Eine Woche nach GPT-6 Sol hat OpenAI den Nachfolger vorgestellt, und die beiden Hauptpreise sind dieselben geblieben.
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Was OpenAI verspricht
Vorgestellt wurde GPT-6.1 Sol am Dienstag, 29. September 2026, auf der DevDay 2026. Der Vorgänger GPT-6 Sol kam laut The Next Web am 22. September, CNBC schreibt von einer Woche Abstand. Die Überschrift der Ankündigung verspricht sinngemäß fast Astra-Intelligenz zu einem Fünftel des Preises. Ausgeführt heißt das: Bei agentischem Programmieren, Computerbedienung und professioneller Büroarbeit erreiche GPT-6.1 Sol fast das Niveau von GPT-6 Astra, und zwar zu einem Fünftel der Standard-Tokenpreise von Astra.
Alle Leistungs- und Kostenvergleiche in der Ankündigung sind Messungen von OpenAI selbst, keine unabhängigen.
Eine Zahl aus dieser Reihe zeigt die Richtung. Auf AutomationBench, einem Test mit mehrstufigen Geschäftsabläufen, liegt GPT-6.1 Sol laut OpenAI 2,2 Prozentpunkte über Opus 5.5, bei rund einem Drittel der Kosten. The Next Web weist darauf hin, dass OpenAI die Werte der Konkurrenz aus öffentlichen Berichten übernommen hat. Bei Faktenfehlern meldet der Anbieter für niedrigen Denkaufwand einen Rückgang: Der Anteil der Antworten mit einem Faktenfehler sank laut OpenAI von 11,4 auf 7,7 %. Dazu schreibt OpenAI selbst, die Testfragen seien absichtlich schwierig und nicht repräsentativ für den normalen Gebrauch.
Ganz oben steht weiterhin Astra. Nach Angaben von OpenAI erzielt GPT-6 Astra den höchsten Wert der getesteten Modelle und soll für die schwierigsten wissenschaftlichen Aufgaben genutzt werden.
Die Preisliste und ihr Kleingedrucktes
In der API kostet GPT-6.1 Sol laut OpenAI 2 US-Dollar je 1 Million Eingabetokens und 10 US-Dollar je 1 Million Ausgabetokens. Laut Fortune ist das derselbe Preis wie bei GPT-6 Sol. Günstiger geworden ist das Cache-Lesen: Zwischengespeicherte Eingabetokens kosten 0,10 US-Dollar je 1 Million, nach Angaben von OpenAI 95 % weniger als normale Eingabe und 50 % weniger als bei GPT-6 Sol. Das Schreiben in den Cache kostet dagegen das 1,25-Fache des normalen Eingabepreises. Wie die Preisrunde rund um den Vorgänger aussah, steht in unserem Artikel Opus 5.5 und GPT-6 Sol: Was die neuen KI-Preise bedeuten.
Auf der API-Modellseite folgen die Zuschläge. Prompts mit mehr als 272.000 Eingabetokens werden für die ganze Anfrage teurer, mit doppeltem Preis bei Eingabe und Cache und dem 1,5-Fachen bei der Ausgabe. Der Fast mode kostet das Doppelte. Batch und Flex sind 50 % günstiger. Das Kontextfenster fasst laut Modellseite 1.050.000 Tokens, eine Antwort höchstens 128.000 Ausgabetokens. Der Wissensstand reicht bis zum 30. April 2026. Beim Denkaufwand gibt es die Stufen low, medium als Standard, high, xhigh und max; none und minimal fehlen. Im Code heißt das Modell gpt-6.1-sol.
EU-Datenresidenz mit Aufschlag
Für Betriebe in Deutschland steckt die wichtigste Zeile in einem Nebensatz der Modellseite. GPT-6.1 Sol unterstützt Datenresidenz in den USA und in der EU. Regionale Verarbeitung kostet 10 % Aufschlag, laut Wortlaut dort, wo sie angeboten wird („where available“).
Was das für ein einzelnes Konto bedeutet, lässt OpenAI offen. Ob die regionale Verarbeitung für einen Betrieb überhaupt angeboten wird, hängt vom jeweiligen Konto ab, und für die Mehrkosten nennt OpenAI nur die 10 %. Wer mit festen Beträgen plant, muss die Frage deshalb zuerst für sein eigenes Konto klären.
Dazu kommt eine Einschränkung: Der Fast mode ist mit EU-Datenresidenz nicht verfügbar.
Wo das Modell schon läuft
Ab dem 29. September steht GPT-6.1 Sol laut Ankündigung für Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu in ChatGPT Work und Codex bereit. Im normalen Chat ist es noch nicht angekommen, und wann es dort erscheint, sagt OpenAI nicht. Offen bleibt auch der Termin für eine Variante namens Ultrafast, die laut OpenAI in den kommenden Tagen folgen soll. Ein Datum dafür gibt es nicht. OpenAI hat auf der DevDay weitere Neuheiten vorgestellt, um die es hier nicht geht.
Unsere Einschätzung
Wer OpenAI über die API in eigene Abläufe eingebunden hat, etwa zum Vorsortieren von Kundenanfragen, zum Auslesen von Belegen oder zum Vorbereiten von Angeboten, liest an der Preiszeile nur die halbe Rechnung ab.
Die andere Hälfte steht im Kleingedruckten. Wer Daten in der EU verarbeiten lässt, zahlt laut OpenAI 10 % Aufschlag, sofern die regionale Verarbeitung für das Konto angeboten wird, und verzichtet auf den Fast mode. Lange Dokumente am Stück sind der nächste Kostenpunkt. Ab 272.000 Eingabetokens gilt für die ganze Anfrage der höhere Tarif. Wer dagegen immer wieder denselben Kontext mitschickt, Preislisten etwa oder Textvorlagen, kann vom günstigen Cache-Lesen profitieren, zahlt beim Schreiben in den Cache aber zunächst mehr. Welche dieser Stellschrauben überwiegt, hängt vom einzelnen Ablauf ab. Eine pauschale Aussage wie „gleicher Preis, mehr Leistung“ trägt für einen Betrieb deshalb nicht weit. Dazu kommt, dass die Leistungsangaben bisher allein von OpenAI stammen.
Wir würden vor einem Umstieg einen kurzen eigenen Probelauf machen: dieselben typischen Aufgaben mit dem bisherigen Modell und mit GPT-6.1 Sol, Kosten und Ergebnis nebeneinander. Einen Vergleich an den eigenen Aufgaben empfiehlt auch OpenAI auf der Modellseite, dort allerdings gegen Astra.
Quellen
Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 30. September 2026):
- OpenAI: Introducing GPT-6.1 Sol
- OpenAI API: GPT-6.1 Sol Model
- The Next Web: OpenAI releases GPT-6.1 Sol at a fifth of GPT-6 Astra’s token prices
- Fortune: OpenAI unveils Dots as rival to Meta’s Muse, plus a $500 monthly plan
Häufige Fragen
Was kostet GPT-6.1 Sol in der API?
Laut OpenAI kostet GPT-6.1 Sol 2 US-Dollar je 1 Million Eingabetokens und 10 US-Dollar je 1 Million Ausgabetokens, laut Fortune derselbe Preis wie bei GPT-6 Sol. Zwischengespeicherte Eingabetokens kosten 0,10 US-Dollar je 1 Million, das Schreiben in den Cache das 1,25-Fache des normalen Eingabepreises. Prompts mit mehr als 272.000 Eingabetokens kosten für die ganze Anfrage das Doppelte bei Eingabe und Cache und das 1,5-Fache bei der Ausgabe.
Kann GPT-6.1 Sol Daten in der EU verarbeiten?
Ja, laut der API-Modellseite von OpenAI unterstützt GPT-6.1 Sol Datenresidenz in den USA und in der EU. Regionale Verarbeitung kostet 10 % Aufschlag, wo sie angeboten wird. Der Fast mode ist mit EU-Datenresidenz nicht verfügbar.
Wo lässt sich GPT-6.1 Sol in ChatGPT nutzen?
Laut OpenAI steht GPT-6.1 Sol ab dem 29. September 2026 für Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu in ChatGPT Work und Codex bereit. Im normalen Chat ist es noch nicht verfügbar, einen Termin dafür nennt OpenAI nicht. In der API heißt das Modell gpt-6.1-sol.
Was sollte ein Betrieb vor einem Umstieg auf GPT-6.1 Sol prüfen?
Aus unserer Sicht zuerst, ob die regionale Verarbeitung in der EU für das eigene Konto angeboten wird und was der Aufschlag von 10 % im eigenen Ablauf ausmacht. Die Leistungsvergleiche stammen von OpenAI selbst, das auf der Modellseite rät, das Modell an den eigenen Aufgaben mit GPT-6 Astra zu vergleichen. Wir würden dieselben typischen Aufgaben mit dem bisherigen Modell und mit GPT-6.1 Sol durchspielen und Kosten und Ergebnis nebeneinanderlegen.
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Zuletzt aktualisiert: 30. September 2026. Stand der Recherche: 30. September 2026.