Ein Schwachstellenwert von zehn von zehn taucht selten auf, gleich zwei Mal in derselben Plattform noch seltener.
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Zwei bestätigte Schwachstellen mit Höchstwert
ServiceNow hat am 27. August 2026 vor drei kritischen Sicherheitslücken in seiner KI-Plattform gewarnt. Deutsche Fachmedien griffen die Meldung ab dem 28. August auf.
Laut Berichten von The Hacker News und CSO Online tragen mindestens zwei der Lücken eine eigene CVE-Nummer und den höchstmöglichen CVSS-Wert von 10.0. CVE-2026-18885 sitzt in der GraphQL Composite Data API und lässt sich laut Bericht von The Hacker News ohne Authentifizierung ausnutzen, ein nicht angemeldeter Angreifer könnte demnach beliebigen Code ausführen und auf Instanzdaten zugreifen oder sie verändern. Für den Angriff ist laut denselben Angaben keine Nutzerinteraktion nötig, die Angriffskomplexität gilt als gering. CVE-2026-18886 erreicht laut Berichten denselben Höchstwert, weitere technische Einzelheiten dazu liefern die ausgewerteten Quellen nicht.
Eine dritte Schwachstelle wird in Berichten als CVE-2026-74820 geführt. Ein eigener, unabhängig bestätigter CVSS-Wert dafür liegt in den ausgewerteten Quellen nicht vor, die Nennung stammt nur aus einem Bericht.
Betroffene Versionen und der Stand der Patches
Betroffen sind laut Bericht von CSO Online die Versionsfamilien Xanadu, Yokohama und Zurich. ServiceNow hat nach Angaben eines Sicherheitsbulletins, wiedergegeben von RedLegg, für die betroffenen Versionen Updates und Hotfixes bereitgestellt. Für gehostete Instanzen sind die Patches demnach bereits eingespielt. Für Partner und Kunden mit selbstgehosteten Installationen stehen sie zur Verfügung, das Einspielen liegt in diesem Fall bei den Kunden selbst.
Wie schnell KI-Funktionen in einer bestehenden Unternehmenssoftware selbst zur Angriffsfläche werden, zeigt neben diesem Fall auch der Bericht über KI-Agenten als Sicherheitsrisiko. Beide Fälle betreffen Funktionen, die tief in bestehende Systeme eingebaut sind und nicht isoliert für sich betrieben werden.
Drei Lücken oder vier: ein offener Widerspruch
Bei der Zahl der Schwachstellen sind sich die Quellen uneins. The Hacker News und CSO Online zählen übereinstimmend drei kritische Lücken mit CVSS-Höchstwert.
Die deutsche Fachquelle IT-Boltwise berichtete dagegen von vier kritischen Schwachstellen in derselben KI-Plattform. Welche der beiden Zählungen zutrifft, lässt sich aus den ausgewerteten Quellen nicht auflösen, dieser Artikel glättet den Widerspruch deshalb nicht. Offen bleibt außerdem, wer die Lücken entdeckt hat, keine der Quellen nennt das. Auch ob deutsche ServiceNow-Kunden betroffen sind oder ihr Update bereits erhalten haben, steht nirgends.
Zwei Einschätzungen aus der Sicherheitsbranche
David Shipley von der Sicherheitsfirma Beauceron Security kommentierte die Häufung laut CSO Online so: Man wolle nie eine Lücke mit dem Wert zehn von zehn sehen, und erst recht nicht gleich drei auf einmal, es sei denn, es handle sich um ein olympisches Kampfgericht. Der Satz ist zugespitzt. Er trifft trotzdem den Kern der Sache, denn Höchstwertungen sollen selten sein, weil sie eine ohne größeren Aufwand ausnutzbare, folgenschwere Lücke markieren. Ensar Seker von SOCRadar wählte laut demselben Bericht eine sachlichere Formulierung. Code-Injection könne eine vertrauenswürdige Unternehmensanwendung faktisch in eine vom Angreifer kontrollierte Ausführungsumgebung verwandeln, so seine Einschätzung. Beide Aussagen zielen aus unterschiedlichen Richtungen auf denselben Punkt. Eine Anwendung, der Mitarbeiter und Kunden ohnehin schon vertrauen, wird durch eine solche Lücke zum Werkzeug in fremder Hand, ohne dass sich am äußeren Erscheinungsbild etwas ändert. Genau das macht Code-Injection in einer zentralen Plattform gefährlicher als eine vergleichbare Lücke in einer isolierten Randanwendung. Bei ServiceNow steckt sie laut den Berichten in einer Programmierschnittstelle, über die Daten der gesamten Instanz laufen können.
Unsere Einschätzung
Drei kritische, ohne Anmeldung ausnutzbare Lücken in derselben Plattform sind ein klares Warnsignal. Sie zeigen, wie schnell sich die Angriffsfläche vergrößert, sobald ein Anbieter KI-Funktionen tief in ein System einbaut, das vorher als sicher galt. Für einen Betrieb, der ServiceNow oder ein vergleichbares Workflow- oder Ticketsystem einsetzt, ist die Konsequenz unspektakulär und wird trotzdem oft vernachlässigt: Patches für KI-Erweiterungen verdienen dieselbe Priorität wie Patches für die Kernanwendung, und wer selbstgehostet arbeitet, braucht dafür einen eigenen Prozess. Dass ServiceNow selbst keine Ausnutzung feststellt, ist eine Momentaufnahme vom 27. August, kein Grund, das Einspielen des Updates aufzuschieben.
Quellen
Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 31. August 2026):
- The Hacker News: Three CVSS 10.0 ServiceNow Flaws Could Let Unauthenticated Attackers Execute Code and SQL
- CSO Online: ServiceNow patches three maximum severity flaws that could put enterprise data at risk
- RedLegg: Security Bulletin: Multiple Critical Vulnerabilities in ServiceNow AI Platform
- IT-Boltwise: ServiceNow stopft vier kritische Schwachstellen in der KI-Plattform
Häufige Fragen
Welche Schwachstellen hat ServiceNow gemeldet?
ServiceNow warnte am 27. August 2026 laut Berichten vor drei kritischen Sicherheitslücken in seiner KI-Plattform. Zwei davon tragen eine bestätigte CVE-Nummer und den höchstmöglichen CVSS-Wert von 10.0: CVE-2026-18885, eine ohne Anmeldung ausnutzbare Code-Injection in der GraphQL Composite Data API, und CVE-2026-18886. Eine dritte Lücke wird in Berichten als CVE-2026-74820 geführt, allerdings ohne eigenen bestätigten CVSS-Wert.
Welche ServiceNow-Versionen sind betroffen?
Laut Bericht von CSO Online betreffen die Schwachstellen die Versionsfamilien Xanadu, Yokohama und Zurich. ServiceNow hat nach Angaben eines Sicherheitsbulletins bereits Updates und Hotfixes bereitgestellt, für gehostete Instanzen sind sie demnach eingespielt, für Partner und selbstgehostete Kunden stehen sie zur Verfügung.
Wurden die Lücken bereits ausgenutzt?
ServiceNow erklärte laut eigener Sicherheitsmitteilung, derzeit keine Ausnutzung der Lücken festgestellt zu haben. Wie viele Schwachstellen es tatsächlich sind, ist umstritten: The Hacker News und CSO Online zählen drei, die deutsche Fachquelle IT-Boltwise berichtete von vier, ein Widerspruch, der sich aus den vorliegenden Berichten nicht auflösen lässt.
Was sollte ein Betrieb mit ServiceNow oder ähnlichen Systemen jetzt tun?
Patches für KI-Erweiterungen einer Unternehmenssoftware verdienen dieselbe Priorität wie Patches für die Kernanwendung. Wer eine Instanz selbst hostet, sollte das Einspielen aktiv verfolgen statt darauf zu warten, dass der Anbieter es automatisch erledigt. Dass ServiceNow bislang keine Ausnutzung feststellt, ist eine Momentaufnahme und kein Grund, das Update aufzuschieben.
Wer im Betrieb sorgt dafür, dass Patches für KI-Erweiterungen ebenso zuverlässig eingespielt werden wie für die Kernanwendung?
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Zuletzt aktualisiert: 31. August 2026. Stand der Recherche: 31. August 2026.