- Zielgruppe: Soldaten auf Zeit ab einem Jahr festgesetzter Wehrdienstzeit (seit 1. Januar 2026, vorher ab vier Jahren). Berufssoldaten nur in Sonderfällen.
- Förderung: Erstattung der notwendigen Kosten bis zu einem Höchstbetrag von 1.200 bis 21.000 Euro, gestaffelt nach Dienstzeit.
- Beginn der Maßnahme bis 7 Jahre nach Ende der Dienstzeit, bei mindestens 20 Jahren Gesamtdienstzeit bis 8 Jahre.
- Antragsweg: Berufsberatung und Antrag beim Berufsförderungsdienst im Karrierecenter der Bundeswehr, immer vor Kursbeginn.
- Rechtsgrundlage: Soldatenversorgungsgesetz (SVG), vor allem §§ 5 bis 7, und Berufsförderungsverordnung (BFöV).
Was ist der BFD?
Der Berufsförderungsdienst (BFD) ist die zivile Brücke der Bundeswehr. Soldaten auf Zeit dienen eine klar befristete Zeit, danach wechseln sie in einen zivilen Beruf. Der BFD berät und fördert diesen Übergang durch Weiterbildung, Umschulung oder auch ein Studium.
Das Prinzip ist ein Ausgleich zwischen Staat und Soldat: Wer mehrere Jahre verpflichtend dient, erwirbt im Gegenzug einen Förderanspruch, damit der Wiedereinstieg in den zivilen Arbeitsmarkt nicht zu einem wirtschaftlichen Bruch wird. Anders als beim Bildungsgutschein, der Ermessensleistung ist, hat der BFD-Berechtigte für die Förderung nach der Wehrdienstzeit einen gesetzlich verankerten Anspruch.
Das Angebot reicht von IT-Zertifizierungen über kaufmännische Aufstiegsfortbildungen wie den Wirtschaftsfachwirt IHK bis zu Studiengängen. Der BFD berät individuell, legt mit dir einen Förderungsplan fest und erstattet die Kosten geeigneter Maßnahmen. Dazu kommen Hilfen bei der Arbeitsplatzsuche, etwa der Job-Service des BFD.
Rechtsgrundlage
Der BFD arbeitet auf Grundlage des Soldatenversorgungsgesetzes (SVG) und der Berufsförderungsverordnung (BFöV). § 5 SVG regelt die Berufsberatung, § 6 SVG die Förderung während der Dienstzeit, § 7 SVG den Anspruch auf Förderung nach der Wehrdienstzeit. Die heutige Fassung gilt seit 1. Januar 2026 (Wehrdienst-Modernisierungsgesetz). Wer vor dem 26. Juli 2012 Soldat auf Zeit wurde, fällt teilweise unter das alte Recht (§ 126 SVG).
Die Förderungsdauer richtet sich nach der festgesetzten Wehrdienstzeit, von einem Monat bei einem Jahr bis zu 60 Monaten ab zwölf Jahren (§ 7 Abs. 5 SVG). Sie soll direkt nach dem Dienstzeitende genutzt werden, die Maßnahme kann aber noch bis sieben Jahre danach beginnen, bei mindestens 20 Jahren Gesamtdienstzeit bis acht Jahre (§ 7 Abs. 6 SVG, § 16 Abs. 1 BFöV).
Wer kann den BFD nutzen?
Die Zielgruppe ist klar umrissen und deckt eben NICHT alle Bundeswehrangehörigen ab:
- Soldaten auf Zeit: Anspruch auf Förderung nach der Wehrdienstzeit, wenn die Wehrdienstzeit auf mindestens ein Jahr festgesetzt ist. Der Umfang steigt mit der Dienstzeit. Wer einen Eingliederungsschein für den öffentlichen Dienst hat, ist ausgenommen.
- Berufssoldaten: Nur in Sonderfällen nach § 54 SVG, zum Beispiel wenn das Dienstverhältnis vor dem 45. Lebensjahr wegen Dienstunfähigkeit infolge einer Wehrdienstbeschädigung endet.
- Freiwillig Wehrdienstleistende: Kein Anspruch auf Förderung nach dem Dienst, nur Förderung während des Dienstes nach Ermessen (§ 6 Abs. 3 SVG).
Nicht berechtigt sind zivile Angestellte der Bundeswehr. Für sie gelten die allgemeinen Regeln für Beschäftigte, etwa das Qualifizierungschancengesetz. Wer sich unsicher ist, sollte früh bei seinem zuständigen BFD-Ansprechpartner nachfragen. Der Anspruch richtet sich nach der festgesetzten Wehrdienstzeit und sinkt zum Beispiel, wenn die militärfachliche Ausbildung schon zu einem anerkannten Berufsabschluss geführt hat.
Höhe und Dauer der Förderung
Der BFD erstattet die notwendigen Kosten einer geeigneten Maßnahme, vor allem Lehrgangs- und Prüfungsgebühren und eine Pauschale für Lernmittel (200 Euro bei Vollzeit, 100 Euro bei Teilzeit). Für diese beiden Posten gilt ein Höchstbetrag, der von der Wehrdienstzeit abhängt. Reise- und Trennungskosten können dazukommen. Was über dem Höchstbetrag liegt, zahlst du selbst, nicht ausgeschöpfte Beträge werden nicht ausgezahlt.
| Wehrdienstzeit | Förderungsdauer | Höchstbetrag |
|---|---|---|
| 1 bis unter 2 Jahre | bis 1 Monat | 1.200 Euro |
| 2 bis unter 3 Jahre | bis 2 Monate | 2.400 Euro |
| 3 bis unter 4 Jahre | bis 3 Monate | 3.600 Euro |
| 4 bis unter 5 Jahre | bis 12 Monate | 5.000 Euro |
| 5 bis unter 6 Jahre | bis 18 Monate | 7.000 Euro |
| 6 bis unter 7 Jahre | bis 24 Monate | 9.000 Euro |
| 7 bis unter 8 Jahre | bis 30 Monate | 11.000 Euro |
| 8 bis unter 9 Jahre | bis 36 Monate | 13.000 Euro |
| 9 bis unter 10 Jahre | bis 42 Monate | 15.000 Euro |
| 10 bis unter 11 Jahre | bis 48 Monate | 17.000 Euro |
| 11 bis unter 12 Jahre | bis 54 Monate | 19.000 Euro |
| 12 Jahre und mehr | bis 60 Monate | 21.000 Euro |
Quelle: § 7 Abs. 5 SVG und § 19 Abs. 2 BFöV. Bei mindestens 15, 20 oder 25 Jahren Gesamtdienstzeit erhöht sich der Höchstbetrag um 1.000, 2.000 oder 3.000 Euro. Verkürzt sich die Förderungsdauer, etwa weil die militärfachliche Ausbildung schon zu einem anerkannten Berufsabschluss geführt hat, sinkt der Höchstbetrag um 333,33 Euro je Monat.
Ob eine Maßnahme gefördert wird, entscheidet der BFD anhand deines Förderungsplans. Die Maßnahme muss zu deinem Berufsziel passen, und der Träger muss sie ordnungsgemäß und erwachsenengerecht durchführen können (§ 15 Abs. 2 BFöV). Online- und Fernunterricht werden genauso gefördert wie Präsenzunterricht (§ 15 Abs. 5 BFöV). Eine Weiterbildung zum Digitalisierungsmanager kann also genauso förderfähig sein wie ein Wirtschaftsfachwirt (IHK).
Beispielfall: Soldat auf Zeit nach 8 Jahren Dienst
Markus ist 28, seit 8 Jahren Soldat auf Zeit. Sein letztes Dienstjahr läuft. Er möchte Digitalisierungsmanager werden, ein Vollzeitkurs über 4 Monate bei einem nach AZAV zugelassenen Bildungsträger. Kurskosten: 10.548 Euro.
Markus meldet sich beim BFD im Karrierecenter. In der Berufsberatung legt er mit dem BFD sein Berufsziel und einen Förderungsplan fest. Mit 8 Jahren Wehrdienstzeit hat er Anspruch auf bis zu 36 Monate Förderung und einen Höchstbetrag von 13.000 Euro, der den Kurs abdeckt. Den Antrag stellt er vor Kursbeginn. Der BFD erstattet die notwendigen Kosten, wie die Zahlung im Einzelnen läuft, klärt Markus vorab mit dem BFD und dem Bildungsträger.
Den Vollzeitkurs legt Markus direkt hinter sein Dienstzeitende. Während der Dienstzeit wäre eine Vollzeitmaßnahme nur ausnahmsweise mit Freistellung möglich, höchstens drei Monate vor dem Dienstzeitende (§ 16 Abs. 2 BFöV). Nach dem Dienst bekommt er Übergangsgebührnisse in Höhe von 75 Prozent seiner letzten Dienstbezüge, und solange er an der geförderten Vollzeitmaßnahme teilnimmt, kommt ein Bildungszuschuss von 25 Prozent dazu (§ 16 Abs. 3 SVG). Was von Förderungsdauer und Höchstbetrag übrig bleibt, kann er für weitere Maßnahmen nutzen.
Der Digitalisierungsmanager (DEKRA; die Maßnahmenummer vergibt die Agentur für Arbeit) ist nach AZAV zugelassen, der Wirtschaftsfachwirt (IHK) endet mit der Prüfung vor der IHK. Eine AZAV-Zulassung schreibt die Berufsförderungsverordnung nicht vor, ob eine Maßnahme gefördert wird, entscheidet der BFD im Einzelfall. Für den Antrag bekommst du von uns Angebot und Lehrgangsplan.
So beantragst du die BFD-Förderung
- Termin bei deinem BFD-Ansprechpartner im Karrierecenter der Bundeswehr. Die Ansprechpartner sind regional organisiert.
- Berufsberatung: Sie ist verbindliche Voraussetzung für jede Bewilligung (§ 5 Abs. 1 SVG). Dabei werden Berufsziel, Bildungsziel und ein Förderungsplan festgelegt.
- Antrag auf Förderung: Vor Beginn der Maßnahme, schriftlich oder elektronisch (§ 17 Abs. 1 BFöV). Welche Unterlagen nötig sind, sagt dir der BFD.
- Bewilligung abwarten: Wer den Antrag erst nach Kursbeginn stellt, wird nur anteilig ab Antragseingang gefördert.
- Abrechnung: Der BFD erstattet die notwendigen Kosten bis zu deinem Höchstbetrag. Ob du dafür in Vorleistung gehen musst, klärst du vor Kursbeginn mit dem BFD und dem Bildungsträger.
Häufige Fragen
Kann ich den BFD parallel zum Bildungsgutschein nutzen?
Nicht für dieselben Kosten. Die Agentur für Arbeit fördert nur nachrangig, wenn eine andere öffentliche Stelle gesetzlich zu einer gleichartigen Leistung verpflichtet ist (§ 22 Abs. 1 SGB III). Solange du einen Anspruch beim BFD hast, läuft die Weiterbildung deshalb in der Regel dort. Ob die Agentur danach einen Bildungsgutschein ausstellt, entscheidet sie im Einzelfall nach Ermessen.
Welche Maßnahmen erkennt der BFD an?
Maßnahmen, die dich für dein ziviles Berufsziel qualifizieren und nach Lehrplänen oder Ausbildungsvorschriften laufen, zum Beispiel Weiterbildungen, IHK-Aufstiegsfortbildungen, Studiengänge und Umschulungen. Den Bildungsträger wählst du selbst, er muss nach Art und Einrichtung für eine ordnungsgemäße und erwachsenengerechte Durchführung geeignet sein. Reine Freizeit- oder Persönlichkeitsbildung wird nicht gefördert.
Was ist, wenn ich kurz vor dem Dienstzeitende noch nicht weiß, was ich machen will?
Der BFD bietet Orientierungsberatung. Du musst dich nicht sofort festlegen. Wichtig ist, dass du rechtzeitig Kontakt aufnimmst, damit dein Anspruch nicht verfällt. Die Maßnahme muss bis 7 Jahre nach Dienstende beginnen, bei mindestens 20 Jahren Gesamtdienstzeit bis 8 Jahre.
Quellen und Rechtsstand
- Soldatenversorgungsgesetz (SVG) bei gesetze-im-internet.de
- Berufsförderungsverordnung (BFöV) bei gesetze-im-internet.de
- Bundeswehr: Weiterbildung und Karriere nach der Bundeswehr
- SkillSprinters: Alle Förderwege für Weiterbildung
Zuletzt geprüft am 17.10.2026.