Google will Besprechungen mitschreiben lassen, ohne dass Ton oder Notizen den Rechner verlassen, und hat dafür eine eigene App für den Mac gebaut.
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Was Google am 6. Oktober vorgestellt hat
Die Ankündigung erschien am Dienstag, 6. Oktober 2026, im Google Developers Blog unter dem Titel „Bring multimodal semantic search to the edge with EmbeddingGemma 2“. Vorgestellt wurde Foresight dort zusammen mit dem Modell EmbeddingGemma 2, das schon in der Überschrift steht. Google beschreibt die App als Begleiter für Besprechungen, der vollständig lokal arbeitet. Dafür greift sie auf Systemton und Mikrofon zu. Weil sie den Ton direkt am Rechner abgreift, funktioniert sie nach Googles Angaben mit jeder Meeting-Plattform. Eine Internetverbindung braucht sie laut Google überhaupt nicht. Wer während des Gesprächs Stichpunkte tippt, bekommt sie von der App mit Details aus dem laufenden Gespräch angereichert. Notebookcheck beschreibt außerdem, dass Foresight Fragen im Meeting erkennt und dazu Antworten aus der eigenen Wissensbasis liefert.
TechCrunch berichtete am 8. Oktober über die App. Google selbst nennt Foresight ausdrücklich eine experimentelle App, Notebookcheck sieht darin vor allem ein Schaufenster für Entwickler.
Woraus Foresight seine Antworten holt
Die Wissensbasis füllt der Nutzer selbst. Laut TechCrunch lassen sich PDFs, Google Docs, Microsoft-Office-Dateien, Text, Markdown und Lesezeichen hochladen. Fällt im Gespräch eine Frage, greift die App nach der Beschreibung von Notebookcheck auf diesen Bestand zurück. TechCrunch schreibt zudem, dass die App auch Notizen aus Treffen vor Ort erfasst, sich also nicht auf Videokonferenzen beschränkt.
Technisch stützt sich Foresight auf zwei Modelle. EmbeddingGemma 2 hat laut TechCrunch 740 Millionen Parameter und steht laut Notebookcheck unter Apache-2.0-Lizenz. Für die Sprache kommt Gemma 4 dazu. Optimiert ist das Ganze für Apple Silicon, wofür TechCrunch auf Googles FAQ verweist.
Das Versprechen, das Google daraus ableitet, hat drei Teile: Sensible Daten verlassen das Gerät nicht, die App läuft ohne Netzverbindung, und Kosten für ein Cloud-Abo fallen keine an. Alle drei sind Angaben des Anbieters.
Für einen Betrieb ist die Plattformfrage dabei der praktischste Punkt. Wer mit Kunden über deren Konferenzsoftware spricht und intern eine andere nutzt, bräuchte nach Googles Beschreibung kein eigenes Notizwerkzeug je Plattform, weil Foresight am Ton des Rechners ansetzt. Belegt ist das bislang nur als Beschreibung des Anbieters.
Was offen bleibt
Foresight gibt es nur für den Mac, und nur als Experiment. Zu einer Fassung für Windows, zum Support oder dazu, wie lange Google das Angebot aufrechterhält, sagen die gelesenen Quellen nichts. Ebenso wenig steht dort ausdrücklich, ob sich die App in Deutschland herunterladen lässt.
Für Betriebe hierzulande wiegt die Sprachfrage am schwersten. Ob die Transkription deutschsprachige Besprechungen ebenso gut bewältigt, lässt Google laut Notebookcheck offen.
Dass die Daten das Gerät nicht verlassen, ist Googles Angabe, eine unabhängige Prüfung nennt keine der Quellen. Auch der Blick zurück mahnt zur Vorsicht. TechCrunch erinnert daran, dass Googles frühere experimentelle Diktier-App den Weg in die breite Nutzung nicht gefunden hat. Eine App mit dem Etikett „experimentell“ trägt also keine Zusage, dass es sie in einem Jahr noch gibt.
Unsere Einschätzung
Aus unserer Sicht ist der Ansatz interessanter als die App selbst. Mitschriften, die den Rechner nicht verlassen, lösen einen Teil der Bedenken, die gegen Cloud-Notizdienste sprechen. Stimmt Googles Angabe, liegt weder der Ton der Besprechung noch die hochgeladene Wissensbasis auf einem fremden Server. Gerade bei Gesprächen über Kunden oder Personal wäre das ein gewichtiges Argument.
Als festes Werkzeug würden wir eine experimentelle App trotzdem nicht einplanen.
Wer heute einen Ablauf darauf aufbaut, hängt an einem Angebot ohne zugesagten Support und ohne bekannte Laufzeit. Bricht es weg, fehlt mitten im Alltag die Mitschrift, und die Wissensbasis muss in ein anderes Werkzeug umziehen. Wir würden deshalb nur Kopien von Unterlagen hochladen, deren Originale in der gewohnten Ablage des Betriebs bleiben.
Zum Ausprobieren taugt Foresight dagegen gut, am besten in einer internen Besprechung, bei der alle Beteiligten wissen, dass mitgeschrieben wird. Nach einer solchen Sitzung zeigt sich schnell, ob die App mit deutschen Gesprächen zurechtkommt, und an dieser Frage hängt für einen Betrieb in Deutschland fast alles. Auch eine lokale Mitschrift erledigt nicht die Frage, ob die Gesprächspartner Bescheid wissen sollten. Was dazu vorher zu klären ist, steht in unserem Beitrag KI schreibt im Meeting mit. Bei einem solchen Test würden wir auf zwei Dinge achten: ob die angereicherten Stichpunkte das Gesagte richtig wiedergeben und ob die Antworten aus der Wissensbasis zur gestellten Frage passen. Kundengespräche gehören aus unserer Sicht nicht in die erste Testrunde. Erst wenn die Mitschriften aus internen Runden brauchbar sind, lohnt der nächste Schritt.
Quellen
Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 13. Oktober 2026):
- Google Developers Blog: Bring multimodal semantic search to the edge with EmbeddingGemma 2
- TechCrunch: Google releases a new local-first Granola competitor
- Notebookcheck: Google AI Edge Foresight: Offline-KI für Meeting-Notizen auf dem Mac
Häufige Fragen
Was ist Google AI Edge Foresight?
Foresight ist eine experimentelle App für den Mac, die Google am 6. Oktober 2026 im Google Developers Blog zusammen mit dem Modell EmbeddingGemma 2 vorgestellt hat. Google beschreibt sie als Begleiter für Besprechungen, der vollständig lokal arbeitet. Notebookcheck sieht darin vor allem ein Schaufenster für Entwickler.
Funktioniert Foresight mit jeder Meeting-Software?
Laut Google greift die App auf Systemton und Mikrofon zu und funktioniert damit mit jeder Meeting-Plattform, auch ganz ohne Internetverbindung. TechCrunch berichtet zudem, dass sie Notizen aus Treffen vor Ort erfasst. Eine Fassung für Windows nennen die Quellen nicht.
Bleiben die Gesprächsdaten wirklich auf dem Rechner?
Google gibt an, dass sensible Daten das Gerät nicht verlassen und kein Cloud-Abo nötig ist. Das ist eine Angabe des Anbieters, eine unabhängige Prüfung nennt keine der Quellen. Ob die Transkription deutschsprachige Besprechungen ebenso gut bewältigt, lässt Google laut Notebookcheck offen.
Sollte ein Betrieb Foresight jetzt fest einplanen?
Aus unserer Sicht nicht, weil die App ausdrücklich experimentell ist und die Quellen nichts zu Support oder zur Dauer des Angebots sagen. Für einen Test in einer internen Besprechung, bei der alle Beteiligten Bescheid wissen, taugt sie. Dabei zeigt sich schnell, ob sie mit deutschen Gesprächen zurechtkommt.
Welche interne Besprechung im Betrieb würde sich für einen ersten Test mit lokaler Mitschrift eignen?
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Zuletzt aktualisiert: 13. Oktober 2026. Stand der Recherche: 13. Oktober 2026.