Wer über einen Wechsel in die IT nachdenkt, bekommt fast immer denselben Rat: Mach eine Umschulung zum Fachinformatiker. Das ist ein guter Rat, aber nicht für jeden. Zwei Jahre Vollzeit sind eine lange Strecke, und nicht jede Stelle mit IT-Bezug verlangt einen IHK-Abschluss.

Dieser Beitrag stellt die beiden Wege nebeneinander: die klassische Umschulung und eine kurze Weiterbildung mit Schwerpunkt Digitalisierung, Prozessautomatisierung und KI. Fachrichtungen, Ablauf und Förderung der Umschulung selbst beschreiben wir ausführlich im Beitrag Umschulung zum Fachinformatiker: Voraussetzungen, Förderung und Aussichten.

Zwei Wege in die IT im Vergleich

Umschulung FachinformatikerDigitalisierungsmanager
Dauer in Vollzeitin der Regel rund 24 Monate4 Monate, 720 Unterrichtseinheiten
AbschlussIHK-Abschlussprüfung im AusbildungsberufTrägerzertifikat, dazu Personenzertifikat „Manager:in für KI-Prozessautomatisierung mit TÜV Rheinland geprüfter Qualifikation“ nach Prüfung bei TÜV Rheinland PersCert
Praktikumbetrieblicher Teil ist fester Bestandteilkein Pflichtpraktikum
Vorkenntnisselogisches Denken, Englisch, oft Eignungstestkeine Programmierkenntnisse nötig
SchwerpunktProgrammierung, Systeme, Netzwerke, DatenProzesse, Automatisierung, KI-Werkzeuge
FörderungBildungsgutschein, dazu Weiterbildungsprämie für den Abschluss im AusbildungsberufBildungsgutschein
TÜV Rheinland Prüfzeichen Geprüfte Qualifikation, ID 0000090254
Digitalisierungsmanager und KI-Prozessmanager: Schulung durch SkillSprinters, Abschlussprüfung bei TÜV Rheinland PersCert.

Die Tabelle zeigt schon, dass es kaum um besser oder schlechter geht. Die beiden Wege führen an verschiedene Stellen im Arbeitsmarkt.

Vom Fachartikel zur eigenen Anwendung

Über Digitalisierung zu lesen ist das eine, sie im Arbeitsalltag umzusetzen das andere. Der KI-Schnupperkurs zeigt in fünf kurzen Lektionen, wie Prozesse mit KI und Automatisierung konkret aussehen. Wer danach tiefer einsteigen will, findet im Digitalisierungsmanager die Weiterbildung dazu, bei bewilligtem Bildungsgutschein ohne Kosten für dich.

Kostenlos reinschnuppern

Der Schnupperkurs ist gratis. Ob die Weiterbildung über den Bildungsgutschein gefördert wird, entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall.

Wann die Umschulung die richtige Wahl ist

Die Umschulung lohnt sich, wenn du in einen Beruf willst, in dem der Abschluss zählt. Stellen in der Anwendungsentwicklung, im Systembetrieb oder in der Netzwerktechnik schreiben häufig „abgeschlossene Ausbildung als Fachinformatiker oder vergleichbar“ aus. Auch im öffentlichen Dienst ist der Berufsabschluss oft Voraussetzung für die Eingruppierung.

Sie verlangt aber einiges. Die Dauer ist gesetzlich geregelt: Eine Vollzeitumschulung muss gegenüber der Ausbildung um mindestens ein Drittel verkürzt sein, aus drei Jahren werden also höchstens zwei. Den Stoff einer dreijährigen Ausbildung in dieser Zeit zu schaffen, ist anstrengend, besonders wenn du Familie hast oder seit Jahren nicht mehr gelernt hast. Die Agentur für Arbeit prüft deshalb vorher die Eignung, oft mit einem psychologischen Test. Dazu kommt der betriebliche Teil, für den du selbst einen Praktikumsbetrieb finden musst. In manchen Regionen gelingt das schnell, in anderen dauert die Suche Monate. Und am Ende steht eine Prüfung vor der IHK, die du bestehen musst.

Finanziell gibt es bei der Umschulung einen Zusatz, den eine kurze Weiterbildung nicht hat. Weil sie zu einem Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer führt, zahlt die Agentur nach § 87a SGB III eine Weiterbildungsprämie von 1.000 Euro nach bestandener Zwischenprüfung und 1.500 Euro nach bestandener Abschlussprüfung. Arbeitslose bekommen während einer solchen Umschulung zusätzlich ein Weiterbildungsgeld von 150 Euro im Monat.

Wann eine kurze Weiterbildung in Digitalisierung und KI passt

Viele Aufgaben rund um Digitalisierung liegen nicht in der IT-Abteilung, sondern in den Fachbereichen. Jemand muss Abläufe in der Buchhaltung, im Einkauf oder im Kundenservice verstehen, Automatisierungen bauen, KI-Werkzeuge einführen und den Kollegen erklären. Dafür braucht es selten tiefe Programmierkenntnisse, aber ein gutes Verständnis für Prozesse und Werkzeuge.

Genau dort setzt der Digitalisierungsmanager für Prozessautomatisierung und KI an. Die Weiterbildung dauert vier Monate in Vollzeit, läuft komplett online mit Live-Unterricht und ist nach AZAV zugelassen. Bei bewilligtem Bildungsgutschein kostet sie dich 0 Euro. Sie endet mit einem Trägerzertifikat, ein IHK-Abschluss ist damit nicht verbunden, und eine Vermittlung in Arbeit kann niemand garantieren.

Besonders gut passt dieser Weg, wenn du schon eine kaufmännische oder verwaltende Ausbildung hast. Dann bringst du das Wissen über die Abläufe mit, und die Weiterbildung ergänzt die digitale Seite. Eine Weiterbildungsprämie nach § 87a gibt es dafür nicht, weil kein Ausbildungsberuf abgeschlossen wird.

Vom Fachartikel zur eigenen Anwendung

Über Digitalisierung zu lesen ist das eine, sie im Arbeitsalltag umzusetzen das andere. Der KI-Schnupperkurs zeigt in fünf kurzen Lektionen, wie Prozesse mit KI und Automatisierung konkret aussehen. Wer danach tiefer einsteigen will, findet im Digitalisierungsmanager die Weiterbildung dazu, bei bewilligtem Bildungsgutschein ohne Kosten für dich.

Kostenlos reinschnuppern

Der Schnupperkurs ist gratis. Ob die Weiterbildung über den Bildungsgutschein gefördert wird, entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall.

Entscheidungshilfe in vier Fragen

Die folgenden Fragen helfen, bevor du zur Agentur gehst:

Unsere Einschätzung aus vielen Beratungsgesprächen: Quereinsteiger mit kaufmännischem Hintergrund unterschätzen oft, wie viel sie schon mitbringen. Sie wählen die zweijährige Umschulung, weil sie nach Sicherheit klingt, und merken nach einem halben Jahr, dass sie lieber Prozesse gestalten als programmieren. Umgekehrt gibt es Menschen, die seit Jahren privat Code schreiben und nur den formalen Abschluss brauchen. Für sie ist die Umschulung genau richtig.

So beantragst du die Förderung

Für beide Wege ist der Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit das übliche Instrument, erste Anlaufstelle kann auch dein Jobcenter sein. Bring ein konkretes Angebot mit Maßnahmennummer und Stellenanzeigen aus deiner Region mit, die zeigen, dass die Qualifikation gefragt ist. Wie das Gespräch abläuft, beschreibt unser Beitrag zum Antrag auf einen Bildungsgutschein. Bei Fragen zum Digitalisierungsmanager erreichst du uns unter 0160 1215470.

Häufige Fragen

Ist der Digitalisierungsmanager eine Alternative zur IHK-Umschulung?

Er ist ein anderer Weg mit anderem Ziel. Die Umschulung führt zu einem anerkannten Berufsabschluss als Fachinformatiker. Der Digitalisierungsmanager ist keine Umschulung und endet mit einem Trägerzertifikat mit Schwerpunkt Prozessautomatisierung und KI. Wer einen IHK-Abschluss braucht, sollte die Umschulung wählen.

Wie lange dauert eine Umschulung zum Fachinformatiker?

In Vollzeit in der Regel rund zwei Jahre. § 180 Abs. 4 SGB III verlangt, dass eine geförderte Umschulung gegenüber der dreijährigen Ausbildung um mindestens ein Drittel verkürzt ist, mit wenigen Ausnahmen.

Brauche ich für den Digitalisierungsmanager Programmierkenntnisse?

Nein. Die Weiterbildung setzt keine Programmierkenntnisse voraus und arbeitet mit Werkzeugen für Automatisierung und KI, die ohne klassische Programmierung auskommen.

Für welche Wege gibt es die Weiterbildungsprämie nach § 87a SGB III?

Nur für Weiterbildungen, die zu einem Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer führen, also etwa für die Umschulung zum Fachinformatiker. Der Digitalisierungsmanager endet mit einem Trägerzertifikat, eine Prämie ist dafür nicht vorgesehen.

Alle Kostenträger, Voraussetzungen und kürzeren Alternativen findest du im Überblick: Umschulung 2026: alle Wege in deinen neuen Beruf.

Bereit für deinen nächsten Karriereschritt?

Lass dich kostenlos beraten. Wir finden die passende Weiterbildung und Förderung für dich.

Weiterbildung ansehen WhatsApp