Ein Druck auf die Taste „D“ legt in Figma oder FigJam einen Spec an, ein Dokument in Markdown, das direkt neben dem Entwurf auf der Arbeitsfläche liegt.

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Ein Textdokument mitten im Entwurf

Figma hat Specs am Donnerstag, 15. Oktober 2026, auf seiner ersten Config-Veranstaltung in Indien vorgestellt. TechCrunch berichtete darüber in einem Beitrag, der nach US-Zeit auf den 14. Oktober datiert ist.

Sinngemäß beschreibt Figma Specs als Container für Kontext, der auf der Arbeitsfläche liegt. Die Grundlage ist Markdown. Wer schon .md-Dateien hat, zieht sie auf die Arbeitsfläche und übernimmt sie damit als Spec. In einen Spec lassen sich Elemente der Arbeitsfläche einbetten, etwa Rahmen oder FigJam-Dateien, sodass die schriftliche Vorgabe und der Entwurf, auf den sie sich bezieht, nebeneinanderstehen. Specs lassen sich laut Figma auch allein nutzen. Angelegt wird ein Spec in Figma oder FigJam mit der Taste „D“ oder über das Specs-Symbol. Auf den ersten Blick ist das ein Textdokument an der Stelle, an der ohnehin gearbeitet wird.

Wozu das dienen soll, fasst TechCrunch zusammen. Specs sei ein Markdown-Editor, in dem Nutzer ihre Designsprache festhalten, und das Dokument diene Teams und Agenten als Referenz. Ziel sei, dass eigene und fremde Agenten sich besser an die Gestaltungsregeln einer Marke halten.

Der Agent liest mit

Kommentare in einem Spec kann der Figma-Agent lesen und beantworten. Über Konnektoren holt er sich Kontext von außen. Figma nennt dafür zwei Beispiele: Über einen Konnektor zur Code-Ablage entwirft der Agent einen technischen Spec aus dem Code, über einen Konnektor zu einem Analysewerkzeug legt er eine Datenanalyse als Kommentar ab.

Aus Figma hinaus führt der zweite Weg. Über Figmas MCP-Server lässt sich ein Spec an einen Programmieragenten übergeben. Die Vorgaben aus dem Designteam können so bei dem Werkzeug ankommen, das den Code schreibt. Zum Protokoll selbst gibt es bei uns einen eigenen Artikel zum Model Context Protocol (MCP).

Beta, Tarife und Credits

Laut den Release Notes vom 15. Oktober wird Specs in offener Beta in bezahlten Tarifen ausgerollt. Das geschieht schrittweise, die Funktion taucht also nicht in jedem Konto sofort auf.

Welche bezahlten Tarife Specs bekommen, nennen die Quellen nicht. Ebenso offen bleibt, ob Specs nach der Beta extra kostet.

Bei den Kosten lohnt genaues Lesen. Belegt ist, dass der Figma-Agent seit dem 6. Oktober 2026 allgemein verfügbar ist und seit diesem Tag KI-Credits verbraucht. Ob auch die Nutzung von Specs durch den Agenten Credits verbraucht, steht in den Quellen nicht ausdrücklich. Wer beides in einen Topf wirft, rechnet mit einer Annahme.

Was Figma am selben Tag noch vorgestellt hat

Specs kam auf der Config India mit mehreren Begleitern. Mit Guidelines lassen sich an veröffentlichten Designbibliotheken Regeln hinterlegen, damit der Agent etablierten Mustern folgt und Fehlmuster meidet; auch das ist eine offene Beta. Ebenfalls in offener Beta sind Code layers, interaktive und codegestützte Prototypen auf der Arbeitsfläche, deren Erstellen und Bearbeiten in bezahlten Tarifen laut Figma bis 4. November kostenlos ist. Code sources, mit denen sich Code aus Repositories oder Paketen importieren lässt, laufen als geschlossene Beta, zentralisierte Designsysteme, die Bibliotheken, Code und Guidelines bündeln, gibt es nur als Vorschau. Das schnellere Figma MCP mit Unterstützung für 20 neue Partner ist laut den Release Notes verfügbar.

Unsere Einschätzung

Ein Logo, Hausfarben, eine Schrift und eine eigene Art, Kunden anzuschreiben: Solche Regeln gibt es auch in einem Betrieb, der nie eine Designabteilung hatte. Ein KI-Agent kennt sie nur, wenn sie ihm irgendwo in lesbarer Form vorliegen. Aus unserer Sicht steckt in Specs deshalb vor allem ein Arbeitsprinzip, das über Figma hinaus trägt. Vorgaben werden einmal sauber als Text aufgeschrieben, und Mitarbeiter wie Agenten lesen dieselbe Fassung.

Das Format dafür ist schlicht. Markdown funktioniert auch ohne Figma, eine Vorgabendatei lässt sich also anlegen, bevor die Entscheidung für ein bestimmtes Werkzeug fällt.

Wir würden mit einer einzigen Datei anfangen und darin die Regeln für Logo und Farben ebenso festhalten wie den Ton, in dem der Betrieb schreibt. Wer Figma ohnehin bezahlt, kann die Beta testen, sobald sie im eigenen Konto auftaucht und der eigene Tarif dazugehört. Vorher würden wir klären, ob beim Arbeiten mit dem Agenten KI-Credits anfallen und in welcher Höhe, und erst danach das ganze Team darauf ansetzen. Solange Figma Tarife und Preis nach der Beta nicht nennt, bleibt jede Kostenrechnung eine Schätzung.

Quellen

Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 16. Oktober 2026):

Häufige Fragen

Was ist Figma Specs?

Specs ist laut Figma ein Container für Kontext, der auf der Figma-Arbeitsfläche liegt und auf Markdown aufbaut. Vorhandene .md-Dateien lassen sich per Ziehen als Spec übernehmen, eingebettete FigJam-Dateien oder Rahmen stehen dann neben dem Text. Angelegt wird ein Spec in Figma oder FigJam mit der Taste „D“ oder über das Specs-Symbol.

Wie arbeiten KI-Agenten mit einem Spec?

Der Figma-Agent kann Kommentare in einem Spec lesen und beantworten und holt über Konnektoren Kontext von außen; Figma nennt als Beispiele Konnektoren zur Code-Ablage und zu einem Analysewerkzeug. Über Figmas MCP-Server lässt sich ein Spec an einen Programmieragenten geben. Laut TechCrunch sollen sich eigene und fremde Agenten so besser an die Gestaltungsregeln einer Marke halten.

Wer kann Figma Specs nutzen und was kostet es?

Specs wird laut den Release Notes vom 15. Oktober 2026 in offener Beta in bezahlten Tarifen schrittweise ausgerollt. Welche Tarife dazugehören und ob Specs nach der Beta extra kostet, sagen die Quellen nicht. Belegt ist, dass der Figma-Agent seit dem 6. Oktober 2026 KI-Credits verbraucht; ob das auch für seine Arbeit mit Specs gilt, steht dort nicht ausdrücklich.

Was sollte ein Betrieb jetzt regeln?

Aus unserer Sicht lohnt es sich, die eigenen Gestaltungsregeln wie Logo, Farben, Schrift und Tonlage einmal sauber als Text aufzuschreiben, damit Mitarbeiter und KI-Agenten dieselbe Fassung lesen. Markdown funktioniert dafür auch ohne Figma. Wer Specs testen will, sollte vorher klären, ob beim Arbeiten mit dem Agenten KI-Credits anfallen und wie viele.

Wo stehen die Gestaltungsregeln des Betriebs so, dass ein KI-Agent sie lesen kann?

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Zuletzt aktualisiert: 16. Oktober 2026. Stand der Recherche: 16. Oktober 2026.