Wer eine Weiterbildung zum Digitalisierungsmanager erwägt, will meist vier Dinge wissen: was genau gelehrt wird, welcher Abschluss am Ende steht, was sie kostet und ob die Agentur für Arbeit sie bezahlt. Dieser Guide beantwortet alle vier für unsere Maßnahme. Die Angaben stammen aus der Zulassung, die Gesetzesstellen aus dem Wortlaut des SGB III.

Was ein Digitalisierungsmanager im Betrieb tut

Digitalisierungsmanager sorgen dafür, dass Abläufe in einem Unternehmen schneller und mit weniger Handarbeit laufen. Sie nehmen einen Prozess auf, etwa den Weg einer Eingangsrechnung von der Post bis zur Buchung, zeichnen ihn als Modell und finden die Stellen, an denen Zeit verloren geht. Dann automatisieren sie diese Schritte mit Werkzeugen, die ohne Programmierung auskommen. Immer häufiger gehören Sprachmodelle wie ChatGPT dazu, zum Beispiel um Dokumente auszulesen oder Kundenanfragen vorzusortieren.

Programmieren musst du dafür nicht.

Der schwierigere Teil liegt oft woanders, nämlich bei den Menschen, die mit dem neuen Ablauf arbeiten sollen. Wer eine Automatisierung einführt, ohne das Team mitzunehmen, hat nach ein paar Wochen ein Werkzeug, das keiner benutzt. Deshalb nehmen Veränderungsmanagement und Projektmanagement im Kurs zusammen 108 Unterrichtseinheiten ein. Mehr zum Berufsbild steht in unserem Artikel Was macht ein Digitalisierungsmanager?

Die 13 Module im Überblick

Die Modultitel und Stundenumfänge stehen hier so, wie sie in der Zulassung der Maßnahme „Digitalisierungsmanager für Prozessautomatisierung und Künstliche Intelligenz“ stehen. Eine Unterrichtseinheit (UE) dauert 45 Minuten.

ModulTitel laut ZulassungUE
M01Digitale Geschäftsprozesse und Organisationsstrukturen54
M02Prozessaufnahme und Modellierung60
M03Prozessanalyse und Effizienzsteigerung66
M04Einführung in Prozessautomatisierung mit künstlicher Intelligenz60
M05Werkzeuge ohne Programmierung für Automatisierung66
M06Große Sprachmodelle und generative künstliche Intelligenz in Geschäftsprozessen54
M07Dokumentenverarbeitung und intelligente Datenextraktion48
M08Chatbots und konversationsorientierte Schnittstellen48
M09Datenanalyse und Entscheidungsunterstützung54
M10Veränderungsmanagement und Einführung digitaler Lösungen54
M11Projektmanagement für Digitalisierungsvorhaben54
M12Datenschutz, Sicherheit und Compliance42
M13Abschlussprojekt und Umsetzung60
Gesamt720

Die Reihenfolge folgt einem einfachen Gedanken. In den ersten drei Modulen lernst du, Abläufe zu verstehen und sauber aufzunehmen, denn einen Prozess, den niemand aufgeschrieben hat, kann auch niemand automatisieren. Die Module 4 bis 9 drehen sich um Automatisierung und künstliche Intelligenz, von Werkzeugen ohne Programmierung über Sprachmodelle bis zur Datenanalyse. Danach geht es um die Einführung im Betrieb und um Projektsteuerung, bevor Modul 12 Datenschutz und Sicherheit behandelt. Modul 13 ist das Abschlussprojekt.

So läuft ein Kurstag

Unterricht ist Montag bis Freitag, live über Zoom, mit Dozenten, die dich sehen und hören. Ein Tag hat neun Unterrichtseinheiten in drei Blöcken: von 8:00 bis 9:30 Uhr, von 9:45 bis 12:00 Uhr und nach der Mittagspause von 13:00 bis 16:00 Uhr.

Insgesamt sind es 80 Unterrichtstage. Fällt ein Feiertag in den Kurs, wird der Tag hinten angehängt, damit die 720 Unterrichtseinheiten vollständig bleiben. Wirst du krank, meldest du dich am selben Tag bei uns.

Welcher Abschluss am Ende steht

Nach dem letzten Kurstag bekommst du vier Dokumente, alle ausgestellt von SkillSprinters:

Voraussetzung sind mindestens 80 Prozent Anwesenheit, die Abgaben für dein Portfolio und die Präsentation deines Abschlussprojekts vor einer Jury. Eine Klausur gibt es nicht. Im Abschlussprojekt setzt du ein eigenes Digitalisierungsvorhaben um, von der Prozessaufnahme bis zur laufenden Automatisierung, und beantwortest danach die Fragen der Jury.

Ein IHK-Abschluss ist das nicht, und auch keine Umschulung in einen Ausbildungsberuf. Die Weiterbildung bei SkillSprinters führt zu keinem IHK-Zertifikat. Einige Industrie- und Handelskammern bieten eigene Zertifikatslehrgänge zur Digitalisierung an; das sind eigenständige Angebote der Kammern mit eigenem Umfang und eigenem Zertifikat. Worin sich die Zertifikatsarten unterscheiden, erklärt unser Artikel IHK-Zertifikat oder Trägerzertifikat.

Zugelassen nach der AZAV sind unser Träger (Zulassung 31T0922097) und diese Maßnahme, fachkundige Stelle ist die DEKRA. Das ist die Voraussetzung dafür, dass die Agentur für Arbeit die Weiterbildung bezahlen darf. Auf deinem Zertifikat steht als Aussteller SkillSprinters.

Voraussetzungen

Programmierkenntnisse brauchst du nicht, und die Weiterbildung richtet sich ausdrücklich auch an Quereinsteiger und an Menschen, die nach einer Pause zurück in den Beruf wollen. Den Unterricht solltest du auf Deutsch gut verfolgen können. Technisch reichen ein Laptop mit stabiler Internetverbindung und ein ruhiger Platz für acht Stunden am Tag.

Die wichtigere Voraussetzung steht auf keinem Formular: vier Monate lang jeden Tag dranbleiben. Wer das unterschätzt, spürt es spätestens in den Automatisierungsmodulen, wenn jeder Tag auf dem vorigen aufbaut.

Kosten, Bildungsgutschein und der Weg über den Arbeitgeber

Laut Zulassung kostet die Weiterbildung 9.662,40 EUR. Bist du arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht, kann die Agentur für Arbeit diese Kosten mit einem Bildungsgutschein übernehmen. § 81 SGB III nennt dafür drei Bedingungen: Die Weiterbildung ist notwendig, um dich beruflich einzugliedern oder drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden, die Agentur hat dich vor Beginn beraten, und Maßnahme und Träger sind für die Förderung zugelassen. Ob ein Gutschein kommt, entscheidet dein Vermittler im Einzelfall. Wird er bewilligt, zahlst du für den Kurs 0 EUR.

Den Bildungsgutschein stellt seit dem 1. Januar 2025 die Agentur für Arbeit aus, auch wenn du Grundsicherung beziehst. Das Jobcenter bleibt in diesem Fall deine erste Anlaufstelle und kann die Weiterbildung bei der Agentur befürworten. So läuft es in der Regel ab:

  1. Du vereinbarst einen Beratungstermin bei deiner Agentur für Arbeit, in der Grundsicherung sprichst du zuerst mit deinem Jobcenter.
  2. Im Gespräch nennst du die Weiterbildung und die Maßnahmennummer 723/0097/2026.
  3. Bewilligt die Agentur die Förderung, bekommst du den Bildungsgutschein.
  4. Du gibst ihn an uns weiter, und wir legen ihn der Agentur vor Kursbeginn vor, so wie es § 81 Absatz 4 SGB III vorsieht.

Beziehst du Arbeitslosengeld, behältst du den Anspruch während einer nach § 81 SGB III geförderten Weiterbildung (§ 144 SGB III). Weiterbildungsgeld nach § 87a SGB III gibt es für diese Weiterbildung nicht, denn es ist an Weiterbildungen gebunden, die zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer führen. Ob daneben Wohngeld infrage kommt, klärt der Beitrag Wohngeld während der Weiterbildung.

Bist du beschäftigt und willst dich im Rahmen deines Arbeitsverhältnisses weiterbilden, gilt § 82 SGB III. Der Weg führt dann über deinen Arbeitgeber, der dich für die vier Monate freistellt. Die Agentur für Arbeit kann die Lehrgangskosten ganz oder teilweise übernehmen. In Betrieben mit weniger als 50 Beschäftigten soll der Arbeitgeber nichts dazuzahlen, bei 50 bis 499 Beschäftigten gilt ein Anteil des Arbeitgebers von 50 Prozent als angemessen, ab 500 Beschäftigten von 75 Prozent. Dazu kann die Agentur dem Arbeitgeber einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt zahlen, je nach Betriebsgröße in Höhe von 75, 50 oder 25 Prozent des berücksichtigungsfähigen Arbeitsentgelts. Ansprechpartner für den Betrieb ist der Arbeitgeber-Service der Agentur.

Wie du das Gespräch mit der Agentur vorbereitest, steht in unserer Anleitung Bildungsgutschein beantragen.

Gehalt und Arbeitsmarkt ohne Schönfärberei

StepStone nennt für Digitalisierungsmanager in Deutschland für 2026 ein Mediangehalt von 53.500 EUR brutto im Jahr. Die Spanne reicht von 46.300 bis 64.500 EUR, das Einstiegsgehalt liegt laut StepStone bei etwa 48.000 EUR. Das sind Marktwerte über alle, die unter dieser Berufsbezeichnung arbeiten. Für den ersten Job nach einer Weiterbildung sagen sie wenig voraus.

Beim Arbeitsmarkt lohnt ein genauer Blick. Laut Bitkom fehlen in Deutschland derzeit 79.000 IT-Fachkräfte, 2023 waren es noch 149.000 (Presseinformation vom 3. September 2026). Der Mangel ist also kleiner geworden, trotzdem beobachten 78 Prozent der befragten Unternehmen weiterhin einen Mangel an IT-Fachkräften. Für Digitalisierungsmanager ist die Zahl nur ein Anhaltspunkt, weil die Studie IT-Fachkräfte insgesamt zählt.

Unsere Einschätzung dazu ist nüchtern. Ein Zertifikat öffnet keine Tür von allein. Im Vorstellungsgespräch zählt, ob du einen Ablauf erklären kannst, den du selbst automatisiert hast, mit Zahlen dazu: wie lange er vorher dauerte, wie lange jetzt und was unterwegs schiefging. Genau dafür gibt es das Abschlussprojekt, und genau deshalb baust du über vier Monate ein Portfolio auf. Wer am Ende drei, vier solcher Beispiele sauber zeigen kann, bewirbt sich anders als jemand mit einem Zertifikat und sonst nichts. Nach dem Kurs begleiten wir dich weiter, bis du eine Stelle hast. Eine Vermittlung garantieren können wir nicht.

Anbieter vergleichen, bevor du dich festlegst

Unter dem Namen Digitalisierungsmanager laufen sehr unterschiedliche Kurse, und die Unterschiede sieht man selten auf den ersten Blick. Frag deshalb jeden Anbieter, auch uns, nach denselben Dingen. Ist die Maßnahme nach der AZAV zugelassen, und wie lautet die Maßnahmennummer? Wie viele Unterrichtseinheiten hat sie, und wie heißen die Module genau? Ist der Unterricht live, oder arbeitest du Videos allein ab? Wer stellt das Zertifikat aus, und was steht darauf? Lass dir die Modulliste mit Stundenumfang schriftlich geben. Einen ausführlichen Vergleich der Weiterbildungen zum Digitalisierungsmanager haben wir gesondert zusammengestellt.

Wenn du klären willst, ob ein Bildungsgutschein bei dir in Frage kommt, ruf uns an unter 0160 1215470, Montag bis Freitag von 8:30 bis 12:15 Uhr. Wie der Unterricht aussieht, kannst du vorher im KI-Schnupperkurs ausprobieren. Alle Eckdaten zur Maßnahme stehen auf unserer Seite Digitalisierungsmanager.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert die Weiterbildung zum Digitalisierungsmanager?

Sie dauert 4 Monate: 720 Unterrichtseinheiten an 80 Unterrichtstagen, Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr, live online. Fällt ein Feiertag in den Kurs, wird der Tag hinten angehängt, damit kein Unterricht fehlt.

Übernimmt die Agentur für Arbeit die Kosten?

Ja, wenn sie dir einen Bildungsgutschein bewilligt. Nach § 81 SGB III muss die Weiterbildung unter anderem für deine berufliche Eingliederung notwendig sein, und die Agentur muss dich vorher beraten haben. Dann trägt sie die Lehrgangskosten von 9.662,40 EUR, und für dich bleiben 0 EUR.

Bekomme ich ein IHK-Zertifikat?

Nein, die Weiterbildung führt zu keinem IHK-Zertifikat. Du bekommst ein SkillSprinters-Abschlusszertifikat über 720 Unterrichtseinheiten, einen Schulungsnachweis des Trägers zur KI-Kompetenz, einen Prompt-Engineering-Nachweis und ein Portfolio-Zertifikat. Nach der AZAV zugelassen ist die Maßnahme selbst, fachkundige Stelle ist die DEKRA.

Brauche ich Vorkenntnisse oder Programmierkenntnisse?

Nein. Die Weiterbildung richtet sich auch an Quereinsteiger, Programmierkenntnisse sind nicht nötig. Du solltest dem Unterricht auf Deutsch gut folgen können und brauchst einen Laptop mit stabiler Internetverbindung.

Bekomme ich zusätzlich Weiterbildungsgeld?

Nein. Das Weiterbildungsgeld nach § 87a SGB III gibt es nur bei Weiterbildungen, die zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer führen. Wer Arbeitslosengeld bezieht, behält den Anspruch aber während der geförderten Weiterbildung (§ 144 SGB III).

Quellen

Zuletzt geprüft am 19. September 2026.

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