Wenn ein Mitarbeiter geht, schreibt in jedem siebten Unternehmen inzwischen eine KI am Arbeitszeugnis mit.
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602 Unternehmen, sechs Personalaufgaben
So fasst der Bitkom seine eigene Zahl zusammen: 14 Prozent der befragten Unternehmen nutzen KI für das Schreiben von Arbeitszeugnissen. Die Presseinformation dazu erschien am 18. August 2026. Befragt hat Bitkom Research 602 Unternehmen ab 3 Beschäftigten in Deutschland, telefonisch, in den Kalenderwochen 18 bis 25 dieses Jahres. Der Verband bezeichnet die Umfrage als repräsentativ.
Gefragt wurde nach sechs Personalaufgaben. Für jede davon wollte der Verband wissen, ob das Unternehmen dort aktuell KI nutzt oder sich den Einsatz künftig vorstellen kann.
| Personalaufgabe | nutzen KI | vorstellbar |
|---|---|---|
| Individuelle Weiterbildung der Beschäftigten | 16 Prozent | 58 Prozent |
| Schreiben von Arbeitszeugnissen | 14 Prozent | 52 Prozent |
| Einarbeitung neuer Mitarbeiter | 14 Prozent | 36 Prozent |
| Automatisierte Beantwortung oder Erledigung interner Personalanfragen | 13 Prozent | 53 Prozent |
| Bewertung der Arbeitsbelastung der Mitarbeiter | 13 Prozent | 28 Prozent |
| Bewertung der Arbeitsleistung | 12 Prozent | 27 Prozent |
Jede Zeile steht für eine eigene Frage. Die Werte lassen sich deshalb nur je Aufgabe lesen, eine Summe über alle Zeilen ergäbe keine Nutzungsquote für das Personalwesen insgesamt.
Was sich seit 2024 bewegt hat
Zu mehreren Aufgaben nennt der Bitkom außerdem Vergleichswerte aus dem Jahr 2024, und alle zeigen in dieselbe Richtung. Bei der individuellen Weiterbildung ist die Nutzung von 12 auf 16 Prozent gestiegen. Bei der Einarbeitung neuer Mitarbeiter, wo der Verband die KI als Werkzeug beim Onboarding nennt, ging es von 11 auf 14 Prozent, und der Anteil der Unternehmen, die sich das vorstellen können, wuchs von 28 auf 36 Prozent. Bei den Arbeitszeugnissen konnten sich 2024 noch 45 Prozent einen KI-Einsatz vorstellen, heute sind 52 Prozent daran interessiert.
Am stärksten gestiegen ist die Nutzung bei der Bewertung der Arbeitsbelastung. 6 Prozent setzten dafür 2024 eine KI ein, heute sind es 13 Prozent, und der Anteil der Unternehmen, die dafür offen sind, wuchs von 19 auf 28 Prozent.
Als Beispiele für den Einsatz nennt der Verband die KI als Formulierungshilfe für Arbeitszeugnisse und als Chatbot bei Fragen zur Gehaltsabrechnung. Das Zeugnis ist dabei der Fall, den der Bitkom in den Titel seiner Mitteilung gehoben hat.
Warum die Personalabteilung zögert
Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder ordnet die Zahlen in der Presseinformation so ein: „Gerade im Personalbereich ist die Hemmschwelle für den Einsatz von KI höher als in vielen anderen Unternehmensbereichen.“ Und weiter: „Viele Unternehmen sind hier noch zurückhaltend, auch aus Sorge, beim Umgang mit sensiblen Personaldaten gegen Datenschutzvorgaben zu verstoßen. Hinzu kommen Unsicherheiten bei der praktischen Umsetzung des AI Act, der bestimmte KI-Anwendungen im Personalbereich als Hochrisiko-Systeme einstuft.“
Zwei Gründe also, und beide liegen außerhalb der Technik.
Zum zweiten Grund gehört ein Datum. Die Pflichten für Hochrisiko-Systeme nach Anhang III der KI-Verordnung, zu denen bestimmte Anwendungen im Beschäftigungsbereich gehören, gelten seit dem Digital Omnibus ab dem 2. Dezember 2027. Was das für KI im Recruiting bedeutet, haben wir in einem eigenen Beitrag beschrieben. Für alles Weitere ist ein Gespräch mit dem eigenen Rechtsbeistand der bessere Ort als ein Blogartikel.
Unsere Einschätzung
Die eigentliche Zahl dieser Umfrage steht in der Lücke zwischen den beiden Spalten der Tabelle: 16 zu 58 bei der Weiterbildung, 14 zu 52 beim Zeugnis. Viele Betriebe wissen, was ginge, und tun es noch nicht.
Diese Zurückhaltung ist vernünftig. Personaldaten sind der eine Bereich, in dem ein Fehlgriff mehr kostet, als die Automatisierung je einspart, und wer das anders sieht, hat noch keine Beschwerde eines Betriebsrats oder einer Datenschutzbehörde auf dem Tisch gehabt. Ein falsch sortierter Lieferschein lässt sich am nächsten Tag korrigieren. Ein Zeugnisentwurf, in dem der Name eines anderen Mitarbeiters auftaucht, weil jemand ein Dutzend Fälle in dasselbe Chatfenster geladen hat, liegt im Zweifel beim Anwalt der Gegenseite. Genau deshalb lohnt der Blick auf die Reihenfolge der Tabelle mehr als auf die Höhe der Zahlen. Oben stehen Aufgaben, bei denen die KI einen Entwurf liefert und ein Mensch entscheidet. Unten stehen die Bewertung von Belastung und Leistung, also Aufgaben, bei denen die Maschine über Menschen urteilt. Dass die Betriebe genau dort am zögerlichsten sind, spricht für ihr Urteilsvermögen.
Der sichere Anfang liegt bei den Aufgaben, bei denen keine personenbezogenen Daten das Haus verlassen: ein Zeugnis auf Basis anonymisierter Stichworte, ein Leitfaden für die Einarbeitung aus dem Wissen des Betriebs, ein Chatbot, der auf die eigene Dienstvereinbarung antwortet. Wer so anfängt, sammelt die Erfahrung der 14 und 16 Prozent, ohne sich das Risiko der unteren Zeilen einzukaufen.
Die Bewertung von Arbeitsbelastung und Arbeitsleistung gehört dagegen ans Ende der Liste. Und zwar nicht erst 2027.
Quellen
Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 24. August 2026):
- Bitkom: Jedes siebte Unternehmen schreibt Arbeitszeugnisse mit KI
- IT-Boltwise: KI im Personalwesen: Jede siebte Firma nutzt Zeugnisse bereits
Häufige Fragen
Wie viele Unternehmen schreiben Arbeitszeugnisse mit KI?
Laut der Bitkom-Presseinformation vom 18. August 2026 nutzen 14 Prozent der befragten Unternehmen KI für das Schreiben von Arbeitszeugnissen, weitere 52 Prozent sind daran interessiert. 2024 konnten sich 45 Prozent einen solchen Einsatz vorstellen. Bitkom Research hatte 602 Unternehmen ab 3 Beschäftigten in Deutschland telefonisch befragt.
Für welche Personalaufgabe wird KI am häufigsten genutzt?
Von den sechs abgefragten Aufgaben liegt die individuelle Weiterbildung der Beschäftigten mit 16 Prozent vorn, 2024 waren es 12 Prozent. Weitere 58 Prozent der Unternehmen können sich den Einsatz dort vorstellen. Die Werte gelten je Aufgabe und lassen sich nicht zu einer Gesamtquote addieren.
Warum halten sich Unternehmen beim KI-Einsatz im Personalwesen zurück?
Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder nennt zwei Gründe: die Sorge, beim Umgang mit sensiblen Personaldaten gegen Datenschutzvorgaben zu verstoßen, und Unsicherheiten bei der praktischen Umsetzung des AI Act, der bestimmte KI-Anwendungen im Personalbereich als Hochrisiko-Systeme einstuft. Die Pflichten für Hochrisiko-Systeme nach Anhang III der KI-Verordnung gelten ab dem 2. Dezember 2027.
Womit sollte ein Betrieb im Personalbereich sicher anfangen?
Mit Aufgaben, bei denen die KI einen Entwurf liefert und ein Mensch entscheidet, und bei denen keine personenbezogenen Daten das Haus verlassen. Ein Zeugnisentwurf aus anonymisierten Stichworten oder ein Leitfaden für die Einarbeitung aus dem Wissen des Betriebs sind solche Fälle. Die Bewertung von Arbeitsbelastung und Arbeitsleistung gehört ans Ende der Liste.
Welche Personalaufgabe im eigenen Betrieb könnte eine KI vorformulieren, ohne dass ein einziger Personaldatensatz das Haus verlässt?
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Zuletzt aktualisiert: 24. August 2026. Stand der Recherche: 24. August 2026.