Der traditionsreiche Hemden- und Blusenhersteller Eterna aus Passau stellt nach 163 Jahren seinen Geschäftsbetrieb ein. Für das Gesamtunternehmen fand sich in den vergangenen Monaten kein Käufer, rund 400 Beschäftigte am Passauer Stammsitz sind betroffen. Die Markenrechte konnten separat verkauft werden. Das berichten unter anderem t-online und die WirtschaftsWoche. Wenn du bei Eterna in Passau arbeitest, ordnet dieser Leitfaden deine nächsten Schritte.

Vorab: Dieser Text ersetzt keine arbeitsrechtliche Beratung. Bei Fragen zu Insolvenzgeld, deinem Arbeitsverhältnis oder einem Aufhebungsvertrag ist der Insolvenzverwalter, die Mitarbeitervertretung oder ein Fachanwalt für Arbeitsrecht die richtige Adresse. Eine Vermittlung in einen neuen Job kann niemand garantieren, die Förderwege stehen dir aber offen.

Auf einen Blick: Eterna aus Passau stellt nach 163 Jahren im Sommer 2026 den Betrieb ein, rund 400 Beschäftigte am Stammsitz sind betroffen. Erste Berichte zur Insolvenz sprachen von bis zu 800 betroffenen Mitarbeitenden konzernweit. Die Marke Eterna wurde separat verkauft, für das Unternehmen als Ganzes fand sich kein Käufer. Das Insolvenzgeld nach § 165 SGB III sichert bis zu drei Monate Nettoentgelt. Wer die Stelle verliert, sichert ALG 1 und kann eine geförderte Weiterbildung nutzen.

Was bei Eterna in Passau gerade passiert

Eterna wurde 1863 gegründet und zählte zu den letzten großen Namen der einst blühenden deutschen Bekleidungsindustrie. Das Unternehmen war bereits 2021 durch eine Restrukturierung gegangen, rutschte zuletzt aber von der Eigenverwaltung in die Regelinsolvenz. Nach ersten Berichten zur Insolvenz waren bis zu 800 Mitarbeitende betroffen.

In den vergangenen Monaten suchte das Unternehmen einen Käufer für den gesamten Betrieb, ohne Erfolg. Die Markenrechte konnten separat verkauft werden, für das operative Unternehmen selbst fand sich niemand, der es als Ganzes übernehmen wollte. Der Passauer Stammsitz mit rund 400 Beschäftigten wird deshalb im Sommer 2026 geschlossen, nach 163 Jahren Firmengeschichte.

Für die Beschäftigten heißt das: Mit dem Verkauf der Marke bleibt der Name Eterna zwar bestehen, die Produktion und die Arbeitsplätze am Stammsitz in Passau enden aber unabhängig davon.

Deine Gehälter sind über das Insolvenzgeld gesichert

Für die Zeit rund um das Insolvenzereignis greift das Insolvenzgeld nach § 165 SGB III. Es sichert bis zu drei Monate rückständiges Nettoentgelt ab. Den Antrag stellst du bei der Agentur für Arbeit, innerhalb von zwei Monaten nach dem Insolvenzereignis. Der Insolvenzverwalter unterstützt bei den nötigen Bescheinigungen.

Solltest du eine Kündigung oder ein Angebot für einen Aufhebungsvertrag erhalten, lass es vor der Unterschrift prüfen. Eine selbst herbeigeführte Beendigung kann eine Sperrzeit beim ALG 1 von bis zu zwölf Wochen auslösen.

Falls es zur Beendigung kommt: ALG 1 absichern

Endet dein Arbeitsverhältnis, meldest du dich innerhalb von drei Tagen nach Kenntnis arbeitsuchend, sonst droht eine Sperre. Die Agentur für Arbeit erreichst du kostenlos unter 0800 4 5555 00.

ALG 1 beträgt 60 Prozent deines letzten Nettoentgelts, mit Kind 67 Prozent, gezahlt bis zu 24 Monate je nach Alter und Einzahldauer.

Die Zeit für eine geförderte Weiterbildung nutzen

Die deutsche Textilindustrie hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt, viele klassische Fertigungsjobs fallen weg, während in Verwaltung, Handel und Logistik quer durch die Wirtschaft digitale und automatisierte Rollen entstehen. Wer aus Produktion, Qualitätssicherung oder kaufmännischen Bereichen eines Traditionsunternehmens wie Eterna kommt, bringt strukturiertes Arbeiten mit, das sich gut übertragen lässt. Der Bildungsgutschein nach § 81 SGB III übernimmt bei Bewilligung die kompletten Lehrgangskosten einer zugelassenen Weiterbildung.

Während einer abschlussorientierten Weiterbildung läuft dein ALG 1 nach § 144 SGB III weiter, dazu kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld pro Monat sowie 1.000 Euro bei der Zwischenprüfung und 1.500 Euro beim Abschluss (§ 87a SGB III). Kinderbetreuung wird mit 160 Euro je Kind und Monat bezuschusst (§ 87 SGB III).

Der Digitalisierungsmanager ist ein möglicher Weg: vier Monate, komplett online, mit Bildungsgutschein 0 Euro Eigenanteil, mit Fokus auf Prozessautomatisierung und den praktischen Einsatz von KI in Geschäftsprozessen. Wer eher in die kaufmännische Führung will, findet im Wirtschaftsfachwirt (IHK) eine Alternative über das Aufstiegs-BAföG.

Häufige Fragen

Wie viele Beschäftigte sind von der Eterna-Insolvenz betroffen?

Am Passauer Stammsitz sind rund 400 Beschäftigte betroffen. Erste Berichte zur Insolvenz sprachen von bis zu 800 Mitarbeitenden konzernweit.

Bleibt die Marke Eterna erhalten?

Die Markenrechte konnten nach den Berichten separat verkauft werden. Für das Unternehmen als Ganzes, also Produktion und Standort Passau, fand sich kein Käufer.

Bekomme ich mein ausstehendes Gehalt?

Für rückständiges Nettoentgelt der letzten bis zu drei Monate greift das Insolvenzgeld nach § 165 SGB III. Den Antrag stellst du bei der Agentur für Arbeit, innerhalb von zwei Monaten nach dem Insolvenzereignis.

Was kostet mich der Digitalisierungsmanager?

Bei bewilligtem Bildungsgutschein nichts. Die Agentur für Arbeit übernimmt die Lehrgangskosten. Der Kurs dauert vier Monate und läuft komplett online.

Quellen

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