Bei der Alu-Rheinfelden-Gruppe im badischen Rheinfelden sollen rund 185 Arbeitsplätze wegfallen. Die beiden Gesellschaften Aluminium Rheinfelden Alloys GmbH und Aluminium Rheinfelden Semis GmbH haben am 16. Juli 2026 beim Amtsgericht Lörrach die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt, die Aluminiumverarbeitung in beiden Gesellschaften soll dauerhaft eingestellt werden. Wenn du bei Aluminium Rheinfelden arbeitest und die Aluminium Rheinfelden Insolvenz 2026 dich betrifft, ordnet dieser Leitfaden deine nächsten Schritte.
Dieser Text ersetzt keine arbeitsrechtliche Beratung. Für verbindliche Auskünfte zu deinem Arbeitsverhältnis, zum Insolvenzgeld, zu einem Sozialplan oder einem Aufhebungsvertrag sind der Insolvenzverwalter beziehungsweise Sachwalter, dein Betriebsrat, die zuständige Gewerkschaft und ein Fachanwalt für Arbeitsrecht die richtige Adresse. Eine Vermittlung in einen neuen Job kann niemand garantieren, die Förderwege für Weiterbildung und Neuorientierung stehen dir aber offen.
Auf einen Blick: Die Aluminium Rheinfelden Alloys GmbH und die Aluminium Rheinfelden Semis GmbH aus Rheinfelden (Baden) haben am 16. Juli 2026 beim Amtsgericht Lörrach ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Rund 185 Arbeitsplätze fallen weg, die Aluminiumverarbeitung in beiden Gesellschaften soll dauerhaft eingestellt werden. Die Sparte Carbon Products (Rheinfelden Carbon Products GmbH mit rund 50 Beschäftigten) ist nicht betroffen und läuft unverändert weiter. Als Gründe nennt das Unternehmen schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen, stark gestiegene Energiepreise, schwache Nachfrage und hohen internationalen Wettbewerbsdruck.
Was bei Aluminium Rheinfelden gerade passiert
Am 16. Juli 2026 haben die beiden Gesellschaften beim Amtsgericht Lörrach ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Die Aluminiumverarbeitung in der Alloys- und der Semis-Gesellschaft soll dauerhaft eingestellt werden. Rund 185 Arbeitsplätze fallen dadurch weg.
Ein Teil des Standorts bleibt bestehen. Die Sparte Carbon Products, geführt von der Rheinfelden Carbon Products GmbH mit rund 50 Beschäftigten, ist von den Insolvenzanträgen nicht betroffen und führt den Betrieb unverändert fort. Wenn du in diesem Bereich arbeitest, gilt für dich eine andere Ausgangslage als für die Kollegen in der Aluminiumverarbeitung.
Die Gründe liegen im Markt.
Das Unternehmen verweist auf dauerhaft schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen, deutlich gestiegene Energiepreise, eine schwache Nachfrage und hohen internationalen Wettbewerbsdruck. Diese Faktoren treffen die energieintensive Aluminium- und Gießereibranche seit längerem, viele Metallbetriebe kämpfen mit denselben Kostenblöcken. Wie sich diese Lage in der Branche insgesamt zeigt, ordnet unser Beitrag zur Gießerei-Krise und Stellenabbau ein. Für dich ist zunächst wichtig, dass ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung geordnete Regeln hat, an denen du dich orientieren kannst.
Deine ersten Schritte
Sammle deine Unterlagen. Arbeitsvertrag, Lohnabrechnungen, Nachweise über Überstunden und Urlaubsansprüche, Betriebsvereinbarungen. Diese Papiere brauchst du, wenn Ansprüche berechnet werden.
Der Betriebsrat ist deine wichtigste Anlaufstelle im Betrieb. Er verhandelt bei einem Stellenabbau dieser Größe über Interessenausgleich und Sozialplan und weiß, welche Regelungen für deinen Bereich gelten. Die zuständige Gewerkschaft, in der Metallindustrie meist die IG Metall, unterstützt ihre Mitglieder zusätzlich mit Rechtsberatung.
Falls dir ein Aufhebungsvertrag vorgelegt wird, unterschreib ihn nicht sofort. Ein Aufhebungsvertrag kann eine Sperrzeit von bis zu zwölf Wochen beim Arbeitslosengeld auslösen, in der du kein Geld bekommst und die deine Bezugsdauer verkürzt. Ob sich das im konkreten Fall vermeiden lässt, hängt von der Formulierung und den Umständen ab. Lass jeden solchen Vertrag deshalb vorher von Betriebsrat, Gewerkschaft oder einem Fachanwalt prüfen.
Insolvenzgeld, Arbeitslosengeld und Sozialplan
Deine Löhne sind über das Insolvenzgeld nach Paragraf 165 SGB III für bis zu drei Monate rückständiges Nettoentgelt abgesichert. Den Antrag stellst du bei der Agentur für Arbeit, und zwar innerhalb von zwei Monaten nach dem Insolvenzereignis. Diese Frist ist wichtig, denn wer sie verstreichen lässt, riskiert den Anspruch. Häufig wird die Vorfinanzierung über den Sachwalter und eine Bank organisiert, sodass das Geld überbrückt wird, bis die Agentur zahlt. Frag deinen Betriebsrat, wie das bei euch abläuft.
Sobald ein Enddatum für dein Arbeitsverhältnis feststeht, meldest du dich innerhalb von drei Tagen nach Kenntnis bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend. Versäumst du diese Frist, droht eine Sperrzeit. Die kostenlose Hotline erreichst du unter 0800 4 5555 00.
Das Arbeitslosengeld 1 beträgt danach rund 60 Prozent deines letzten Nettoentgelts, mit Kind 67 Prozent. Kläre außerdem früh, ob im Sozialplan eine Transfergesellschaft vorgesehen ist. Über das Transfer-Kurzarbeitergeld nach Paragraf 111 SGB III lässt sich der Übergang in einen neuen Job abfedern, und Qualifizierungen sind dort oft schon eingeplant. Ein solcher Übergang gibt dir Zeit, dich in Ruhe umzusehen, statt aus der Arbeitslosigkeit heraus jede erstbeste Stelle nehmen zu müssen.
Vom Metall- und Gießerei-Wissen zur Digitalisierung
Wer in einer Aluminiumverarbeitung oder Gießerei arbeitet, kennt Anlagen, Temperaturführung, Legierungen, Prüfprozesse und Instandhaltung. Das ist Facharbeiter-Wissen, das nicht verschwindet, nur weil ein Standort schließt. Die Frage ist, wohin du dieses Wissen als Nächstes trägst.
Viele Industriebetriebe digitalisieren gerade ihre Produktion und Verwaltung. Wartungsplanung, Materialdisposition, Qualitätsdokumentation, Auftragsabwicklung: Immer mehr davon läuft über automatisierte Abläufe und KI-gestützte Systeme. Wer die Produktion aus eigener Erfahrung kennt und zugleich diese Werkzeuge beherrscht, ist an einer wichtigen Schnittstelle einsetzbar.
Der Digitalisierungsmanager greift diesen Bedarf auf. Die Weiterbildung dauert vier Monate, umfasst 720 Unterrichtseinheiten und läuft komplett online. Programmierkenntnisse brauchst du nicht. Der Schwerpunkt liegt auf Prozessautomatisierung und dem praktischen Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Der Bildungsgutschein nach Paragraf 81 SGB III übernimmt bei Bewilligung die kompletten Lehrgangskosten, dein Eigenanteil liegt dann bei 0 Euro. Ob ein Bildungsgutschein bewilligt wird, entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall.
Während einer abschlussorientierten Weiterbildung läuft dein Arbeitslosengeld 1 nach Paragraf 144 SGB III weiter. Dazu kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld pro Monat sowie 1.000 Euro bei der Zwischenprüfung und 1.500 Euro beim Abschluss (Paragraf 87a SGB III). Hast du Kinder, wird die Betreuung mit 160 Euro je Kind und Monat bezuschusst (Paragraf 87 SGB III).
Weiterbildung ist eine Option, kein Muss
Ob du diesen Weg gehst, entscheidest du. In der Metallindustrie werden Facharbeiter weiterhin gesucht, ein direkter Wechsel zu einem anderen Betrieb ist für viele die naheliegende Lösung. Eine Weiterbildung lohnt sich vor allem dann, wenn du dich beruflich neu ausrichten willst und nicht nur eine Lücke überbrücken möchtest.
Der Weg zum Bildungsgutschein führt über deinen Vermittler bei der Agentur für Arbeit. Ein automatischer Anspruch besteht nicht, es ist eine Ermessensentscheidung. Deshalb hilft es, im Beratungsgespräch klar zu sagen, warum die Weiterbildung zu deinem beruflichen Ziel passt und wie sie deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessert.
Lass dir Zeit für die Entscheidung.
Sprich mit deinem Betriebsrat, mit der Agentur und mit Menschen, die das Berufsfeld kennen. Der Digitalisierungsmanager ist eine Möglichkeit unter mehreren, kein Zwang.
Häufige Fragen
Sind alle Standorte von Aluminium Rheinfelden betroffen?
Nein. Die Insolvenzanträge betreffen die Aluminium Rheinfelden Alloys GmbH und die Aluminium Rheinfelden Semis GmbH, dort sollen rund 185 Arbeitsplätze wegfallen. Die Sparte Carbon Products (Rheinfelden Carbon Products GmbH mit rund 50 Beschäftigten) ist nicht betroffen und führt den Betrieb unverändert fort.
Bekomme ich mein Gehalt trotz Insolvenz?
Für bis zu drei Monate rückständiges Nettoentgelt greift das Insolvenzgeld nach Paragraf 165 SGB III. Den Antrag stellst du bei der Agentur für Arbeit innerhalb von zwei Monaten nach dem Insolvenzereignis. Häufig wird die Zahlung über den Sachwalter vorfinanziert.
Sollte ich einen Aufhebungsvertrag unterschreiben?
Nicht ohne vorherige Prüfung. Ein Aufhebungsvertrag kann eine Sperrzeit von bis zu zwölf Wochen beim Arbeitslosengeld auslösen. Ob und in welcher Höhe, hängt von den Umständen ab. Lass den Vertrag vorher von Betriebsrat, Gewerkschaft oder einem Fachanwalt prüfen.
Passt eine KI-Weiterbildung zu einem Metallfacharbeiter?
Ja, denn Programmierkenntnisse sind nicht nötig. Der Digitalisierungsmanager setzt auf Prozessautomatisierung und praktischen KI-Einsatz, und dein Produktionswissen ist dabei ein Vorteil. Die Weiterbildung dauert vier Monate und läuft komplett online. Bei bewilligtem Bildungsgutschein trägst du keine Kosten.
Quellen
- Badische Zeitung: Bei der Alu-Rheinfelden-Gruppe sollen 185 Stellen wegfallen
- Schwarzwälder Bote: Insolvenzverfahren, Alu-Rheinfelden-Gruppe will 185 Arbeitsplätze abbauen
- Aluminium Journal: Aluminium Rheinfelden beantragt Insolvenzverfahren
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