Auf die Schnelle

Zoom hat am 11. August 2026 Sicherheitshinweise veröffentlicht. Der Hinweis mit der Kennung ZSB-26015 beschreibt eine Schwachstelle in der Anmerkungsfunktion der Zoom-Clients, geführt unter CVE-2026-53413 und von Zoom mit CVSS 8.3 als hoch eingestuft. Ein Teilnehmer einer Besprechung konnte darüber über Netzwerkzugriff Programmcode auf dem Gerät eines anderen Teilnehmers ausführen. Betroffen sind nach Angaben von Zoom Zoom Workplace vor 7.1.5 und 7.0.6, der VDI-Client für Windows vor 7.0.11 und 6.6.16 sowie Zoom Rooms und das Meeting SDK vor 7.1.0. Abhilfe schaffen laut Zoom die aktuellen Updates aus dem Download-Center.

Das Werkzeug, mit dem Teilnehmer auf einem geteilten Bildschirm herummalen, war der Weg auf fremde Rechner.

Erst kostenlos reinschnuppern, dann entscheiden

Bevor du dich für eine Weiterbildung entscheidest, sieh dir kostenlos an, wie sie läuft, fünf Lektionen plus Live-Demo, ohne Verpflichtung. Passt es, ist der Digitalisierungsmanager bei bewilligtem Bildungsgutschein für dich kostenlos.

Kostenlos reinschnuppern

Der Schnupperkurs ist gratis. Ob die Weiterbildung über den Bildungsgutschein gefördert wird, entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall.

Die Lücke sitzt im Zeichenwerkzeug

Nach Angaben von Zoom fehlte in der Anmerkungsfunktion der Clients eine Bereichsprüfung, wodurch sich ein Puffer überschreiben ließ. Wer an einer Besprechung teilnahm, konnte auf diesem Weg über Netzwerkzugriff Programmcode auf dem Gerät eines anderen Teilnehmers ausführen. Die Anmerkungsfunktion ist das Werkzeug, mit dem sich auf einem geteilten Bildschirm zeichnen, markieren und Text setzen lässt. In den meisten Betrieben gilt sie als harmlose Beigabe zum Bildschirmteilen.

Zoom führt die Schwachstelle unter CVE-2026-53413 und stuft sie mit CVSS 8.3 als hoch ein. Der zugehörige Hinweis trägt die Kennung ZSB-26015.

Im selben Durchgang vergab Zoom zwei weitere Kennungen, CVE-2026-53414 und CVE-2026-53415. Berichte nennen für CVE-2026-53415 ebenfalls CVSS 8.3 und für CVE-2026-53414 CVSS 6.5. Das sind Angaben aus der Berichterstattung. Von dort stammt auch der Name Zoomsday, unter dem der Fall inzwischen läuft, Zoom selbst verwendet ihn nicht.

Welche Versionen Zoom als betroffen nennt

Die Schwellen unterscheiden sich je Produktlinie, und genau daran scheitern Update-Runden regelmäßig. In ZSB-26015 nennt Zoom vier Linien.

Wer diese Zahlen aus einem Nachrichtenartikel übernimmt, sollte sie gegen den Hinweis des Herstellers halten, denn maßgeblich ist dort allein die Angabe von Zoom. Für Zoom Rooms und das Meeting SDK liegt die Schwelle bei 7.1.0. Eine Prüfliste, die an einer Stelle eine andere Zahl trägt, erzeugt eine Freigabe, die keine ist.

Abhilfe ist laut Zoom unspektakulär: die aktuellen Updates über das Download-Center einspielen.

Gefunden nach eigener Angabe mit öffentlich verfügbaren KI-Modellen

Als Melder nennt Zoom Idan Levcovich von A Security. Nach Angaben des Finders wurde die Schwachstelle Anfang Juni 2026 mit öffentlich verfügbaren KI-Modellen entdeckt, und es habe weniger als 20 Eingaben gebraucht, um die Lücke zu finden und einen funktionierenden Angriff zu bauen. Ein Mitgründer von A Security wird sinngemäß mit der Einordnung zitiert, ein Team aus fünf Leuten hätte dafür früher etwa ein halbes Jahr gebraucht. Nachprüfen lässt sich das von außen nicht, es bleibt die Darstellung des Finders.

Der Zeitverlauf dagegen ist dokumentiert. Erstfund am 8. Juni 2026, Meldung an Zoom am 10. Juni 2026, öffentliche Offenlegung am 11. August 2026.

Zwei Monate lagen also zwischen der Meldung und dem Tag, an dem der Fall öffentlich wurde. Dieser Ablauf ist Standard in der Branche, und er trägt so lange, wie die meldende Seite die schnellere ist.

Unsere Einschätzung

Videokonferenzen laufen in fast jedem Betrieb, und die Anmerkungsfunktion hat bisher niemand als Angriffsfläche betrachtet.

Der eigentliche Punkt an diesem Fall ist die Geschwindigkeit auf der Angreiferseite. Wenn das Finden einer solchen Lücke von Monaten auf Stunden fällt, verkürzt sich das Fenster zwischen Fund und Angriff. Damit rückt eine Frage nach vorn, die in kleinen Betrieben selten beantwortet ist: Wie lange dauert es, bis eine neue Version tatsächlich auf allen Geräten liegt? Wir sehen bei unseren Teilnehmern regelmäßig, dass diese Frage niemandem gehört. Der Laptop im Büro bekommt seine Updates über die Verwaltung, das Tablet im Verkauf hängt an keinem Verteilweg, das private Gerät im Homeoffice sowieso nicht. Wer Updates auf die Mitarbeiter abwälzt, hat keinen Prozess, sondern eine Hoffnung. Ein Betrieb mit zwölf Leuten braucht dafür keine teure Verwaltungssoftware. Er braucht eine Liste, wer welche Software auf welchem Gerät benutzt, und einen festen Termin im Monat, an dem jemand diese Liste durchgeht.

Der Aufwand liegt selten im Einspielen. Er liegt in der Frage, wo überall Zoom läuft, und die beantwortet ein Betrieb entweder vorher oder im Ernstfall unter Zeitdruck. Wer die Antwort ohnehin im Schrank hat, ist mit einer Meldung wie dieser an einem Vormittag durch.

Bemerkenswert an der Meldung ist noch etwas anderes. Die Anmerkungsfunktion bedienen in Schulungen gerade die Teilnehmer, die sonst nichts anfassen. Sicherheitsdiskussionen drehen sich in kleinen Firmen fast immer um E-Mail-Anhänge und Passwörter, während alles, was als Zubehör gilt, bei der Update-Planung ganz hinten steht. Dass ein Zeichenwerkzeug in einer Besprechung derselben Sorgfalt unterliegt wie ein Mailprogramm, ist für viele neu, und es ist der brauchbarste Gedanke, den man aus diesem Fall mitnehmen kann.

Quellen

Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 13. August 2026):

Häufige Fragen

Welche Zoom-Versionen sind betroffen?

Nach Angaben von Zoom im Sicherheitshinweis ZSB-26015 betrifft die Schwachstelle Zoom Workplace auf allen Plattformen vor Version 7.1.5 und 7.0.6, den Zoom Workplace VDI Client für Windows vor 7.0.11 und 6.6.16, Zoom Rooms auf allen Plattformen vor 7.1.0 und das Zoom Meeting SDK auf allen Plattformen vor 7.1.0. Einzelne Medienberichte nennen für Zoom Rooms und das Meeting SDK abweichende Versionsnummern. Maßgeblich ist die Angabe von Zoom selbst.

Wie gefährlich ist die Lücke eingestuft?

Zoom bewertet CVE-2026-53413 mit einem CVSS-Wert von 8.3 und dem Schweregrad hoch. Ein Teilnehmer einer Besprechung konnte über eine fehlende Bereichsprüfung in der Anmerkungsfunktion Programmcode auf dem Gerät eines anderen Teilnehmers ausführen, ohne dass dieser etwas anklicken musste. Zu einer tatsächlichen Ausnutzung liegt keine belastbare Angabe vor.

Was ist die Anmerkungsfunktion überhaupt?

Das ist das Werkzeug, mit dem Teilnehmer auf einem geteilten Bildschirm zeichnen, markieren oder Text setzen können. Es gilt im Alltag als harmlose Zusatzfunktion, war hier aber der Weg auf das fremde Gerät. Abhilfe schafft laut Zoom das Einspielen der aktuellen Updates über das Download-Center.

Warum ist der Fund mit KI ein Thema für kleinere Betriebe?

Das meldende Unternehmen A Security gibt an, die Lücke Anfang Juni 2026 mit öffentlich verfügbaren KI-Modellen gefunden zu haben, und zwar mit weniger als 20 Eingaben bis zu einem funktionierenden Angriff. Das ist eine Angabe des Finders und unabhängig nicht nachgeprüft. Wenn sich der Aufwand für das Finden solcher Fehler in dieser Größenordnung verschiebt, wird das Tempo beim Einspielen von Updates wichtiger als bisher.

Wie sicher sind die digitalen Werkzeuge im eigenen Betrieb?

Im kostenlosen KI-Schnupperkurs zeigen wir in fünf Lektionen, wie kleine und mittlere Firmen KI im Alltag einsetzen. Tiefer und praxisnah geht es im Vollkurs Digitalisierungsmanager, DEKRA-zertifiziert und förderfähig über den Bildungsgutschein.


Zuletzt aktualisiert: 13. August 2026. Stand der Recherche: 13. August 2026.