- Meisterprämie ist Landesrecht, keine Bundesleistung. Jedes Bundesland regelt eigenständig.
- Höhe 2026: 0 Euro (z.B. Brandenburg, Schleswig-Holstein) bis 5.000 Euro (Berlin, nur Handwerk).
- Für den Wirtschaftsfachwirt förderfähig in 8 Bundesländern, darunter Hessen (3.500 Euro) und Bayern (3.000 Euro).
- Acht Bundesländer zahlen nichts für kaufmännische Aufstiegsfortbildungen. In Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Berlin gibt es die Prämie nur für Handwerksmeister, in Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen auch für Industriemeister; Brandenburg und Schleswig-Holstein zahlen keinen Meisterbonus nach bestandener Prüfung.
- Antrag nach bestandener Prüfung beim Landesamt oder bei der Förderbank des jeweiligen Bundeslandes.
Was ist die Meisterprämie?
Die Meisterprämie ist eine einmalige finanzielle Auszeichnung, die ein Bundesland nach erfolgreich abgeschlossener Aufstiegsfortbildung auszahlt. Ziel ist es, den Wert beruflicher Weiterbildung sichtbar zu machen und qualifizierte Fachkräfte in der Region zu halten. Du bekommst die Prämie also nicht für den Besuch eines Kurses, sondern für den bestandenen Abschluss.
Anders als der Bildungsgutschein oder das Aufstiegs-BAföG ist die Meisterprämie keine Bundesleistung. Es gibt keinen einheitlichen Rechtsanspruch über Deutschland hinweg. Jedes Bundesland regelt eigenständig, wer Anspruch hat, wie hoch die Prämie ausfällt und welche Berufsgruppen förderfähig sind. Genau deshalb lohnt sich vor der Weiterbildung der Blick auf die konkreten Länderprogramme. Wer etwa den Industriemeister Metall (IHK) plant, prüft deshalb vorab, ob sein Land diesen Abschluss prämiert.
Die Begriffe Meisterprämie, Meisterbonus und Aufstiegsprämie werden in der Praxis oft synonym verwendet. Einige Länder unterscheiden bewusst zwischen Handwerk und kaufmännischer Aufstiegsfortbildung, andere fassen beides unter einem Dach zusammen. Siehe dazu auch den Eintrag zur Aufstiegsprämie.
Rechtsgrundlage
Die Meisterprämie ist Landesrecht. Jedes Bundesland erlässt eigene Förderrichtlinien, meist über das Wirtschafts- oder Sozialministerium. Eine einheitliche bundesrechtliche Grundlage gibt es nicht. Die einschlägigen Quellen sind die jeweiligen Landesförderrichtlinien (z.B. Meisterbonus-Richtlinie Bayern, Hessische Aufstiegsprämie, Thüringer Meisterbonus).
Prämie und Förderung beim Wirtschaftsfachwirt
In einigen Bundesländern gibt es nach bestandener Prüfung auch für den Wirtschaftsfachwirt eine Prämie, dazu kommt das Aufstiegs-BAföG. Bei SkillSprinters dauert der Kurs 12 Monate, berufsbegleitend und online. Auf der Kursseite findest du Ablauf und Förderung im Überblick.
Zum WirtschaftsfachwirtÜber das Aufstiegs-BAföG entscheidet die zuständige Förderstelle deines Bundeslandes, über die Zulassung zur Prüfung die IHK.
Bewilligende Stellen sind je nach Bundesland Landesämter, Wirtschafts- oder Arbeitsministerien oder landeseigene Förderbanken. Die Auszahlung erfolgt einmalig nach bestandener Prüfung, meist binnen 6 bis 12 Wochen nach Antragstellung.
Wer kann die Meisterprämie beantragen?
Grundsätzlich alle Personen, die eine nach Landesrichtlinie geförderte Aufstiegsfortbildung erfolgreich abgeschlossen haben und deren Hauptwohnsitz zum Prüfungszeitpunkt im förderfähigen Bundesland liegt. Die drei wichtigsten Unterscheidungen:
- Handwerksmeister nach HwO Anlage A oder B1: Fast jedes Bundesland mit Meisterprämien-Programm fördert diese Gruppe.
- Industriemeister und Fachwirte aus kaufmännischen Berufen (z.B. Wirtschaftsfachwirt): Nur manche Bundesländer fördern, häufig unter dem Namen Aufstiegsprämie oder Aufstiegsbonus.
- Betriebswirt und Strategischer Professional (DQR Stufe 7): Einzelne Länder fördern, andere nicht.
Das Wohnsitzprinzip ist entscheidend. Wer beispielsweise in Nordrhein-Westfalen wohnt und den Wirtschaftsfachwirt ablegt, bekommt in NRW keine Prämie, selbst wenn die Prüfung in Hessen stattgefunden hat.
Höhe der Meisterprämie in den Bundesländern (Stand Oktober 2026)
Die folgende Tabelle fasst den Stand für den Wirtschaftsfachwirt zusammen. Für Handwerksmeister gelten in einigen Ländern andere Beträge.
| Bundesland | Betrag | Für Wirtschaftsfachwirt? |
|---|---|---|
| Hessen | 3.500 Euro | Ja (Hessische Aufstiegsprämie) |
| Bayern | 3.000 Euro | Ja (Meisterbonus) |
| Thüringen | 2.000 Euro | Ja (seit 01.01.2026) |
| Saarland | 2.000 Euro | Ja (Aufstiegsbonus) |
| Rheinland-Pfalz | 2.000 Euro | Ja (Aufstiegsbonus I) |
| Hamburg | 1.300 Euro | Ja |
| Bremen | 1.300 Euro | Ja (seit 01.03.2025 gekürzt) |
| Sachsen-Anhalt | 1.000 Euro | Ja (Meisterbonus PLUS, Richtlinie gilt bis 31.12.2026) |
| Nordrhein-Westfalen | 2.500 Euro | Nein (nur Handwerksmeister) |
| Niedersachsen | 4.000 Euro (Handwerk), 1.000 Euro (Industrie- und Fachmeister) | Nein (nur Meister, Weiterbildungsprämie bis 31.12.2026) |
| Baden-Württemberg | 1.500 Euro (laut Kammermeldung) | Nein (nur Handwerksmeister) |
| Berlin | 5.000 Euro | Nein (nur Handwerksmeister) |
| Sachsen | 3.000 Euro | Nein (laut SAB nur Handwerks-, Industrie- und Fachmeister, für Prüfungsbescheide ab 01.01.2026) |
| Mecklenburg-Vorpommern | 2.000 Euro | Nein (Meister-Extra, nur Meister in Handwerk und Industrie) |
| Brandenburg, Schleswig-Holstein | kein Meisterbonus nach der Prüfung | Nein |
Beispielrechnung Wirtschaftsfachwirt in Hessen
Ein Wirtschaftsfachwirt in Hessen kostet bei uns 3.997 Euro. Das Aufstiegs-BAföG übernimmt 50 Prozent als Zuschuss und 50 Prozent als KfW-Darlehen, mit 50 Prozent Restdarlehenserlass bei bestandener Prüfung. Dein Eigenanteil nach Erlass: rund 999 Euro. Die hessische Aufstiegsprämie von 3.500 Euro nach bestandener Prüfung ergibt eine rechnerische Netto-Gutschrift von etwa 2.500 Euro, also effektiv machst du bei Bestehen Plus auf der Weiterbildung, nicht Minus.
Dasselbe Szenario in Bayern (Meisterbonus 3.000 Euro) ergibt eine Netto-Gutschrift von rund 2.000 Euro. In Nordrhein-Westfalen hingegen bleibst du bei rund 999 Euro Eigenanteil, weil dort keine Aufstiegsprämie für den Wirtschaftsfachwirt gezahlt wird. Der Unterschied macht mehrere tausend Euro aus, je nach Wohnsitz.
Häufige Missverständnisse
„Die Prämie muss ich versteuern": Das hängt vom Landesprogramm ab. Hessen stuft seine Aufstiegsprämie laut FAQ des Landes als nicht steuerbar ein, in Bayern behandelt die Finanzverwaltung den Meisterbonus ebenfalls als nicht steuerbar. Für andere Länder nennen wir keine Steuerangabe; frag die zuständige Stelle oder deinen Steuerberater.
„Ich bekomme die Prämie automatisch": Nein. Du musst einen Antrag stellen. Die Frist liegt je nach Land bei 6 Monaten bis 3 Jahren nach bestandener Prüfung. Ohne Antrag keine Auszahlung.
„Die Prämie rechnet sich mit dem Aufstiegs-BAföG": Meisterprämie und Aufstiegs-BAföG sind zwei getrennte Leistungen. Beides lässt sich kombinieren, keines zieht das andere ab.
Häufig gestellte Fragen
Bekomme ich als Wirtschaftsfachwirt eine Meisterprämie?
Das hängt vom Bundesland ab. Hessen, Bayern, Thüringen, Saarland, Rheinland-Pfalz, Hamburg, Bremen und Sachsen-Anhalt zahlen auch für den Wirtschaftsfachwirt. Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Berlin beschränken die Prämie auf Handwerksmeister. Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen zahlen nur für Meister in Handwerk und Industrie, Brandenburg und Schleswig-Holstein zahlen keinen Meisterbonus nach bestandener Prüfung (Stand Oktober 2026).
Wie hoch ist die Meisterprämie in Bayern?
Der bayerische Meisterbonus beträgt 3.000 Euro. Er wird auch für kaufmännische Aufstiegsfortbildungen wie den Wirtschaftsfachwirt gezahlt. Zuständig ist das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft.
Muss ich die Meisterprämie versteuern?
Das hängt vom Landesprogramm ab. Hessen stuft seine Aufstiegsprämie laut FAQ des Landes als nicht steuerbar ein, in Bayern behandelt die Finanzverwaltung den Meisterbonus ebenfalls als nicht steuerbar. Für andere Länder nennen wir keine Steuerangabe; frag die zuständige Stelle oder deinen Steuerberater.
Quellen und Rechtsstand
- Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Meisterbonus Bayern: stmwi.bayern.de
- Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Hessische Aufstiegsprämie: wirtschaft.hessen.de
- Investitionsbank Sachsen-Anhalt, Meisterbonus PLUS: ib-sachsen-anhalt.de
- IHK Saarland, Aufstiegsbonus Saarland: saarland.ihk.de
- Sächsische Aufbaubank, Meisterbonus (3.000 Euro für Prüfungsbescheide ab 01.01.2026): sab.sachsen.de/meisterbonus
- IHK zu Rostock, Meister-Extra Mecklenburg-Vorpommern (Seitenstand 09.07.2024): ihk.de/rostock
- NBank, Richtlinie Niedersächsische Weiterbildungsprämie ab 01.01.2025: nbank.de
- Ministerialblatt NRW 2023 S. 779, Richtlinie Meisterprämie: recht.nrw.de
- Senatsverwaltung für Wirtschaft Berlin, Richtlinie Meister- und MeisterinnenBONUS vom 12.12.2025: berlin.de
- Stadt Heidelberg, Meldung der Handwerkskammer Mannheim zur Meisterprämie Baden-Württemberg vom 28.01.2026: heidelberg.de
- Deutsche Handwerks Zeitung, Meisterbonus und Gründungsprämien der Länder (Stand Januar 2026): deutsche-handwerks-zeitung.de
- Übersicht Förderung der Weiterbildung: Förderwege SkillSprinters
Stand Oktober 2026 laut Landesquellen. Am 16.10.2026 neu belegt: Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern.