"Digital Jetzt" und "go-digital" waren die beliebtesten Digitalisierungs-Förderprogramme Deutschlands. Beide sind ausgelaufen — Digital Jetzt zum 31.12.2023, go-digital zum 01.01.2025. Wenn du 2026 noch nach "digital jetzt förderung" oder "go digital förderung" suchst: Das Programm gibt es so nicht mehr. Aber: Es gibt Nachfolger. Dieser Artikel zeigt, welche Digitalisierungs-Förderungen 2026 tatsächlich noch aktiv sind.
Schnell-Übersicht: Was ist noch aktiv?
| Programm | Status 2026 | Förderhöhe |
|---|---|---|
| Digital Jetzt (BMWK) | Ausgelaufen seit 31.12.2023 | — |
| go-digital (BMWK) | Ausgelaufen seit 01.01.2025 | — |
| Digitalbonus Bayern | Aktiv bis 31.12.2027 | Standard 7.500 EUR, Plus 30.000 EUR |
| Digitalbonus Niedersachsen | Ausgelaufen | — |
| KfW ERP-Förderkredit Digitalisierung | Aktiv | Kredit bis 25 Mio EUR |
| Qualifizierungschancengesetz (QCG) | Aktiv | Bis 100 % Kurskosten + Lohnzuschuss |
| Bildungsgutschein | Aktiv | 100 % Kurskosten |
| Mittelstand-Digital Zentren | Aktiv | Kostenlose Beratung, keine Zuschüsse |
Digital Jetzt: Was war das und warum gibt es das nicht mehr?
"Digital Jetzt" war ein Zuschussprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums für kleine und mittlere Unternehmen (bis 499 Beschäftigte). Zwischen 2020 und Ende 2023 wurden Investitionen in digitale Technologien und Mitarbeiterqualifizierung mit 30 bis 50 % der Kosten bezuschusst, maximal 50.000 EUR pro Unternehmen. Die Richtlinie war von Anfang an bis 31.12.2023 befristet und wurde nicht verlängert.
Die nächste Bundesregierung hat einen Nachfolger bislang nicht ausgeschrieben. Das ist keine versehene Lücke, sondern politische Absicht: Der Bund verweist für Digitalisierungs-Investitions-Zuschüsse seit 2024 auf die Bundesländer. Das erklärt, warum die Landes-Digitalboni so unterschiedlich ausgestattet sind.
go-digital: Was war das und warum auslaufen?
"go-digital" war ebenfalls ein BMWK-Programm, aber anders gebaut: Es förderte nicht die Investition selbst, sondern das Beratungshonorar für autorisierte Beratungsunternehmen. 50 % Zuschuss, maximal 16.500 EUR, in 3 Modulen: Digitalisierte Geschäftsprozesse, IT-Sicherheit, Digitale Markterschließung. Das Programm lief am 01.01.2025 aus.
Als offizielle Nachfolgestruktur nennt das BMWK die kostenlosen Mittelstand-Digital Zentren (rund 30 Zentren bundesweit). Dort bekommst du Demonstratoren, Workshops und Einzelberatung kostenlos. Was du nicht bekommst: Zuschuss zu einer selbst gewählten Beratungsfirma. Wenn du eigene Beratung willst, musst du sie selbst zahlen oder über KfW-Kredit finanzieren.
Was die Bundesländer 2026 fördern
Der Zuschuss zu einer konkreten Digitalisierungs-Investition läuft jetzt fast ausschließlich über die Länder. Stand 2026:
- Bayern (Digitalbonus Bayern): Bis 7.500 EUR (Standard) oder 30.000 EUR (Plus), 50 % Förderquote. KMUs bis 50 Mitarbeiter, Betriebsstätte in Bayern. Monatliches Kontingent, aktiv bis 31.12.2027. digitalbonus.bayern
- Niedersachsen (Digitalbonus innovativ): Ausgelaufen. Aktuell kein direkter Ersatz. Stattdessen NBank-Beratung und ESF+-kofinanzierte Einzelmaßnahmen.
- Sachsen (E-Business): Aktiv, fördert Beratungs- und Einführungskosten für digitale Tools. Bis 30.000 EUR.
- Berlin (Digital Jetzt Berlin): Sonderlandesprogramm, Stand Anfang 2026 aktiv. Bis 17.000 EUR.
- Thüringen (Digitalbonus Thüringen): Förderung digitaler Technologien, bis 15.000 EUR.
- Nordrhein-Westfalen: Kein direkter Digitalbonus, stattdessen über "Mittelstand Innovativ & Digital" zielgerichtete Zuschüsse für Einzelprojekte.
- Baden-Württemberg: Kein Landes-Digitalbonus mehr; stattdessen L-Bank-Kredite und branchenspezifische Programme.
Die Übersicht aller aktuellen Programme: foerderdatenbank.de. Dort filterst du nach Bundesland und Thema "Digitalisierung".
Die 3 übergeordneten Bundes-Förderungen, die 2026 gehen
1) KfW ERP-Förderkredit Digitalisierung und Innovation
Kein Zuschuss, sondern günstiger Kredit. Zinssätze unter Marktniveau, Laufzeiten bis 10 Jahre, tilgungsfreie Anlaufzeit. Bis 25 Mio EUR pro Vorhaben. Zielgruppe: KMUs und Mid-Caps. Antrag läuft über die Hausbank.
2) Qualifizierungschancengesetz (QCG)
Zahlt die Weiterbildung deiner Beschäftigten — nicht die Software. Bis zu 100 % der Kurskosten plus Lohnzuschuss, wenn die Mitarbeiter in der Bildungszeit weiter bezahlt werden. Gedacht für Qualifizierungen im Zusammenhang mit dem digitalen Strukturwandel. Kein Zeitlimit, dauerhaft aktiv. Siehe Qualifizierungschancengesetz 2026: 100 % Förderung + Lohnzuschuss.
3) Bildungsgutschein
Für arbeitslose oder von Arbeitslosigkeit bedrohte Beschäftigte. Auch relevant wenn Digitalisierung Arbeitsplätze in deinem Betrieb gefährdet — betroffene Mitarbeiter können mit Bildungsgutschein zum Beispiel eine KI- oder Digitalisierungs-Weiterbildung absolvieren. Details: Bildungsgutschein beantragen 2026: In 5 Schritten zur Zusage.
Was heißt das für dich konkret?
Wenn du 2026 Digitalisierung fördern lassen willst, ist die erste Frage: Was genau willst du fördern lassen?
- Hardware / Software / Lizenzen: Bundesland-Digitalbonus prüfen. Bayern ist aktuell am üppigsten, Berlin und Thüringen solide. Wenn dein Bundesland nichts hat: KfW-Kredit statt Zuschuss.
- Beratungsleistung: Mittelstand-Digital Zentrum kostenlos. Eigene Beratungsfirma: selbst zahlen oder über KfW mitfinanzieren.
- Mitarbeiter-Weiterbildung (KI, Digitalisierung, Prozessautomatisierung): Qualifizierungschancengesetz bei Beschäftigten, Bildungsgutschein bei von Arbeitslosigkeit bedrohten Mitarbeitern. Beides bis 100 %. Siehe Übersicht Fördermittel Digitalisierung 2026.
Antragstellung: Was zählt für Bewilligung
Egal ob Bundesland-Digitalbonus oder KfW-Kredit: Gute Anträge haben drei Merkmale.
- Klare Problem-Beschreibung: Was genau ist heute ineffizient oder analog? (Beispiel: "Aufträge werden per Papierformular aufgenommen, manuell in SAP übertragen, 40 Stunden Verwaltungsaufwand pro Woche.")
- Messbarer Zielzustand: Was soll nach der Investition anders sein? (Beispiel: "Digitale Auftragserfassung direkt im Kundensystem, Zeitersparnis 30 Stunden pro Woche.")
- Realistische Kostenaufstellung: Keine Wunschliste. Dokumentierte Angebote von 2 Anbietern, keine Pauschalbeträge.
Antragsteller, die das einhalten, werden in Bayern laut LfA in über 80 % der Fälle bewilligt. Die Ablehnungen kommen meistens an unvollständigen Kostenaufstellungen.
Der einfachste Weg 2026
Wenn du unsicher bist, was zu dir passt, ist der pragmatischste Einstieg: 1 Termin bei einem Mittelstand-Digital Zentrum (kostenlos, auch online). Die kennen die regionalen Programme, prüfen dein Vorhaben und sagen dir ehrlich, ob ein Zuschuss oder ein Kredit sinnvoller ist. Wenn dabei Weiterbildung für deine Mitarbeiter rauskommt, schauen wir gern gemeinsam was geht — unsere KI- und Digitalisierungskurse sind komplett über Bildungsgutschein oder QCG förderfähig.
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