Erst kam die Nachricht vom scheinbaren Konzernchef, dann der Anruf eines scheinbaren Anwalts, dessen Stimme laut den Quellen von Reuters mit KI nachgebildet war.

Erst kostenlos reinschnuppern, dann entscheiden

Bevor du dich für eine Weiterbildung entscheidest, sieh dir kostenlos an, wie sie läuft, fünf Lektionen plus Live-Demo, ohne Verpflichtung. Passt es, ist der Digitalisierungsmanager bei bewilligtem Bildungsgutschein für dich kostenlos.

Kostenlos reinschnuppern

Der Schnupperkurs ist gratis. Ob die Weiterbildung über den Bildungsgutschein gefördert wird, entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall.

Was über den Fall bekannt ist

Die Geschichte stammt aus einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, den AML Intelligence am 25. September 2026 sowie Gulf News und Trending Topics am 26. September 2026 wiedergaben. Reuters beruft sich laut Gulf News auf zwei mit der Sache vertraute Personen. Intesa Sanpaolo und Fideuram lehnten eine Stellungnahme ab. Zuerst berichtet hatte laut AML Intelligence die italienische Zeitung Corriere della Sera.

Bestätigt hat die Bank davon nichts. Alles Folgende ist die Darstellung anonymer Quellen.

Betroffen ist laut den Berichten Fideuram, die Private-Banking-Tochter von Intesa Sanpaolo, der größten Bank Italiens. Betrüger haben sich demnach mithilfe von KI als hochrangige Führungskräfte ausgegeben.

Zwei Kanäle, eine nachgebildete Stimme

Begonnen hat der Ablauf, wie ihn die Quellen von Reuters schildern, im Februar 2026. Der damalige Verwaltungsratsvorsitzende von Fideuram erhielt eine WhatsApp-Nachricht, die scheinbar vom Konzernchef von Intesa Sanpaolo stammte. Darin ging es um dringende Hilfe bei einer Auslandstransaktion. Danach folgte ein Anruf, scheinbar von einem Seniorpartner einer bekannten Anwaltskanzlei, der die Anweisung bestätigte. An dieser Stelle kam laut den Quellen die KI ins Spiel: Mit ihr nachgebildet war die Stimme des Anwalts. Vom scheinbaren Konzernchef kam nach dieser Schilderung die WhatsApp-Nachricht. Im Glauben, die Anfrage sei echt, ließ der Vorsitzende die Finanzabteilung eine Reihe von Überweisungen veranlassen. Ziel waren Auslandskonten, vor allem in China und Hongkong.

Gegen den damaligen Vorsitzenden und andere Führungskräfte von Fideuram wird laut den Quellen nicht ermittelt.

Die Staatsanwaltschaft Mailand ermittelt nach diesen Angaben gegen einen ausländischen Staatsangehörigen mit Wohnsitz außerhalb Europas, und zwar wegen des Verdachts auf Computerbetrug.

Die Summen gehen nicht auf

Rund 95 Millionen Euro wurden laut den Quellen von Reuters überwiesen. Fideuram erkannte die Unregelmäßigkeiten demnach schnell und alarmierte Banken und Behörden in mehreren Ländern. Durch die Zusammenarbeit von Behörden in China, Portugal und Italien kamen rund 53 Millionen Euro zurück. Rund 36 Millionen Euro fehlen laut den Quellen weiterhin; sie liefen über ein Netz von Auslandskonten und wurden in Kryptowährungen umgewandelt.

Zusammengerechnet ergeben 53 plus 36 Millionen Euro 89 Millionen Euro. Gegenüber den genannten rund 95 Millionen Euro bleibt damit eine Differenz von rund 6 Millionen Euro, die keine der Quellen erklärt. Wir lassen sie deshalb offen stehen.

Warum ein Rückruf allein wenig hilft

Neu ist die Masche in Italien nicht. Laut AML Intelligence ahmten Betrüger im vergangenen Jahr per KI die Stimme eines italienischen Ministers nach und brachten einen Unternehmer dazu, knapp 1 Million Euro ins Ausland zu überweisen. Das Geld wurde später zurückgeholt.

Trending Topics ordnet den aktuellen Fall mit Empfehlungen von Sicherheitsfirmen ein. Das Portal kennzeichnet seinen Beitrag selbst als mit KI koproduziert, deshalb übernehmen wir von dort nur diese erkennbar als Einordnung markierte Passage. Sicherheitsfirmen raten laut Trending Topics zu festen Freigabeprozessen, bei denen große Überweisungen nie über nur einen Kanal bestätigt werden, und zu vereinbarten Codewörtern für Notfälle. Ein klassischer Rückruf helfe wenig, wenn auch der Rückruf bei einer falschen Stimme lande.

Genau darin liegt die Lehre aus der Schilderung. Die Bestätigung kam hier über einen zweiten Kanal und von einer scheinbar unabhängigen Stelle, und gerade dieser zweite Kanal war laut den Quellen gefälscht. Wie solche Angriffe typischerweise aufgebaut sind, beschreibt unser Beitrag Wie ein CEO-Fraud-Angriff mit KI im Detail abläuft.

Unsere Einschätzung

Aus unserer Sicht zeigt der Fall vor allem eines: Eine vertraute Stimme am Telefon ist kein Identitätsnachweis mehr.

Gerade der bestätigende Anruf fühlt sich wie eine Sicherung an. Wer in einem kleineren Betrieb Überweisungen freigibt, braucht deshalb eine Regel, die keine Nachricht und kein Anruf aushebeln kann. Wir würden sie schriftlich festhalten und so einfach halten, dass sie auch unter Druck funktioniert. Zurückgerufen wird ausschließlich über eine Nummer, die vorher bekannt war, und nie über eine Nummer aus der Nachricht selbst. Ab einem festgelegten Betrag schaut eine zweite Person auf die Zahlung, bevor sie rausgeht. Das kostet im Alltag Minuten. Im Ernstfall kann genau dort ein Angriff wie dieser hängen bleiben.

Mindestens so wichtig ist die ausdrückliche Erlaubnis, bei Zeitdruck „Nein“ zu sagen, und zwar auch gegenüber der Geschäftsführung. Wir würden auch diese Erlaubnis schriftlich festhalten.

Dass hier eine große Bank getroffen wurde, macht den Fall für einen Handwerksbetrieb eher lehrreicher. Dort fehlt oft eine eigene Finanzabteilung und damit die zweite Instanz, die eine ungewöhnliche Anweisung noch einmal ansieht.

Quellen

Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 27. September 2026):

Häufige Fragen

Was ist bei der italienischen Privatbank Fideuram passiert?

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, der sich auf zwei mit der Sache vertraute Personen beruft, hat Fideuram, die Private-Banking-Tochter von Intesa Sanpaolo, rund 95 Millionen Euro auf Auslandskonten überwiesen, vor allem in China und Hongkong. Betrüger hatten sich demnach mithilfe von KI als hochrangige Führungskräfte ausgegeben. Intesa Sanpaolo und Fideuram lehnten eine Stellungnahme ab.

Welche Rolle spielte die KI-Stimme bei dem Betrug?

Laut den Quellen von Reuters erhielt der damalige Verwaltungsratsvorsitzende von Fideuram im Februar 2026 zunächst eine WhatsApp-Nachricht, die scheinbar vom Konzernchef von Intesa Sanpaolo kam. Danach bestätigte ein Anruf, scheinbar von einem Seniorpartner einer bekannten Anwaltskanzlei, die Anweisung. Mit KI nachgebildet war nach diesen Angaben die Stimme des Anwalts.

Wie viel Geld ist laut den Berichten zurückgekommen?

Laut den Quellen von Reuters kamen durch die Zusammenarbeit von Behörden in China, Portugal und Italien rund 53 Millionen Euro zurück, rund 36 Millionen Euro fehlen weiterhin und wurden in Kryptowährungen umgewandelt. Zusammengerechnet sind das 89 Millionen Euro, also rund 6 Millionen Euro weniger als die genannten 95 Millionen Euro. Diese Differenz erklären die Quellen nicht.

Was sollte ein Betrieb jetzt bei Überweisungen regeln?

Aus unserer Sicht braucht jeder Betrieb eine schriftliche Freigaberegel, die keine Nachricht und kein Anruf aushebeln kann. Wir würden Rückrufe nur über vorher bekannte Nummern zulassen und ab einem festen Betrag eine zweite Person auf jede Zahlung schauen lassen. Wer unter Zeitdruck gesetzt wird, sollte ausdrücklich „Nein“ sagen dürfen, auch gegenüber der Geschäftsführung.

Wer darf im Betrieb eine eilige Überweisung stoppen, auch wenn scheinbar der Chef selbst sie verlangt?

Im kostenlosen KI-Schnupperkurs zeigen wir in fünf Lektionen, wie kleine und mittlere Firmen KI im Alltag einsetzen. Tiefer und praxisnah geht es im Vollkurs Digitalisierungsmanager, DEKRA-zertifiziert und förderfähig über den Bildungsgutschein.


Zuletzt aktualisiert: 27. September 2026. Stand der Recherche: 27. September 2026.