Hessen hat eine der dichtesten Förderlandschaften für berufliche Weiterbildung in Deutschland. Neben den drei großen Bundesprogrammen gibt es hessen-eigene Instrumente wie den DIGI-Zuschuss, die Aufstiegsprämie (3.500 Euro für Fachwirte und Meister), das Digitalisierungsprogramm Distr@l und die kostenlose Beratung durch Bildungscoaches der Initiative ProAbschluss. Zusammen ergibt sich ein Fördermix, der Weiterbildungskosten für Betriebe in Hessen auf einen Bruchteil drücken kann.
Trotzdem rufen viele Unternehmen die Gelder nicht ab. Die Programme verteilen sich auf verschiedene Stellen: Agentur für Arbeit, WIBank, IHK, Hessisches Wirtschaftsministerium, ESF-Portal. Wer nicht genau weiss, wo er anfangen soll, lässt Fördergeld liegen.
Dieser Artikel gibt dir als Arbeitgeber in Hessen einen vollständigen Überblick. Mit Förderhöhen, Voraussetzungen, Antragsstellen und einem konkreten Praxisbeispiel, wie ein hessisches KMU mehrere Programme kombiniert hat.
Das Wichtigste in Kürze
- Qualifizierungschancengesetz (QCG): Bis zu 100 Prozent der Kurskosten plus bis zu 75 Prozent Lohnkostenzuschuss. Bundesweit gültig, in Hessen über die lokale Agentur für Arbeit beantragt.
- Bildungsgutschein: 100 Prozent der Kurskosten für Arbeitssuchende und von Arbeitslosigkeit Bedrohte.
- Qualifizierungsgeld: Lohnersatzleistung (60/67 Prozent) für Betriebe im Strukturwandel. Seit April 2024 verfügbar.
- Hessische Aufstiegsprämie: 3.500 Euro pauschal für bestandene Meister-, Fachwirt- und vergleichbare Abschlüsse. Seit Juni 2024 auf diesem Niveau.
- DIGI-Zuschuss Hessen: Bis zu 10.000 Euro (50 Prozent der Kosten) für Digitalisierungsmaßnahmen. Für KMU mit Betriebsstätte in Hessen.
- Distr@l: Bis zu 500.000 Euro für digitale Innovationsprojekte und F&E mit Digitalbezug.
- Bildungscoaches (ProAbschluss): Kostenlose Weiterbildungsberatung direkt im Unternehmen. In jedem hessischen Agenturbezirk vertreten.
- Programme sind kombinierbar: QCG für Personalqualifizierung plus DIGI-Zuschuss für die zugehörige Software funktioniert.
Alle Programme im Überblick
| Programm | Ebene | Förderhöhe | Was wird gefördert | Antragsstelle |
|---|---|---|---|---|
| QCG | Bund | Bis 100 % Kurskosten + 75 % Lohn | Weiterbildung Beschäftigter | Agentur für Arbeit |
| Bildungsgutschein | Bund | 100 % Kurskosten + Nebenkosten | Weiterbildung Arbeitssuchender | Agentur für Arbeit |
| Qualifizierungsgeld | Bund | 60-67 % Nettolohn | Weiterbildung bei Strukturwandel | Agentur für Arbeit |
| Aufstiegsprämie Hessen | Hessen | 3.500 EUR pauschal | Meister-/Fachwirt-/DQR-6/7-Abschluss | IHK/HWK in Hessen |
| DIGI-Zuschuss | Hessen | 50 %, max. 10.000 EUR | Digitalisierung, IT-Sicherheit | WIBank (Online-Portal) |
| Distr@l | Hessen | Bis 500.000 EUR | Digitale Innovation, F&E | WIBank |
| Bildungscoaches | Hessen | Kostenlos | Beratung zu Weiterbildung + Förderung | ProAbschluss / Bildungscoaches |
| BAFA Beratung | Bund | 50 %, max. 1.750 EUR | Beratung zu Digitalisierung | BAFA |
| Aufstiegs-BAföG | Bund | 50 % Zuschuss + Darlehen | Aufstiegsfortbildungen (IHK) | Amt für Ausbildungsförderung |
Bundesprogramme: In ganz Hessen verfügbar
Die drei wichtigsten Programme kommen vom Bund und gelten einheitlich in allen hessischen Agenturbezirken. Sie bieten die höchsten Fördersummen und sollten dein erster Anlaufpunkt sein.
1. Qualifizierungschancengesetz (QCG): Der stärkste Hebel für Arbeitgeber
Das QCG ist das wichtigste Förderprogramm für Unternehmen, die ihre Mitarbeiter in KI, Digitalisierung oder anderen Zukunftsthemen schulen wollen. Die Agentur für Arbeit übernimmt einen Grossteil der Lehrgangs- und Lohnkosten.
Förderstaffel nach Betriebsgrösse:
| Betriebsgrösse | Lehrgangskosten | Lohnkostenzuschuss | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Unter 10 Beschäftigte | Bis 100 % | Bis 75 % | Höchste Förderquote |
| 10 bis 249 Beschäftigte | 50-100 % | Bis 50 % | Über 45-Jährige und Schwerbehinderte: bis 100 % |
| 250 bis 2.499 Beschäftigte | Bis 50 % | Bis 25 % | Einzelfallprüfung |
| Ab 2.500 Beschäftigte | Bis 25 % | Bis 25 % | Betriebsvereinbarung erforderlich |
Voraussetzungen: - AZAV-zertifizierter Bildungsträger - Mindestens 120 Unterrichtsstunden Umfang - Berufsabschluss des Mitarbeiters liegt mindestens vier Jahre zurück - Weiterbildung geht über reine Anpassungsqualifizierung hinaus - Antrag VOR Beginn der Weiterbildung
Antragsstelle in Hessen: Arbeitgeber-Service der zuständigen Agentur für Arbeit. In Hessen gibt es Agenturen in Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt, Kassel, Giessen, Hanau, Marburg, Fulda und weiteren Standorten. Die kostenlose Hotline für Arbeitgeber: 0800 4 5555 20.
Den kompletten Antragsprozess haben wir hier beschrieben: QCG beantragen: Schritt-für-Schritt-Anleitung für Arbeitgeber.
2. Bildungsgutschein: 100 Prozent für Arbeitssuchende und Bedrohte
Der Bildungsgutschein übernimmt 100 Prozent der Weiterbildungskosten inklusive Fahrtkosten, Kinderbetreuung und Unterkunft. Er richtet sich an Personen, die arbeitssuchend sind, von Arbeitslosigkeit bedroht sind oder einen fehlenden Berufsabschluss nachholen wollen.
Für hessische Unternehmen relevant, wenn: - Personalabbau ansteht und Mitarbeiter vor der Kündigung umgeschult werden - Beschäftigte in Transfergesellschaften qualifiziert werden - Kurzarbeit läuft und die Ausfallzeiten für Weiterbildung genutzt werden
Voraussetzung: Bildungsträger und Maßnahme müssen AZAV-zertifiziert sein. Der Bildungsgutschein ist nach Bewilligung maximal drei Monate gültig.
Antragsstelle: Persönliches Gespräch mit dem Arbeitsvermittler bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter. In Hessen gibt es 13 Agenturen und zahlreiche Geschäftsstellen.
3. Qualifizierungsgeld: Für Betriebe im Strukturwandel
Das Qualifizierungsgeld ist seit April 2024 verfügbar und richtet sich an Betriebe, deren Arbeitsplätze durch Digitalisierung, KI oder Dekarbonisierung gefährdet sind. Statt Mitarbeiter zu entlassen, werden sie während einer Weiterbildung vom Staat bezahlt.
Eckdaten: - Die Agentur für Arbeit zahlt 60 Prozent des Nettolohns (67 Prozent mit Kind) direkt an die Beschäftigten - Der Arbeitgeber stellt die Mitarbeiter für die Weiterbildung frei - Weiterbildung muss bei AZAV-zertifiziertem Träger stattfinden und mindestens 120 Stunden umfassen
Voraussetzungen: - Strukturwandel muss den Betrieb nachweislich betreffen - Mindestens 20 Prozent der Belegschaft müssen weiterqualifiziert werden (10 Prozent bei KMU unter 250 Mitarbeitern) - Betriebsvereinbarung oder Tarifvertrag über die Qualifizierung erforderlich (bei Betrieben unter 10 Mitarbeitern reicht eine schriftliche Erklärung)
Antragsstelle: Arbeitgeber-Service der zuständigen Agentur für Arbeit.
Hessen-spezifische Förderprogramme
Hessen hat zusätzlich zu den Bundesprogrammen eigene Fördertöpfe, die nur Unternehmen mit Sitz oder Betriebsstätte in Hessen nutzen können. Das sind die wichtigsten:
4. Hessische Aufstiegsprämie: 3.500 Euro pro Abschluss
Seit dem 1. Juni 2024 zahlt Hessen 3.500 Euro für jeden bestandenen Meister- oder vergleichbaren Fortbildungsabschluss. Das ist eine der höchsten Prämien aller Bundesländer (nur Niedersachsen liegt mit 4.000 Euro darüber).
Berechtigte Abschlüsse (DQR Niveau 6 und 7): - Wirtschaftsfachwirt (IHK) - Industriefachwirt (IHK) - Handelsfachwirt (IHK) - Technischer Fachwirt (IHK) - Betriebswirt (IHK) - Handwerksmeister (HWK) - Weitere Fortbildungsabschlüsse auf DQR-Niveau 6 und 7
Voraussetzungen: - Prüfung erfolgreich vor einer hessischen IHK oder HWK abgelegt - Hauptwohnsitz oder Arbeitsplatz in Hessen zum Zeitpunkt der Prüfungsanmeldung oder Ergebnisfeststellung - Antrag innerhalb von drei Monaten nach dem Datum des Prüfungszeugnisses
Antragsstelle: Die zuständige IHK oder HWK in Hessen. Nach bestandener Prüfung wirst du automatisch angeschrieben und erhältst das Antragsformular.
Tipp für Arbeitgeber: Wenn du Mitarbeiter zum Wirtschaftsfachwirt schickst, bekommen sie neben dem Aufstiegs-BAföG zusätzlich 3.500 Euro Aufstiegsprämie. Zusammen mit der BAföG-Förderung reduziert das den tatsächlichen Eigenanteil auf nahezu null.
5. DIGI-Zuschuss Hessen: Bis zu 10.000 Euro für Digitalisierung
Der DIGI-Zuschuss fördert die Einführung neuer digitaler Systeme und die Verbesserung der IT-Sicherheit in kleinen und mittleren Unternehmen.
Eckdaten: - 50 Prozent der zuwendungsfähigen Sachausgaben, maximal 10.000 Euro - Mindestinvestition: 4.000 Euro (zuwendungsfähige Sachausgaben) - Für KMU und Freie Berufe mit Betriebsstätte in Hessen
Was wird gefördert: - Neue digitale Systeme (Software, Cloud-Lösungen, CRM, ERP) - IT-Sicherheitsmaßnahmen - Digitale Infrastruktur - Nicht gefördert: Hardware allein, Standardsoftware (z.B. Office), laufende Kosten
Antragsstelle: Online über das Kundenportal der WIBank (wibank.de). Der Antrag muss vor Beginn des Vorhabens gestellt werden. Die WIBank informiert auf ihrer Website, wann das Bewerbungsportal für das Förderjahr 2026 geöffnet wird.
Hinweis: Der DIGI-Zuschuss ist stark nachgefragt. Die Kontingente sind in den letzten Jahren regelmässig vor Jahresende ausgeschöpft. Frühzeitig beantragen lohnt sich.
6. Distr@l: Bis zu 500.000 Euro für digitale Innovation
Distr@l ("Digitalisierung stärken, Transfer leben") ist Hessens Förderprogramm für digitale Innovationsprojekte. Es richtet sich an KMU, Start-ups, Hochschulen und Forschungseinrichtungen.
Förderlinien:
| Förderlinie | Förderhöhe | Was wird gefördert |
|---|---|---|
| 1: Machbarkeitsstudien | Individuell | Potenzialanalyse, Risikoeinschätzung |
| 2A: Digitale Produktinnovationen | 100.000 - 500.000 EUR | Prototypen, Systeme, Verfahren |
| 2B: Digitale Prozessinnovationen | 100.000 - 500.000 EUR | Produktionsmethoden, Workflows |
| 2C: Digitale Pioniere | Individuell | Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse |
| 3: Wissenstransfer | Bis 1.000.000 EUR | Kooperation Forschung und Wirtschaft |
| 4A: Validierung | Individuell | Überprüfung von Geschäftsmodellen |
| 4B: Wachstum | Bis 160.000 EUR | Skalierung im digitalen Kontext |
Einreichfristen 2026: Projektskizzen können laufend eingereicht werden. Stichtage für die Bewertungsrunden: 26. April 2026 und 5. Juli 2026.
Antragsstelle: WIBank. Die Einreichung der Projektskizze erfolgt über das Online-Portal.
Für wen relevant: Unternehmen, die ein konkretes Digitalisierungsprojekt mit Forschungs- oder Innovationscharakter planen. Beispiel: Ein Logistikunternehmen entwickelt ein KI-basiertes Routenoptimierungssystem. Der reine Kauf einer bestehenden Software fällt nicht unter Distr@l.
7. Bildungscoaches der Initiative ProAbschluss: Kostenlose Beratung
Die hessischen Bildungscoaches sind in jedem Agenturbezirk vor Ort und beraten Unternehmen und Beschäftigte zu allen Fragen der beruflichen Weiterbildung. Kostenlos, unabhängig und direkt im Betrieb.
Was die Bildungscoaches für dich tun: - Bestandsaufnahme der Qualifikationen im Betrieb - Passende Weiterbildungsmaßnahmen identifizieren - Fördermöglichkeiten prüfen und bei der Antragstellung unterstützen - Begleitung bis zum erfolgreichen Abschluss
Kontakt: Über die Website [bildungscoaches.de](PH0 findest du den zuständigen Coach für deinen Standort. Das Angebot wird aus ESF+-Mitteln und vom Hessischen Wirtschaftsministerium finanziert.
Tipp: Wer nicht sicher ist, welche Programme für seinen Betrieb passen, startet am besten hier. Die Bildungscoaches kennen alle hessischen und bundesweiten Fördertöpfe und helfen beim Navigieren.
8. BAFA-Unternehmensberatung
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle fördert externe Beratungsleistungen, unter anderem zur Digitalisierung.
Eckdaten: - 50 Prozent der Beratungskosten, maximal 1.750 Euro (alte Bundesländer inkl. Hessen) - Maximal zwei geförderte Beratungen pro Jahr, insgesamt fünf - Läuft bis 31. Dezember 2026
Antragsstelle: Online über die BAFA-Website. Beratung muss durch einen von der BAFA zugelassenen Berater erfolgen.
Kombinierbarkeit der Programme
Die verschiedenen Programme lassen sich in vielen Fällen kombinieren. Entscheidend ist, dass sie unterschiedliche Kostenpositionen fördern.
Kombinierbar: - QCG plus DIGI-Zuschuss (unterschiedliche Fördergegenstände: Personal vs. Technik) - Aufstiegs-BAföG plus Aufstiegsprämie (additiv, reduziert den Eigenanteil weiter) - BAFA-Beratung plus QCG (Beratung zur Planung, QCG für die Umsetzung) - Distr@l plus QCG (Innovationsprojekt plus Personalqualifizierung)
Nicht kombinierbar: - QCG und Bildungsgutschein für dieselbe Person (entweder Beschäftigter oder Arbeitssuchender) - QCG und Qualifizierungsgeld für dieselbe Maßnahme (unterschiedliche Rechtsgrundlagen, gleiche Leistung) - Doppelförderung derselben Kosten aus zwei Programmen (Kumulierungsverbot bei gleichen Ausgaben)
Grundregel: Verschiedene Programme für verschiedene Kostenpositionen kombinieren funktioniert fast immer. Dieselben Kosten doppelt fördern lassen funktioniert nie.
Praxisbeispiel: IT-Dienstleister aus Kassel qualifiziert 4 Mitarbeiter
Ein IT-Dienstleister mit 35 Mitarbeitern in Kassel will vier Beschäftigte im Bereich KI und Prozessautomatisierung weiterbilden. Die Mitarbeiter sollen anschliessend interne Abläufe digitalisieren und KI-Lösungen für Kunden entwickeln.
Schritt 1: QCG beantragen Der Geschäftsführer ruft den Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Kassel an. Ergebnis: Bei 35 Mitarbeitern übernimmt die Agentur 50 Prozent der Lehrgangskosten (4.850 Euro pro Teilnehmer) und 25 Prozent der Lohnkosten während der Weiterbildungszeit.
Schritt 2: DIGI-Zuschuss für die neue Software Parallel beantragt das Unternehmen den DIGI-Zuschuss bei der WIBank. Für ein neues KI-gestütztes Projektmanagement-Tool fallen 12.000 Euro an. Der DIGI-Zuschuss übernimmt 50 Prozent: 6.000 Euro.
Schritt 3: Aufstiegsprämie mitnehmen Einer der vier Mitarbeiter legt im Anschluss an die Weiterbildung die Prüfung zum Wirtschaftsfachwirt (IHK) ab. Er erhält 3.500 Euro Aufstiegsprämie vom Land Hessen.
Kostenrechnung:
| Position | Brutto | Förderung | Eigenanteil |
|---|---|---|---|
| 4x Weiterbildung (je 9.700 EUR) | 38.800 EUR | 19.400 EUR (QCG 50 %) | 19.400 EUR |
| Lohnkosten 4 Monate (anteilig) | 48.000 EUR | 12.000 EUR (QCG 25 %) | 36.000 EUR |
| Software KI-Projektmanagement | 12.000 EUR | 6.000 EUR (DIGI-Zuschuss) | 6.000 EUR |
| Aufstiegsprämie 1 Mitarbeiter | - | 3.500 EUR | -3.500 EUR |
| Gesamt | 98.800 EUR | 40.900 EUR | 57.900 EUR |
Ergebnis: 41 Prozent der Gesamtkosten sind durch Fördermittel gedeckt. Ohne Förderung hätte das Unternehmen 98.800 Euro aus eigener Tasche bezahlt. Und: Hätte das Unternehmen weniger als 10 Mitarbeiter, wäre die Förderquote beim QCG noch deutlich höher gewesen.
Häufige Fehler bei der Antragstellung
- Zu spät beantragen. QCG und Qualifizierungsgeld müssen VOR Beginn der Weiterbildung beantragt werden. Wer schon angefangen hat, bekommt nichts mehr. Auch der DIGI-Zuschuss muss vor Projektstart beantragt werden.
- Falschen Bildungsträger wählen. Für QCG, Bildungsgutschein und Qualifizierungsgeld muss der Bildungsträger AZAV-zertifiziert sein. Ohne Zertifizierung keine Förderung.
- Programme nicht kombinieren. Viele Unternehmen beantragen nur ein Programm und verschenken Geld. Die Kombination QCG plus DIGI-Zuschuss ist der häufigste blinde Fleck.
- Aufstiegsprämie nicht beantragen. Die Dreimonatsfrist nach dem Prüfungszeugnis wird oft verpasst. Die IHK schreibt zwar an, aber der Antrag muss trotzdem aktiv eingereicht werden.
- Keine Beratung nutzen. Die Bildungscoaches beraten kostenlos und kennen alle Programme. Trotzdem nutzen nur wenige Unternehmen das Angebot.
- DIGI-Zuschuss zu spät beantragen. Die Kontingente sind in den letzten Jahren vor Jahresende ausgeschöpft gewesen. Wer bis Herbst wartet, geht leer aus.
Antragsstellen in Hessen
| Programm | Wo beantragen | Kontakt |
|---|---|---|
| QCG / Bildungsgutschein / Qualifizierungsgeld | Agentur für Arbeit (Arbeitgeber-Service) | 0800 4 5555 20 (kostenlos) |
| Aufstiegsprämie | IHK oder HWK in Hessen | Automatische Benachrichtigung nach Prüfung |
| DIGI-Zuschuss | WIBank Online-Portal | [wibank.de](PH1 |
| Distr@l | WIBank Online-Portal | [digitales.hessen.de/foerderprogramme/distrl](PH2 |
| Bildungscoaches | ProAbschluss | [bildungscoaches.de](PH3 |
| BAFA Beratung | BAFA Online-Portal | [bafa.de](PH4 |
| Aufstiegs-BAföG | Amt für Ausbildungsförderung am Wohnort | [aufstiegs-bafoeg.de](PH5 |
| Allgemeine Beratung | Weiterbildung Hessen e.V. | [bildungsberatung-hessen.de](PH6 |
FAQ
Welche Förderung für Weiterbildung gibt es speziell in Hessen? Hessen bietet neben den Bundesprogrammen (QCG, Bildungsgutschein) vier eigene Instrumente: die Aufstiegsprämie (3.500 Euro für Fachwirt- und Meisterabschlüsse), den DIGI-Zuschuss (bis 10.000 Euro für Digitalisierung), Distr@l (bis 500.000 Euro für digitale Innovationsprojekte) und die kostenlose Beratung durch Bildungscoaches der Initiative ProAbschluss.
Gilt die Aufstiegsprämie auch für den Wirtschaftsfachwirt? Ja. Die hessische Aufstiegsprämie gilt für alle Fortbildungsabschlüsse auf DQR-Niveau 6 und 7. Dazu gehören der Wirtschaftsfachwirt, der Industriefachwirt, der Handelsfachwirt, der Betriebswirt und alle Handwerksmeister. Voraussetzung: Prüfung vor einer hessischen IHK oder HWK abgelegt und Hauptwohnsitz oder Arbeitsplatz in Hessen.
Kann ich als Arbeitgeber die Weiterbildung meiner Mitarbeiter zu 100 Prozent fördern lassen? Ja, über das Qualifizierungschancengesetz. Unternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten bekommen bis zu 100 Prozent der Lehrgangskosten und 75 Prozent der Lohnkosten erstattet. Auch grössere Unternehmen können unter bestimmten Voraussetzungen 100 Prozent erhalten, etwa bei Beschäftigten über 45 Jahren.
Was ist der Unterschied zwischen QCG und Qualifizierungsgeld? Das QCG fördert die Weiterbildung einzelner Beschäftigter. Das Qualifizierungsgeld richtet sich an Betriebe, bei denen ein erheblicher Teil der Belegschaft (10 bis 20 Prozent) durch den Strukturwandel betroffen ist. Beim Qualifizierungsgeld übernimmt die Agentur für Arbeit den Lohnausfall als Lohnersatzleistung (60/67 Prozent), ähnlich wie beim Kurzarbeitergeld.
Gibt es den Qualifizierungsscheck in Hessen noch? Nein. Der Qualifizierungsscheck der Initiative ProAbschluss (bis zu 4.000 Euro, 50 Prozent der Weiterbildungskosten) wurde Ende 2021 eingestellt. Die Beratung durch die Bildungscoaches läuft aber weiter und hilft bei der Suche nach alternativen Fördermöglichkeiten wie dem QCG.
Wie beantrage ich den DIGI-Zuschuss? Die Antragstellung läuft online über das Kundenportal der WIBank. Du brauchst eine Betriebsstätte in Hessen und ein konkretes Digitalisierungsvorhaben mit mindestens 4.000 Euro zuwendungsfähigen Sachausgaben. Der Antrag muss vor Beginn des Vorhabens eingereicht werden.
Kann ich QCG und DIGI-Zuschuss kombinieren? Ja. Das ist eine der effektivsten Kombinationen. QCG für die Schulung der Mitarbeiter (Personalkosten), DIGI-Zuschuss für die zugehörige Software und IT-Infrastruktur (Sachkosten). Die Programme fördern unterschiedliche Kostenpositionen und schliessen sich nicht gegenseitig aus.
Nächster Schritt: Fördercheck für dein Unternehmen
Du willst wissen, welche Programme für dein Unternehmen in Frage kommen? Es gibt drei schnelle Wege:
-
Bildungscoaches kontaktieren: Kostenlose Beratung direkt in deinem Unternehmen über [bildungscoaches.de](PH7 Die Coaches kennen alle hessischen und bundesweiten Programme und helfen bei der Antragstellung.
-
Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit anrufen: 0800 4 5555 20 (kostenlos). Hier bekommst du Auskunft zu QCG, Bildungsgutschein und Qualifizierungsgeld.
-
Direkt mit einem AZAV-zertifizierten Bildungsträger sprechen: SkillSprinters ist ein DEKRA-zertifizierter Bildungsträger mit Sitz in Bayreuth. Wir bieten den Digitalisierungsmanager für Prozessautomatisierung und KI als 4-monatige Online-Weiterbildung an. 100 Prozent über Bildungsgutschein oder QCG förderfähig. Wir unterstützen bei der Beantragung.
Weitere Informationen zu Förderprogrammen findest du in unseren Überblicksartikeln: Fördermittel Digitalisierung 2026: Alle Programme für Unternehmen und QCG beantragen: Schritt-für-Schritt-Anleitung für Arbeitgeber.
Bereit für deinen nächsten Karriereschritt?
Lass dich kostenlos beraten. Wir finden die passende Weiterbildung und Förderung für dich.