Am 8. Oktober 2026 hat der Digitalverband Bitkom Zahlen dazu vorgelegt, wie viele Unternehmen ihre IT-Arbeit Quereinsteigern anvertrauen und was diese Leute mitbringen.

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Wer befragt wurde und für wen die Zahl gilt

Die Befragung lief telefonisch, von Kalenderwoche 18 bis Kalenderwoche 25 des Jahres 2026. Bitkom Research sprach mit 602 Unternehmen ab 3 Beschäftigten in Deutschland, und 319 davon haben Stellen für IT-Fachkräfte. Laut Bitkom ist die Umfrage repräsentativ.

Auf diese 319 kommt es an.

Die 69 Prozent gelten für Unternehmen mit IT-Stellen. Sie gelten weder für alle 602 Befragten noch für die Unternehmen in Deutschland insgesamt, worauf ingenieur.de in seinem Bericht vom selben Tag eigens hinweist. Innerhalb der Gruppe beschäftigen 69 Prozent Quereinsteiger als IT-Fachkräfte, davon 31 Prozent häufig und 38 Prozent vereinzelt. Der größere Teil tut es demnach in einzelnen Fällen. 39 Prozent der Unternehmen wollen nach Angaben des Verbands in den kommenden Jahren verstärkt auf Quereinstieg setzen.

Was Quereinsteiger mitbringen

Genauer wird die Befragung dort, wo es um den Hintergrund der Quereinsteiger geht. Bezugsgröße sind an dieser Stelle die Unternehmen, die Quereinsteiger beschäftigen. 80 Prozent von ihnen setzen typischerweise auf Menschen mit IT-Vorerfahrung. 53 Prozent beschäftigen Quereinsteiger, die ihre IT-Kenntnisse in der Berufspraxis erworben haben. 35 Prozent beschäftigen Personen mit einer IT-Weiterbildung „wie etwa ein Bootcamp“, 30 Prozent Leute mit autodidaktisch erworbenen Kenntnissen. Bei 12 Prozent stammen die Kenntnisse aus einer abgebrochenen IT-Ausbildung. Dazu kommen die Fälle ohne fachlichen Bezug in der Erstqualifikation: 47 Prozent beschäftigen Quereinsteiger mit einer Berufsausbildung ohne IT-Bezug, 30 Prozent solche mit einem IT-fernen Hochschulabschluss.

Mehrfachnennungen sind dabei, die Anteile ergeben zusammen keine 100 Prozent und lassen sich deshalb auch nicht zusammenzählen. Nach unserer Lesart schließen sich Vorerfahrung und fachfremde Ausbildung ohnehin nicht aus: Wer einen kaufmännischen Beruf gelernt hat, kann seine IT-Kenntnisse im Arbeitsalltag erworben haben.

Zählt Praxis mehr als der Abschluss?

Für 51 Prozent der Unternehmen mit IT-Stellen zählen praktische IT-Kenntnisse mehr als formale Abschlüsse. Das ist eine Mehrheit, wenn auch eine knappe.

Daneben bleiben die klassischen Wege wichtig. 83 Prozent der Unternehmen mit IT-Stellen beschäftigen Fachkräfte mit IT-Berufsausbildung, fast 7 von 10 auch Beschäftigte mit einem IT- oder IT-nahen Hochschulabschluss. In den Zahlen stehen Quereinsteiger also neben ausgebildeten Fachkräften, und wer aus der Befragung den Abschied vom Abschluss herausliest, liest zu viel hinein.

Forderungen des Verbands und Grenzen der Zahlen

Bitkom verbindet die Ergebnisse mit politischen Forderungen. Präsident Ralf Wintergerst erklärt, Deutschland fehlten weiterhin Zehntausende IT-Fachkräfte, zugleich würden KI-Kompetenzen immer wichtiger. Der Verband fordert ein persönliches Budget, das Beschäftigte gezielt für KI-Weiterbildungen einsetzen können, und ein gefördertes KI-Weiterbildungsbudget für kleine und mittlere Unternehmen. Nötig seien außerdem passende Weiterbildungsangebote sowie mehr geförderte Quereinstiegsprogramme und Bootcamps. Von Wintergerst stammt dazu der Satz: „Quereinstieg kann auch im eigenen Unternehmen beginnen“.

Das sind Forderungen. Ein beschlossenes Programm, bei dem ein Betrieb ein solches Budget beantragen könnte, steht nicht dahinter, und Bitkom ist ein Verband mit eigenem Interesse an Förderung. Für einen Betrieb, der seine Weiterbildung jetzt plant, ändert die Forderung deshalb vorerst nichts.

Über einiges sagt die Befragung nichts. Erfolgsquoten kommen nicht vor, Gehälter ebenso wenig, und wie viele Bewerber tatsächlich als Quereinsteiger eingestellt werden, lässt sich aus den Anteilen nicht ablesen. Gezählt wurden Unternehmen, keine Personen. Die Sicht derer, die den Wechsel selbst vorhaben, fehlt in einer Unternehmensbefragung naturgemäß; dafür gibt es unseren Ratgeber zum Quereinstieg in die IT ohne Ausbildung.

Unsere Einschätzung

Aus unserer Sicht ist die 47 die Zahl, die ein kleiner Betrieb mitnehmen sollte. Fast die Hälfte der Unternehmen mit Quereinsteigern beschäftigt in der IT Leute, deren Berufsausbildung mit IT nichts zu tun hatte.

Wer keine fertige Fachkraft findet, hat den passenden Menschen nach unserer Einschätzung oft schon im Haus. Gemeint ist der Mitarbeiter im Büro, der nebenher die Website pflegt, oder der Disponent, der die Tabellen für die ganze Abteilung baut. Ob daraus eine IT-Kraft wird, hängt aus unserer Sicht an Zeit und an einem Plan. Zeit heißt für uns feste Stunden in der Woche, die auch eingehalten werden. Ein Plan heißt, dass aufgeschrieben ist, was diese Person in einem halben Jahr können soll und wer ihr dabei hilft. Wer „auch noch die IT machen“ soll, während das Tagesgeschäft unverändert weiterläuft, bleibt Aushilfe in eigener Sache. Wir würden deshalb mit einer klar umrissenen Aufgabe anfangen, etwa mit einem einzelnen Ablauf, für den diese Person verantwortlich ist. Der Titel kann warten.

Die andere Seite steht in derselben Befragung. 80 Prozent der Unternehmen mit Quereinsteigern setzen typischerweise auf IT-Vorerfahrung. Ganz ohne praktische Berührung wird es schwer, und ein Zertifikat allein dürfte den meisten nicht reichen.

Wir würden in einem kleinen Betrieb deshalb zuerst im eigenen Haus nachsehen und erst danach ausschreiben.

Quellen

Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 9. Oktober 2026):

Häufige Fragen

Wie viele Unternehmen beschäftigen laut Bitkom Quereinsteiger in der IT?

Laut der am 8. Oktober 2026 veröffentlichten Bitkom-Befragung beschäftigen 69 Prozent der Unternehmen mit IT-Stellen Quereinsteiger als IT-Fachkräfte, davon 31 Prozent häufig und 38 Prozent vereinzelt. Die Zahl bezieht sich auf die 319 befragten Unternehmen mit Stellen für IT-Fachkräfte und gilt weder für alle 602 Befragten noch für sämtliche Unternehmen in Deutschland.

Welche Vorkenntnisse haben IT-Quereinsteiger in den befragten Unternehmen?

Von den Unternehmen, die Quereinsteiger beschäftigen, setzen 80 Prozent typischerweise auf Menschen mit IT-Vorerfahrung. 53 Prozent beschäftigen Quereinsteiger mit berufspraktisch erworbenen IT-Kenntnissen, 35 Prozent Personen mit einer IT-Weiterbildung und 30 Prozent Leute mit autodidaktisch erworbenen Kenntnissen. 47 Prozent beschäftigen Quereinsteiger mit einer Berufsausbildung ohne IT-Bezug. Die Anteile ergeben zusammen keine 100 Prozent.

Gibt es das von Bitkom genannte KI-Weiterbildungsbudget für kleine und mittlere Unternehmen schon?

Nein. Das geförderte KI-Weiterbildungsbudget für kleine und mittlere Unternehmen und das persönliche Budget für Beschäftigte sind Forderungen des Verbands, keine beschlossenen Programme. Bitkom ist ein Verband mit eigenem Interesse an Förderung.

Was sollte ein kleiner Betrieb aus der Befragung mitnehmen?

Die Befragung zeigt, dass 47 Prozent der Unternehmen mit Quereinsteigern in der IT Leute mit einer Berufsausbildung ohne IT-Bezug beschäftigen. Aus unserer Sicht lohnt deshalb zuerst der Blick auf die eigenen Mitarbeiter, verbunden mit Zeit, einem Plan und einer klar umrissenen Aufgabe. Zugleich setzen 80 Prozent dieser Unternehmen typischerweise auf IT-Vorerfahrung. Über Erfolgsquoten oder Gehälter sagt die Befragung nichts.

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Zuletzt aktualisiert: 9. Oktober 2026. Stand der Recherche: 9. Oktober 2026.