Beim Stichwort hGears Schramberg Insolvenz geht es bisher um genau einen Vorgang: den Antrag der hGears Schramberg GmbH vom 7. September 2026 beim Amtsgericht Rottweil, ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung zu eröffnen. Eröffnet ist das Verfahren nicht, Stand 15. September 2026, und genau davon hängt ab, welche Regeln für dich heute gelten und welche erst später. Dieser Text trennt Belegtes von Offenem und zeigt, was daraus folgt.

Eine arbeitsrechtliche Beratung ersetzt er nicht. Verbindlich zu deinem Arbeitsverhältnis beraten dich der Betriebsrat, die zuständige Gewerkschaft, hier die IG Metall, und ein Fachanwalt für Arbeitsrecht. Eine Vermittlung in einen neuen Job kann niemand garantieren, wir auch nicht.

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Was am 7. September beim Amtsgericht Rottweil beantragt wurde

Am Montag, dem 7. September 2026, hat die Geschäftsführung der hGears Schramberg GmbH beim Amtsgericht Rottweil beantragt, ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung nach Paragraf 270 folgende InsO zu eröffnen, so die Corporate News der hGears AG vom selben Tag. Als Hintergrund nennt das Unternehmen eine eingetretene Zahlungsunfähigkeit infolge dauerhaft zu geringer Produktionsvolumina und einer für das aktuelle Geschäftsvolumen zu hohen Kostenbasis. Die anhaltend schwache Entwicklung des für Schramberg besonders wichtigen Geschäftsbereichs e-Bike habe zu einer erheblichen Unterauslastung geführt.

Der Standort liegt im Stadtteil Sulgen, Landkreis Rottweil, Baden-Württemberg. Auf Nachfrage der NRWZ sagte Christian Weiz, Head of Investor Relations der hGears AG, in Schramberg habe man im Moment 181 Mitarbeiter. Das ist die Belegschaft am Standort, keine Zahl wegfallender Stellen.

Nach Weiz wird im Moment ein Sanierungsplan ausgearbeitet, und wen und wie stark das die Belegschaft treffen werde, könne man Stand heute nicht sagen. Wenn man versuche, die Kostenstruktur anzupassen, seien Kündigungen „nicht auszuschließen“. Die Produktion sei „uneingeschränkt lieferfähig“.

Den Antrag hat allein die hGears Schramberg GmbH gestellt. Die hGears AG und die Tochtergesellschaften mit Produktionsstandorten in Padua und Suzhou sind laut Mitteilung derzeit nicht betroffen. Weil AG und GmbH unter derselben Anschrift in Schramberg sitzen, lohnt ein Blick in Arbeitsvertrag und Gehaltsabrechnung: Die dort genannte Gesellschaft entscheidet, welcher Verfahrensstand für dich gilt.

Was Eigenverwaltung im Antragsstadium bedeutet

Ein Insolvenzantrag ist die Bitte an das Gericht, ein Verfahren zu eröffnen. Bis es entscheidet, bleibt es beim Antragsstadium.

In einer Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung im Amt. Kontrolliert wird sie von einem Sachwalter, den das Gericht bestellt. Hier soll sie laut Unternehmen den Restrukturierungsprozess steuern. Wer Sachwalter wird, war am Tag des Antrags nach Darstellung der NRWZ offen, und öffentlich benannt ist bis zum 15. September 2026 niemand. Dein Arbeitsvertrag besteht unverändert fort. Zu den Löhnen und zu einer Vorfinanzierung des späteren Insolvenzgeldes gibt es keine Aussage, weder von der Geschäftsführung noch von einem Sachwalter noch von der Agentur für Arbeit. Liest du, Löhne würden in solchen Verfahren in der Regel über das Insolvenzgeld abgesichert, ist das eine allgemeine Erläuterung ohne Zusage für diesen Betrieb.

Beim Insolvenzgeld zählt ein anderer Zeitpunkt. Nach Paragraf 165 SGB III deckt es offenes Arbeitsentgelt für die drei Monate vor dem Insolvenzereignis, also vor der Eröffnung des Verfahrens oder der Abweisung des Antrags mangels Masse. Ein Antrag gehört nicht dazu, heute lässt sich deshalb kein Insolvenzgeld beantragen, und die Antragsfrist von zwei Monaten nach Paragraf 324 Absatz 3 SGB III hat noch nicht begonnen. Wer sie später aus Gründen versäumt, die er nicht selbst zu vertreten hat, kann den Antrag binnen zwei Monaten nach Wegfall des Hindernisses nachholen.

Nach einer Eröffnung würde nach Paragraf 279 InsO auch in der Eigenverwaltung die Kündigungsfrist nach Paragraf 113 InsO auf höchstens drei Monate zum Monatsende begrenzt, sofern keine kürzere Frist gilt. Heute greift das nicht.

Fristen, die unabhängig vom Gericht gelten

Einige Fristen hängen allein an deinem Arbeitsverhältnis, manche sind sehr kurz.

Arbeitsuchend melden musst du dich nach Paragraf 38 Absatz 1 SGB III spätestens drei Monate vor dem Ende deines Arbeitsverhältnisses. Erfährst du vom Ende weniger als drei Monate vorher, gilt eine Frist von drei Tagen ab dieser Kenntnis. Die Pflicht besteht auch, wenn du gegen eine Kündigung klagst oder der Arbeitgeber eine Weiterbeschäftigung in Aussicht stellt. Wer sich zu spät meldet, riskiert nach Paragraf 159 Absatz 6 SGB III eine Sperrzeit von einer Woche. Die kostenfreie Servicenummer der Agentur für Arbeit lautet 0800 4 5555 00.

Gegen eine Kündigung bleiben drei Wochen ab Zugang der schriftlichen Kündigung für die Kündigungsschutzklage (Paragraf 4 KSchG). Verstreicht diese Frist, gilt die Kündigung nach Paragraf 7 KSchG als von Anfang an wirksam. Ein Aufhebungsvertrag ohne wichtigen Grund kann eine Sperrzeit von bis zu zwölf Wochen auslösen, deshalb vor der Unterschrift prüfen lassen.

Bis zu einer Eröffnung gilt für die Kündigungsfrist das Übliche, also dein Vertrag und Paragraf 622 BGB. Die Grundfrist beträgt vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Monatsende, bei einer Kündigung durch den Arbeitgeber steigt sie mit der Betriebszugehörigkeit, ab zwei Jahren ein Monat zum Monatsende bis sieben Monate ab 20 Jahren. Tarifverträge können abweichen. Endet ein Arbeitsverhältnis, beträgt das Arbeitslosengeld rund 60 Prozent des letzten Nettoentgelts, mit Kind 67 Prozent.

Was aus Zerspanung, Sintermetall und Qualitätssicherung mitgeht

hGears beschreibt sich als Hersteller von Hochpräzisionsgetriebeteilen wie Zahnrädern und Wellen für elektrische Antriebssysteme in E-Bikes sowie in Elektro- und Hybridfahrzeugen, gefertigt in zerspanender Stahlverarbeitung und Sintermetallproduktion. Was davon genau in Schramberg entsteht, sagt keine öffentliche Quelle. Die folgende Einordnung beschreibt deshalb typische Tätigkeiten eines solchen Produktionsbetriebs und sagt nichts über einzelne Beschäftigte.

Wer Serienmaschinen rüstet und Prozessparameter überwacht, arbeitet bereits regelbasiert, und von dort ist der Weg zu Prozessdaten und automatisierten Auswertungen kurz. Beim Sintern und Härten geht es darum, Prozessfenster einzuhalten und Abweichungen früh zu erkennen. Funktionskritische Teile für Zulieferer und Erstausrüster bringen Prüfpläne, Messtechnik und Rückverfolgbarkeit mit sich, und wer Ursachen strukturiert sucht, hat das Handwerkszeug für Prozessanalyse. Arbeitsvorbereitung, Disposition, Einkauf und Verwaltung folgen wiederkehrenden Regeln, vom Fertigungsauftrag bis zum Rechnungseingang, und solche Abläufe lassen sich mit Workflow-Werkzeugen automatisieren.

Hier kann eine geförderte Weiterbildung ansetzen, wenn du dich in diese Richtung entwickeln willst. Der Digitalisierungsmanager für Prozessautomatisierung und Künstliche Intelligenz dauert vier Monate in Vollzeit, montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr, umfasst 720 Unterrichtseinheiten, läuft komplett online, setzt keine Programmierkenntnisse voraus und ist DEKRA-zertifiziert. Finanzieren lässt er sich über einen Bildungsgutschein nach Paragraf 81 SGB III, den die Agentur für Arbeit ausstellt. Bei bewilligtem Bildungsgutschein liegt dein Eigenanteil bei 0 Euro, ob bewilligt wird, entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall.

Solange das Arbeitsverhältnis läuft, zählt ein Satz aus Paragraf 81 Absatz 1 SGB III: Gefördert werden kann auch, um eine drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden, vorausgesetzt, die Agentur für Arbeit hat dich vor Beginn beraten. Neben einer laufenden Vollzeitstelle lässt sich der Kurs allerdings nicht belegen.

Wer Arbeitslosengeld bezieht, kann es während einer mit Bildungsgutschein geförderten Weiterbildung weiter erhalten (Paragraf 144 SGB III), wobei je zwei Tage dieses Bezugs die Anspruchsdauer um einen Tag mindern (Paragraf 148 Absatz 1 Nummer 7 SGB III). Kinderbetreuungskosten können pauschal mit 160 Euro je Kind und Monat übernommen werden (Paragraf 87 SGB III).

Eine Weiterbildung ist eine Option unter mehreren, für manche ist der direkte Wechsel in einen anderen Betrieb der kürzere Weg. Mehr dazu in unserem Überblick zum Stellenabbau in der Industrie.

Warum diese Wochen zählen

Aus unserer Sicht wird an diesem Fall vor allem die Verfahrensart überlesen. Eine Eigenverwaltung macht nach außen wenig Lärm: Die Produktion liefert laut Unternehmen, die Geschäftsführung soll bleiben, gekündigt ist niemand. Es heißt aber auch, dass im Moment niemand öffentlich für die Belegschaft spricht: Es gibt keinen benannten Sachwalter und keine Aussage zu den Löhnen.

Wer etwas wissen will, muss selbst fragen, beim Betriebsrat am Standort und bei der IG Metall in Freudenstadt.

Die Wochen, in denen der Sanierungsplan erst entsteht, halten wir für die wertvollsten dieser Phase. Wen er betrifft, ist offen, und solange das so ist, lässt sich in Ruhe sortieren. Welche Gesellschaft steht im Arbeitsvertrag, wie lang sind Kündigungsfrist und Betriebszugehörigkeit, wo liegen die Zeugnisse? Was bei einer drohenden Arbeitslosigkeit schon vor einer Kündigung möglich ist, beantwortet die Agentur für Arbeit. Wer das mit laufendem Gehalt klärt, hat später mehr Ruhe für Entscheidungen.

Häufige Fragen

Was bedeutet die Eigenverwaltung für meinen Lohn?

Dein Arbeitsvertrag besteht unverändert weiter, und die Geschäftsführung soll nach Unternehmensangaben im Amt bleiben. Ein Sachwalter ist öffentlich bisher nicht benannt. Eine Aussage zu Lohnzahlungen oder zu einer Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes gibt es bis zum 15. September 2026 nicht. Frag im Zweifel beim Betriebsrat oder in der Personalabteilung nach.

Ab wann kann ich Insolvenzgeld beantragen?

Erst ab dem Insolvenzereignis, also ab der Eröffnung des Verfahrens oder der Abweisung des Antrags mangels Masse (Paragraf 165 SGB III). Dann gilt eine Antragsfrist von zwei Monaten nach Paragraf 324 Absatz 3 SGB III, die sich bei einem unverschuldeten Versäumnis nachholen lässt. Solange nur der Antrag vom 7. September vorliegt, läuft diese Frist nicht.

Woran erkenne ich, dass das Verfahren eröffnet wurde?

An einer amtlichen Bekanntmachung auf insolvenzbekanntmachungen.de, zu finden über den Namen hGears Schramberg oder über den Sitz Schramberg beim Amtsgericht Rottweil. Am 15. September 2026 gab es dort keine Veröffentlichung, was im Antragsstadium einer Eigenverwaltung normal und keine Entwarnung ist. Informieren kann dich außerdem dein Arbeitgeber.

Welche Gesellschaft hat den Antrag gestellt?

Allein die hGears Schramberg GmbH. Die Muttergesellschaft hGears AG und die Standorte in Padua und Suzhou sind laut Mitteilung des Unternehmens derzeit nicht betroffen. Welche Gesellschaft dein Arbeitgeber ist, steht in deinem Arbeitsvertrag und auf der Gehaltsabrechnung.

Quellen

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