Verdi und die deutschen Versicherer verhandeln 2026 erstmals einen Tarifvertrag, der den KI-Einsatz und seine Auswirkungen auf Arbeitsplätze regelt. Das ist mehr als eine Insider-News der Personalabteilungen. Wenn dieser Tarifvertrag steht, schafft er konkrete Pflichten zur Mitarbeiter-Schulung, eine, die sich mit der EU KI-Verordnung (Art. 4, gilt seit 02.02.2025) und dem Qualifizierungschancengesetz (QCG) deckt. Was Versicherungs-Mitarbeiter und HR-Verantwortliche jetzt wissen müssen.

Was verhandelt wird

Laut Branchenmedien (Stand Frühjahr 2026) stehen vor allem folgende Punkte im Mittelpunkt:

Das Verhandlungsergebnis wird als Blaupause für andere Branchen gelten. Banken und Telekommunikation beobachten aufmerksam.

Was schon heute gilt, auch ohne Tarifvertrag

EU KI-Verordnung Art. 4 (seit 02.02.2025)

Jedes Unternehmen, das KI einsetzt, muss seit Februar 2025 sicherstellen, dass seine Mitarbeiter "ausreichende KI-Kompetenz" haben. Versicherer setzen KI massiv ein (Tarifierung, Schadenbearbeitung, Kundenservice). Der Schulungsanspruch existiert bereits, er muss nur eingefordert werden.

Qualifizierungschancengesetz (QCG)

Mitarbeiter, deren Tätigkeit durch technologischen Wandel betroffen ist, haben Anspruch auf geförderte Weiterbildung. Versicherungssachbearbeitung erfüllt das Kriterium klar. Förderung: bis 100 % Kurskosten plus optionaler Lohnzuschuss.

Was Versicherungs-Mitarbeiter jetzt tun sollten

Wenn du im Job bist

  1. Status klären: Welche KI-Tools nutzt dein Bereich heute? Wo wird der Einsatz wachsen?
  2. Schulungsanspruch geltend machen: Auf Art. 4 KI-VO verweisen. Schriftliche Anfrage: "Welche KI-Schulungen sind in den nächsten 12 Monaten geplant?"
  3. QCG-Antrag anregen: Wenn dein Arbeitgeber bereit ist, eine längere Weiterbildung zu fördern
  4. Betriebsrat einbinden: Wenn dein Haus einen hat, ist er der natürliche Verbündete

Wenn du gehen musst (oder willst)

  1. Aufhebungsvertrag mit Anwalt prüfen: Achtung Sperrzeit beim ALG 1
  2. Bildungsgutschein beantragen: Sobald "von Arbeitslosigkeit bedroht" gegeben ist, vor Kursbeginn
  3. Zielberuf wählen: DigiMan (4 Monate) oder Wirtschaftsfachwirt (11 Monate) sind die zwei häufigsten Wege für Versicherungs-Erfahrene

Was HR jetzt tun sollte

Für HR-Verantwortliche: Auch ohne Tarifvertrag gelten Art. 4 KI-VO und QCG. Wer wartet, bis der Tarifvertrag fertig ist, baut Haftungsrisiken auf und verliert Bindungschancen für gute Mitarbeiter.

Konkrete Schritte für HR:

Was der Tarifvertrag faktisch ändern wird

Wenn der Tarifvertrag wie diskutiert ausgestaltet wird:

Was als Nächstes passiert

Die Tarifverhandlungen laufen. Mit einem ersten Abschluss ist nach gegenwärtiger Lage frühestens Sommer 2026 zu rechnen, vielleicht erst 2027. Bis dahin gilt:

Wir helfen bei der Schulung

Wenn du als Mitarbeiter unsicher bist, welche Weiterbildung für dich realistisch ist und welche Förderung greift, helfen wir in einem 15-Minuten-Erstgespräch weiter. Auch für HR-Verantwortliche, die einen QCG-Pilot aufsetzen wollen, ist das der schnellste Einstieg.

Häufige Fragen

Gilt der Verdi-Tarifvertrag zu KI schon?

Nein. Verdi und die Versicherer verhandeln 2026 erstmals einen solchen Tarifvertrag, ein Abschluss wird frühestens Sommer 2026, vielleicht erst 2027 erwartet. Was schon heute gilt, ist die KI-Kompetenzpflicht nach Art. 4 der EU-KI-Verordnung (seit 02.02.2025) und das Qualifizierungschancengesetz.

Habe ich als Versicherungs-Mitarbeiter Anspruch auf eine KI-Schulung?

Ja, unabhängig vom Tarifvertrag. Nach Art. 4 der EU-KI-Verordnung muss dein Arbeitgeber seit Februar 2025 sicherstellen, dass die Belegschaft ausreichende KI-Kompetenz hat. Du kannst diesen Anspruch schriftlich einfordern und nach den geplanten Schulungen der nächsten zwölf Monate fragen.

Wer zahlt eine längere KI-Weiterbildung für Versicherungs-Beschäftigte?

Über das Qualifizierungschancengesetz übernimmt die Agentur für Arbeit je nach Betriebsgröße einen Teil bis zu den vollen Lehrgangskosten: unter 50 Beschäftigte 100 Prozent, 50 bis unter 500 Beschäftigte 50 Prozent, ab 500 Beschäftigte 25 Prozent, jeweils plus optionalem Lohnzuschuss. Der Arbeitgeber stellt den Antrag, die Weiterbildung muss bei einem AZAV-zertifizierten Träger laufen und mehr als 120 Stunden umfassen.

Was kann ich tun, wenn mein Arbeitsplatz durch KI wegfällt?

Wer von Arbeitslosigkeit bedroht ist, kann vor Kursbeginn einen Bildungsgutschein bei der Agentur für Arbeit beantragen. Bei bewilligtem Bildungsgutschein werden die Lehrgangskosten einer AZAV-Maßnahme zu 100 Prozent übernommen. Für Versicherungs-Erfahrene sind der Digitalisierungsmanager (4 Monate) oder der Wirtschaftsfachwirt (11 Monate) die häufigsten Wege. Einen Aufhebungsvertrag solltest du wegen möglicher Sperrzeit beim ALG I vorher anwaltlich prüfen lassen.

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