Nach der Antwort soll auf den Servern von OpenAI nichts mehr von der Anfrage übrig sein.
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Die Zusage und ihre Ausnahmen
Die Mitteilung vom 19. August 2026 bekräftigt eine Zusage, die es bei OpenAI schon vorher gab. Zero Data Retention heißt: Eingaben und Ausgaben des Modells werden nach der Verarbeitung nicht gespeichert, und kein Mitarbeiter von OpenAI kann sie zur Durchsicht aufrufen. Daten von Unternehmenskunden fließen auch nicht ins Training, es sei denn, der Kunde stimmt ausdrücklich zu.
Sie gilt allerdings nur für berechtigte API-Kunden, und was berechtigt heißt, sagt die Mitteilung nicht.
Beantragt werden muss die Option in jedem Fall, eine Voreinstellung ist sie nicht. Wer ChatGPT als App benutzt, ist nicht betroffen; es geht um die Programmierschnittstelle, über die Softwarehäuser und Agenturen eigene Anwendungen anbinden. Ausnahmen nennen die Berichte ebenfalls. Inhalte, deren Aufbewahrung gesetzlich verlangt ist, genannt wird Material, das auf Kindesmissbrauch hindeutet, können weiterhin gespeichert und gemeldet werden. Objekte, die für eine Aufgabe auf dem Server liegen müssen, etwa Vektorspeicher und Threads, können dort bleiben. Und OpenAI behält sich vor, einzelne Modelle für bestimmte Kunden von der Zusage auszunehmen.
Ein Anbieter benennt den Preis der Datensparsamkeit
Die Begründung liefert OpenAI laut den Berichten mit. Übernimmt KI längere und eigenständigere Arbeit, zeigt sich Missbrauch oft erst über mehrere zusammenhängende Anfragen hinweg. Eine einzelne Anfrage wirkt harmlos, erst die Kette ergibt ein Muster. Ohne gespeicherte Inhalte kann ein Sicherheitssystem solche Muster nach Angaben von OpenAI nicht erkennen.
Damit benennt der Anbieter selbst, was ihn seine Zusage kostet.
In Datenschutzunterlagen steht üblicherweise, was ein Anbieter unterlässt, und selten, was er dadurch nicht mehr kann. Hier steht beides nebeneinander.
Wie Private Safety Processing arbeiten soll
Private Safety Processing soll diesen Widerspruch auflösen. Automatische Systeme werten Muster über zusammenhängende Anfragen aus, ohne dass Personal von OpenAI Zugriff auf die Inhalte erhält. Schlägt ein solches System an, bekommt OpenAI ein begrenztes Sicherheitssignal. Es nennt nur die Kategorie der verdächtigen Aktivität und keinen Inhalt. Grundlage für Maßnahmen gegen den Kunden kann das Signal trotzdem sein. Wer Einspruch erheben will, kann laut den Berichten freiwillig Daten nachliefern. Für die Inhalte selbst nennt OpenAI zwei Betriebsarten: Entweder bleiben sie auf Infrastruktur, die der Kunde kontrolliert, oder sie liegen verschlüsselt auf der Infrastruktur von OpenAI, mit Schlüsseln, die nur der Kunde besitzt und Personal von OpenAI nicht.
Verfügbar ist das Verfahren bislang als Vorschau mit ersten Kunden. Ein breiteres Ausrollen hat OpenAI für September 2026 angekündigt, dazu ein technisches Whitepaper zur Architektur. Bis dahin bleiben Einzelheiten offen, darunter der Umgang mit Fehlalarmen.
Was davon bei einem Betrieb ankommt
Die Zusage klingt nach Datenschutz und ist in der Praxis eine Vertragsfrage. Wer über eine Agentur oder ein Softwarehaus an OpenAI angebunden ist, hat von der Option nur dann etwas, wenn der Dienstleister sie beantragt hat und das im Vertrag steht. Wer die Schnittstelle selbst nutzt, stellt den Antrag selbst.
Ob die Zusage einen Auftragsverarbeitungsvertrag ersetzt oder die Anforderungen der DSGVO erfüllt, beantwortet die Mitteilung nicht. Diese Frage klärt ein Betrieb mit seinem Datenschutzbeauftragten, und zwar mit dem Vertrag des Dienstleisters auf dem Tisch.
Unberührt bleibt die Vorfrage, welche Daten überhaupt in ein KI-Werkzeug hineindürfen. Was für Kundendaten gilt, steht im Artikel Was darf in den KI-Chatbot?, und daran ändert eine Speicherzusage des Anbieters nichts.
Unsere Einschätzung
Die brauchbarste Frage an jeden KI-Anbieter und jeden Dienstleister lautet weiterhin, was mit einer Eingabe passiert, nachdem die Antwort da ist, und wer sie lesen kann.
Wir stellen sie in jedem Kurs, in dem ein KI-Werkzeug auf den Tisch kommt, und die Antworten sortieren die Anbieter zuverlässiger als jede Preisliste. Wer darauf keine schriftliche Antwort bekommt, hat seine Antwort. Die Mitteilung von OpenAI taugt in dieser Hinsicht als Muster, weil sie die Frage für einen Teil der Kunden schriftlich beantwortet und die Ausnahmen gleich mitliefert.
Die zweite Lehre steht in der Mitteilung selbst. OpenAI sagt offen, dass ein System ohne gespeicherte Inhalte bestimmte Missbrauchsmuster nicht mehr sieht. Datensparsamkeit hat einen Preis, und ein Anbieter, der ihn benennt, ist ehrlicher als einer, der beides gleichzeitig verspricht. Jedes Werkzeug, dessen Prospekt vollständige Vertraulichkeit und lückenlose Sicherheit im selben Atemzug zusagt, verdient deshalb eine Nachfrage.
Bis das Whitepaper im September vorliegt, bleibt Private Safety Processing eine Ankündigung. Die Frage nach dem Verbleib der Eingaben lässt sich schon heute stellen.
Quellen
Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 24. August 2026):
- OpenAI: Offering Zero Data Retention for frontier models
- CSO Online: OpenAI temporarily slows scaling efforts, also promises zero data retention for select frontier model customers
- Techstrong.ai: OpenAI Unveils Zero Data Retention for Frontier Models, Previews Privacy-Preserving Safety System
- Cyber Security News: OpenAI Offers Zero Data Retention for Frontier AI Models With Private Safety Processing
Häufige Fragen
Was hat OpenAI am 19. August 2026 zu Zero Data Retention mitgeteilt?
OpenAI hat mitgeteilt, dass Zero Data Retention für seine Spitzenmodelle weiterhin angeboten wird. Eingaben und Ausgaben werden nach der Verarbeitung nicht gespeichert, kein Mitarbeiter von OpenAI kann sie durchsehen, und Daten von Unternehmenskunden werden ohne ausdrückliche Zustimmung nicht zum Training verwendet. Die Zusage gab es schon vorher, neu sind die Bestätigung für die neueste Modellgeneration und das Prüfverfahren Private Safety Processing.
Für wen gilt Zero Data Retention bei OpenAI?
Die Option gilt für berechtigte API-Kunden, also für Firmen, die die Modelle über die Programmierschnittstelle anbinden. Sie muss beantragt werden und ist keine Voreinstellung. Was berechtigt genau heißt, nennt OpenAI in der Mitteilung nicht. Für Nutzer der ChatGPT-Apps spielt die Mitteilung keine Rolle.
Was ist Private Safety Processing?
Ein Verfahren, mit dem automatische Systeme Missbrauchsmuster über mehrere zusammenhängende Anfragen hinweg erkennen sollen, ohne dass Personal von OpenAI die Inhalte sieht. Schlägt es an, erhält OpenAI nur ein Signal mit der Kategorie der verdächtigen Aktivität. Derzeit ist es eine Vorschau mit ersten Kunden, ein breiteres Ausrollen und ein technisches Whitepaper sind für September 2026 angekündigt.
Was sollte ein Betrieb jetzt klären?
Ob die Option für die eigene Nutzung überhaupt greift. Wer über eine Agentur oder ein Softwarehaus an OpenAI angebunden ist, hat davon nur etwas, wenn der Dienstleister Zero Data Retention beantragt hat und das im Vertrag steht. Ob damit Anforderungen der DSGVO erfüllt sind, klärt ein Betrieb mit seinem Datenschutzbeauftragten, die Mitteilung von OpenAI beantwortet diese Frage nicht.
Wer im Betrieb hat schriftlich, was mit einer Eingabe nach der KI-Antwort passiert?
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Zuletzt aktualisiert: 24. August 2026. Stand der Recherche: 24. August 2026.