Der Büromöbelhersteller König + Neurath AG aus Karben in Hessen hat ein Insolvenzplanverfahren durchlaufen. Im Zuge der Sanierung wurden rund 130 Arbeitsplätze abgebaut. Das Gericht bestätigte den Insolvenzplan, zum 1. Juni 2026 kehrte das Unternehmen in den regulären Geschäftsbetrieb zurück. Das berichten hessenschau, t-online und dds-online. Wenn du von der König + Neurath Insolvenz 2026 betroffen bist und zu den abgebauten Stellen gehörst, ordnet dieser Leitfaden deine nächsten Schritte.
Vorab, damit die Erwartung stimmt: Dieser Text ersetzt keine arbeitsrechtliche Beratung. Bei Fragen zu deinem Arbeitsverhältnis, zum Insolvenzgeld oder zu einem Aufhebungsvertrag sind der Insolvenzverwalter, dein Betriebsrat, die zuständige Gewerkschaft und ein Fachanwalt für Arbeitsrecht die richtige Adresse. Eine Vermittlung in einen neuen Job kann niemand garantieren, die Förderwege stehen dir aber offen.
Auf einen Blick: Die König + Neurath AG aus Karben in Hessen, ein Familienunternehmen seit 1925, hat ein Insolvenzplanverfahren abgeschlossen. Im Zuge der Sanierung wurden rund 130 Arbeitsplätze abgebaut, von zuvor etwa 830 Beschäftigten sind noch rund 700 im Unternehmen. Das Gericht bestätigte den Insolvenzplan, zum 1. Juni 2026 kehrte das Unternehmen in den regulären Geschäftsbetrieb zurück. Der Standort Karben bleibt. Als Hauptgründe gelten sinkende Auftragseingänge und ein schwieriges Marktumfeld.
Was bei König + Neurath passiert ist
König + Neurath stellt Büromöbel her, sitzt in Karben in Hessen und ist ein Familienunternehmen seit 1925. Das Unternehmen hat ein Insolvenzplanverfahren durchlaufen und dieses inzwischen abgeschlossen. Das Gericht bestätigte den Insolvenzplan, zum 1. Juni 2026 ging es zurück in den regulären Geschäftsbetrieb. Der Standort Karben bleibt erhalten.
Für das Unternehmen ist das eine gute Nachricht. Für die Beschäftigten, die im Zuge der Sanierung ihren Arbeitsplatz verloren haben, ist die Lage eine andere. Rund 130 Arbeitsplätze wurden abgebaut, von zuvor etwa 830 Beschäftigten sind noch rund 700 im Unternehmen.
Als Hauptgründe für die Schieflage gelten sinkende Auftragseingänge und ein schwieriges Marktumfeld.
Wenn du zu den rund 130 gehörst, richtet sich dieser Leitfaden an dich. Das Verfahren ist zwar abgeschlossen und das Unternehmen saniert, aber für deine persönliche Situation ändert das nichts an den Fragen, die jetzt anstehen: Wie sichere ich meine Ansprüche, wie melde ich mich richtig arbeitslos, und welche Wege stehen mir offen. Genau darum geht es in den nächsten Abschnitten.
Insolvenzgeld: das galt während des Verfahrens
Während eines Insolvenzverfahrens greift das Insolvenzgeld nach Paragraf 165 SGB III. Es sichert bis zu drei Monate rückständiges Nettoentgelt vor dem Insolvenzereignis ab. Der Antrag läuft über die Agentur für Arbeit und ist binnen zwei Monaten nach dem Insolvenzereignis zu stellen.
Falls du diesen Punkt noch nicht abschließend geklärt hast, hol das nach und sprich mit dem Insolvenzverwalter oder der Agentur für Arbeit. Rückständige Löhne aus der Zeit vor der Sanierung sind ein Anspruch, den du nicht liegen lassen solltest.
Auch wenn das Verfahren inzwischen abgeschlossen ist, bleibt es sinnvoll, deine Unterlagen aus dieser Phase geordnet zu behalten. Gehaltsabrechnungen, Schreiben des Insolvenzverwalters und dein Arbeitsvertrag helfen dir, offene Ansprüche zu belegen und beim Übergang in die Agentur für Arbeit schnell die richtigen Angaben zu machen.
Sobald dein Arbeitsverhältnis endet
Wenn dein Arbeitsverhältnis im Rahmen des Stellenabbaus endet, meldest du dich innerhalb von drei Tagen bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend. Versäumst du diese Frist, droht eine Sperrzeit. Die kostenlose Hotline erreichst du unter 0800 4 5555 00.
Das Arbeitslosengeld 1 beträgt rund 60 Prozent deines letzten Nettoentgelts, mit Kind sind es 67 Prozent. Die genaue Höhe rechnet dir die Agentur für Arbeit aus.
Wurde dir ein Aufhebungsvertrag angeboten, gilt weiterhin: vorher prüfen lassen. Ein Aufhebungsvertrag kann eine Sperrzeit von bis zu zwölf Wochen auslösen. Ob das im Einzelfall zutrifft, hängt von der Formulierung ab. Betriebsrat, Gewerkschaft oder ein Fachanwalt schauen sich das an.
Möbelfertigung und Verwaltung: dein Wissen neu einsetzen
In der Möbelfertigung, in Verwaltung und Vertrieb steckt viel Prozesswissen. Du kennst Fertigungsabläufe, Materialfluss, Auftragsbearbeitung, Kundenprozesse und die Stellen, an denen es im Alltag hakt. Genau dieses Wissen ist gefragt, wenn ein Unternehmen seine Abläufe digitalisieren will.
Die Möbelindustrie steckt seit Jahren in der Krise, König + Neurath ist einer von mehreren Fällen. Der Polstermöbelhersteller Himolla musste ebenfalls ein Verfahren einleiten, wie unser Beitrag zur Himolla Insolvenz zeigt. Umso sinnvoller ist es, das eigene Profil breiter aufzustellen und nicht an eine einzelne Branche gebunden zu bleiben.
Hier setzt der Digitalisierungsmanager an.
Die Weiterbildung dauert vier Monate, umfasst 720 Unterrichtseinheiten und läuft komplett online. Programmierkenntnisse brauchst du nicht. Der Schwerpunkt liegt auf Prozessautomatisierung und dem praktischen Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Das sind Fähigkeiten, die nicht nur in der Möbelbranche gefragt sind, sondern in fast jedem Betrieb. Der Bildungsgutschein nach Paragraf 81 SGB III übernimmt bei Bewilligung die kompletten Lehrgangskosten, dein Eigenanteil liegt dann bei 0 Euro. Ob ein Bildungsgutschein bewilligt wird, entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall.
Während einer abschlussorientierten Weiterbildung läuft dein Arbeitslosengeld 1 nach Paragraf 144 SGB III weiter. Dazu kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld pro Monat sowie 1.000 Euro bei der Zwischenprüfung und 1.500 Euro beim Abschluss (Paragraf 87a SGB III). Hast du Kinder, wird die Betreuung mit 160 Euro je Kind und Monat bezuschusst (Paragraf 87 SGB III).
Eine ehrliche Einordnung aus der Praxis: Wer aus einer langjährigen Industriestelle kommt, bringt oft mehr Prozessverständnis mit, als er sich zutraut, unterschätzt aber, wie viel Eigenmotivation vier Monate Vollzeit-Weiterbildung kosten. Es lohnt sich vor allem dann, wenn du den Wechsel wirklich willst.
Weiterbildung ist eine Option, kein Muss
Ob eine Weiterbildung der richtige Weg ist, entscheidest du. Manche finden schnell wieder eine Stelle in ihrem alten Beruf, andere nutzen den Einschnitt für einen Wechsel. Der Digitalisierungsmanager ist eine Möglichkeit unter mehreren, kein Zwang.
Wenn du diese Möglichkeit prüfen willst, führt der Weg über deinen Vermittler bei der Agentur für Arbeit. Der Bildungsgutschein ist eine Ermessensentscheidung, einen automatischen Anspruch gibt es nicht. Deshalb lohnt es sich, im Beratungsgespräch klar zu sagen, warum die Weiterbildung zu deinem beruflichen Ziel passt.
Nimm dir Zeit für diese Entscheidung. Du musst nichts überstürzen.
Häufige Fragen
Ist König + Neurath noch insolvent?
Nein. Das Insolvenzplanverfahren ist abgeschlossen. Das Gericht bestätigte den Insolvenzplan, zum 1. Juni 2026 kehrte das Unternehmen in den regulären Geschäftsbetrieb zurück. Der Standort Karben bleibt erhalten. Im Zuge der Sanierung wurden rund 130 Arbeitsplätze abgebaut.
Wie viele Stellen wurden bei König + Neurath abgebaut?
Rund 130 Arbeitsplätze. Von zuvor etwa 830 Beschäftigten sind noch rund 700 im Unternehmen. Als Hauptgründe gelten sinkende Auftragseingänge und ein schwieriges Marktumfeld.
Ich habe meinen Job verloren, was steht mir zu?
Melde dich innerhalb von drei Tagen bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend, sonst droht eine Sperrzeit. Die Hotline ist 0800 4 5555 00. Rückständige Löhne aus der Zeit vor der Sanierung können über Insolvenzgeld nach Paragraf 165 SGB III gesichert sein, das klärst du mit dem Insolvenzverwalter und der Agentur für Arbeit.
Was kostet mich der Digitalisierungsmanager?
Bei bewilligtem Bildungsgutschein nichts. Die Agentur für Arbeit übernimmt dann die kompletten Lehrgangskosten. Die Weiterbildung dauert vier Monate, läuft komplett online, und Programmierkenntnisse sind nicht nötig. Ob ein Bildungsgutschein bewilligt wird, prüft die Agentur für Arbeit im Einzelfall.
Quellen
- hessenschau: König + Neurath ist insolvent, Traditionsunternehmen aus Karben in der Krise
- t-online: König + Neurath in Insolvenz, Möbelhersteller beendet Insolvenzverfahren
- dds-online: König + Neurath beendet Insolvenzverfahren
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