Adressiert ist die Meldung an Microsofts Vertriebspartner, betroffen sind am Ende die Betriebe, die bei ihnen Lizenzen kaufen.
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Was im Partner Center steht
Am 14. Oktober 2026 hat Microsoft im Partner Center, dem Portal für seine Vertriebspartner, eine neue Kaufregel angekündigt. Microsoft 365 Copilot und Microsoft 365 Copilot Business sollen sich ab dem 1. Dezember 2026 als neue Angebote ohne qualifizierendes Microsoft-365-Basisabonnement kaufen lassen. Gelten soll das über alle Vertriebswege, einschließlich der Partner im Programm Cloud Solution Provider (CSP), und für Firmen, Bildungseinrichtungen, Behörden und gemeinnützige Organisationen. Dutch IT Channel berichtete am 16. Oktober dasselbe.
Am Preis ändert sich laut Microsoft nichts, die neuen Angebote kosten dasselbe wie die bisherigen. Sie bekommen eigene Produktnummern, die vor der Preislisten-Vorschau am 1. November 2026 veröffentlicht werden sollen. Beträge in Euro oder Dollar nennen weder Microsoft noch Dutch IT Channel.
Gekauft wird anders, gearbeitet wie gehabt. Laut Microsoft betrifft die Änderung den Kauf und nicht die Funktionen von Copilot.
Copilot hängt weiter an den Microsoft-365-Apps und Diensten, für die ein Kunde lizenziert ist. In derselben Meldungssammlung steht an anderer Stelle ein Satz, der für Betriebe mit älterer Ausstattung wichtiger sein kann als die Kaufregel: Copilot wird laut Microsoft nur in den cloudgestützten Apps der Microsoft-365-Pakete unterstützt, lokal installierte Office-Versionen sind davon ausgenommen. Ob ein Betrieb ganz ohne Microsoft-365-Apps sinnvoll mit Copilot arbeiten kann, beantwortet Microsoft nicht ausdrücklich. Die Meldung sagt dazu nur, dass Copilot an den lizenzierten Apps und Diensten hängt.
Bestehende Verträge bekommen einen Namenszusatz
Seit dem 16. Oktober 2026 tragen die bisherigen Angebote den Zusatz „(add-on)“ im Namen. Im Partnerkanal sollen sie ab dem 1. Dezember 2026 nicht mehr neu verkauft werden. Bestandskunden können laut Microsoft weiter verlängern und die Zahl der Plätze anpassen, für laufende Abonnements ist nichts zu tun, was auch Dutch IT Channel so wiedergibt.
Abrechnung nach Verbrauch, in Deutschland vorerst nicht voreingestellt
Die zweite Änderung betrifft nur einen Teil der Kunden und ist aus unserer Sicht trotzdem die folgenreichere. Für neue Copilot-Business-Lizenzen, die über Microsoft-Partner im CSP-Programm gekauft werden, soll ab dem 1. Dezember 2026 die nutzungsbasierte Abrechnung standardmäßig eingeschaltet sein, auch bei Einzelangeboten und Paketen. Angekündigt war ursprünglich der 2. November. Die Verschiebung hat Microsoft laut TIKR bei Yahoo Finance am 1. Oktober mitgeteilt und im Partner Center am 14. Oktober ergänzt. Gemeint sind verbrauchsabhängige Funktionen wie Copilot Cowork, die Work IQ APIs und GitHub Copilot Harness. Als Standardlimit nennt Microsoft 4.000 Copilot Credits je Nutzer und Monat, Administratoren können den Wert anpassen. Dazu rechnet Microsoft selbst ein Beispiel vor: Ein Kunde mit 100 Copilot-Business-Nutzern könnte unter dem Standardlimit bis zu 400.000 Credits im Monat verbrauchen, berechnet wird der tatsächliche Verbrauch. Was ein Credit in Euro kostet, nennen die Microsoft-Quellen nicht.
Die Ankündigung der Abrechnung nach Verbrauch haben wir am 26. September 2026 im Artikel Microsoft baut Copilot um beschrieben.
Für Deutschland gilt die Voreinstellung zum Start nicht. Laut Partner Center ist sie zunächst in Australien, Belgien, Brasilien, Frankreich, Deutschland, Indien, Italien, Korea, den Niederlanden, Polen und Spanien nicht verfügbar. Wann sich das ändert, will Microsoft nachreichen.
Ebenso offen ist, ob die Abrechnung nach Verbrauch auch beim Direktkauf bei Microsoft ohne Partner voreingestellt wird und ab wann. Die Meldung im Partner Center betrifft den Partnerkanal, zum Direktkauf sagen die vorliegenden Quellen nichts.
Wo Administratoren die Grenze setzen
Gesteuert werden die Ausgaben für Copilot Credits laut Microsoft Learn im Microsoft 365 admin center über die Kostenverwaltung. Dort lassen sich Grenzen für die ganze Organisation und je Nutzer festlegen, dazu Warnungen an Administratoren und Hinweise an Nutzer, sobald Schwellenwerte erreicht sind.
Eine Einstellung verdient besondere Aufmerksamkeit. Die Option „Auto-apply new services“ ist bei Ausgabenrichtlinien standardmäßig eingeschaltet, künftige Copilot-Dienste und Agenten fallen dann automatisch unter die bestehende Richtlinie. Wer neue Dienste vorher prüfen will, kann das laut Microsoft abschalten.
Unsere Einschätzung
Für einen kleinen Betrieb klingt Copilot ohne Basisabonnement nach einer Vereinfachung, und beim Kauf ist es eine.
Die wichtigere Zahl steht aus unserer Sicht in der zweiten Meldung: 4.000 Credits je Nutzer und Monat als voreingestellte Grenze für Agenten wie Copilot Cowork. Dass die Voreinstellung in Deutschland zum Start nicht greift, verschiebt die Frage nur. Sie stellt sich, sobald ein Betrieb nach Verbrauch abgerechnet wird, spätestens wenn Microsoft die Voreinstellung für Deutschland nachreicht. Weil die Quellen keinen Preis je Credit nennen, lässt sich die Grenze derzeit nicht in einen Eurobetrag übersetzen, und gerade deshalb würden wir sie nicht dem Anbieter überlassen.
Vor dem ersten Agenteneinsatz würden wir im Admin Center eine Grenze festlegen, die zum Budget passt, und eine Warnung an die Person einrichten, die im Betrieb für die Microsoft-Lizenzen zuständig ist.
Bei „Auto-apply new services“ würden wir bewusst entscheiden, die Voreinstellung also nicht einfach stehen lassen. Neue Agenten unter eine Richtlinie zu stellen, die für andere Dienste geschrieben wurde, kann richtig sein. Es sollte aber jemand so entschieden haben, der weiß, was der neue Dienst tut und was er kosten darf.
Wer noch mit einer lokal installierten Office-Version arbeitet, sollte vor dem Kauf wissen, dass Copilot dort laut Microsoft nicht unterstützt wird. Daran ändert die neue Kaufregel nichts.
Quellen
Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 20. Oktober 2026):
- Microsoft Learn: October 2026 announcements (Partner Center announcements)
- Microsoft Learn: Understand usage-based billing and cost management for Copilot Credits
- Dutch IT Channel: Microsoft schrapt verplichte M365-basis voor Copilot
- TIKR bei Yahoo Finance: Microsoft Caps Copilot Business at 4,000 Credits per User by Default
Häufige Fragen
Ab wann lässt sich Microsoft 365 Copilot ohne Basisabonnement kaufen?
Laut einer Mitteilung an Microsoft-Partner im Partner Center vom 14. Oktober 2026 sollen Microsoft 365 Copilot und Microsoft 365 Copilot Business ab dem 1. Dezember 2026 als neue Angebote ohne qualifizierendes Microsoft-365-Basisabonnement kaufbar sein, über alle Vertriebswege einschließlich der CSP-Partner. Sie kosten laut Microsoft dasselbe wie die bisherigen Angebote. Die eigenen Produktnummern sollen vor der Preislisten-Vorschau am 1. November 2026 veröffentlicht werden.
Was passiert mit bestehenden Copilot-Abonnements?
Die bisherigen Angebote tragen seit dem 16. Oktober 2026 den Zusatz „(add-on)“ im Namen und sollen im Partnerkanal ab dem 1. Dezember 2026 nicht mehr neu verkauft werden. Bestandskunden können laut Microsoft weiter verlängern und die Zahl der Plätze anpassen. Für bestehende Abonnements ist nichts zu tun.
Gilt die voreingestellte Abrechnung nach Verbrauch auch in Deutschland?
Laut Partner Center zunächst nicht: Deutschland gehört zu den Ländern, in denen die Voreinstellung für neue Copilot-Business-Lizenzen über Microsoft-Partner vorerst nicht verfügbar ist. Wann sich das ändert, will Microsoft nachreichen. Ob die Voreinstellung auch beim Direktkauf bei Microsoft ohne Partner kommt, sagen die vorliegenden Quellen nicht.
Was sollte ein Betrieb jetzt bei Copilot regeln?
Das Standardlimit für die Abrechnung nach Verbrauch liegt laut Microsoft bei 4.000 Copilot Credits je Nutzer und Monat und lässt sich im Microsoft 365 admin center anpassen, ebenso wie Warnungen an Administratoren. Aus unserer Sicht gehören eine Grenze, die zum Budget passt, und eine Warnung an den Verantwortlichen vor den ersten Agenteneinsatz. Die Einstellung „Auto-apply new services“ ist standardmäßig eingeschaltet und stellt künftige Copilot-Dienste und Agenten automatisch unter die bestehende Richtlinie, darüber würden wir bewusst entscheiden.
Wer im Betrieb legt fest, wie viele Copilot Credits ein Agent im Monat verbrauchen darf?
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Zuletzt aktualisiert: 20. Oktober 2026. Stand der Recherche: 20. Oktober 2026.