Auf die Schnelle

Eine Projektion aus der Arbeitsmarktforschung des IAB rechnet damit, dass KI über fünfzehn Jahre rund 800.000 Stellen verdrängt und ungefähr ebenso viele neue schafft. Unter dem Strich bleibt die Zahl der Jobs stabil, aber es ist eine Umwälzung von etwa 1,6 Millionen Stellen. Wer auf der Seite der neuen Profile landen will, kommt um eine Weiterbildung kaum herum. Eine Jobgarantie gibt es nirgends, aber Qualifikation verschiebt die Wahrscheinlichkeiten deutlich.

Die Debatte über KI und Jobs läuft oft in Extremen. Die einen sehen Massenarbeitslosigkeit, die anderen halten alles für Panikmache. Die nüchternste Antwort kommt aus der Arbeitsmarktforschung, und sie ist weniger dramatisch und zugleich anspruchsvoller, als beide Lager glauben. KI lässt einen großen Teil der Arbeit bestehen und tauscht vor allem Tätigkeiten aus. Und dieser Tausch trifft Menschen sehr unterschiedlich.

Was die IAB-Projektion zeigt

Forscher des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung haben im Rahmen des Projekts Qualifikation und Beruf in der Zukunft durchgerechnet, wie sich ein stärkerer KI-Einsatz auf den deutschen Arbeitsmarkt auswirken könnte. Das Ergebnis: Über einen Zeitraum von fünfzehn Jahren könnten rund 800.000 Arbeitsplätze wegfallen und ungefähr ebenso viele neu entstehen. In Summe verschiebt sich also etwa 1,6 Millionen Mal eine Stelle, während die Gesamtzahl der Arbeitsplätze im Vergleich zum bisherigen Trend nahezu stabil bleibt.

Diese Zahl ist wichtig, weil sie ein verbreitetes Missverständnis korrigiert. Es geht weniger um die Frage, ob es danach noch genug Arbeit gibt, als um die Frage, ob die Menschen die richtige Arbeit machen können. Eine Stelle, die verschwindet, und eine Stelle, die neu entsteht, sind selten am selben Ort, in derselben Branche und mit demselben Anforderungsprofil.

Wo Stellen entstehen und wo sie verschwinden

Die Projektion zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Wirtschaftsbereichen. Besonders profitieren würden den Berechnungen zufolge die IT- und Informationsdienstleister, hier könnte die Nachfrage nach Arbeitskräften im KI-Szenario um rund 110.000 Personen über dem bisherigen Trend liegen. Auf der anderen Seite stünden die Unternehmensdienstleister, wo rund 120.000 Stellen wegfallen könnten.

Das Muster dahinter ist aufschlussreich. Tätigkeiten, die digitale Prozesse aufbauen, betreuen und KI im Unternehmen einsetzbar machen, gewinnen. Tätigkeiten, die aus standardisierter Sachbearbeitung bestehen und sich gut automatisieren lassen, geraten unter Druck. Wer heute in einem solchen Bereich arbeitet, tut gut daran, seine Fähigkeiten in Richtung der gefragten Profile zu erweitern.

Wen es besonders trifft

Eine Erkenntnis überrascht viele. Lange galt die Annahme, KI treffe vor allem einfache Tätigkeiten. Die Forschung zeichnet ein anderes Bild. Auf längere Sicht sind überdurchschnittlich auch Tätigkeiten auf Fach- und Expertenebene betroffen, also Aufgaben, die Wissen und Routine verbinden. Das heißt nicht, dass diese Berufe verschwinden, sondern dass sich ihr Inhalt verändert. Wer Routineanteile an KI abgibt, braucht im Gegenzug neue Kompetenzen, um die Technik zu steuern und ihre Ergebnisse zu beurteilen.

Für die einzelne Person ist das die zentrale Botschaft. Komplett ersetzt wird dein Beruf in den meisten Fällen nicht, aber sein Zuschnitt verändert sich. Entscheidend wird, ob du die neuen Anteile beherrschst, die mit KI dazukommen.

Was das praktisch für dich heißt

Wer auf der Seite der neuen Profile landen will, kommt um Weiterbildung kaum herum. Das ist keine bequeme Nachricht, aber eine ehrliche. In unseren DigiMan-Kursen sehen wir Menschen aus Sachbearbeitung, Verwaltung, Produktion und Handel, die ihren Erfahrungshintergrund um digitale Kompetenzen erweitern und damit ihren Wert auf dem Arbeitsmarkt sichern. Sie fangen nicht bei null an, sie bauen auf dem auf, was sie können.

Wichtig ist die ehrliche Einordnung: Eine Garantie für einen bestimmten Job gibt es nicht, niemand kann eine Vermittlung versprechen. Was eine Weiterbildung leistet, ist etwas anderes. Sie verschiebt die Wahrscheinlichkeiten zu deinen Gunsten, weil du zu den Profilen gehörst, deren Nachfrage laut Projektion wächst, statt zu denen, deren Nachfrage schrumpft.

Wie der Wechsel gelingen kann

Der Weg in die gefragten Profile ist klarer, als viele denken. Der Digitalisierungsmanager für Prozessautomatisierung und Künstliche Intelligenz ist eine Weiterbildung, die in vier Monaten online vermittelt, wie sich Geschäftsprozesse analysieren, mit Werkzeugen automatisieren und mit Sprachmodellen verbinden lassen. Über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit ist sie bei Bewilligung kostenlos. Wer aus einem Bereich kommt, der unter Druck steht, gewinnt damit den Anschluss an die Tätigkeiten, deren Nachfrage steigt.

Die Kernaussage der Forschung ist eine Verschiebung der Arbeit, kein Mangel an Arbeit. Auf welcher Seite dieser Verschiebung du stehst, entscheidet sich an deiner Qualifikation. Das ist die eigentliche Nachricht hinter den großen Zahlen.

Quellen

Die genannten Zahlen stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: Juni 2026):

Häufige Fragen

Wie viele Jobs gehen durch KI in Deutschland verloren?

Eine Projektion des IAB rechnet damit, dass über fünfzehn Jahre rund 800.000 Stellen wegfallen und ungefähr ebenso viele neu entstehen könnten. Unter dem Strich bleibt die Zahl der Arbeitsplätze im Vergleich zum bisherigen Trend nahezu stabil, es ist aber eine Umwälzung von etwa 1,6 Millionen Stellen. Wo eine Stelle verschwindet und wo eine neue entsteht, ist selten dasselbe Profil.

Welche Berufe gewinnen, welche verlieren?

Den Berechnungen zufolge profitieren vor allem IT- und Informationsdienstleister, dort könnte die Nachfrage um rund 110.000 Personen über dem Trend liegen. Unter Druck geraten Unternehmensdienstleister mit standardisierter Sachbearbeitung, hier könnten rund 120.000 Stellen wegfallen. Tätigkeiten, die KI im Unternehmen einsetzbar machen, gewinnen an Bedeutung.

Trifft KI nur einfache Tätigkeiten?

Nein. Lange galt die Annahme, KI treffe vor allem einfache Aufgaben. Die Forschung zeigt, dass auf längere Sicht überdurchschnittlich auch Tätigkeiten auf Fach- und Expertenebene betroffen sind. Diese Berufe verschwinden meist nicht, aber ihr Zuschnitt verändert sich, weil Routineanteile an KI abgegeben werden und neue Steuerungsaufgaben dazukommen.

Sichert eine Weiterbildung meinen Arbeitsplatz?

Eine Garantie für einen bestimmten Job gibt es nicht, eine Vermittlung kann niemand versprechen. Was eine Weiterbildung leistet, ist eine Verschiebung der Wahrscheinlichkeiten zu deinen Gunsten, weil du zu den Profilen gehörst, deren Nachfrage laut Projektion wächst. Wer aus einem Bereich unter Druck kommt, gewinnt damit den Anschluss an die gefragten Tätigkeiten.

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Zuletzt aktualisiert: 29. Juni 2026. Stand der Recherche: 29. Juni 2026.