Auf die Schnelle

Der KI-Agenten-Anbieter Manus hat am 11. August 2026 in einer Mitteilung an seine Nutzer angekündigt, wieder als eigenständiges Unternehmen zu arbeiten. In derselben Mitteilung steht, dass Meta das Unternehmen am 29. Dezember 2025 übernommen hatte. Gelöscht werden sollen Daten bestimmter Nutzer, die am oder nach dem 29. Dezember 2025 erzeugt wurden. Sichern lässt sich das bis zum 23. August 2026, 7:59 Uhr Singapur-Zeit, gelöscht wird ab 8:00 Uhr desselben Tages, eine Wiederherstellung ist ab dem 25. August 2026, 8:00 Uhr vorgesehen. Als Grund nennt Manus die Erfüllung regulatorischer Vorgaben in bestimmten Rechtsräumen.

Zwölf Tage bleiben den betroffenen Konten, um ihre Daten aus einem KI-Werkzeug herauszuholen, bevor der Anbieter sie löscht.

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Was in der Mitteilung steht

Manus bietet KI-Agenten an, also Werkzeuge, die eine Aufgabe über mehrere Schritte hinweg selbständig abarbeiten. Am 11. August 2026 hat das Unternehmen eine Mitteilung an die Nutzer veröffentlicht und darin angekündigt, wieder als eigenständiges Unternehmen zu arbeiten. In derselben Mitteilung steht auch der Satz, dass Meta Manus am 29. Dezember 2025 übernommen hat.

Als Grund für die Datenmaßnahme nennt Manus die Erfüllung regulatorischer Vorgaben in bestimmten Rechtsräumen. Eine Behörde wird nicht genannt.

In der Berichterstattung wird die Trennung mit regulatorischem Druck in Verbindung gebracht. Aus der Mitteilung selbst lässt sich das nicht belegen, Manus führt dazu nichts aus.

Drei Termine, alle in Singapur-Zeit

Die Mitteilung nennt drei Zeitpunkte, und die sind der eigentliche Kern der Sache.

Diese Uhrzeiten sind offiziell in Singapur-Zeit angegeben, und danach richtet sich der Ablauf. Singapur liegt in der Sommerzeit sechs Stunden vor Deutschland. Auf die hiesige Uhr umgerechnet endet das Sicherungsfenster damit am frühen Morgen des 23. August um 1:59 Uhr, und die Löschung beginnt um 2:00 Uhr. Wer den 23. August als Arbeitstag einplant, plant zu spät.

Dass ab dem 25. August eine Wiederherstellung vorgesehen ist, steht ebenfalls in der Mitteilung. Wie sie im Einzelnen abläuft, geht aus den veröffentlichten Angaben nicht hervor.

Wer etwas tun muss

Betroffen sind laut Mitteilung Daten bestimmter Nutzer, die am oder nach dem 29. Dezember 2025 erzeugt wurden. Wer nicht dazugehört, muss nichts unternehmen und bekommt auch keine Benachrichtigung per E-Mail. Nutzer, die sich mit einer Apple-ID oder einem Facebook-Konto angemeldet haben, sollen laut Mitteilung die Hinweise in der Anwendung prüfen.

Die Zustellung läuft damit über das Werkzeug selbst. Wer den Zugang seit Wochen nicht geöffnet hat, sieht den Hinweis erst beim nächsten Anmelden.

Für Betriebe, die den Dienst einmal ausprobiert und danach liegengelassen haben, ist genau das der wahrscheinliche Fall. Wer sich einen Überblick verschaffen will, was in einem solchen Werkzeug überhaupt entsteht und wie es sich vom Agentenmodus in ChatGPT unterscheidet, findet das in unserem Vergleich der beiden Werkzeuge.

Der Export ist der Teil, den vorher niemand testet

Bei der Auswahl eines KI-Werkzeugs wird über Funktionen gesprochen und über Preise. Über den Export spricht selten jemand. Dabei entscheidet gerade der darüber, wie teuer ein Anbieterwechsel wird, sobald er nötig wird. Zwölf Tage sind ein knapper Zeitraum, wenn niemand im Haus weiß, wo die Exportfunktion sitzt und in welchem Format sie liefert. Ein Export, der einzelne Sitzungen als Datei ausgibt, ist etwas anderes als ein Export, der den vollständigen Bestand erzeugt, und dieser Unterschied fällt erst auf, wenn man ihn braucht. Hinzu kommt die Frage der Zuständigkeit. Wenn drei Leute im Betrieb eigene Konten angelegt haben, gibt es drei Datenbestände und keinen gemeinsamen Überblick darüber, was davon verloren ginge. Ein halber Nachmittag, an dem einmal ausprobiert wird, was ein Export liefert und wie lange er dauert, beantwortet das alles im Ruhezustand statt unter Frist.

Unsere Einschätzung

Wir raten Betrieben und Teilnehmern regelmäßig dazu, vor der Einführung eines Werkzeugs einmal den Rückweg zu gehen. Das klingt übervorsichtig und kostet selten mehr als eine Stunde. Wer weiß, wie der Export aussieht und was danach an brauchbaren Dateien vorliegt, kann eine Ankündigung wie diese in Ruhe abarbeiten. Wer es nicht weiß, verbringt die zwölf Tage mit Suchen.

Der interessantere Punkt an dem Fall liegt aus unserer Sicht daneben. Abhängigkeit von einem KI-Dienst entsteht nicht durch den Vertrag, sondern durch die Arbeit, die man hineingelegt hat. Ein Agent, der über Monate hinweg Vorgänge bearbeitet hat, trägt Ergebnisse, Zwischenstände und Notizen, die sonst nirgends liegen. Genau dieser Bestand steht bei einer Frist zur Disposition, und genau er lässt sich am schlechtesten kurzfristig rekonstruieren. Die nüchterne Konsequenz daraus ist, wichtige Arbeitsergebnisse ohnehin regelmäßig aus dem Werkzeug herauszuholen, statt sie dort liegen zu lassen. Das gilt unabhängig vom Anbieter und unabhängig davon, wem er gerade gehört.

Quellen

Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 13. August 2026):

Häufige Fragen

Bis wann müssen betroffene Konten ihre Daten sichern?

Laut Mitteilung von Manus vom 11. August 2026 ist das Sichern ab sofort möglich und endet am 23. August 2026 um 7:59 Uhr. Gelöscht wird vom 23. August 2026, 8:00 Uhr, bis zum 24. August 2026. Eine Wiederherstellung ist ab dem 25. August 2026, 8:00 Uhr, möglich. Alle Uhrzeiten sind offiziell in Singapur-Zeit angegeben, das liegt in der Sommerzeit sechs Stunden vor Deutschland.

Welche Daten sind betroffen?

Betroffen sind laut Mitteilung Daten, die von bestimmten Nutzern am oder nach dem 29. Dezember 2025 erzeugt wurden. Das ist das Datum, an dem Meta Manus übernommen hat. Wer nicht betroffen ist, muss nichts tun und bekommt keine Benachrichtigung per E-Mail.

Woran erkennt man, ob das eigene Konto betroffen ist?

Betroffene Konten werden laut Manus per E-Mail benachrichtigt. Wer sich mit einer Apple-ID oder einem Facebook-Konto angemeldet hat, soll zusätzlich die Hinweise in der Anwendung prüfen. Als Grund nennt Manus die Erfüllung regulatorischer Vorgaben in bestimmten Rechtsräumen, eine Behörde wird in der Mitteilung nicht genannt.

Was heißt das für die Auswahl von KI-Werkzeugen im Betrieb?

Eine Frist von zwölf Tagen für einen Datenexport ist der praktische Härtetest für jede Werkzeugentscheidung. Wer einen KI-Dienst im Arbeitsalltag verankert, sollte vorher wissen, wie der Export funktioniert, in welchem Format er kommt und wie lange er dauert. Diese Frage gehört in die Auswahl und nicht in die Woche, in der eine Mitteilung eintrifft.

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Zuletzt aktualisiert: 13. August 2026. Stand der Recherche: 13. August 2026.