Die insolvente REVO Hospitality Group aus Berlin wird aufgeteilt. Die meisten der rund 5.450 Arbeitsplätze in den Hotels bleiben durch Übernahmen erhalten, doch die rund 450 Mitarbeiter der Berliner Zentrale können nicht weiterbeschäftigt werden und erhalten die Kündigung. Das berichten unter anderem das Handelsblatt und t-online. Wenn du in der REVO-Zentrale gearbeitet hast, hilft dir dieser Leitfaden, die nächsten Schritte zu sortieren.

Vorab: Dieser Artikel ersetzt keine arbeitsrechtliche Beratung. Bei konkreten Fragen zu Insolvenzgeld, Abfindung oder einem Aufhebungsvertrag sprich mit dem Betriebsrat, der zuständigen Gewerkschaft oder einem Fachanwalt für Arbeitsrecht. Eine Vermittlung in einen neuen Job kann niemand garantieren, die Förderwege kannst du aber selbst nutzen.

Auf einen Blick: Bei der insolventen REVO Hospitality Group bleiben die meisten der rund 5.450 Hotel-Arbeitsplätze durch Übernahmen erhalten. Die rund 450 Beschäftigten der Berliner Zentrale verlieren dagegen ihren Job. Bei Insolvenz sichert das Insolvenzgeld nach § 165 SGB III bis zu drei Monate rückständiges Nettoentgelt. Wer die Stelle verliert, hat Anspruch auf ALG 1 (60 Prozent Netto, 67 Prozent mit Kind) und kann nach § 81 SGB III einen Bildungsgutschein bekommen.

Was bei REVO Hospitality gerade passiert (Stand Juli 2026)

Die REVO Hospitality Group startete 2008 mit einem einzelnen Hotel in Leipzig und wuchs innerhalb weniger Jahre auf rund 250 Hotels. Doppelte Strukturen, Integrationsprobleme und Übernachtungszahlen unter den Prognosen führten zu einer Liquiditätslücke. Anfang 2026 stellten rund 140 Hotelgesellschaften der Gruppe einen Insolvenzantrag in Eigenverwaltung beim zuständigen Gericht in Berlin-Charlottenburg.

Für die Hotels gibt es eine Lösung: Mehrere internationale Hotelgruppen und Investoren übernehmen rund 120 Häuser, ein großer Teil war bereits verkauft. Dadurch bleiben die meisten der rund 5.450 Arbeitsplätze in den Hotels erhalten.

Anders sieht es in der Berliner Zentrale aus. Die dort beschäftigten rund 450 Mitarbeiter können nicht weiterbeschäftigt werden und erhalten die Kündigung. Darüber informierten die Sanierungsberater von GT Restructuring die Belegschaft. Dieser Leitfaden richtet sich an diese 450 Beschäftigten.

Dein erster Schritt: ALG 1 absichern

Sobald die Beendigung deines Arbeitsverhältnisses feststeht, meldest du dich innerhalb von drei Tagen nach Kenntnis arbeitsuchend, sonst droht eine Sperre. Die Agentur für Arbeit erreichst du kostenlos unter 0800 4 5555 00.

Das Arbeitslosengeld 1 beträgt 60 Prozent deines letzten Nettoentgelts, mit Kind 67 Prozent, und wird je nach Alter und Einzahldauer bis zu 24 Monate gezahlt. Diese Zeit ist dein Polster, um den nächsten Schritt sauber zu planen.

Insolvenzgeld, Aufhebungsvertrag und Abfindung

Bei einer Insolvenz sichert das Insolvenzgeld nach § 165 SGB III bis zu drei Monate rückständiges Nettoentgelt ab. Den Antrag stellst du bei der Agentur für Arbeit, innerhalb von zwei Monaten nach dem Insolvenzereignis. Der Insolvenzverwalter oder die Sanierungsberatung hilft bei der Abwicklung.

Bekommst du einen Aufhebungsvertrag oder ein Abfindungsangebot, unterschreib nichts ungeprüft. Eine selbst herbeigeführte Beendigung kann eine Sperrzeit beim ALG 1 von bis zu zwölf Wochen auslösen. Lass den Vertrag vom Betriebsrat oder einem Fachanwalt prüfen und frage nach einer Transfergesellschaft mit Transfer-Kurzarbeitergeld nach § 111 SGB III.

Die Zeit für eine geförderte Weiterbildung nutzen

In der Zentrale einer Hotelgruppe steckt viel kaufmännisches und organisatorisches Wissen, von Reservierung und Einkauf über Personal bis Controlling. Wer dieses Profil um Digitalisierung und Prozessautomatisierung ergänzt, ist für viele Branchen interessant. Der Bildungsgutschein nach § 81 SGB III macht das möglich: Bei Bewilligung übernimmt die Agentur für Arbeit die kompletten Lehrgangskosten einer zugelassenen Weiterbildung.

Während einer abschlussorientierten Weiterbildung läuft dein ALG 1 nach § 144 SGB III weiter, zusätzlich gibt es 150 Euro Weiterbildungsgeld pro Monat plus 1.000 Euro bei der Zwischenprüfung und 1.500 Euro beim Abschluss (§ 87a SGB III). Betreuungskosten für Kinder werden mit 160 Euro je Kind und Monat bezuschusst (§ 87 SGB III).

Gut passt der Digitalisierungsmanager: vier Monate, komplett online, mit Bildungsgutschein 0 Euro Eigenanteil. Inhalt sind Prozessautomatisierung und der praktische Einsatz von Künstlicher Intelligenz. In unseren DigiMan-Kursen sehen wir regelmäßig Menschen aus kaufmännischen und administrativen Rollen, die ihre Erfahrung mit Abläufen nach der Weiterbildung für Automatisierung und Datenauswertung nutzen. Wer eher in die kaufmännische Führung will, schaut sich den Wirtschaftsfachwirt (IHK) an, der über das Aufstiegs-BAföG läuft und nicht über den Bildungsgutschein.

Häufige Fragen

Wie viele Arbeitsplätze fallen bei REVO Hospitality weg?

Die meisten der rund 5.450 Hotel-Arbeitsplätze bleiben durch Übernahmen erhalten. Betroffen sind vor allem die rund 450 Beschäftigten der Berliner Zentrale, die nicht weiterbeschäftigt werden können.

Sind die Hotels auch von der Schließung bedroht?

Nach den Berichten nicht. Mehrere internationale Hotelgruppen und Investoren übernehmen rund 120 Hotels, ein großer Teil war bereits verkauft. Der Stellenabbau konzentriert sich auf die Zentrale.

Bekomme ich mein ausstehendes Gehalt?

Für rückständiges Nettoentgelt der letzten bis zu drei Monate greift in der Regel das Insolvenzgeld nach § 165 SGB III. Den Antrag stellst du bei der Agentur für Arbeit, innerhalb von zwei Monaten nach dem Insolvenzereignis.

Was kostet mich der Digitalisierungsmanager?

Bei bewilligtem Bildungsgutschein nichts. Die Agentur für Arbeit übernimmt die Lehrgangskosten vollständig. Der Kurs dauert vier Monate und läuft komplett online.

Quellen

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