Der Agent für den Kundenservice heißt Casey, der für den Onlineshop Carter, und wer mit den Namen nichts anfangen kann, darf sie laut Salesforce ändern.

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Wer im Portfolio welche Aufgabe hat

Salesforce hat die Mitteilung am 11. September 2026 in San Francisco veröffentlicht und erweitert darin sein Agentenangebot Agentforce um fertige Agenten mit festem Aufgabengebiet. Im Kundenkontakt arbeitet Casey, ein Hilfe-Agent für Telefon, SMS, WhatsApp und Web-Chat, der laut Salesforce vorgefertigte Unterstützung etwa für Retouren und die Kontoverwaltung mitbringt und an Menschen übergeben kann. Für komplexe Abläufe über alle Kanäle ist Fin gedacht, nach Angaben von Salesforce angetrieben von „Operator“ und eigens trainierten Modellen namens „Fin Apex“. Carter hilft Kunden im Onlinehandel, Produkte zu finden und zu vergleichen, und wickelt den Kauf direkt im Chat ab. Nach innen richten sich zwei weitere Agenten. Paige bearbeitet IT- und Personalanfragen, unter anderem über Slack und Portale. Marshall steuert Backoffice-Abläufe in der Lieferkette. Er arbeitet laut Salesforce mit deterministischer Ausführung und protokolliert jede Aktion.

Den Vertrieb teilen sich zwei Agenten.

Piper nimmt eingehende Anfragen im B2B-Vertrieb und Marketing an. Über Websites und Postfächer soll Piper Interessenten ansprechen und qualifizieren. Hunter ist für den aktiven Vertrieb zuständig, von der Recherche bis zur Kontaktaufnahme, und arbeitet laut Salesforce über Wochen und Monate mit den Verkäufern zusammen.

Alle sieben halten sich laut Salesforce an die Geschäftsregeln und Berechtigungen des Kunden sowie an dessen Sicherheitseinstellungen. Mit Agent Script, nach Angaben von Salesforce einer quelloffenen Sprache für Agentenverhalten, lassen sich KI-Entscheidungen mit festen Regeln kombinieren.

Ein Agent mit Quartalsziel

Hunter ist der erste Agent auf einer neuen Laufzeitumgebung, die Salesforce „long-horizon runtime“ nennt, also eine Umgebung für lange Aufgaben. Agenten sollen damit Ziele über Tage und Wochen verfolgen, über ein einzelnes Gespräch hinaus.

Salesforce erklärt das an einem Beispiel. Ein Verkäufer bittet Hunter, gefährdete Abschlüsse bis zum Quartalsende zu retten. Hunter macht daraus ein messbares Ziel und einen Plan. Dazu kommen Leitplanken, die festlegen, wann der Agent selbstständig handeln darf und wann der Verkäufer zustimmen muss.

Technisch beruht das laut Salesforce auf einem Gedächtnis über Sitzungen hinweg, auf einer dauerhaften Ausführung, die Pläne fortsetzen oder anpassen kann, und auf einer Steuerung anhand der Rückmeldungen des einzelnen Nutzers. Weitere Agenten sollen folgen, Kunden sollen eigene dieser Art bauen können. Hunter selbst läuft allerdings noch als Pilot. Allgemein verfügbar soll er laut Salesforce im November 2026 werden.

Rund um die Agenten kündigt Salesforce weitere Bausteine an. In Agentforce Coworker sollen Mitarbeiter einem Agenten über „AI Skills“ eine Aufgabe einmal beibringen und das Wissen danach im Unternehmen verteilen, derzeit als Pilot mit geplanter allgemeiner Verfügbarkeit im Oktober 2026. Agent Optimizer soll helfen, Agenten zu entwickeln und zu verbessern, und ebenfalls im Oktober 2026 allgemein verfügbar sein. Bereits allgemein verfügbar ist Multi-Agent Orchestration, das Arbeit auf mehrere Agenten verteilt und über das wir bei den früheren Agentforce-Neuerungen berichtet hatten.

Kundenergebnisse ohne Messmethode

Die Mitteilung nennt Ergebnisse bei Kunden. Alle stammen von Salesforce, und zu keinem steht, wie gemessen wurde.

Bei Engine löst laut Salesforce ein Hilfe-Agent namens Eva 50 Prozent der Chat-Anfragen vollständig. Paige soll bei Autism Queensland 70 Prozent der Verwaltungsanfragen lösen. Hunter, obwohl noch im Pilotstadium, baut bei Perk nach Angaben von Salesforce 60 Prozent der Vertriebspipeline auf. Hibbett AI bearbeitet laut Mitteilung 90 Prozent der zentralen Einkaufsabläufe und war nach sechs Wochen live. Bei Asana hat Piper das Gesprächsvolumen vervierfacht, eingeführt wird Piper laut Salesforce im Schnitt in 45 Tagen. Bei Anthropic löst Fin nach Angaben von Salesforce 79 Prozent der Gespräche, die Fin sieht, selbstständig.

Hinzu kommt eine Kennzahl, die Salesforce selbst definiert hat. Nach eigener Angabe zählt das Unternehmen 7 Milliarden „Agentic Work Units“ über Agentforce und Slack, davon 3,2 Milliarden im zweiten Quartal.

Was offen bleibt

Preise nennt Salesforce in der Mitteilung für keinen der sieben Agenten. Ebenso fehlt jede Angabe dazu, ob die Agenten auf Deutsch arbeiten und ab wann sie in Deutschland verfügbar sind. Die Mitteilung selbst enthält außerdem den Hinweis, dass sie Funktionen nennen kann, die noch in Entwicklung sind, und dass Kaufentscheidungen auf verfügbaren Funktionen beruhen sollten.

Unsere Einschätzung

Auffällig an der Ankündigung ist die Verpackung. Salesforce liefert Agenten mit Namen und Stellenbeschreibung, die ein Betrieb auswählt und anpasst. Wer als Mittelständler ohnehin mit Salesforce arbeitet, kommt damit aus unserer Sicht leichter zu einem ersten Agenten als über einen Baukasten.

Den naheliegendsten Einstieg sehen wir bei Casey, weil Kunden über WhatsApp ohnehin schreiben.

Die eigentliche Arbeit bleibt beim Betrieb. Salesforce baut Leitplanken ein, festlegen muss sie der Kunde: Welche Aktionen darf ein Agent allein ausführen, und wann muss ein Mensch zustimmen? Bei Hunter wiegt diese Frage am schwersten, weil er über Wochen selbst Kontakt zu Interessenten aufnehmen soll. Wer das plant, sollte vorher klären, welche Kontaktaufnahmen im eigenen Vertrieb zulässig sind. Das ist ein allgemeiner Hinweis und keine Rechtsauskunft.

Ein Vorname lässt einen Agenten freundlich wirken. Wir würden trotzdem dafür sorgen, dass ein Kunde jederzeit erkennen kann, dass er mit einer KI schreibt. Das ist unsere Empfehlung, die Mitteilung sagt dazu nichts.

Die Prozentzahlen der Referenzkunden zeigen, wohin Salesforce will. Als Planungsgröße für den eigenen Betrieb taugen sie wenig, solange die Messmethode fehlt.

Quellen

Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 14. September 2026):

Häufige Fragen

Welche KI-Agenten hat Salesforce am 11. September 2026 vorgestellt?

Salesforce hat sieben vorgefertigte Agenten für Agentforce vorgestellt: Casey für den Kundenservice, Paige für IT- und Personalanfragen, Carter für den Onlinehandel, Hunter für den aktiven Vertrieb, Marshall für die Lieferkette, Piper für eingehende Anfragen im B2B-Vertrieb und Marketing sowie Fin für komplexe Kundenabläufe über alle Kanäle. Kunden können jedem Agenten laut Salesforce einen eigenen Namen geben. Bis auf Hunter sind laut Salesforce alle allgemein verfügbar.

Was ist die long-horizon runtime von Salesforce?

Eine neue Laufzeitumgebung, auf der Agenten laut Salesforce Ziele über Tage und Wochen verfolgen sollen. Salesforce nennt als Bausteine ein Gedächtnis über Sitzungen hinweg, eine dauerhafte Ausführung, die Pläne fortsetzen oder anpassen kann, und eine Steuerung anhand der Rückmeldungen des einzelnen Nutzers. Hunter ist der erste Agent darauf. Er ist noch in der Pilotphase, die allgemeine Verfügbarkeit ist für November 2026 geplant.

Was kosten die neuen Agentforce-Agenten, und arbeiten sie auf Deutsch?

Preise nennt Salesforce in der Mitteilung nicht. Ob die Agenten auf Deutsch arbeiten und ab wann sie in Deutschland verfügbar sind, geht aus der Mitteilung ebenfalls nicht hervor. Salesforce weist in der Mitteilung darauf hin, dass Kaufentscheidungen auf verfügbaren Funktionen beruhen sollten.

Was sollte ein Betrieb vor dem Einsatz eines solchen Agenten festlegen?

Aus unserer Sicht zuerst, welche Aktionen der Agent ohne Rückfrage ausführen darf und an welcher Stelle ein Mitarbeiter zustimmen muss. Salesforce stellt solche Leitplanken bereit, die Entscheidung darüber trifft der Kunde. Bei einem Vertriebsagenten wie Hunter gehört dazu die Frage, welche Kontaktaufnahmen im eigenen Vertrieb zulässig sind; das ist ein allgemeiner Hinweis und keine Rechtsauskunft. Die Kundenergebnisse aus der Mitteilung sind Angaben von Salesforce ohne Messmethode und eignen sich deshalb kaum als Planungsgröße.

Welche Entscheidungen darf ein KI-Agent im eigenen Betrieb ohne Zustimmung treffen?

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Zuletzt aktualisiert: 14. September 2026. Stand der Recherche: 14. September 2026.