Der Bierabsatz in Deutschland sank 2025 um 6,0 Prozent auf rund 7,8 Milliarden Liter, das ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen 1993 und der erste Wert unter acht Milliarden Litern. Diese Zahl des Statistischen Bundesamtes steht hinter der Brauereien Krise 2026, und dahinter stehen einzelne Betriebe und einzelne Menschen. Wenn du in einer Brauerei arbeitest und dein Betrieb ins Wanken gerät, ordnet dieser Leitfaden deine nächsten Schritte.
Dieser Text ersetzt keine arbeitsrechtliche Beratung. Für verbindliche Auskünfte zu deinem Arbeitsverhältnis, zu Insolvenzgeld oder einem Aufhebungsvertrag sind je nach Fall der Insolvenzverwalter, dein Betriebsrat, die zuständige Gewerkschaft und ein Fachanwalt für Arbeitsrecht die richtige Adresse. Eine Vermittlung in einen neuen Job kann niemand garantieren, die Förderwege für Weiterbildung und Neuorientierung stehen dir aber offen.
Auf einen Blick: Der deutsche Bierabsatz fiel 2025 laut Statistischem Bundesamt um 6,0 Prozent auf 7,8 Milliarden Liter, den niedrigsten Wert seit 1993. Der Deutsche Brauer-Bund zählt in den vergangenen sechs Jahren 137 geschlossene Brauereien, allein 52 davon 2024. Die Warsteiner-Gruppe kündigte an, ihre Brauerei in Herford zu schließen und den Standort Paderborn zu verkaufen, zusammen rund 211 Arbeitsplätze. Im Juni 2026 meldete die Schussenrieder Brauerei Ott aus Bad Schussenried mit rund 40 Beschäftigten Insolvenz an, ebenso die Aktienbrauerei Kaufbeuren mit 84 Beschäftigten und das Hofbrauhaus Wolters aus Braunschweig.
Warum das Brauereisterben anhält
Der Bierdurst schwindet. 2025 sank der Absatz um 6,0 Prozent auf 7,8 Milliarden Liter, so das Statistische Bundesamt, der stärkste Rückgang seit Beginn der Zeitreihe 1993. Erstmals fiel der Wert unter acht Milliarden Liter.
Für die Betriebe hat das Folgen. Der Deutsche Brauer-Bund zählt in sechs Jahren 137 geschlossene Brauereien, 52 allein im Jahr 2024. Als Ursachen nennt der Verband vor allem den hohen Kostendruck bei Energie und Rohstoffen, dazu die Konsumzurückhaltung und veränderte Gewohnheiten. Jüngere Erwachsene greifen häufiger zu Wein, alkoholfreien Alternativen oder trinken schlicht weniger.
Auch große Namen trifft es. Die Warsteiner-Gruppe kündigte an, ihre Brauerei in Herford zu schließen und den Standort Paderborn zu verkaufen oder zum Jahresende einzustellen, falls sich kein Käufer findet. Betroffen sind rund 98 Beschäftigte in Herford und 113 in Paderborn. Die Marken Herforder und Paderborner sollen erhalten bleiben und künftig in Warstein gebraut werden.
Die Insolvenzen im Juni 2026
Innerhalb weniger Wochen meldeten im Juni 2026 gleich mehrere Traditionsbetriebe Insolvenz an. In allen drei Fällen läuft der Braubetrieb nach Unternehmensangaben zunächst weiter, ein Insolvenzantrag ist nicht das sofortige Aus.
Erst kostenlos reinschnuppern, dann entscheiden
Bevor du dich für eine Weiterbildung entscheidest, sieh dir kostenlos an, wie sie läuft, fünf Lektionen plus Live-Demo, ohne Verpflichtung. Passt es, ist der Digitalisierungsmanager bei bewilligtem Bildungsgutschein für dich kostenlos.
Kostenlos reinschnuppernDer Schnupperkurs ist gratis. Ob die Weiterbildung über den Bildungsgutschein gefördert wird, entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall.
Die Schussenrieder Brauerei Ott aus Bad Schussenried in Oberschwaben, seit rund 120 Jahren in Familienhand, stellte beim Amtsgericht Ravensburg einen Insolvenzantrag. Betroffen sind etwa 40 Beschäftigte. Der vorläufige Insolvenzverwalter will einen Investor suchen, der Betrieb produziert vorerst weiter.
Die Aktienbrauerei Kaufbeuren, eine der ältesten Brauereien Deutschlands, leitete ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung ein, das das Insolvenzgericht in Aalen genehmigte. Sie beschäftigt 84 Menschen. Produktion und Standort sollen erhalten bleiben, ein Teil der Stellen steht aber zur Disposition.
Auch das Hofbrauhaus Wolters aus Braunschweig beantragte beim Amtsgericht Braunschweig ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Löhne und Gehälter sind gesichert, der Betrieb läuft weiter. Ein weiteres Beispiel aus der Branche ist die Eichbaum-Brauerei in Mannheim.
Wenn dein Arbeitgeber insolvent wird
Ob Insolvenzgeld für dich in Frage kommt, hängt vom Einzelfall ab. Nicht jede Brauerei ist insolvent, manche schließen oder verkaufen Standorte im laufenden Betrieb. Ist dein Arbeitgeber tatsächlich insolvent, greift das Insolvenzgeld nach Paragraf 165 SGB III und sichert bis zu drei Monate rückständiges Nettoentgelt. Den Antrag stellst du bei der Agentur für Arbeit innerhalb von zwei Monaten nach dem Insolvenzereignis. In der Praxis wird die Zahlung oft über den Verwalter und eine Bank vorfinanziert.
Dein Betriebsrat und die zuständige Gewerkschaft sind deine ersten Anlaufstellen. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) vertritt Beschäftigte in Brauereien und kennt den Stand der Verhandlungen, etwa ob ein Sozialplan oder eine Transfergesellschaft geplant ist.
Sobald ein Enddatum für dein Arbeitsverhältnis feststeht, meldest du dich innerhalb von drei Tagen nach Kenntnis bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend. Diese Drei-Tage-Frist gilt, wenn zwischen der Kenntnis vom Ende und dem Ende selbst weniger als drei Monate liegen. Steht das Enddatum früher fest, ist die Meldung nach Paragraf 38 SGB III spätestens drei Monate vor dem Ende fällig. Versäumst du die Frist, droht eine Sperrzeit. Die kostenlose Hotline erreichst du unter 0800 4 5555 00. Das Arbeitslosengeld 1 beträgt rund 60 Prozent deines letzten Nettoentgelts, mit Kind 67 Prozent. Wird dir ein Aufhebungsvertrag angeboten, unterschreib ihn nicht ungeprüft, denn er kann eine Sperrzeit von bis zu zwölf Wochen auslösen. Lass ihn vorher von Betriebsrat, Gewerkschaft oder einem Fachanwalt prüfen.
Vom Brauerei-Wissen zur Digitalisierung
In einer Brauerei steckt viel Fachwissen. Wer den Brauprozess steuert, Abfüllanlagen betreut, Qualität und Hygiene sichert, Logistik und Einkauf organisiert oder im Vertrieb arbeitet, versteht komplexe technische und organisatorische Abläufe. Vieles davon läuft schon über digitale Steuerungssysteme.
Viele Betriebe automatisieren gerade ihre Prozesse in Produktion, Logistik und Verwaltung. Materialdisposition, Qualitätsdokumentation, Auftragsabwicklung, Anlagenüberwachung: Vieles läuft künftig über automatisierte Abläufe und KI-gestützte Systeme. Wer die Produktion aus der Praxis kennt und diese Werkzeuge beherrscht, ist breit einsetzbar, auch außerhalb der Getränkebranche.
Der Digitalisierungsmanager knüpft hier an. Die Weiterbildung dauert vier Monate, umfasst 720 Unterrichtseinheiten und läuft komplett online, ohne Programmierkenntnisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prozessautomatisierung und dem praktischen Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Der Bildungsgutschein nach Paragraf 81 SGB III übernimmt bei Bewilligung die kompletten Lehrgangskosten, dein Eigenanteil liegt dann bei 0 Euro. Ob ein Bildungsgutschein bewilligt wird, entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall.
Während einer geförderten Weiterbildung läuft dein Arbeitslosengeld 1 nach Paragraf 144 SGB III weiter. Das Weiterbildungsgeld von 150 Euro im Monat und die Prämien von 1.000 und 1.500 Euro nach Paragraf 87a SGB III setzen allerdings eine Umschulung in einen anerkannten Ausbildungsberuf voraus und fallen bei einer viermonatigen Weiterbildung nicht an. Bei Kindern wird die Betreuung mit 160 Euro je Kind und Monat bezuschusst (Paragraf 87 SGB III).
Der Weg führt über deinen Vermittler bei der Agentur für Arbeit. Einen automatischen Anspruch gibt es nicht, es ist eine Ermessensentscheidung. Der Digitalisierungsmanager ist eine Möglichkeit unter mehreren, kein Zwang. Sprich vorher mit deinem Betriebsrat, mit der Agentur und mit Menschen aus dem Berufsfeld, das dich interessiert.
Häufige Fragen
Warum schließen so viele Brauereien?
Der Bierabsatz sinkt seit Jahren, 2025 laut Statistischem Bundesamt um 6,0 Prozent auf 7,8 Milliarden Liter, den niedrigsten Wert seit 1993. Der Deutsche Brauer-Bund nennt als Hauptursachen hohe Energie- und Rohstoffkosten sowie die Konsumzurückhaltung. In sechs Jahren haben 137 Brauereien geschlossen.
Welche Brauereien sind 2026 konkret betroffen?
Die Warsteiner-Gruppe kündigte an, die Brauerei in Herford zu schließen und Paderborn zu verkaufen, zusammen rund 211 Arbeitsplätze. Im Juni 2026 meldeten die Schussenrieder Brauerei Ott aus Bad Schussenried, die Aktienbrauerei Kaufbeuren und das Hofbrauhaus Wolters aus Braunschweig Insolvenz an.
Bekomme ich mein Gehalt, wenn meine Brauerei insolvent ist?
Rückständiges Nettoentgelt ist bis zu drei Monate über das Insolvenzgeld nach Paragraf 165 SGB III gesichert. Den Antrag stellst du bei der Agentur für Arbeit innerhalb von zwei Monaten nach dem Insolvenzereignis. Häufig wird die Zahlung über den Verwalter vorfinanziert.
Bedeutet ein Insolvenzantrag das sofortige Aus?
Nicht automatisch. Bei Ott, Kaufbeuren und Wolters läuft der Braubetrieb nach Unternehmensangaben zunächst weiter, teils in Eigenverwaltung, teils auf Investorensuche. Verlässliche Auskünfte zu deinem Standort gibt der Insolvenzverwalter.
Quellen
- Statistisches Bundesamt: 6,0 % weniger Bier im Jahr 2025 abgesetzt
- Deutscher Brauer-Bund: Zahl der Brauereien in Deutschland erneut gesunken
- t-online: Herforder, Warsteiner schließt Brauerei, Paderborner wird verkauft
- top agrar: Schussenrieder Brauerei Ott meldet Insolvenz an
- top agrar: Aktienbrauerei Kaufbeuren ist insolvent
- Handelsblatt: Brauerei Wolters beantragt Insolvenz
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