Microsofts eigenes Beispiel ist ein einziger Satz: Copilot soll alle ungelesenen Newsletter der letzten Woche löschen, und Outlook setzt das um.

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Löschen, verschieben, Regeln anlegen

Die Versionshinweise vom 23. September 2026 fassen Neuerungen zusammen, die Microsoft zwischen dem 26. August und dem 22. September 2026 veröffentlicht hat. Für Outlook steht dort, dass Microsoft 365 Copilot jetzt mehr Befehle in normaler Sprache versteht. Gemeint sind Befehle, mit denen Mails gelöscht, verschoben, kopiert oder kategorisiert werden, außerdem das Anlegen und Verwalten von Posteingangsregeln und Ordnern. Sämtliche Funktionsangaben in diesem Artikel stammen von Microsoft selbst.

Ab welchem Tag die Funktion in einem bestimmten Tenant sichtbar ist, sagt keine der Quellen. Die Versionshinweise nennen nur einen Zeitraum.

Neben Outlook enthält dieselbe Sammlung kleinere Punkte. In Excel zeigt der Bereich „Änderungen anzeigen“ jetzt an, wann Copilot Änderungen oder Vorschläge gemacht hat, im Microsoft 365 Admin Center gibt es eine eigene Seite für Lizenzanfragen zu Copilot, und wer Copilot Chat in der Microsoft-365-Copilot-App sperrt, kann gesperrten Nutzern einen Link auf eine interne Richtlinie anzeigen. Die größeren Neuerungen der Vorwelle haben wir im Artikel Copilot führt jetzt Python in Excel aus beschrieben.

Vorerst nur auf Englisch

Die wichtigste Einschränkung steht auf der Support-Seite zur Triage. Dort heißt es, die Triage-Funktionen seien derzeit nur auf Englisch verfügbar. Wer Copilot auf Deutsch bittet, den Posteingang aufzuräumen, bewegt sich damit außerhalb dessen, was Microsoft laut dieser Seite vorsieht. Wann Deutsch dazukommt, sagt keine Quelle. Für einen deutschsprachigen Betrieb ist das mehr als eine Randnotiz, denn die Funktion lebt davon, dass Befehle in der Alltagssprache verstanden werden.

Sprachbefehle gibt es laut Support-Seite nur in Outlook für Android und iOS.

Fünf Mails ohne Rückfrage

Laut Versionshinweis fragt Copilot nach, bevor er mehr als fünf Mails bearbeitet oder Posteingangsregeln ändert. Die Support-Seite formuliert die Kehrseite ausdrücklich. Bei fünf oder weniger Mails ist keine Bestätigung nötig. Copilot führt die Aktion dann aus, und das Postfach in Outlook ändert sich automatisch. Bei Regeln geht Microsoft vorsichtiger vor. Vor jeder Änderung zeigt Copilot laut Microsoft eine Zusammenfassung der Regel und fragt nach, angelegt wird ohne Bestätigung nichts. Die so entstandenen Regeln sind normale Posteingangsregeln. Sie gelten nur für künftige Mails und greifen nicht rückwirkend auf den Bestand im Postfach.

Die Schwelle liegt also bei fünf. Ein missverstandener Befehl, der vier Mails trifft, läuft ohne Nachfrage durch.

Für die Regeln bedeutet die Einordnung als normale Posteingangsregel etwas Praktisches: Sie lassen sich später in den Einstellungen prüfen wie jede andere Outlook-Regel. Ein Satz an Copilot erzeugt also keine verborgene Automatik, sondern einen Eintrag, der sich nachkontrollieren lässt.

Welche Lizenz dahintersteht

Für die Lizenzfrage stützen wir uns auf die Einschätzung eines Beraters. Gethyn Ellis, ein Microsoft-Berater, schreibt in seinem Blog vom 7. September 2026, der größte Teil der Outlook-Funktionen brauche die kostenpflichtige Microsoft-365-Copilot-Lizenz und nicht das in Microsoft 365 enthaltene Copilot Chat. Die Triage sei nach seiner Darstellung eine bezahlte Funktion. Das ist die Einschätzung eines Beraters und keine Microsoft-Preisliste. Wer die Funktion ausprobieren will, sollte aus unserer Sicht vorher mit dem eigenen IT-Dienstleister klären, welche Lizenz in den Konten des Betriebs tatsächlich steckt.

Unsere Einschätzung

Ein Assistent, der auf Zuruf fünf Mails entfernt, ohne zu fragen, ist bequem und riskant zugleich.

In einem kleinen Betrieb würden wir deshalb vorab festlegen, in welchen Postfächern Copilot aufräumen darf. Im persönlichen Postfach spricht wenig dagegen. Im gemeinsamen Rechnungs- oder Bewerbungspostfach sieht das anders aus, denn dort lesen mehrere Leute mit, und eine gelöschte Mail fehlt allen. Dass die Funktion vorerst nur englische Befehle kennt, verschafft Zeit für genau diese Absprache. Wer sie jetzt testet, schreibt seine Befehle ohnehin auf Englisch und sollte prüfen, ob Copilot sie so versteht wie gemeint. Wir würden mit einem Verschieben in einen Testordner anfangen. Gelöscht wird erst, wenn klar ist, wie Copilot die eigenen Formulierungen auslegt und welche Aufbewahrung für die betroffenen Mails gilt. Rechnungen und Bewerbungen unterliegen in vielen Betrieben eigenen Vorgaben, und ein Aufräumbefehl kennt diese Vorgaben nicht.

Die Fünfer-Schwelle würden wir im Team offen ansprechen. Wer mit Copilot arbeitet, sollte wissen, dass kleine Aufräumaktionen ohne Rückfrage laufen und eine Nachfrage erst bei größeren Mengen kommt. Eine kurze Absprache, welche Befehle im Alltag üblich sind, kostet wenig und verhindert, dass jeder für sich ausprobiert, was der Assistent darf.

Den nützlicheren Teil sehen wir in den Regeln. Eine Posteingangsregel per Satz anzulegen, senkt die Hürde für Ordnung im Postfach, und eine gute Regel wirkt jeden Tag, während ein einzelner Aufräumbefehl nur einmal wirkt. Weil Copilot vorher eine Zusammenfassung zeigt und das Ergebnis eine gewöhnliche Regel ist, bleibt die Kontrolle beim Menschen.

Quellen

Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 27. September 2026):

Häufige Fragen

Was kann Copilot in Outlook laut Microsoft jetzt im Postfach erledigen?

Laut den Versionshinweisen für Microsoft 365 Copilot vom 23. September 2026 versteht Copilot mehr Befehle in normaler Sprache, um Mails zu löschen, zu verschieben, zu kopieren und zu kategorisieren. Außerdem kann er Posteingangsregeln und Ordner anlegen und verwalten. Die Hinweise fassen Neuerungen zusammen, die zwischen dem 26. August und dem 22. September 2026 veröffentlicht wurden.

Funktioniert die Postfach-Triage mit Copilot auch auf Deutsch?

Laut der Support-Seite von Microsoft sind die Triage-Funktionen derzeit nur auf Englisch verfügbar. Wann Deutsch dazukommt, nennt keine der Quellen. Sprachbefehle gibt es nach Angaben von Microsoft nur in Outlook für Android und iOS.

Fragt Copilot nach, bevor er Mails löscht oder Regeln anlegt?

Laut Microsoft fragt Copilot erst nach, wenn er mehr als fünf Mails bearbeiten oder Posteingangsregeln ändern soll. Bei fünf oder weniger Mails ist keine Bestätigung nötig, die Aktion wird direkt ausgeführt. Vor jeder Regeländerung zeigt Copilot eine Zusammenfassung, und die angelegten Regeln gelten nur für künftige Mails.

Was sollte ein Betrieb regeln, bevor Mitarbeiter die Funktion nutzen?

Aus unserer Sicht sollte vorab feststehen, in welchen Postfächern Copilot aufräumen darf, etwa im persönlichen Postfach eher ja, im gemeinsamen Rechnungs- oder Bewerbungspostfach eher nicht. Für erste Tests eignet sich das Verschieben besser als das Löschen. Welche Lizenz nötig ist, sollte vorher geklärt werden: Nach Einschätzung des Microsoft-Beraters Gethyn Ellis braucht der größte Teil der Funktionen die kostenpflichtige Microsoft-365-Copilot-Lizenz.

In welchem Postfach eines Betriebs dürfte ein Assistent Mails ohne Rückfrage löschen?

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Zuletzt aktualisiert: 27. September 2026. Stand der Recherche: 27. September 2026.