Jahrelang galt die IT-Branche als sicherer Hafen, jetzt drehen die Zahlen: Die Bundesagentur für Arbeit meldet für IT-Berufe deutlich weniger offene Stellen und eine steigende Arbeitslosenquote. 2025 waren im Jahresschnitt noch rund 13.000 Stellenangebote für IT-Berufe im Bestand, ein Minus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die berufsspezifische Arbeitslosenquote in den IKT-Berufen stieg von 3,7 auf 4,5 Prozent. Über die Erhebung berichten unter anderem der Wirtschaftsticker und IT-Business. Was hinter dem Richtungswechsel steckt und wie du dich jetzt aufstellst.
Vorab: Arbeitsmarktzahlen sind Durchschnittswerte, deine persönliche Lage kann besser oder schlechter aussehen. Eine Vermittlung in einen bestimmten Job kann niemand garantieren, die Förderwege stehen dir aber offen.
Auf einen Blick: Der Arbeitsmarkt für IT-Berufe verliert an Dynamik. Nach Daten der Bundesagentur für Arbeit waren 2025 rund 13.000 Stellenangebote für IT-Berufe im Bestand, 22 Prozent weniger als im Vorjahr, die Arbeitslosenquote in den IKT-Berufen stieg von 3,7 auf 4,5 Prozent. Gleichzeitig wuchs die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten IKT-Fachleute auf 1,15 Millionen, ein Plus von zwei Prozent. Der Markt schrumpft also nicht, er sortiert sich neu: weg von Standardprofilen, hin zu KI- und Automatisierungskompetenz.
Was die Zahlen der Bundesagentur zeigen
Zwei Entwicklungen laufen gleichzeitig, und genau das macht die Lage unübersichtlich. Auf der einen Seite bremst die Konjunktur: Unternehmen verschieben IT-Projekte, besetzen frei werdende Stellen langsamer und schreiben weniger neue aus. 13.000 gemeldete Stellenangebote im Jahresbestand 2025 bedeuten ein Minus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wer gerade sucht, spürt das an längeren Bewerbungsprozessen und mehr Konkurrenz pro Ausschreibung. Die Arbeitslosenquote in den IKT-Berufen kletterte von 3,7 auf 4,5 Prozent.
Auf der anderen Seite wächst die Beschäftigung weiter: 1,15 Millionen IKT-Fachleute waren 2025 sozialversicherungspflichtig beschäftigt, zwei Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Branche baut also nicht ab, sie stellt nur anders ein. Die Bundesagentur verweist auf den Strukturwandel durch Digitalisierung, Automatisierung und den Einsatz neuer KI-Technologien.
Der Markt sortiert sich neu, nicht aus
Aus den Gesprächen mit unseren Teilnehmern sehen wir das Muster hinter den Zahlen ziemlich klar: Schwer haben es gerade Profile, die auf Routinetätigkeiten aufgebaut sind, klassischer First-Level-Support, einfache Webentwicklung, standardisierte Administration. Genau diese Aufgaben automatisieren Unternehmen zuerst, teils mit KI-Werkzeugen. Gefragt bleiben dagegen Leute, die Automatisierung und KI nicht als Bedrohung, sondern als Werkzeugkasten beherrschen: Wer Prozesse analysieren, Workflows aufsetzen und KI-Tools produktiv einbinden kann, findet weiterhin offene Türen.
Das ist unbequem für alle, die sich auf einem gefragten Profil ausgeruht haben. Es ist aber auch eine klare Handlungsanweisung.
Wenn du gerade arbeitslos bist oder es wirst
Nach einer Kündigung meldest du dich innerhalb von drei Tagen nach Kenntnis des Kündigungstermins arbeitsuchend, sonst droht eine Sperrzeit, bei längerem Vorlauf spätestens drei Monate vor dem Ende. Die Agentur für Arbeit erreichst du kostenlos unter 0800 4 5555 00. ALG 1 beträgt 60 Prozent deines letzten Nettoentgelts, mit Kind 67 Prozent.
Die Wartezeit auf den nächsten Job ist im aktuellen Markt länger als gewohnt. Statt sie mit immer gleichen Bewerbungen zu füllen, kannst du sie in ein Profil-Upgrade investieren, gefördert.
Das Profil-Upgrade: von IT-Routine zu KI und Prozessautomatisierung
Wer aus der IT kommt, bringt für den Digitalisierungsmanager die besten Startbedingungen überhaupt mit. Der Kurs setzt genau auf die Felder, in die der Markt sich verschiebt: Prozessanalyse, Workflow-Automatisierung, praktischer Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Fachabteilungen, vier Monate, 720 Unterrichtseinheiten, komplett online.
Der Bildungsgutschein nach § 81 SGB III übernimmt bei Bewilligung die kompletten Lehrgangskosten. Während einer abschlussorientierten Weiterbildung läuft dein ALG 1 nach § 144 SGB III weiter, dazu kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld pro Monat sowie 1.000 Euro bei der Zwischenprüfung und 1.500 Euro beim Abschluss (§ 87a SGB III). Kinderbetreuung wird mit 160 Euro je Kind und Monat bezuschusst (§ 87 SGB III). Wer statt Technik lieber kaufmännische Verantwortung anstrebt, findet im Wirtschaftsfachwirt (IHK) eine Alternative über das Aufstiegs-BAföG.
Häufige Fragen
Ist der IT-Arbeitsmarkt eingebrochen?
Nein, er hat sich abgekühlt und verschoben. Die gemeldeten Stellen für IT-Berufe sanken 2025 um 22 Prozent auf rund 13.000 im Bestand, die Arbeitslosenquote der IKT-Berufe stieg auf 4,5 Prozent. Gleichzeitig wuchs die Beschäftigung auf 1,15 Millionen IKT-Fachleute, ein Plus von zwei Prozent.
Welche IT-Profile trifft es am stärksten?
Nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit wirken Konjunkturflaute und Strukturwandel zusammen. Unter Druck stehen vor allem Routineprofile, deren Aufgaben sich automatisieren lassen. Gefragt sind Kompetenzen rund um KI, Automatisierung und Prozessgestaltung.
Lohnt sich eine Weiterbildung, wenn ich schon aus der IT komme?
Gerade dann. IT-Grundwissen plus KI- und Automatisierungskompetenz ist die Kombination, in die sich der Markt bewegt. Mit Bildungsgutschein kostet dich die Weiterbildung bei Bewilligung nichts, und dein ALG 1 läuft weiter.
Was kostet mich der Digitalisierungsmanager?
Bei bewilligtem Bildungsgutschein nichts. Die Agentur für Arbeit übernimmt die Lehrgangskosten. Der Kurs dauert vier Monate und läuft komplett online.
Quellen
- Wirtschaftsticker: Arbeitsmarkt für IT-Berufe wird enger
- IT-Business: IT-Jobs im Wandel, weniger Stellen, höhere Ansprüche
- Statistik der Bundesagentur für Arbeit
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