Ein Produkt, das es nach eigener Darstellung von Salesforce erst seit einem Jahr am Markt gibt, hat die Marke von 1,5 Milliarden Dollar Jahresumsatz überschritten.

Die Quartalszahlen im Überblick

Am 26. August 2026 legte Salesforce die Ergebnisse für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 vor. Der Konzernumsatz kletterte laut Salesforce um 11 Prozent auf 11,35 Milliarden Dollar und lag damit über der Analystenerwartung von 11,32 Milliarden Dollar. Das Abonnement- und Supportgeschäft, das den Großteil des Konzernumsatzes trägt, wuchs um 12 Prozent auf 10,82 Milliarden Dollar. Der Umsatz aus Beratungs- und sonstigen Dienstleistungen ging dagegen um 3,8 Prozent auf 525 Millionen Dollar zurück. Laut Bericht von CNBC lag die bereinigte operative Marge bei 34,1 Prozent, nach 34,3 Prozent im Vorjahresquartal und über dem Konsens von 33,6 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg von 2,91 auf 5,90 Dollar. Woher dieser Sprung im Einzelnen kommt, geht aus den ausgewerteten Berichten nicht hervor. Auffällig ist der Abstand zum Umsatzwachstum von 11 Prozent im selben Quartal, ein Hinweis darauf, wie stark sich Kostenkontrolle und Marge inzwischen von der reinen Umsatzentwicklung gelöst haben.

Agentforce wächst schneller als der Rest des Konzerns

Im Zentrum der Berichterstattung stand die KI-Plattform Agentforce. Der annualisierte Umsatz aus Agentforce-Produkten überschritt laut Salesforce erstmals 1,5 Milliarden Dollar, ein Plus von 240 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Nach Angaben des Managements wuchsen die Buchungen mit dreistelligen Raten, es kamen mehr zahlende Kunden in Produktivumgebungen hinzu, und ein wachsender Teil der Nutzung läuft über verbrauchsbasierte Kontingente, die Salesforce „Flex Credits" nennt. Eine absolute Zahl der Agentforce-Kunden oder Preise einzelner Pakete nannte Salesforce in der Mitteilung nicht.

Details zur aktuellen Produktgeneration mit ihren neuen Multi-Agenten-Funktionen liefert der Artikel Agentforce Summer 26.

Veteranenministerium, Fin-Übernahme und angehobene Prognose

Neben den Quartalszahlen meldete Salesforce zwei einzelne Geschäfte. Im Quartal wurde laut Salesforce ein Vertrag mit dem US-Veteranenministerium im Volumen von 1,6 Milliarden Dollar abgeschlossen. Hinzu kommt die angekündigte Übernahme des Kundenservice-Start-ups Fin für 3,6 Milliarden Dollar. Auf dieser Grundlage hob Salesforce die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2027 auf 46,1 bis 46,4 Milliarden Dollar an, ein Plus von 300 Millionen Dollar gegenüber der vorherigen Prognose auf Basis konstanter Wechselkurse. Beide Meldungen stehen neben dem eigentlichen Agentforce-Geschäft und zeigen, wie breit Salesforce seine Wachstumsgeschichte in diesem Quartal aufgestellt hat, von einem einzelnen Großauftrag der öffentlichen Hand bis zu einer Übernahme im Kundenservice-Bereich.

Wie sich der Sprung beim Gewinn je Aktie im Detail erklärt, wie viele Agentforce-Kunden aus Europa stammen und ob das Wachstum bei den KI-Agenten das klassische Lizenzgeschäft verdrängt, beantworten die ausgewerteten Quellen nicht.

Unsere Einschätzung

Für einen kleinen Betrieb sagt die Zahl 1,5 Milliarden Dollar zunächst wenig über das eigene Geschäft. Interessanter ist die Verschiebung dahinter.

Große Softwareanbieter bauen ihre Umsatzlogik gerade sichtbar um, weg von festen Sitzlizenzen, hin zu verbrauchsbasierten KI-Agenten-Paketen. Die „Flex Credits", die Salesforce in seiner Mitteilung erwähnt, sind ein Beispiel für ein Muster, das derzeit bei mehreren großen Softwarehäusern auftaucht. Wer als kleinerer Salesforce- oder CRM-Kunde in den kommenden Monaten ein neues Vertragsangebot bekommt, sollte damit rechnen, dass darin zunehmend nutzungsabhängige Bausteine stecken. Eine feste Zahl an Nutzerlizenzen lässt sich in einem Jahresbudget leicht einplanen, ein Kontingent, dessen Verbrauch von der KI-Nutzung im Alltag abhängt, deutlich schwerer. Das gilt unabhängig davon, ob der Anbieter Salesforce heißt oder ein anderer Name auf der Rechnung steht, denn das verbrauchsbasierte Muster zieht sich derzeit branchenweit durch Softwareverträge mit KI-Bausteinen.

Wer einen bestehenden Vertrag verlängert oder ein neues Angebot prüft, liest die Preisseiten deshalb genauer als bisher. Konkret nachfragen lohnt sich, wie ein Verbrauchskontingent berechnet wird und was bei Überschreitung passiert. Das lässt sich vorab klären, eine überraschende Rechnung im Nachhinein nicht mehr. Wer schon heute grob abschätzen kann, wie viele KI-gestützte Anfragen oder Abschlüsse im eigenen Betrieb anfallen, hat beim nächsten Vertragsgespräch die besseren Karten in der Hand.

Quellen

Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 31. August 2026):

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Häufige Fragen

Wie hoch war Salesforces Agentforce-Umsatz laut den Zahlen vom 26. August 2026?

Laut Salesforce überschritt der annualisierte Umsatz aus Agentforce-Produkten erstmals 1,5 Milliarden Dollar, ein Plus von 240 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Konzernumsatz im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 stieg laut Salesforce um 11 Prozent auf 11,35 Milliarden Dollar.

Was sind die Flex Credits, die Salesforce erwähnt?

Flex Credits sind laut Salesforce ein verbrauchsbasiertes Abrechnungsmodell für die Nutzung von Agentforce. Die Kosten richten sich nach dem tatsächlichen Verbrauch und nicht nach einer festen Anzahl an Nutzerlizenzen.

Wie hat Salesforce die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2027 verändert?

Salesforce hob die Prognose für das Gesamtjahr 2027 auf 46,1 bis 46,4 Milliarden Dollar an, ein Plus von 300 Millionen Dollar gegenüber der vorherigen Prognose auf Basis konstanter Wechselkurse. Im selben Quartal meldete Salesforce zusätzlich einen 1,6-Milliarden-Dollar-Vertrag mit dem US-Veteranenministerium und die geplante Übernahme des Start-ups Fin für 3,6 Milliarden Dollar.

Muss ein kleiner Betrieb wegen der Agentforce-Zahlen jetzt etwas ändern?

Aus den Zahlen selbst folgt keine unmittelbare Handlungspflicht. Sinnvoll ist es, bei der nächsten Vertragsverlängerung mit dem eigenen CRM- oder Softwareanbieter zu prüfen, ob neue Angebote verbrauchsbasierte Bausteine enthalten, weil sich deren Kosten schwerer im Voraus planen lassen als eine feste Zahl an Nutzerlizenzen.

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Zuletzt aktualisiert: 31. August 2026. Stand der Recherche: 31. August 2026.