Xiaomi stellt MiMo-V2.6 unter eine Lizenz, die fast alles erlaubt, und veröffentlicht dazu zwei Modelle, die auf keinem gewöhnlichen Bürorechner laufen.
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Kostenlos reinschnuppernDrei Modelle, sehr unterschiedlich groß
Am 21. September 2026 hat Xiaomi die Modellreihe MiMo-V2.6 auf Hugging Face gestellt. Die Gewichte sind offen, die trainierten Modelldateien stehen also selbst zum Herunterladen bereit. Das Spitzenmodell MiMo-V2.6-Pro ist ein sogenanntes Mixture-of-Experts-Modell mit 1,02 Billionen Parametern insgesamt. Aktiv sind davon je Token 42 Milliarden. Es verarbeitet Text, Bild, Video und Audio und nimmt bis zu 1 Million Token Kontext auf. Kleiner ist MiMo-V2.6-Flash mit 309 Milliarden Parametern gesamt und 15 Milliarden aktiven, ebenfalls mit 1 Million Token Kontext. VentureBeat nennt für Flash 310 Milliarden, maßgeblich ist hier die Modellkarte. Wirklich klein ist nur das dritte Modell der Reihe.
MiMo-V2.6-Distill-Qwen-9B hat 9 Milliarden Parameter. Laut Modellkarte ist es eine Feinabstimmung von Qwen3.5-9B mit Daten, die MiMo erzeugt hat, veröffentlicht als Ausgangspunkt für die Forschung.
Als Sprachen führen die Modellkarten von Pro und Flash Englisch und Chinesisch auf. Deutsch steht dort nicht, was über die tatsächliche Qualität auf Deutsch allerdings noch nichts aussagt.
Wessen Zahlen das sind
In der Modellkarte veröffentlicht Xiaomi eigene Testergebnisse. Danach liegt das Pro-Modell in mehreren Tests nahe an Claude Opus 5 und GPT-5.6 Sol, in anderen deutlich dahinter. Im Terminal Bench 4.0 etwa steht es laut Xiaomi bei 34,9 gegen 49,0 für Claude Opus 5. Das sind Anbieterangaben.
Eine Einordnung von außen liefert Artificial Analysis. In deren Intelligenzindex erreicht MiMo-V2.6-Pro laut VentureBeat 46 Punkte und liegt damit gleichauf mit Grok 4.7. VentureBeat schränkt selbst ein: Einen Sieg auf ganzer Linie gegen die stärksten geschlossenen Modelle zeige Xiaomi nicht, Claude Opus 5 liege in mehreren Tests vorn. Wer Modelle vergleicht, hält deshalb zwei Arten von Zahlen auseinander: die Tabelle des Herstellers und die Messung eines Dritten, die hier nur über einen Pressebericht vorliegt.
Für Xiaomis API nennt VentureBeat folgende Preise je Million Token: beim Pro-Modell 0,435 US-Dollar Eingabe und 0,87 US-Dollar Ausgabe, beim Flash-Modell 0,14 und 0,28 US-Dollar.
Was die MIT-Lizenz erlaubt
Den Wortlaut der MIT-Lizenz veröffentlicht die Open Source Initiative. Sie erlaubt unentgeltlich, die Software ohne Einschränkung zu nutzen, zu kopieren, zu ändern, zu veröffentlichen, weiterzugeben, unterzulizenzieren und zu verkaufen. Bedingung ist, dass der Urheberrechtsvermerk und der Lizenztext in allen Kopien enthalten sind. Bereitgestellt wird die Software ohne Gewährleistung, im Original „as is“.
Beim Blick in die Repositorys fällt eine Einzelheit auf. Bei MiMo-V2.6-Pro-RL und MiMo-V2.6-Distill-Qwen-9B liegt auf Hugging Face am 23. September 2026 keine eigene Lizenzdatei, „MIT“ steht dort nur im Kopf der Modellkarte. Beim 9B-Modell kommt hinzu, dass sein Basismodell Qwen3.5-9B laut Hugging Face unter Apache 2.0 steht.
Welche Folgen das im Einzelfall hat, ist eine Rechtsfrage, die dieser Artikel nicht beantwortet. Wer eines der Modelle produktiv einsetzt, sollte den Lizenzstand zum Zeitpunkt des Downloads dokumentieren. Dazu gehören das Datum, die genaue Modellbezeichnung und die Stelle, an der die Lizenzangabe stand.
Zwei Wege mit zwei Datenflüssen
Offene Gewichte heißen noch lange nicht, dass ein Modell auf dem Büro-PC läuft. Mit 1,02 Billionen und 309 Milliarden Parametern sind Pro und Flash für einen normalen Rechner viel zu groß. Realistisch für einen Betrieb ist höchstens das 9B-Modell auf eigener Hardware, und auch das ist laut Modellkarte als Grundlage für die Forschung gedacht. Wie ein kleines, lokal betriebenes Modell aussehen kann, zeigt unser Artikel über ein kleines lokales KI-Modell vom 18. September 2026.
Wer die großen Modelle nutzen will, braucht in der Praxis einen Dienst, der sie betreibt, etwa Xiaomis eigene API-Plattform oder die Chat-Oberfläche, beide sind in der Modellkarte verlinkt. Damit ändert sich der Datenfluss grundlegend. Betreibt ein Unternehmen die Gewichte selbst, bleiben die Daten im eigenen Haus. Über die API gehen sie an den Anbieter. Was dort mit ihnen geschieht, beantworten die Quellen dieses Artikels nicht.
Unsere Einschätzung
Die Lizenz ist die gute Nachricht. MIT gehört aus unserer Sicht zu den einfachsten Lizenzen überhaupt, und für einen Betrieb, der ein Modell in eigene Abläufe einbauen will, sind klare Bedingungen viel wert.
Ernüchternd ist die Hardware.
Wir würden einem kleinen Betrieb raten, mit einem kleinen Modell auf eigener Hardware anzufangen und es an einer eng umrissenen Aufgabe zu erproben, etwa am Sortieren eingehender Mails. Dabei lässt sich gleich prüfen, wie gut es mit deutschen Texten umgeht, denn die Modellkarten sagen dazu nichts. Die Benchmarktabellen helfen bei dieser Frage wenig, sie stammen vom Anbieter. Ein Test mit echten Mails aus dem eigenen Postfach sagt mehr über die Eignung als jede Rangliste.
Für den API-Weg gilt eine einfache Reihenfolge. Bevor die erste echte Anfrage an einen neuen Anbieter geht, steht fest, welche Daten dorthin dürfen und welche im Haus bleiben. Ein niedriger Preis je Million Token ändert an dieser Vorfrage nichts.
Quellen
Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 23. September 2026):
- Hugging Face: XiaomiMiMo/MiMo-V2.6-Pro-RL
- Hugging Face: XiaomiMiMo/MiMo-V2.6-Distill-Qwen-9B
- VentureBeat: ‘Better than DeepSeek’: Xiaomi’s MiMo-V2.6-Pro debuts as the top open weights model in the world alongside cheaper V2.6-Flash
- Open Source Initiative: The MIT License
Häufige Fragen
Was hat Xiaomi mit MiMo-V2.6 veröffentlicht?
Xiaomi hat am 21. September 2026 die Modellreihe MiMo-V2.6 mit offenen Gewichten auf Hugging Face veröffentlicht. Dazu gehören MiMo-V2.6-Pro mit 1,02 Billionen Parametern, MiMo-V2.6-Flash mit laut Modellkarte 309 Milliarden Parametern und das kleinere MiMo-V2.6-Distill-Qwen-9B mit 9 Milliarden Parametern. Pro und Flash verarbeiten laut Modellkarte bis zu 1 Million Token Kontext.
Was erlaubt die MIT-Lizenz allgemein?
Nach dem Wortlaut, den die Open Source Initiative veröffentlicht, erlaubt die MIT-Lizenz unentgeltlich, die Software ohne Einschränkung zu nutzen, zu ändern, weiterzugeben und zu verkaufen. Bedingung ist, dass Urheberrechtsvermerk und Lizenztext in allen Kopien enthalten sind. Die Software wird ohne Gewährleistung bereitgestellt. Eine rechtliche Bewertung des Einzelfalls ersetzt diese allgemeine Beschreibung nicht.
Läuft MiMo-V2.6 auf einem normalen Bürorechner?
Die Modelle Pro und Flash sind mit 1,02 Billionen und 309 Milliarden Parametern für einen normalen Rechner viel zu groß. Für einen Betrieb kommt auf eigener Hardware realistisch höchstens das 9B-Modell in Frage. Das ist laut Modellkarte eine Feinabstimmung von Qwen3.5-9B und als Ausgangspunkt für die Forschung veröffentlicht.
Was sollte ein Betrieb vor einem Test regeln?
Zuerst ist zu klären, welcher Weg genutzt wird: Beim Selbstbetrieb der Gewichte bleiben die Daten im eigenen Haus, bei Xiaomis API gehen sie an den Anbieter. Vor jedem API-Test steht deshalb fest, welche Daten dorthin dürfen. Wer ein Modell produktiv einsetzt, sollte außerdem den Lizenzstand dokumentieren, denn bei zwei Repositorys steht „MIT“ laut Hugging Face nur im Kopf der Modellkarte.
Welche Aufgabe im Betrieb wäre klein genug für einen ersten Test mit einem lokalen Modell?
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Zuletzt aktualisiert: 23. September 2026. Stand der Recherche: 23. September 2026.