Auf die Schnelle

OpenAI hat am 31. Juli 2026 angekündigt, den offiziellen DALL·E-GPT innerhalb von ChatGPT zum 30. August 2026 abzuschalten. Wer Bilder ausschließlich über diese Oberfläche erzeugt und dort liegen gelassen hat, sollte sie vorher herunterladen. Ersatz ist ChatGPT Images auf Basis der Modelle gpt-image-1 und gpt-image-1-mini. Selbst erstellte GPTs mit Bildfunktion laufen weiter.

Der DALL·E-GPT war für viele Betriebe der erste Kontakt mit KI-Bildern: eine Kachel im GPT-Verzeichnis, ein Satz eintippen, Bild bekommen. Diese Kachel verschwindet am 30. August 2026.

Was genau abgeschaltet wird

Betroffen ist der offizielle DALL·E-GPT, also der von OpenAI selbst bereitgestellte Eintrag im GPT-Verzeichnis von ChatGPT. Die Ankündigung steht seit dem 31. Juli 2026 in den Release Notes, das Abschaltdatum ist der 30. August 2026.

Die Bildfunktion in ChatGPT verschwindet damit nicht. Sie ist längst in die normale Unterhaltung eingewandert und läuft dort unter dem Namen ChatGPT Images, gestützt auf die Modelle gpt-image-1 und gpt-image-1-mini. Bilder erzeugen, bestehende Bilder bearbeiten, Text ins Bild setzen: das alles bleibt.

Auch eigene GPTs, die jemand im Betrieb gebaut hat und die Bildfunktionen enthalten, arbeiten weiter. Die Abschaltung betrifft ausschließlich den offiziellen DALL·E-Eintrag.

Im Hintergrund ist das der letzte Schritt eines längeren Ausstiegs. Die zugrunde liegenden Modellstände DALL·E 2 und DALL·E 3 waren in der Schnittstelle bereits zum 12. Mai 2026 zur Abkündigung vorgesehen.

Der eine Punkt, an dem Handlungsbedarf besteht

Bilder, die nur im Verlauf des DALL·E-GPT liegen, können nach dem 30. August unter Umständen nicht mehr abrufbar sein. Wer solche Bilder noch braucht, lädt sie vorher herunter.

Praktisch heißt das: den DALL·E-GPT in ChatGPT öffnen, die Unterhaltungen durchgehen, alles Brauchbare sichern. Bei einem Betrieb, der die Funktion gelegentlich für Social-Media-Motive oder Angebotsillustrationen genutzt hat, ist das eine halbe Stunde Arbeit.

Beim Durchgehen lohnt sich eine zweite Frage. Motive, die auf Flyern, in Stellenanzeigen, auf Fahrzeugbeschriftungen oder auf der Website gelandet sind, brauchen eine höher aufgelöste Fassung, wenn sie später noch einmal gedruckt werden sollen. Die Version aus dem Chatverlauf ist dafür oft zu klein. Wer solche Motive im Einsatz hat, sollte notieren, welche Anweisung dahinterstand, damit sich später eine passende Fassung nachbauen lässt. Ohne diese Notiz bleibt nur der Nachbau nach Augenmaß, und das trifft ein bestehendes Motiv selten genau genug, um daneben zu bestehen.

Ehrlicherweise ist der Stichtag vor allem ein Anlass, eine ältere Nachlässigkeit zu beheben. Ein Chatverlauf ist keine Dateiablage. Wir sehen das bei Teilnehmern immer wieder: Motive für Flyer, Stellenanzeigen oder Produktseiten liegen verstreut in Unterhaltungen, ohne Dateinamen, ohne Datum, ohne Zuordnung zu einer Kampagne. Wer sie ein halbes Jahr später sucht, findet sie nicht mehr, und wer die Oberfläche verliert, verliert sie ganz. Bilder gehören in einen benannten Ordner im eigenen Ablagesystem, mit einem sprechenden Dateinamen und einer kurzen Notiz, mit welchem Werkzeug und mit welcher Anweisung sie entstanden sind. Diese Notiz kostet zehn Sekunden und beantwortet später die Frage, ob ein Motiv nachproduziert werden kann.

Was der Wechsel praktisch ändert

Für die tägliche Arbeit wenig. Statt eine eigene Kachel aufzurufen, beschreibt man das gewünschte Bild direkt in der Unterhaltung. Die neueren Modelle folgen Anweisungen genauer und beherrschen das Bearbeiten vorhandener Bilder, was beim alten DALL·E-GPT der Schwachpunkt war.

Wer Bilder über die Schnittstelle erzeugt, also aus einem eigenen Programm oder Automatisierungsablauf heraus, sollte einen Blick auf die Modellnamen im eigenen Code werfen. Laut offizieller Preisübersicht kostet gpt-image-1 aktuell 10 US-Dollar je Million Token Eingabe und 40 US-Dollar Ausgabe, die kleine Variante gpt-image-1-mini 2,50 und 8 US-Dollar.

Und die Kennzeichnungspflicht?

Die gilt unabhängig davon, mit welchem Werkzeug ein Bild entsteht. Seit dem 2. August 2026 greifen die Transparenzpflichten aus Artikel 50 der EU-KI-Verordnung für KI-erzeugte Inhalte. Was das im Einzelnen bedeutet und welche Symbole die EU-Kommission dafür bereitstellt, haben wir im Beitrag zum Kennzeichnungskodex für KI-Inhalte aufgeschrieben.

Ein Anbieterwechsel innerhalb von OpenAI ändert an dieser Pflicht nichts. Wer bisher keine Kennzeichnung gesetzt hat, hat ein anderes Thema als den 30. August.

Lohnt der Blick auf Alternativen?

Der Stichtag ist ein passender Moment dafür, weil ohnehin jemand die vorhandenen Motive durchgeht. Der Markt für Bildmodelle hat sich in den vergangenen Monaten stark bewegt, sowohl bei der Qualität als auch beim Preis. Wie günstig und schnell das inzwischen geht, zeigt der Beitrag zu schnellen, günstigen KI-Bildern.

Für die meisten kleinen Betriebe ist der Wechsel trotzdem keine dringende Aufgabe. Wer mit ChatGPT arbeitet und dort auch die Bilder erzeugt, bleibt am einfachsten dabei und macht am 30. August schlicht weiter, nur an anderer Stelle im gleichen Fenster.

Quellen

Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 5. August 2026):

Häufige Fragen

Wann wird der DALL·E-GPT abgeschaltet?

Am 30. August 2026. OpenAI hat die Abkündigung am 31. Juli 2026 in den Release Notes bekannt gegeben. Betroffen ist der offizielle DALL·E-GPT im GPT-Verzeichnis von ChatGPT. Die Bildfunktion in ChatGPT selbst bleibt erhalten und läuft unter dem Namen ChatGPT Images.

Gehen meine erzeugten Bilder verloren?

Bilder, die ausschließlich im Verlauf des DALL·E-GPT liegen, sind nach der Abschaltung unter Umständen nicht mehr abrufbar. OpenAI empfiehlt, sie vorher herunterzuladen. Wer Bilder bereits im eigenen Dateiablagesystem gesichert hat, ist nicht betroffen.

Funktionieren meine eigenen GPTs mit Bildfunktion weiter?

Ja. Selbst erstellte GPTs, die Bildfunktionen enthalten, arbeiten nach dem 30. August weiter. Die Abschaltung betrifft ausschließlich den von OpenAI bereitgestellten offiziellen DALL·E-Eintrag.

Muss ich KI-erzeugte Bilder kennzeichnen?

Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten aus Artikel 50 der EU-KI-Verordnung für KI-erzeugte Inhalte. Diese Pflicht hängt nicht davon ab, mit welchem Werkzeug ein Bild entstanden ist, und ändert sich durch die Abschaltung des DALL·E-GPT nicht. Was im Einzelfall gilt, klärt eine Fachanwaltskanzlei.

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Zuletzt aktualisiert: 5. August 2026. Stand der Recherche: 5. August 2026.