Zwei Einträge in der Microsoft 365 Roadmap beschreiben, wie Teams künftig anzeigen soll, dass mit einem Gesprächspartner in der Besprechung etwas nicht stimmen könnte.

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Zwei Einträge, ein Termin im November

Microsoft hat beide Funktionen am 2. Oktober 2026 in die Roadmap aufgenommen und die Einträge am 7. Oktober 2026 zuletzt geändert. Der Status lautet bei beiden „In development“, also in Entwicklung. Als Zeitpunkt für die allgemeine Verfügbarkeit nennt die Roadmap November 2026, ausgerollt werden soll weltweit. Am 8. Oktober 2026 hat BleepingComputer darüber berichtet.

Allgemein verfügbar ist davon laut Roadmap noch nichts. Roadmap-Termine sind Planungsstände von Microsoft.

Inhaltlich gehen die beiden Einträge verschiedene Wege. Im einen Fall soll Teams selbst einen möglichen Täuschungsversuch bei der Identität erkennen und davor warnen. Im anderen untersucht die Software eines fremden Herstellers Ton und Bild, und Teams zeigt nur an, was sie meldet. Wer die Ankündigung liest, sollte beides auseinanderhalten, denn die offenen Fragen sind jeweils andere.

Wenn die Identität eines Teilnehmers zweifelhaft ist

Der erste Eintrag trägt die Roadmap-ID 573157 und den Namen „Impersonation Protection for Teams meetings“. Die Funktion soll Nutzern helfen, möglicherweise täuschende Teilnehmer und Organisatoren zu erkennen. Erkennt Teams einen möglichen Täuschungsversuch, zeigt es laut Microsoft Warnungen und Risikohinweise an. Nutzer sollen damit verdächtige Identitäten erkennen und besser entscheiden können, ob sie einer Besprechung beitreten oder daran teilnehmen. Vorgesehen ist das laut Roadmap für Android, iOS, Desktop, Mac und Web, also auch für Mobilgeräte.

Woran Teams einen solchen Versuch erkennt, sagt der Roadmap-Text nicht.

Solange der Auslöser unbekannt ist, lässt sich aus unserer Sicht schwer einschätzen, wie viel ein solcher Hinweis im Einzelfall wert ist. Eine Warnung, die erscheint, sagt etwas. Aus einer Warnung, die ausbleibt, folgt dagegen wenig, solange niemand weiß, worauf sie überhaupt anspricht.

Die Deepfake-Erkennung liefern andere

Der zweite Eintrag mit der Roadmap-ID 573451 heißt „Third-party synthetic audio and video detection in Microsoft Teams“. Organisationen können laut Microsoft die Sicherheit ihrer Besprechungen mit Lösungen zertifizierter Drittanbieter erweitern. Diese Lösungen untersuchen Audio und Video einer Besprechung auf Anzeichen synthetischer oder manipulierter Inhalte und senden Erkennungssignale an Teams. Microsoft stellt dabei ausdrücklich klar, dass die Drittanbieter die Erkennung leisten. Teams liefert die Einbindung und die Oberfläche, auf der die Signale angezeigt werden und auf der sich darauf reagieren lässt. Als Plattformen nennt die Roadmap Desktop, Mac und Web. Wer die Funktion nutzen will, braucht demnach ein zweites Produkt von einem zweiten Hersteller. Welche Hersteller das sein werden, steht in den Quellen nicht.

Microsoft nennt keine Anbieter, keinen Preis und keine Lizenzvoraussetzung. Ob die Lösung eines Drittanbieters zusätzlich kostet, geht aus den Quellen nicht hervor. Angaben zur Erkennungsgüte fehlen ebenfalls, also dazu, wie verlässlich eine solche Lösung eine Fälschung von einem echten Teilnehmer unterscheidet.

Offen bleibt auch, wohin die Drittanbieter Ton und Bild zur Analyse übertragen. Verarbeitungsort und Datenschutz kommen in den Quellen nicht vor.

Weitere Schutzmaßnahmen rund um Teams

BleepingComputer ordnet die beiden Einträge als Teil weiterer Schutzmaßnahmen für Teams ein. Genannt wird unter anderem, dass QR-Codes externer Absender unkenntlich gemacht werden sollen. Ab November sollen Nutzer außerdem verdächtige Gasteinladungen direkt aus Teams melden können.

Hinzu kommt eine Besprechungsrichtlinie, mit der Admins erkannte externe Bots automatisch blockieren können; sie wird laut BleepingComputer seit August ausgerollt. Mit dieser Funktion befasst sich unser früherer Artikel zur Sperre für externe Meeting-Bots in Teams.

Unsere Einschätzung

Ein Warnhinweis im Besprechungsfenster ist nützlich. Eine Freigaberegel ersetzt er aus unserer Sicht nicht.

Diese Regel braucht keine neue Software und gilt schon heute: Zahlungen, Kontoänderungen und Zugangsdaten werden nie allein auf Zuruf in einer Videokonferenz freigegeben. Bestätigt wird über einen zweiten Weg, der vorher vereinbart wurde. Wer das im Betrieb schriftlich geregelt hat, hängt aus unserer Sicht weniger davon ab, wie gut eine Erkennungssoftware arbeitet und wann sie kommt. Umgekehrt hilft die beste Warnung wenig, wenn ein Mitarbeiter unter Zeitdruck trotzdem überweist, weil die Stimme vertraut klang und niemand festgelegt hat, was in so einem Moment zu tun ist.

Wir würden zwei Dinge vormerken. Im November lohnt ein Blick ins Teams-Admin-Center, ob die Identitätswarnung angekommen ist und wie sie eingestellt ist. Bei der Drittanbieter-Erkennung würden wir vor dem Einschalten klären, wer dann in Besprechungen mithört und wo das geschieht. Dort laufen Ton und Bild aller Teilnehmer durch.

Wer nach gefälschten Stimmen sucht, muss die echten mithören.

Für diese Abwägung fehlen bislang die Angaben. Bis Microsoft oder die Drittanbieter sagen, wer die Erkennung liefert, was sie kostet und wo die Daten verarbeitet werden, bleibt sie für einen kleinen Betrieb eine Ankündigung. Die Regel mit dem zweiten Bestätigungsweg lässt sich dagegen in dieser Woche aufschreiben.

Quellen

Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 9. Oktober 2026):

Häufige Fragen

Gibt es die Deepfake-Erkennung in Microsoft Teams schon?

Nein. Beide Funktionen stehen in der Microsoft 365 Roadmap im Status „In development“, also in Entwicklung. Als Zeitpunkt für die allgemeine Verfügbarkeit nennt die Roadmap November 2026. Roadmap-Termine sind Planungsstände von Microsoft.

Erkennt Microsoft die Deepfakes in Teams selbst?

Bei der Analyse von Ton und Bild nicht. Laut Microsoft leisten zertifizierte Drittanbieter die Erkennung synthetischer oder manipulierter Inhalte und senden Erkennungssignale an Teams. Teams liefert die Einbindung und die Oberfläche, um diese Signale anzuzeigen und darauf zu reagieren. Welche Anbieter das sind, nennt Microsoft nicht.

Was soll die „Impersonation Protection“ in Teams-Besprechungen tun?

Sie soll Nutzern helfen, möglicherweise täuschende Teilnehmer und Organisatoren zu erkennen. Erkennt Teams einen möglichen Täuschungsversuch, zeigt es laut Microsoft Warnungen und Risikohinweise an. Woran Teams einen solchen Versuch erkennt, sagt der Roadmap-Text nicht. Vorgesehen ist die Funktion laut Roadmap für Android, iOS, Desktop, Mac und Web.

Was sollte ein Betrieb jetzt regeln?

Aus unserer Sicht reicht vorerst eine einfache Regel: Zahlungen, Kontoänderungen und Zugangsdaten werden nie allein auf Zuruf in einer Videokonferenz freigegeben, bestätigt wird über einen zweiten, vorher vereinbarten Weg. Im November würden wir im Teams-Admin-Center nachsehen, ob die Identitätswarnung angekommen ist. Vor dem Einschalten einer Drittanbieter-Erkennung würden wir klären, wer dann Ton und Bild der Besprechungen verarbeitet und wo das geschieht, denn dazu steht in den Quellen nichts.

Wer im Betrieb darf eine Zahlung freigeben, wenn die Bitte in einer Videokonferenz kommt?

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Zuletzt aktualisiert: 9. Oktober 2026. Stand der Recherche: 9. Oktober 2026.