder Techniker absolvieren wollen.
QuelleFortbildungen, die über dem Niveau einer abgeschlossenen Berufsausbildung liegen und auf eine öffentlich-rechtliche Prüfung vorbereiten (z.B. IHK, Handwerkskammer).
Quelle50 Prozent Zuschuss-Anteil zu den Lehrgangs- und Prüfungsgebühren. 50 Prozent Darlehensanteil über die KfW. Beides ist einkommensunabhängig.
QuelleBei erfolgreichem Bestehen der Abschlussprüfung werden 50 Prozent des KfW-Darlehens für den Maßnahmebeitrag erlassen. Effektiver Eigenanteil sinkt damit auf ca. 25 Prozent der Lehrgangskosten.
QuelleLebensunterhalts-Förderung während Vollzeit-Fortbildungen. Einkommens- und vermögensabhängig. Berufsbegleitende Kurse bekommen NUR den Maßnahmebeitrag, keinen Unterhaltsbeitrag.
QuellePersönliche Voraussetzungen: abgeschlossene Berufsausbildung ODER vergleichbare berufliche Qualifikation. Detail-Prüfung erfolgt durch das Landesamt für Ausbildungsförderung.
QuelleVollzeit-Fortbildung maximal 24 Monate gefördert, berufsbegleitend maximal 48 Monate. Beim Wirtschaftsfachwirt sind es 12 Monate berufsbegleitend.
QuelleBegriffe zur Prüfungsstruktur des Geprüften Wirtschaftsfachwirts nach WFachwPrV.
Rechtsverordnung zur Prüfung Geprüft. Wirtschaftsfachwirt. Regelt Prüfungsteile (WBQ, HSQ), Zulassungsvoraussetzungen und Bestehensregelungen.
QuelleErste Teilprüfung. 4 schriftliche Prüfungen je 90 Min: VWL/BWL, Rechnungswesen, Recht und Steuern, Unternehmensführung. Identisch für WFW, Industriefachwirt und Tech. Fachwirt.
QuelleZweite Teilprüfung nach bestandener WBQ. 5 schriftliche Prüfungen + 1 Präsentation + Fachgespräch. Fachwirt-spezifisch (anders als WBQ).
QuelleWBQ-Teilprüfung: kaufmännische 3-jährige Ausbildung (KEIN zusätzliches Praxisjahr) ODER andere 3-jährige Ausbildung + 1 Jahr einschlägige Praxis ODER kürzere Ausbildung + 2 Jahre Praxis ODER keine Ausbildung + 3 Jahre Praxis. HSQ-Teilprüfung: bestandene WBQ plus 1 weiteres Jahr Praxis. Verbreitete Falschdarstellung: '5 Jahre Berufspraxis erforderlich' - tatsächlich 0-4 Jahre je nach Vorbildung und gewünschter Teilprüfung.
QuelleWirtschaftsfachwirt ist auf DQR-Niveau 6 eingestuft. Gleichwertig zum Bachelor (akademisch) und zu Handwerksmeister/Industriemeister. EQF-Äquivalent 6.
QuelleNach Wirtschaftsfachwirt ist Geprüfter Betriebswirt (DQR 7, Master-äquivalent) der nächste Aufstiegsschritt. Voraussetzung: bestandener WFW + 1 Jahr Berufspraxis.
QuelleBegriffe zur SkillSprinters Maßnahme Digitalisierungsmanager für Prozessautomatisierung und KI.
DEKRA-zertifizierte AZAV-Maßnahme der SkillSprinters by Dr. Aichinger. 720 UE brutto in 16 Wochen, Online-Live Mo-Fr 8-16 Uhr. 100 Prozent über Bildungsgutschein förderfähig.
QuelleAktives DEKRA-AZAV-Trägerzertifikat für SkillSprinters by Dr. Aichinger. Gültig bis 28.09.2027. Voraussetzung für Abrechnung mit Bundesagentur für Arbeit.
QuelleAktuelle DEKRA-Maßnahmenzertifizierung des Digitalisierungsmanager-Lehrgangs. Veraltet ist allein 930/613/2024. Die Nummer 31M1222117 ist die DEKRA-Registriernummer des Zertifikatsdokuments vom 27.11.2025, gültig bis 26.11.2028, und steht nicht im Widerspruch zur Maßnahmennummer.
QuelleMindestens 80 Prozent der Unterrichtseinheiten müssen erreicht werden, um Zertifikat zu bekommen und Abrechnung mit BA zu sichern. AU-Bescheinigung ab Tag 1 erforderlich.
QuelleModule: 1 Digitale Prozesse, 2 Prozessaufnahme BPMN, 3 KPIs, 4 KI-Prozessautomatisierung, 5 n8n und Workflows, 6 LLMs und generative KI, 7 Dokumentenverarbeitung, 8 Chatbots, 9 Datenanalyse und ML, 10 Change Management, 11 IT-Sicherheit, 12 Datenschutz und Compliance, 13 Abschlussprojekt.
QuelleSkillSprinters-Abschlusszertifikat Digitalisierungsmanager (720 UE), KI-Kompetenznachweis Art. 4 KI-VO, Prompt Engineering Nachweis, Portfolio-Zertifikat. Der Lehrgang ist nach AZAV zertifiziert, das beschreibt die Maßnahme und nicht das Dokument, das der Teilnehmer erhält.
QuelleBegriffe zur Verordnung (EU) 2024/1689 mit Stand der Trilog-Verschiebung vom 07.05.2026.
EU AI Act. Erste umfassende Regulierung künstlicher Intelligenz weltweit. In Kraft seit 01.08.2024 mit gestuften Anwendungsfristen.
QuelleSEIT 02.02.2025 in Kraft (NICHT erst ab August 2026). Unternehmen die KI einsetzen müssen sicherstellen dass ihre Mitarbeiter über ausreichende KI-Kompetenz verfügen. Indirekt bußgeldbewehrt über zivilrechtliche Sorgfaltspflicht.
QuelleSeit 02.02.2025 verboten: Social Scoring, manipulative KI, Emotionserkennung am Arbeitsplatz oder in Bildungseinrichtungen, biometrische Echtzeit-Identifikation in öffentlich zugänglichen Räumen. Bußgeld bis 35 Mio EUR oder 7 Prozent Jahresumsatz.
Quelle8 Hochrisiko-Bereiche: Biometrie, kritische Infrastruktur, Bildung, Beschäftigung (HR-Software), Zugang zu Diensten (Kreditwürdigkeit), Strafverfolgung, Migration, Justiz. Pflichten VERSCHOBEN von 02.08.2026 auf 02.12.2027 durch Trilog 07.05.2026.
QuelleGeneral-Purpose AI Modelle (GPT, Claude, Gemini, Mistral). Pflichten seit 02.08.2025: technische Dokumentation, Trainingsdaten-Zusammenfassungen, Urheberrechts-Compliance, Risikobewertungen.
QuelleDrei Staffeln: Verstöße gegen Art. 5 bis 35 Mio EUR oder 7 Prozent, Hochrisiko-Pflichten bis 15 Mio EUR oder 3 Prozent, falsche Information an Behörden bis 7,5 Mio EUR oder 1,5 Prozent. KMU/Start-ups: jeweils der NIEDRIGERE Betrag.
QuelleWichtigste Aktualisierung seit Inkrafttreten: Anhang-III-Hochrisiko-Pflichten verschoben von 02.08.2026 auf 02.12.2027, Anhang-I-Pflichten von 02.08.2027 auf 02.08.2028. Grund: Implementierungslast, fehlende harmonisierte Normen.
QuelleAcht Stufen zur Einordnung von Berufsabschlüssen und Aufstiegsfortbildungen, kompatibel mit EQF (European Qualifications Framework).
3- bis 3,5-jährige duale Berufsausbildung. Mittlere Reife. Beispiele: Industriekaufmann, Kaufmann Büromanagement, Fachinformatiker, Mechatroniker.
QuelleErste Spezialisierung nach Berufsausbildung. Beispiele: Servicetechniker, IT-Spezialist, Fachberater. Noch keine klassische Aufstiegsfortbildung.
QuelleBachelor-äquivalent. Aufstiegsfortbildungen: Wirtschaftsfachwirt, Industriefachwirt, Tech. Fachwirt, Handelsfachwirt, Meister, Bilanzbuchhalter, Fachkaufmann. Akademisch: Bachelor.
QuelleMaster-äquivalent. Aufstiegsfortbildungen: Geprüfter Betriebswirt, Tech. Betriebswirt, Strategischer Professional. Akademisch: Master, Diplom (Uni), Magister.
QuelleEuropäische Entsprechung des DQR. In der Regel 1:1 identisch mit DQR-Stufen. Ermöglicht Anerkennung von Qualifikationen in 27 EU-Mitgliedstaaten und EWR.
QuelleZusätzliche Compliance-Anforderungen die parallel zum EU AI Act gelten und in Deutschland besonders relevant sind.
Verarbeitung personenbezogener Daten in KI-Systemen braucht Rechtsgrundlage (Art. 6), bei besonderen Kategorien zusätzlich Art. 9. Automatisierte Einzelentscheidungen mit Rechtswirkung sind nach Art. 22 grundsätzlich verboten.
QuellePflicht-AVV mit KI-Anbietern (OpenAI, Anthropic, Microsoft, Google). Seit 01.01.2026 hat OpenAI EU-DPA-Modell, seit 07.01.2026 ist Anthropic Microsoft-Subprocessor.
QuelleNIS2-Umsetzungs- und Cybersicherheitsstärkungsgesetz. In Kraft seit 06.12.2025. KI-Anbieter gelten als Lieferanten in der Cybersecurity-Lieferkette nach Art. 21. BSI-Portal seit 06.01.2026.
QuelleMitbestimmungspflichtige technische Einrichtung bei Einführung von KI-Systemen die Verhalten oder Leistung der Beschäftigten überwachen können. Betriebsvereinbarung empfohlen.
QuelleDoppelte Verpflichtung: Betriebsrat muss vor Einführung eines Hochrisiko-KI-Systems unterrichtet werden. Muster-Klauseln von Hans-Böckler-Stiftung und IG Metall NRW verfügbar.
QuelleEuropäischer Datenschutzausschuss (EDSA) hat Konsultation zu KI und DSGVO bis 09.06.2026 ausgeschrieben. Ergebnisse werden Klarheit bringen zu automatisierten Entscheidungen mit LLMs, Datenminimierung, Rechtsgrundlagen.
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