Die Diakonisches Werk Oldenburg Fachklinik Oldenburger Land gGmbH hat am 2. Juli 2026 Insolvenzantrag gestellt. Betroffen sind 99 Mitarbeitende an den beiden Reha-Standorten Neerstedt und Oldenburg. Beide Kliniken laufen während des Verfahrens uneingeschränkt weiter, das Verfahren soll die Sanierung ermöglichen. Das berichten unter anderem die Nordwest-Zeitung und der Weser-Kurier. Wenn du an der Fachklinik arbeitest, ordnet dieser Leitfaden deine nächsten Schritte.
Vorab: Dieser Text ersetzt keine arbeitsrechtliche Beratung. Bei Fragen zu Insolvenzgeld, deinem Arbeitsverhältnis oder einem Aufhebungsvertrag ist der Insolvenzverwalter, die Mitarbeitervertretung oder ein Fachanwalt für Arbeitsrecht die richtige Adresse. Eine Vermittlung in einen neuen Job kann niemand garantieren, die Förderwege stehen dir aber offen.
Auf einen Blick: Die Fachklinik Oldenburger Land hat am 2. Juli 2026 Insolvenz beantragt, 99 Mitarbeitende sind betroffen. Auslöser sind wirtschaftliche Schwierigkeiten am Standort Neerstedt, der Standort Oldenburg gilt als stabil. Beide Kliniken laufen im Verfahren weiter, Ziel ist die Sanierung. Die Gehälter sind über das Insolvenzgeld nach § 165 SGB III für drei Monate gesichert.
Was an der Fachklinik gerade passiert
Die gGmbH betreibt zwei Standorte in Neerstedt und Oldenburg. Weil beide zur selben Gesellschaft gehören, sind sie vom Insolvenzverfahren gleichermaßen erfasst. Auslöser sind wirtschaftliche Schwierigkeiten am Standort Neerstedt, während Oldenburg als finanziell stabil gilt. Als Ursachen werden anhaltender Personalmangel und Personalwechsel genannt.
Die 99 Mitarbeitenden beider Standorte und die Mitarbeitervertretung wurden über den Insolvenzantrag informiert. Wichtig: Beide Kliniken werden während des Verfahrens ohne Einschränkung weiterbetrieben. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Berend Böhme aus Bremen bestellt. Ziel ist die Sanierung und der Erhalt beider Einrichtungen.
Für die Beschäftigten heißt das: Es ist zunächst kein sofortiger Stellenabbau angekündigt. Trotzdem ist es sinnvoll, die eigenen Ansprüche und Möglichkeiten zu kennen, solange das Verfahren läuft.
Deine Gehälter sind über das Insolvenzgeld gesichert
Für die Zeit rund um den Insolvenzantrag greift das Insolvenzgeld nach § 165 SGB III. Es sichert bis zu drei Monate rückständiges Nettoentgelt ab. Den Antrag stellst du bei der Agentur für Arbeit, innerhalb von zwei Monaten nach dem Insolvenzereignis. Der Insolvenzverwalter und die Personalabteilung unterstützen bei den nötigen Bescheinigungen.
Solltest du eine Kündigung oder einen Aufhebungsvertrag erhalten, lass ihn vor der Unterschrift prüfen. Eine selbst herbeigeführte Beendigung kann eine Sperrzeit beim ALG 1 von bis zu zwölf Wochen auslösen. Die Mitarbeitervertretung oder ein Fachanwalt hilft dir bei der Bewertung.
Falls es doch zur Beendigung kommt: ALG 1 absichern
Sollte dein Arbeitsverhältnis enden, meldest du dich innerhalb von drei Tagen nach Kenntnis arbeitsuchend, sonst droht eine Sperre. Die Agentur für Arbeit erreichst du kostenlos unter 0800 4 5555 00.
ALG 1 beträgt 60 Prozent deines letzten Nettoentgelts, mit Kind 67 Prozent, gezahlt bis zu 24 Monate je nach Alter und Einzahldauer.
Eine geförderte Weiterbildung als Option
Das Gesundheitswesen steht unter wirtschaftlichem Druck, gleichzeitig steigt der Bedarf an digitalen und automatisierten Abläufen, gerade in Verwaltung, Abrechnung und Dokumentation. Wer aus Therapie, Pflege oder Klinikverwaltung kommt, bringt Organisationswissen mit, das sich gut auf Digitalisierungsrollen übertragen lässt. Der Bildungsgutschein nach § 81 SGB III übernimmt bei Bewilligung die kompletten Lehrgangskosten einer zugelassenen Weiterbildung.
Während einer abschlussorientierten Weiterbildung läuft dein ALG 1 nach § 144 SGB III weiter, dazu kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld pro Monat sowie 1.000 Euro bei der Zwischenprüfung und 1.500 Euro beim Abschluss (§ 87a SGB III). Kinderbetreuung wird mit 160 Euro je Kind und Monat bezuschusst (§ 87 SGB III).
Ein möglicher Weg ist der Digitalisierungsmanager: vier Monate, komplett online, mit Bildungsgutschein 0 Euro Eigenanteil. Es geht um Prozessautomatisierung und den praktischen Einsatz von Künstlicher Intelligenz. In den DigiMan-Kursen sind regelmäßig Menschen aus dem Gesundheits- und Sozialbereich, die ihr Wissen über Abläufe in Digitalisierungsrollen mitnehmen. Wer eher in die kaufmännische Führung will, schaut sich den Wirtschaftsfachwirt (IHK) an, der über das Aufstiegs-BAföG läuft.
Häufige Fragen
Werden die Standorte Neerstedt und Oldenburg geschlossen?
Nein, beide Kliniken werden während des Insolvenzverfahrens uneingeschränkt weiterbetrieben. Ziel des Verfahrens ist die Sanierung und der Erhalt beider Einrichtungen.
Wie viele Mitarbeitende sind betroffen?
Betroffen sind die 99 Mitarbeitenden beider Standorte, die zusammen mit der Mitarbeitervertretung über den Insolvenzantrag informiert wurden.
Sind meine Gehälter gesichert?
Für die Zeit rund um den Insolvenzantrag greift das Insolvenzgeld nach § 165 SGB III, das bis zu drei Monate rückständiges Nettoentgelt absichert. Den Antrag stellst du bei der Agentur für Arbeit, innerhalb von zwei Monaten nach dem Insolvenzereignis.
Was kostet mich der Digitalisierungsmanager?
Bei bewilligtem Bildungsgutschein nichts. Die Agentur für Arbeit übernimmt die Lehrgangskosten. Der Kurs dauert vier Monate und läuft komplett online.
Quellen
- Nordwest-Zeitung: Fachklinik Oldenburger Land meldet Insolvenz an
- Diakonie im Oldenburger Land: Fachklinik Oldenburger Land gGmbH stellt Insolvenzantrag
- Weser-Kurier: Fachklinik aus Neerstedt meldet Insolvenz an, wie geht es nun weiter
Bereit für deinen nächsten Karriereschritt?
Lass dich kostenlos beraten. Wir finden die passende Weiterbildung und Förderung für dich.