Die deutsche Bierbranche steckt in der Krise. Wenn du in einer Brauerei arbeitest und die Brauereien Krise 2026 dich betrifft, ordnet dieser Leitfaden deine nächsten Schritte. Der Bierabsatz in Deutschland fiel 2025 um 6 Prozent auf 7,8 Milliarden Liter, den niedrigsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen 1993 und erstmals unter die Marke von 8 Milliarden Litern.
Dieser Text ersetzt keine arbeitsrechtliche Beratung. Für verbindliche Auskünfte zu deinem Arbeitsverhältnis, zu Insolvenzgeld oder einem Aufhebungsvertrag sind je nach Fall der Insolvenzverwalter, dein Betriebsrat, die zuständige Gewerkschaft und ein Fachanwalt für Arbeitsrecht die richtige Adresse. Eine Vermittlung in einen neuen Job kann niemand garantieren, die Förderwege für Weiterbildung und Neuorientierung stehen dir aber offen.
Auf einen Blick: Der deutsche Bierabsatz fiel 2025 um 6 Prozent auf 7,8 Milliarden Liter, den niedrigsten Wert seit 1993. In den ersten fünf Monaten 2026 schrumpfte der Markt nochmals um rund 5 Prozent. In den vergangenen sechs Jahren haben 137 Brauereien geschlossen, allein 52 davon im Jahr 2024. Die Warsteiner-Gruppe kündigte im Mai an, ihre Brauerei in Herford zu schließen und ein Werk in Paderborn zu verkaufen, davon sind rund 220 Arbeitsplätze betroffen. Zwischen dem 12. und 22. Juni 2026 meldeten zudem mehrere Brauereien Insolvenz an, darunter die Brauerei Ott aus Bad Schussenried, die Aktienbrauerei Kaufbeuren und das Hofbrauhaus Wolters aus Braunschweig.
Wie tief die Bier-Krise reicht
Der Markt schrumpft seit Jahren. 2025 fiel der Bierabsatz in Deutschland um 6 Prozent auf 7,8 Milliarden Liter. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen 1993 und das erste Mal unter der Marke von 8 Milliarden Litern. In den ersten fünf Monaten 2026 ging es nochmals um rund 5 Prozent zurück.
Das Brauereisterben hat Bestand. In den vergangenen sechs Jahren haben 137 Brauereien in Deutschland geschlossen, allein 52 davon im Jahr 2024.
Auch große Namen sind betroffen. Die Warsteiner-Gruppe aus Nordrhein-Westfalen kündigte im Mai an, ihre Brauerei in Herford zu schließen und ein weiteres Werk in Paderborn zu verkaufen. Davon sind rund 220 Arbeitsplätze betroffen. Zwischen dem 12. und 22. Juni 2026 meldeten mehrere Brauereien Insolvenz an, darunter die Brauerei Ott aus Bad Schussenried mit rund 40 Beschäftigten, die Aktienbrauerei Kaufbeuren mit rund 84 Beschäftigten und das Hofbrauhaus Wolters aus Braunschweig. Einen näheren Blick auf einen dieser Fälle wirft unser Beitrag zur Insolvenz der Aktienbrauerei Kaufbeuren.
Die Ursachen liegen im Zusammenspiel von Kosten und Gewohnheiten. Hohe Energiekosten treffen eine Branche, die viel Wärme und Kälte braucht. Die Menschen halten sich beim Konsum zurück. Und vor allem jüngere Erwachsene greifen häufiger zu Wein, Cocktails oder alkoholfreien Alternativen. Für dich als Beschäftigten heißt das: Die Krise betrifft nicht nur einen Arbeitgeber, sondern viele Betriebe der Branche gleichzeitig.
Deine ersten Schritte
Ordne zuerst deine Papiere. Arbeitsvertrag, Lohnabrechnungen, Nachweise über Urlaub und Überstunden, Betriebsvereinbarungen. Diese Unterlagen brauchst du, falls Ansprüche berechnet werden.
Dein Betriebsrat und die zuständige Gewerkschaft sind deine ersten Anlaufstellen. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) vertritt Beschäftigte in Brauereien und der Getränkeindustrie und kennt den Stand der Verhandlungen, etwa ob ein Sozialplan oder eine Transfergesellschaft geplant ist. Sie berät ihre Mitglieder zusätzlich in arbeitsrechtlichen Fragen.
Wenn dir ein Aufhebungsvertrag angeboten wird, unterschreibe ihn nicht ohne Prüfung. Ein Aufhebungsvertrag kann eine Sperrzeit von bis zu zwölf Wochen beim Arbeitslosengeld auslösen, in der du kein Geld bekommst und die deine Bezugsdauer verkürzt. Ob sich das vermeiden lässt, hängt von der Ausgestaltung ab. Lass den Vertrag deshalb vorher von Betriebsrat, Gewerkschaft oder einem Fachanwalt prüfen.
Insolvenzgeld, Arbeitslosengeld und Sperrzeit
Ob Insolvenzgeld für dich in Frage kommt, hängt vom Einzelfall ab, denn nicht jede Brauerei ist insolvent, manche schließen oder verkaufen Standorte im laufenden Betrieb. Ist dein Arbeitgeber tatsächlich insolvent, greift das Insolvenzgeld nach Paragraf 165 SGB III und sichert bis zu drei Monate rückständiges Nettoentgelt. Den Antrag stellst du bei der Agentur für Arbeit innerhalb von zwei Monaten nach dem Insolvenzereignis. In der Praxis wird die Zahlung oft über den Verwalter und eine Bank vorfinanziert.
Sobald ein Enddatum für dein Arbeitsverhältnis feststeht, meldest du dich innerhalb von drei Tagen nach Kenntnis bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend. Versäumst du die Frist, droht eine Sperrzeit. Die kostenlose Hotline erreichst du unter 0800 4 5555 00.
Das Arbeitslosengeld 1 beträgt rund 60 Prozent deines letzten Nettoentgelts, mit Kind 67 Prozent. Falls dein Arbeitgeber eine Transfergesellschaft anbietet, kann das Transfer-Kurzarbeitergeld nach Paragraf 111 SGB III den Übergang abfedern und schafft Zeit für die Suche nach etwas Neuem.
Vom Brauerei-Wissen zur Digitalisierung
In einer Brauerei steckt viel Fachwissen. Wer den Brauprozess steuert, Abfüllanlagen betreut, Qualität und Hygiene sichert, Logistik und Wareneinkauf organisiert oder im Vertrieb arbeitet, versteht komplexe technische und organisatorische Abläufe. Vieles davon läuft schon über digitale Steuerungssysteme. Dieses Verständnis ist eine gute Grundlage für den nächsten Schritt.
Viele Betriebe automatisieren gerade ihre Prozesse in Produktion, Logistik und Verwaltung. Materialdisposition, Qualitätsdokumentation, Auftragsabwicklung, Anlagenüberwachung: Vieles davon läuft künftig über automatisierte Abläufe und KI-gestützte Systeme. Wer die Produktion aus der Praxis kennt und diese Werkzeuge beherrscht, ist breit einsetzbar, auch außerhalb der Getränkebranche.
Der Digitalisierungsmanager knüpft hier an. Die Weiterbildung dauert vier Monate, umfasst 720 Unterrichtseinheiten und läuft komplett online. Programmierkenntnisse brauchst du nicht. Der Schwerpunkt liegt auf Prozessautomatisierung und dem praktischen Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Der Abschluss ist DEKRA-zertifiziert. Der Bildungsgutschein nach Paragraf 81 SGB III übernimmt bei Bewilligung die kompletten Lehrgangskosten, dein Eigenanteil liegt dann bei 0 Euro. Ob ein Bildungsgutschein bewilligt wird, entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall.
Während einer abschlussorientierten Weiterbildung läuft dein Arbeitslosengeld 1 nach Paragraf 144 SGB III weiter. Dazu kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld pro Monat sowie 1.000 Euro bei der Zwischenprüfung und 1.500 Euro beim Abschluss (Paragraf 87a SGB III). Bei Kindern wird die Betreuung mit 160 Euro je Kind und Monat bezuschusst (Paragraf 87 SGB III).
Weiterbildung ist eine Option, kein Muss
Ob du diesen Weg gehst, entscheidest du. Fachkräfte aus der Lebensmittel- und Getränkeherstellung werden auch anderswo gebraucht, ein Wechsel in einen stabileren Betrieb ist für viele die naheliegende Lösung. Eine Weiterbildung ist vor allem dann sinnvoll, wenn du dich breiter aufstellen oder beruflich neu ausrichten willst.
Der Weg zum Bildungsgutschein führt über deinen Vermittler bei der Agentur für Arbeit. Einen automatischen Anspruch gibt es nicht, es ist eine Ermessensentscheidung. Es hilft, im Gespräch klar zu sagen, warum die Weiterbildung zu deinem Ziel passt.
Lass dir Zeit. Sprich mit deinem Betriebsrat, mit der Agentur und mit Menschen aus dem Berufsfeld, das dich interessiert. Der Digitalisierungsmanager ist eine Möglichkeit unter mehreren, kein Zwang.
Häufige Fragen
Warum schließen so viele Brauereien?
Der Bierabsatz sinkt seit Jahren, 2025 um 6 Prozent auf 7,8 Milliarden Liter, den niedrigsten Wert seit 1993. Als Ursachen gelten hohe Energiekosten, Konsumzurückhaltung und veränderte Gewohnheiten, denn vor allem jüngere Erwachsene greifen häufiger zu Wein, Cocktails oder alkoholfreien Alternativen. In sechs Jahren haben 137 Brauereien geschlossen.
Welche Brauereien sind konkret betroffen?
Nach den vorliegenden Berichten kündigte die Warsteiner-Gruppe an, ihre Brauerei in Herford zu schließen und ein Werk in Paderborn zu verkaufen, davon sind rund 220 Arbeitsplätze betroffen. Zwischen dem 12. und 22. Juni 2026 meldeten die Brauerei Ott aus Bad Schussenried, die Aktienbrauerei Kaufbeuren und das Hofbrauhaus Wolters aus Braunschweig Insolvenz an.
Was passiert mit meinem Lohn, wenn meine Brauerei insolvent ist?
Dann greift das Insolvenzgeld nach Paragraf 165 SGB III und sichert bis zu drei Monate rückständiges Nettoentgelt. Den Antrag stellst du bei der Agentur für Arbeit innerhalb von zwei Monaten nach dem Insolvenzereignis. Häufig wird die Zahlung über den Verwalter vorfinanziert.
Passt eine KI-Weiterbildung zu einem Beschäftigten aus der Brauerei?
Ja. Programmierkenntnisse sind nicht nötig. Der Digitalisierungsmanager setzt auf Prozessautomatisierung und praktischen KI-Einsatz, und dein Wissen über Produktionsabläufe ist dabei hilfreich. Die Weiterbildung dauert vier Monate, läuft komplett online und ist DEKRA-zertifiziert. Bei bewilligtem Bildungsgutschein entstehen dir keine Kosten.
Quellen
- onvista: Rabattwelle und Brauereisterben, Bierbranche in der Krise
- ZDFheute: Bierbranche in der Krise
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