Ein Lieferant spricht Polnisch, die Einkäuferin Deutsch, und Meet soll beide Seiten in die jeweils andere Sprache übertragen.

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Was Google am 22. Oktober angekündigt hat

Im Blog Google Workspace Updates beschreibt Google eine erweiterte Sprachübersetzung für Meet. Sie unterstützt laut Google nun 63 Sprachen, im Web sowie in den Apps für Android und iOS. Angetrieben wird sie von einem Modell namens Gemini 3.5 Live Translate. Die gesprochene Sprache erkennt das System laut Google selbst, übersetzt wird zwischen jeder Kombination der 63 Sprachen im selben Meeting. Jeder Teilnehmer schaltet die Übersetzung für sich über ein Bedienelement in der Meeting-Leiste ein. Er kann außerdem Sprachen eintragen, die er versteht und die deshalb nicht übersetzt werden sollen. Die Untertitel laufen laut Google synchron zur übersetzten Sprache.

Zum Vergleich nennt Google den bisherigen Stand: eine begrenzte Zahl von Sprachpaaren und ein einziges Paar je Meeting. Die Fassung vom April 2026, damals zur Einführung auf Mobilgeräten, führte Englisch in beide Richtungen mit Spanisch, Französisch, Deutsch, Portugiesisch und Italienisch auf.

Auf der Raumhardware für Google Meet können Teilnehmer die übersetzte Sprache nur anhören.

Tarif, Zeitgrenze und Gäste

Entscheidend für die Nutzung ist der Organisator. Hat er einen passenden Workspace- oder Google-AI-Tarif, steht die Übersetzung laut Google allen Teilnehmern offen, auch Gästen aus anderen Domains. Google nennt unter anderem Business Standard und Plus, Enterprise Standard und Plus sowie die privaten Tarife Google AI Pro und Ultra, dazu Bildungs- und weitere Zusatzpakete.

Bei der Dauer zieht Google eine klare Linie. In den Basis-Workspace-Tarifen und bei Google AI Pro ist die Übersetzung auf bis zu 90 Minuten je Meeting begrenzt. Bis zu 8 Stunden sind es bei AI Expanded Access, AI Ultra Access und Google AI Ultra. Was jenseits der 90 Minuten in einem Basistarif passiert, beschreibt der Beitrag nicht näher.

Wer Meet bereits für andere Gemini-Funktionen nutzt, kennt das Muster aus Googles Umstellung bei den automatischen KI-Notizen: Was eine Funktion leistet, hängt am Tarif.

Voreinstellungen und Ausnahmen

Für Administratoren ist die Übersetzung laut Google eingeschaltet, sofern die Einstellung Gemini für Meet aktiv ist. Abschalten lässt sie sich je Organisationseinheit oder Gruppe. Für Teilnehmer ist sie zu Beginn eines Meetings ausgeschaltet.

Die Liste der Ausnahmen ist lang. Nicht übersetzt wird laut Google bei Livestreams, bei Aufzeichnungen, in clientseitig verschlüsselten Meetings, bei Einwahl- und Fremdsystem-Anrufen und bei adaptivem Audio. Sprache aus einem Konferenzraum mit Raumhardware wird für die anderen Teilnehmer ebenfalls nicht übersetzt. Nutzer auf dem Smartphone müssen die Meet-App aktualisieren.

Zum Datenschutz schreibt Google, es speichere keine Sprachdaten und trainiere keine Modelle mit der Stimme der Nutzer. Das ist eine Angabe des Anbieters, kein Prüfergebnis.

Zeitplan und offene Punkte

Domains im Rapid Release bekommen die Funktion ab dem 22. Oktober 2026, sichtbar werden soll sie dort innerhalb von einem bis drei Tagen. Für Domains im Scheduled Release beginnt die schrittweise Einführung am 2. November 2026 und kann bis zu 15 Tage dauern.

Für Betriebe in Deutschland bleibt die wichtigste Frage unbeantwortet. Der Beitrag sagt nur, die Verfügbarkeit unterliege regionalen und Altersbeschränkungen, welche Regionen gemeint sind, steht dort nicht. Die 63 Sprachen listet Google im Oktober-Beitrag nicht einzeln auf, Deutsch ist dort also nicht eigens genannt. Nur die Aprilfassung führte Deutsch ausdrücklich. Android Authority hatte am 9. Juni 2026 berichtet, das Modell erkenne laut Google über 70 Sprachen und solle Meet mehr als 70 Sprachen bringen. Warum es nun 63 sind, erklären die Quellen nicht. Einen Preis nennt der Beitrag ebenfalls nicht, ebenso wenig, ob über den Tarif hinaus Kosten anfallen. Zur Qualität gibt es keine Messung, die Beschreibung als nahezu in Echtzeit stammt von Google.

Unsere Einschätzung

Für Betriebe mit Kunden oder Lieferanten in mehreren Sprachen ist die Zahl 63 weniger wichtig als zwei Einstellungen. Der Administrator kann die Funktion abschalten, und jeder Teilnehmer muss sie in jedem Meeting selbst aktivieren. Wer also möchte, dass ein Gespräch mit einem ausländischen Partner übersetzt wird, sollte das vorher ansagen, sonst sitzen beide Seiten mit ausgeschalteter Übersetzung im Termin.

Aus unserer Sicht lohnt vor allem ein Blick darauf, wer einlädt. Weil Gäste aus anderen Domains mitmachen dürfen, wenn der Tarif des Organisators passt, kann es sinnvoll sein, dass der Betrieb mit dem passenden Tarif das Meeting anlegt.

Grenzen gibt es auch im Alltag. Wer Beratungsgespräche aufzeichnet oder Kunden über eine Einwahlnummer dazuholt, bekommt dort keine Übersetzung. Und wer sich bei einem wichtigen Termin auf die Funktion verlassen will, sollte sie vorher mit den tatsächlichen Sprachen der Gesprächspartner ausprobieren. Wir würden zuerst prüfen, ob die Funktion im eigenen Konto überhaupt erscheint.

Quellen

Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 25. Oktober 2026):

Häufige Fragen

Was hat Google für die Sprachübersetzung in Meet angekündigt?

Laut Google unterstützt die durch Gemini gestützte Sprachübersetzung in Google Meet 63 Sprachen, mit automatischer Erkennung der gesprochenen Sprache. Übersetzt wird zwischen jeder Kombination dieser Sprachen im selben Meeting, im Web und in den Apps für Android und iOS.

Ab wann kommt die Funktion?

Für Domains im Rapid Release beginnt die Einführung am 22. Oktober 2026, sichtbar werden soll sie innerhalb von einem bis drei Tagen. Für Domains im Scheduled Release startet sie schrittweise am 2. November 2026 und kann bis zu 15 Tage dauern.

Wie lange darf übersetzt werden, und wer kann teilnehmen?

In den Basis-Workspace-Tarifen und bei Google AI Pro bis zu 90 Minuten je Meeting, bei AI Expanded Access, AI Ultra Access und Google AI Ultra bis zu 8 Stunden. Hat der Organisator einen passenden Tarif, können laut Google auch Gäste aus anderen Domains die Übersetzung nutzen.

Was sollte ein Betrieb jetzt prüfen?

Aus unserer Sicht zuerst, ob die Funktion im eigenen Konto erscheint, denn Google nennt regionale Beschränkungen, ohne die Regionen aufzuzählen. Danach lohnt ein Test mit den tatsächlichen Sprachen der Gesprächspartner. Bei Aufzeichnungen und Einwahlnummern wird laut Google nicht übersetzt.

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Zuletzt aktualisiert: 25. Oktober 2026. Stand der Recherche: 25. Oktober 2026.