Im Call erscheint kein Bot, und den Einwilligungshinweis des Plugins sieht nur derjenige, der mitschreiben lässt.

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Was das Plugin mitschreibt und wo die Notizen landen

Vorgestellt hat OpenAI das Plugin am 29. September 2026 auf der DevDay in San Francisco, zusammen mit weiteren Neuheiten. Es schreibt Notizen zu Online-Calls und zu Gesprächen vor Ort mit. Einem Call tritt dabei kein Bot bei. Aus dem Transkript, den eigenen Notizen des Nutzers und dem Kontext aus verbundenen Apps, die er freigegeben hat, entsteht eine Zusammenfassung mit vorgeschlagenen Aufgaben, die in ChatGPT Space abgelegt wird. Einzelne Aufgaben lassen sich per Klick an ChatGPT übergeben, etwa um eine Mail zu entwerfen.

Ein Kalender ist dafür nicht nötig. Wer den Google- oder Outlook-Kalender verbindet, bekommt Erinnerungen.

Laut Hilfeseite kann das Plugin selbst erkennen, dass sein Nutzer gerade in einem Call ist, und bietet dann das Mitschreiben an, auch ohne Kalendereintrag. Es hört von allein auf, wenn der Laptopdeckel zugeht, wenn lange kein Ton kommt oder wenn eine Sitzung vier Stunden erreicht.

Beta auf dem Mac, andere Geräte folgen später

Das Plugin ist eine Beta. Es läuft in der ChatGPT-Desktop-App für macOS und steht dort allen Pro- und allen Business-Tarifen offen. Für Enterprise gibt es laut OpenAI lediglich ein Alpha-Programm mit ausgewählten Kunden. iOS, Android und Windows sollen bald folgen, wann genau, sagt OpenAI nicht.

In Business-Workspaces müssen ChatGPT Space und das Plugin vom Admin freigeschaltet sein. Die erste Entscheidung darüber, ob im Betrieb überhaupt mitgeschrieben werden kann, fällt damit im Admin-Bereich.

Die Einwilligung bleibt Sache des Nutzers

Der wichtigste Absatz der Hilfeseite handelt von der Einwilligung. OpenAI verlangt, dass der Nutzer alle Teilnehmer vorher informiert und ihre Einwilligung einholt. Die App zeigt dazu einen Einwilligungshinweis an. Diesen Hinweis sieht allerdings nur der Nutzer selbst. Die anderen Teilnehmer werden davon nicht benachrichtigt, und das Plugin holt auch keine Einwilligung für den Nutzer ein. The Next Web berichtet dasselbe. Weil kein Bot im Call sitzt, fehlt zugleich das sichtbare Zeichen, an dem die übrigen Teilnehmer erkennen könnten, dass mitgeschrieben wird. OpenAI legt die Verantwortung damit ausdrücklich in die Hände dessen, der das Mitschreiben startet.

Eine rechtliche Einordnung liefert die Hilfeseite dazu nicht. Was beim Mitschreiben im Meeting allgemein zu beachten ist, haben wir im Artikel KI-Protokolle im Meeting: erlaubt oder heikel? zusammengetragen.

Was mit Audio und Transkript geschieht

Während des Gesprächs nimmt das Plugin Mikrofon und Systemaudio des Mac auf und streamt beides an OpenAI. Sind die Notizen fertig, wird das Audio nach Angaben von OpenAI vom Mac und von den Servern des Anbieters gelöscht und lässt sich nicht abspielen. Engadget und The Decoder berichten die Löschung ebenfalls. Ist der Mac offline oder die Verarbeitung noch nicht abgeschlossen, kann Audio vorübergehend auf dem Rechner bleiben.

Offen ist die Frage nach dem Transkript. Wie lange es gespeichert bleibt, nennt die Hilfeseite nicht; die Löschzusage von OpenAI betrifft das Audio.

Notizseiten sind standardmäßig privat. Wer eine Seite teilt, gibt die Notizen frei, das Transkript gehört nicht dazu. OpenAI rät, wichtige Details vor dem Weitergeben zu prüfen.

Unsere Einschätzung

Dass kein Bot im Call sitzt, macht das Mitschreiben bequem. Es nimmt aber den sichtbaren Hinweis weg, an dem alle anderen erkennen, dass ein Werkzeug zuhört. Die Einwilligung liegt damit ganz bei dem Mitarbeiter, der das Mitschreiben startet, und OpenAI sagt das in seiner Hilfe deutlich.

Aus unserer Sicht sollte ein Betrieb, der das Plugin in Business freischaltet, vorher zwei Dinge festlegen. Das eine ist eine kurze, feste Ansage zu Beginn jedes Gesprächs, mit der alle Teilnehmer erfahren, dass mitgeschrieben wird, und zustimmen oder ablehnen können. Das andere ist eine Regel, bei welchen Terminen gar nicht mitgeschrieben wird, etwa bei Personalgesprächen oder bei Kundengesprächen mit sensiblen Daten. Beides würden wir schriftlich festhalten, bevor der Admin das Plugin freischaltet.

Eine solche Ansage ist schnell gesprochen und schafft für alle Beteiligten Klarheit. Das gilt gerade für Gespräche vor Ort, bei denen das Plugin ebenfalls mitschreibt und im Raum nichts darauf hinweist, dass ein Werkzeug zuhört. Wer die Ansage zur Gewohnheit macht, muss sich später nicht fragen, ob sie im einzelnen Termin gefallen ist.

Wer zusätzlich den Kalender und weitere Apps verbindet, sollte wissen, dass die Zusammenfassung auch deren Inhalte einbezieht. Und solange die Hilfeseite zur Speicherdauer des Transkripts schweigt, würden wir diese Frage beim Anbieter stellen, bevor im Betrieb die ersten Gespräche mitgeschrieben werden.

Quellen

Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 30. September 2026):

Häufige Fragen

Wer kann das Meetings-Plugin von ChatGPT nutzen?

Laut OpenAI läuft das Plugin als Beta in der ChatGPT-Desktop-App für macOS, für alle Pro- und alle Business-Tarife. Für Enterprise gibt es nur ein Alpha-Programm mit ausgewählten Kunden. iOS, Android und Windows sollen bald folgen, ein Datum nennt OpenAI nicht.

Erfahren die anderen Teilnehmer, dass mitgeschrieben wird?

Nicht durch das Plugin. Dem Call tritt kein Bot bei, und den Einwilligungshinweis in der App sieht laut Hilfeseite nur der Nutzer selbst. OpenAI verlangt, dass der Nutzer alle Teilnehmer vorher informiert und ihre Einwilligung einholt.

Was passiert mit dem Audio und dem Transkript?

Das Plugin streamt Mikrofon und Systemaudio des Mac an OpenAI. Sind die Notizen fertig, wird das Audio nach Angaben von OpenAI vom Mac und von den Servern des Anbieters gelöscht. Offline oder bei unfertiger Verarbeitung kann Audio vorübergehend auf dem Mac bleiben. Wie lange das Transkript gespeichert bleibt, nennt die Hilfeseite nicht.

Was sollte ein Betrieb regeln, bevor er das Plugin freischaltet?

In Business-Workspaces muss der Admin ChatGPT Space und das Plugin freischalten, die Entscheidung liegt also beim Betrieb. Aus unserer Sicht gehören vorher eine feste Ansage zu Beginn jedes Gesprächs und eine Regel dazu, bei welchen Terminen gar nicht mitgeschrieben wird, etwa bei Personalgesprächen. Die Frage nach der Speicherdauer des Transkripts würden wir vorab beim Anbieter stellen.

Wer im Betrieb sagt zu Beginn eines Gesprächs an, dass eine KI mitschreibt?

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Zuletzt aktualisiert: 30. September 2026. Stand der Recherche: 30. September 2026.