Eine eingehende Anfrage soll in die richtige Abteilung, ein Foto in die Prüfung oder nicht: Für solche Ja-Nein- und Auswahlfragen hat OpenAI eine eigene Schnittstelle gebaut.
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Von der Beta zur allgemeinen Verfügbarkeit
Am 22. Oktober 2026 verzeichnet der Changelog der OpenAI-Entwicklerdokumentation, dass die Decisions API mit gpt-6-luna allgemein verfügbar ist. Die Beta war laut Changelog am 6. Oktober gestartet. TechCrunch schreibt, OpenAI habe die Schnittstelle auf seinem Entwicklertag am 29. September angekündigt, seit Donnerstag stehe sie allen Kunden offen.
Seit der Beta ist laut Changelog und Leitfaden einiges dazugekommen. Prompt Caching für gemeinsame Eingaben, Bilder in einzelnen Fragen, JSON als Eingabe und Private Link gehören dazu. Je Anfrage sind jetzt bis zu 400 Fragen möglich, in der Beta waren es 200.
Was die Schnittstelle liefert
Die Decisions API wertet laut OpenAI Text, Bilder und JSON aus und gibt typisierte Antworten zurück. Das kann die Wahrscheinlichkeit sein, dass eine Bedingung zutrifft, eine Auswahl aus einer festen Liste oder eine Bewertung nach einem vorgegebenen Raster. Als Einsatzfelder nennt der Leitfaden, Inhalte zu klassifizieren, Anfragen weiterzuleiten und Arbeit zu priorisieren.
Beim Tempo nennt OpenAI die Schnittstelle 10-mal schneller als die Responses API. Ein Produktverantwortlicher von OpenAI beschreibt den Unterschied gegenüber TechCrunch so: Aus ein bis drei Sekunden seien 100, 120 oder 180 Millisekunden geworden. Der Technikchef von Speak, einem Anbieter von KI-Sprachtrainern, nennt gegenüber TechCrunch eine Verkürzung der Zeit zwischen zwei Aktionen von 1,4 auf 0,13 Sekunden. Speak gehörte laut TechCrunch wie Box, Datadog und Ramp zu den ersten Kunden, die die Schnittstelle getestet haben. Das sind Angaben des Anbieters und eines Kunden, eine unabhängige Messung liegt nicht vor.
Interessant ist, wie das Modell entstanden ist. Laut TechCrunch hat OpenAI kein eigens kalibriertes Entscheidungsmodell gebaut, sondern ChatGPT Luna umkonfiguriert, um die Verarbeitung zu beschleunigen und die Kosten zu senken. TechCrunch hält zudem fest, es sei nicht klar, was ein gutes Entscheidungsmodell genau ausmacht. Die Eignung hänge offenbar vom jeweiligen Einsatz ab. Auch Microsoft hat ein Modell dieses Typs vorgestellt, das nur zwischen festen Antworten wählt.
Preis und Verarbeitung in Europa
Für ungecachte Eingabe verlangt OpenAI laut Leitfaden 0,10 US-Dollar je Million Tokens. Ausgabe-Tokens werden nicht berechnet, Schreibvorgänge in den Cache dagegen schon. Treffer im Cache werden günstiger abgerechnet. Hinzu kommen können Aufschläge für regionale Verarbeitung und Multiplikatoren für lange Eingaben, deren Höhe die gesicherten Seiten nicht nennen. Die 0,10 US-Dollar sind also ein Grundpreis, kein Endpreis.
Regionale Verarbeitung unterstützt die Schnittstelle laut Leitfaden in den USA und in Europa, gemeint sind der Europäische Wirtschaftsraum und die Schweiz. Zero Data Retention gibt es für berechtigte Kunden. Wer berechtigt ist, welche Vereinbarungen nötig sind und welche Einschränkungen gelten, regelt der Leitfaden nicht selbst. Er verweist dafür auf die Seite zu den Datenkontrollen.
Was offen bleibt
Wie oft die Antworten stimmen, misst keine der Quellen. Der Leitfaden rät, Schwellenwerte anhand eigener, gekennzeichneter Beispiele festzulegen und dabei abzuwägen, was eine falsche Zustimmung und was eine falsche Ablehnung kostet. Das ist ein Hinweis zur Anwendung, kein Messwert. TechCrunch nennt für OpenAIs Modell in zwei öffentlichen Ranglisten die Plätze acht und vierzehn, ob solche Ranglisten für den eigenen Fall etwas aussagen, ist offen.
Ebenso offen ist der Nutzen für Betriebe. Die Decisions API ist eine Schnittstelle für Entwickler. Ob Branchensoftware sie einsetzen wird, steht in keiner Quelle.
Unsere Einschätzung
Eine Entscheidungs-Schnittstelle nutzt ein kleiner oder mittlerer Betrieb selten selbst. Er bekommt sie als Funktion in Software, die Mails sortiert, Anfragen verteilt oder Belege vorprüft. Im Postfach eines Handwerksbetriebs könnte das so aussehen: Jede eingehende Mail wird einer von fünf Kategorien zugeordnet, etwa Anfrage, Auftrag, Rechnung, Reklamation oder Werbung, und landet im passenden Ordner. Deshalb würden wir die Fragen an den Dienstleister richten. Welches Modell steckt hinter der Funktion? Wo werden die Daten verarbeitet, und kostet die Verarbeitung in Europa einen Aufschlag, den der Anbieter weitergibt? Und wer legt fest, ab welcher Wahrscheinlichkeit ein Vorgang automatisch weiterläuft und ab wann ein Mensch prüft? Den Rat aus dem Leitfaden, Schwellen nach den Kosten von Fehlentscheidungen zu setzen, halten wir für einen brauchbaren Maßstab, auch gegenüber anderen Anbietern. Eine falsch einsortierte Werbemail kostet nichts, eine falsch einsortierte Reklamation unter Umständen einen Kunden.
Der niedrige Eingabepreis erklärt, warum solche Aufrufe in großen Mengen laufen können. Über die Trefferquote sagt er nichts.
Wer erwägt, Entscheidungen automatisch treffen zu lassen, sollte aus unserer Sicht zuerst eine Stichprobe von hundert echten Vorgängen von Hand gegenprüfen.
Quellen
Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 25. Oktober 2026):
- OpenAI: Decisions | OpenAI API
- OpenAI: Changelog
- OpenAI: Preise
- TechCrunch: OpenAI makes its Jev competitor widely available as decision model competition heats up
Häufige Fragen
Was ist die OpenAI Decisions API?
Eine Schnittstelle, die laut OpenAI Text, Bilder und JSON auswertet und typisierte Antworten liefert: die Wahrscheinlichkeit, dass eine Bedingung zutrifft, eine Auswahl aus festen Möglichkeiten oder eine Bewertung nach einem Raster. Einziges unterstütztes Modell ist gpt-6-luna.
Seit wann ist sie allgemein verfügbar?
Der Changelog von OpenAI verzeichnet die allgemeine Verfügbarkeit am 22. Oktober 2026. Die Beta war am 6. Oktober gestartet, angekündigt wurde die Schnittstelle laut TechCrunch am 29. September auf dem Entwicklertag von OpenAI.
Was kostet die Decisions API?
Laut Leitfaden kostet ungecachte Eingabe 0,10 US-Dollar je Million Tokens, Ausgabe-Tokens werden nicht berechnet. Cache-Schreibvorgänge kosten, Cache-Treffer sind günstiger. Für regionale Verarbeitung und lange Eingaben können Aufschläge hinzukommen, deren Höhe die gesicherten Seiten nicht nennen.
Was sollte ein Betrieb jetzt klären?
Aus unserer Sicht vor allem bei Softwareanbietern, die solche Entscheidungsfunktionen einbauen: welches Modell dahintersteckt, wo verarbeitet wird und wer festlegt, ab welcher Wahrscheinlichkeit ein Mensch prüft. Vor einer Automatik würden wir eine Stichprobe echter Vorgänge von Hand gegenprüfen.
Ab welcher Sicherheit darf eine Software im Betrieb selbst entscheiden?
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Zuletzt aktualisiert: 25. Oktober 2026. Stand der Recherche: 25. Oktober 2026.