"Digitalbonus Bayern", "Digitalbonus Niedersachsen", "Digitalbonus Sachsen" — wer zahlt wem wie viel? Die Landes-Digitalboni sind 2026 das wichtigste Zuschussinstrument für KMU-Digitalisierung, nachdem der Bund mit "Digital Jetzt" und "go-digital" ausgestiegen ist. Die Höhe schwankt je nach Bundesland zwischen 0 und 30.000 EUR, und einige Programme sind gerade ausgelaufen. Diese Übersicht zeigt den Stand 2026.

Übersicht: Wer zahlt, wer nicht (Stand 2026)

BundeslandProgrammStatusMax. Zuschuss
BayernDigitalbonus BayernAktiv bis 31.12.20277.500 EUR (Standard) / 30.000 EUR (Plus)
BerlinDigital Jetzt BerlinAktiv17.000 EUR
ThüringenDigitalbonus ThüringenAktiv15.000 EUR
SachsenE-Business-FörderungAktiv30.000 EUR
NRWMittelstand Innovativ & DigitalAktivProjektabhängig, bis 80.000 EUR
NiedersachsenDigitalbonus innovativAusgelaufen
Baden-WürttembergKein Landes-DigitalbonusL-Bank-Kredit statt Zuschuss
HessenDistr.-spez. über HMWEVWEingeschränktBranchenabhängig
Rheinland-PfalzDigitalbonus RLPAktiv10.000 EUR
HamburgIFB-Wirtschaftsförderung digitalAktivBis 20.000 EUR
Stand: April 2026. Förderprogramme ändern sich laufend. Immer auf foerderdatenbank.de oder direkt bei der zuständigen Förderbank prüfen.

Was die Top 3 aktuell bieten

1) Bayern: Der üppigste Digitalbonus in Deutschland

Der Digitalbonus Bayern ist das großzügigste Landesprogramm. Zwei Varianten:

Voraussetzungen: Kleines Unternehmen (< 50 Mitarbeiter, < 10 Mio EUR Umsatz), Betriebsstätte in Bayern, gültiges ELSTER-Geschäftskonto seit Mai 2025. Kontingent monatlich, Laufzeit bis 31.12.2027. Antrag bei der Regierung des jeweiligen Bezirks.

2) Sachsen: E-Business-Förderung

Fördert Beratungs- und Einführungskosten für digitale Tools, insbesondere im Bereich E-Commerce, Plattformintegration und Prozessdigitalisierung. Bis zu 30.000 EUR Zuschuss, 50 % der förderfähigen Kosten. Zielgruppe: KMU mit Sitz in Sachsen. Antrag bei der SAB (Sächsische Aufbaubank).

3) NRW: Mittelstand Innovativ & Digital

NRW hat keinen klassischen Digitalbonus mehr, sondern projektbezogene Zuschüsse über Mittelstand Innovativ & Digital. Die Förderhöhe ist dadurch höher (bis 80.000 EUR), aber auch der Aufwand für den Antrag. Gedacht für strukturelle Digitalisierungs- und Innovationsprojekte, nicht für einzelne Software-Käufe. Antrag bei der Leitmarkt-Agentur NRW.

Die 3 häufigsten Irrtümer

"Digital Jetzt gibt es noch, ich hab das gegoogelt."

Nein. Das Bundes-Programm "Digital Jetzt" ist zum 31.12.2023 ausgelaufen, keine Anträge mehr möglich. Was du vielleicht meinst: "Digital Jetzt Berlin" ist ein Landes-Programm, das noch aktiv ist und gleich heißt. Rest-Inhalte in Google-SERPs sind oft veraltet.

"Niedersachsen hat doch den Digitalbonus."

Hatte. Der Digitalbonus.Niedersachsen (innovativ) steht aktuell unter "Ausgelaufene Förderungen" bei der NBank. Es gibt Gerüchte über einen Nachfolger, aber Stand April 2026 ist nichts ausgeschrieben. Alternativen: NBank-Beratung plus einzelne ESF+-kofinanzierte Programme je nach Vorhaben.

"go-digital kann ich immer noch beantragen."

Nein. Das BMWK-Programm "go-digital" ist zum 01.01.2025 ausgelaufen. Nachfolgestruktur sind die kostenlosen Mittelstand-Digital Zentren (rund 30 bundesweit, finden sich auf mittelstand-digital.de). Dort bekommst du Beratung und Workshops kostenlos, aber keinen Zuschuss zu einer selbst gewählten Beratungsfirma.

Was du stattdessen prüfen solltest

Wenn dein Bundesland gerade keinen Digitalbonus hat (NRW im klassischen Sinn, Niedersachsen aktuell, Baden-Württemberg), sind das die Alternativen:

  1. KfW ERP-Förderkredit Digitalisierung: Günstiger Kredit bis 25 Mio EUR, bundesweit verfügbar. Zinssätze unter Marktniveau, Antrag über Hausbank.
  2. Qualifizierungschancengesetz: Wenn ein Teil der Digitalisierung Mitarbeiter-Weiterbildung ist — bis 100 % plus Lohnzuschuss. Siehe QCG 2026-Anleitung.
  3. Steuerliche Abschreibung: GWG, Sofort-Afa, Sammelposten. Kein Zuschuss, aber bis 50 % Steuerersparnis je nach Gewinnsituation.
  4. EU-Programme (ESF+, EFRE): Kofinanzierte Landesprogramme, meistens projektgebunden. foerderdatenbank.de zeigt die aktuellen Ausschreibungen.

So beantragst du einen Landes-Digitalbonus (Standard-Ablauf)

  1. Vorhaben dokumentieren: Was willst du digitalisieren? Welches Problem löst es? Konkrete Zahlen zum Nutzen (Zeitersparnis, Umsatzsteigerung).
  2. 2 Angebote einholen: Von zwei unterschiedlichen Anbietern. Vergleichbare Leistung, detaillierte Kostenaufstellung.
  3. Antrag vor Bestellung stellen: Wichtigste Regel. Wenn du schon gekauft oder beauftragt hast, entfällt die Förderung — auch rückwirkend nicht mehr zu retten.
  4. Zuschuss erhalten: Nach Bewilligung setzt du das Vorhaben um, rechnest ab und bekommst den Zuschuss ausgezahlt (oft mehrere Monate nach Abschluss).

Die komplette Übersicht aller Digitalisierungs-Förderprogramme (Bund + Land + KfW) haben wir hier gesammelt: Fördermittel Digitalisierung 2026. Der Artikel zu "Digital Jetzt" und "go-digital"-Nachfolgern: Digital Jetzt & go-digital 2026: Die ehrlichen Nachfolger.

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