Eine Onboarding-App, die den Fortschritt anzeigt und die Onboarding-Datensätze gleich mit aktualisiert, ist eines der Beispiele, die Microsoft für Anwendungen aus dem Chat nennt.
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Beschreiben, testen, weiterbauen
Vorgestellt hat die Neuerung Ryan Cunningham, bei Microsoft Corporate Vice President für Copilot Studio und Power Platform, am 10. September 2026 im Microsoft Copilot Blog. In Copilot Cowork steht dafür der neue Skill „/app“ bereit, in Copilot Studio der Punkt „App (Preview)“ neben Agenten und Workflows. Wer eine App haben will, beschreibt laut Microsoft das gewünschte Geschäftsergebnis, die Nutzer, die Daten und die Aktionen. Copilot Studio erzeugt daraus per agentischem Programmieren ein funktionierendes App-Gerüst. Danach lässt sich die App weiter per Sprache verändern und in einer Vorschau testen. Auch der zugrunde liegende Code ist einsehbar. Technisch entstehen laut Microsoft vollständige Apps auf Basis offener Standards, samt Git-basierter Versionsverwaltung. Bereitstellungsstufen und getrennte Versionen gehören ebenfalls dazu.
Was hinter Copilot Cowork als Agent grundsätzlich steckt, haben wir im Beitrag über den KI-Agenten, der eigenständig arbeitet beschrieben.
Echte Firmendaten, auch mit Schreibzugriff
Die Apps greifen laut Microsoft über Konnektoren auf Geschäftsdaten zu, darunter Work IQ für den organisatorischen Kontext. Ergebnisse können sie in Systeme innerhalb der Microsoft-365-Mandantengrenze zurückschreiben. Neben der Onboarding-App nennt Microsoft eine Außendienst-App als Beispiel, die technische Produktinformationen aus einem Drittsystem holt und Ergebnisse zurückschreibt.
Mit diesem Rückweg kann eine selbst gebaute App Datenbestände im Unternehmen verändern, und damit wird das Thema für die IT ernst.
Zur Steuerung gelten laut Microsoft standardmäßig die Identität über Microsoft Entra sowie die bestehenden Daten- und Konnektor-Richtlinien. Im Microsoft 365 Admin Center sehen Administratoren eine Liste der veröffentlichten Apps und haben dort Steuerungsmöglichkeiten. Geteilte Apps finden Nutzer unter managedapps.cloud.microsoft.com.
Was die Mitteilung im Message Center ergänzt
Weitere Einzelheiten stehen in der Message-Center-Mitteilung MC1469329. Sie liegt nicht auf einer öffentlichen Microsoft-Seite vor, die folgenden Angaben stammen deshalb aus der Wiedergabe im MVP-Blog M365 Admin von João Ferreira.
Der Rollout in Copilot Cowork begann laut der Mitteilung am 8. September 2026 und soll bis zum 14. September 2026 abgeschlossen sein. Die App-Erstellung steht dort in der Vorschau über das Frontier-Programm, Microsofts Programm für frühe Funktionen, Nutzern zur Verfügung, die eine Microsoft-365-Copilot-Lizenz und Zugriff auf Cowork haben. In Cowork gebaute Apps lassen sich in Copilot Studio öffnen und weiterbearbeiten.
Für Copilot Studio enthält die Mitteilung den Satz, auf den Administratoren achten sollten: Sobald die Funktion dort verfügbar ist, ist sie für berechtigte Ersteller standardmäßig eingeschaltet. Während der Vorschau können Administratoren sie im Microsoft 365 Admin Center ein- und ausschalten und auf bestimmte Sicherheitsgruppen begrenzen. Diese Voreinstellung bezieht die Mitteilung auf Copilot Studio, für Cowork beschreibt sie den Zugang über das Frontier-Programm.
Wer über diese Wege Apps baut, landet laut Mitteilung automatisch in einer isolierten persönlichen Entwicklungsumgebung, getrennt von der gemeinsamen Umgebung. Diese ist mit sicheren Voreinstellungen geschützt, die Administratoren anpassen können. Hat eine Organisation keine Umgebungs-Weiterleitung eingerichtet, wird sie für diese Apps automatisch angewendet. Veröffentlichte Apps erscheinen im Admin Center unter Apps > All apps.
Als nächste Schritte empfiehlt die Mitteilung Administratoren:
- die Aufnahme der Organisation ins Frontier-Programm abschließen,
- berechtigte App-Ersteller im Admin Center freischalten,
- die Voreinstellungen unter Apps > Settings prüfen,
- die Ersteller informieren,
- die Anforderungen an Copilot Credits prüfen.
Zeitplan und Kosten bleiben unscharf
Beim Start in Copilot Studio widersprechen sich die beiden Quellen. Der Blog vom 10. September kündigt die öffentliche Vorschau dort für die kommende Woche an, die Message-Center-Mitteilung spricht von den nächsten Wochen. Welche Angabe zutrifft, lässt sich aus den Quellen nicht entscheiden.
Zu den Kosten beschreiben beide Quellen nur das Prinzip. App-Bau und App-Betrieb folgen laut Microsoft dem nutzungsbasierten Abrechnungsmodell, die Mitteilung nennt dafür Copilot Credits. Wie viele Credits das Bauen einer App oder ihr laufender Betrieb verbraucht, steht in keiner der beiden Quellen.
Ebenso offen ist, ob die Funktion auf Deutsch arbeitet und in welchen Regionen sie verfügbar ist.
Unsere Einschätzung
Fachabteilungen können sich damit kleine Werkzeuge selbst zusammenstellen, mit echten Firmendaten und mit Schreibzugriff. Für den Alltag ist das praktisch, und es ist Schatten-IT in neuem Tempo.
Entscheidend ist die Voreinstellung in Copilot Studio, wo die Funktion laut Mitteilung für berechtigte Ersteller standardmäßig an ist. Wir würden deshalb vor dem Start festlegen, welche Sicherheitsgruppe bauen darf und welche Konnektoren freigegeben sind. Wer die Copilot Credits bezahlt, sollte ebenfalls geklärt sein, bevor die erste App im Einsatz ist. Vorab lassen sich solche Regeln aus unserer Sicht leichter setzen als nachträglich, wenn mehrere Abteilungen schon Apps nutzen.
Positiv fällt auf, dass veröffentlichte Apps im Admin Center auftauchen und neue Apps zunächst in einer isolierten Umgebung entstehen. Das bietet mehr Übersicht als manche Excel-Tabelle, die in einer Abteilung still zum wichtigsten Arbeitsmittel geworden ist.
Kleineren Betrieben mit Microsoft-365-Copilot-Lizenz würden wir raten, mit einem einzigen, klar abgegrenzten Ablauf zu beginnen, etwa einer Checkliste für neue Mitarbeiter. Bevor die App in Betrieb geht, sollte feststehen, wer sie später pflegt. Wer eine App baut, die Daten zurückschreibt, trägt Verantwortung für diese Daten, auch wenn die App aus einer kurzen Beschreibung im Chat entstanden ist. Das gehört von Anfang an in die Einführung.
Quellen
Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 14. September 2026):
- Microsoft Copilot Blog: Build business apps with Copilot Cowork and Copilot Studio
- M365 Admin: Build apps in Microsoft Copilot Studio and Copilot Cowork (MC1469329)
Häufige Fragen
Was ist neu an Copilot Cowork und Copilot Studio?
Microsoft hat am 10. September 2026 angekündigt, dass sich Geschäftsanwendungen per Beschreibung in natürlicher Sprache bauen lassen, in Copilot Cowork über den Skill „/app“ und in Copilot Studio über den Punkt „App (Preview)“. Laut Microsoft entsteht daraus ein funktionierendes App-Gerüst, das sich per Sprache weiter verändern und in einer Vorschau testen lässt. Die Apps nutzen Konnektoren zu Geschäftsdaten und können Ergebnisse innerhalb der Microsoft-365-Mandantengrenze zurückschreiben.
Ist die App-Erstellung in Copilot Studio automatisch eingeschaltet?
Laut der Message-Center-Mitteilung MC1469329, wie sie der MVP-Blog M365 Admin wiedergibt, ist die Funktion in Copilot Studio für berechtigte Ersteller standardmäßig eingeschaltet, sobald sie dort verfügbar ist. Während der Vorschau können Administratoren sie im Microsoft 365 Admin Center ein- oder ausschalten und auf bestimmte Sicherheitsgruppen begrenzen. In Copilot Cowork steht die App-Erstellung laut Mitteilung in der Vorschau über das Frontier-Programm Nutzern mit Microsoft-365-Copilot-Lizenz und Zugriff auf Cowork zur Verfügung.
Wann kommt die Funktion in Copilot Studio, und was kostet sie?
Der Microsoft-Blog vom 10. September 2026 nennt für die öffentliche Vorschau in Copilot Studio die kommende Woche, die Message-Center-Mitteilung spricht von den nächsten Wochen. App-Bau und App-Betrieb folgen laut Microsoft dem nutzungsbasierten Abrechnungsmodell, die Mitteilung nennt dafür Copilot Credits. Wie viele Credits ein App-Bau oder der Betrieb einer App verbraucht, nennt keine der beiden Quellen.
Was sollte ein Betrieb jetzt regeln?
Die Mitteilung empfiehlt Administratoren, berechtigte App-Ersteller im Admin Center freizuschalten, die Voreinstellungen unter Apps > Settings zu prüfen, die Ersteller zu informieren und die Anforderungen an Copilot Credits zu prüfen. Aus unserer Sicht sollte vor dem Start außerdem feststehen, welche Konnektoren erlaubt sind und wer eine App später pflegt. Veröffentlichte Apps sind laut Mitteilung im Admin Center unter Apps > All apps zu sehen.
Wer im Betrieb entscheidet, welche Daten eine selbst gebaute App verändern darf?
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Zuletzt aktualisiert: 14. September 2026. Stand der Recherche: 14. September 2026.